Innovation unter schwierigen Bedingungen

Innovation unter schwierigen Bedingungen

Episoden

16: Methoden im Projekt: Werkzeug oder Selbstzweck?
22.02.2026
17 Minuten
Methoden gibt es genug. Scrum, SAFe, Design Thinking, Domain-Driven Design, Blue Ocean, Business Model Canvas – die Liste ist endlos. Doch diese Episode von „Innovation unter schwierigen Bedingungen“ stellt eine unbequeme Frage:  Sind Methoden in Ihrem Projekt wirklich ein Werkzeug – oder längst zum Selbstzweck geworden? Daniel Greitens teilt seine Perspektive aus Großprojekten in Defense, innerer Sicherheit, Versicherungen, Finanzen und Industrie – und zeigt, warum methodischer Overkill oft mehr Schaden anrichtet als fehlende Struktur. Im Mittelpunkt steht nicht die nächste „beste Methode“, sondern: Woran wähle ich Methoden überhaupt aus? Welche Risiken und Nebenwirkungen bringt jede Methode mit? Warum führen pauschale Rollouts fast zwangsläufig zu Over-Engineering? Wie erkenne ich, wann eine Methode Effizienz fördert – und wann sie Fokus frisst? Anhand konkreter Beispiele – etwa zu Domain-Driven Design oder SAFe – wird deutlich, wie gut gemeinte Frameworks Budget verbrennen, Teamstrukturen zementieren oder sogar kontraproduktive Komplexität erzeugen können, wenn Zielbild und Problemverständnis nicht klar sind. Statt Methodengläubigkeit plädiert die Episode für: ein klares Verständnis des eigentlichen Problems („Confront the brutal fact“), eine saubere Dramaturgie aus aufeinander aufbauenden Erkenntnissen, bewusste Auswahl und Anpassung von Methoden, und die konsequente Trennung von Erkenntnisfortschritt und bloßer Methodentreue. Mit einem Einblick in einen pragmatischen Werkzeugkasten für Product Discovery zeigt die Folge zudem, wie Methoden modular, zielorientiert und flexibel eingesetzt werden können – ohne in Ideologie oder Bürokratie zu kippen. Fazit: Methoden sind keine Religion. Sie sind Werkzeuge. Und wie jedes Werkzeug müssen sie zum Problem passen – nicht umgekehrt.
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15: KI, Ängste und Ethik mit Thomas Biedermann
12.02.2026
21 Minuten
Diese Episode ist ein intensiver Austausch mit Thomas Biedermann (SAP) zu Ethik, gesellschaftliche Folgen und die Frage nach Kontrolle. Im Zentrum steht die unbequeme Wahrheit: KI wird schneller und massiver Jobs verändern, als viele heute wahrhaben wollen. Aber das eigentliche Risiko ist nicht nur die Automatisierung – sondern was danach kommt: ️ Wovon lebt eine Gesellschaft, wenn Wertschöpfung abwandert? ️ Was gibt Menschen Purpose, wenn Arbeit als sozialer Anker wegfällt? ️ Wie verhindern wir, dass Daten zur moralischen Waffe werden? Wir diskutieren u.a.: Grundsicherung / Grundeinkommen: Chance oder Illusion – und was „Wertvoll sein“ für Menschen bedeutet. Digitale Abhängigkeit Europas: Plattformgewinne in den USA, Produktion in China – und was das langfristig mit Wohlstand macht. Daten, Scoring, Manipulation: Wenn Smartwatch- und Verhaltensdaten Entscheidungen über Kredit, Versicherung oder Teilhabe beeinflussen – oft ohne Transparenz. Soziale Medien & Gamification: Wie digitale Mechaniken unser Verhalten, Beziehungen und Selbstbild verändern (inkl. sehr greifbarer Alltagsbeispiele). Politik & Steuerungsfähigkeit: Träge Strukturen, Kompetenzlücken, Anreizsysteme – und die Frage, wie demokratische Systeme handlungsfähig bleiben. Feedback gerne auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/posts/danielgreitens_ki-wird-nicht-nur-jobs-ver%C3%A4ndern-sie-ver%C3%A4ndert-activity-7427713825409368064-8igo
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14: Über Project-Scope und Reduktion auf das Wesentliche
03.02.2026
19 Minuten
In dieser Episode von „Innovation unter schwierigen Bedingungen“ geht es um einen der mächtigsten, aber meist unterschätzten Hebel in Groß- und Komplexprojekten: den Project Scope – und die radikale Reduktion auf das Wesentliche. Ausgehend von der ernüchternden Erkenntnis, dass laut groß angelegten Studien nur ein Bruchteil aller Projekte Zeit-, Budget- und Zieltreue erreicht, zeigt die Episode, warum unklarer Scope der häufigste systemische Grund für Projektscheitern ist. Fast alle Projekte glauben, ihr Ziel zu kennen – die Realität sieht oft anders aus. Anhand konkreter Beispiele aus: militärischen Großprojekten, sicherheitskritischen Systemen, Finanz- und Abrechnungsplattformen, wird deutlich, wie Bestandserwartungen, Gewohnheiten und implizite Annahmen Projekte in überdimensionierte Lösungsboliden treiben – und wie ein sauber formulierter Project Scope genau das verhindern kann. Zentrale Themen der Episode: warum „alles neu bauen“ fast immer der falsche Ansatz ist, wie man das eigentliche Ziel hinter Funktionen, Features und Anforderungen erkennt, weshalb eine prägnante, managementtaugliche Lösungsidee („catchy solution“) entscheidend für Alignment und Fokus ist, und warum jedes Projekt neben dem offiziellen Ziel auch ein oft unausgesprochenes „ehrliches Ziel“ hat, das über Erfolg oder Sabotage entscheidet. Die Folge zeigt außerdem, wie sich ein klarer Scope konsequent in Funktionsumfang, Qualitätsmerkmale, Organisation und Delivery kaskadieren lässt – sodass Teams nicht nur schneller, sondern auch sinnvoll liefern.
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13: Meine Best Practices für Zahlen und Controlling
27.01.2026
13 Minuten
In dieser Episode von „Innovation unter schwierigen Bedingungen“ wird es bewusst operativ. Daniel Greitens teilt seine erprobten Best Practices für Zahlenklarheit in komplexen Projekten – pragmatisch, transparent und mit Fokus auf das große Ganze. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Budget, Timeline, Qualität und Scope über die gesamte Projektlaufzeit hinweg realistisch steuern lassen – ohne Tool-Overhead, Controlling-Zirkus oder Scheingenauigkeit. Der zentrale Gedanke: Ein Projekt darf erst in die Umsetzung starten, wenn das gesamte Projektvolumen grob sichtbar und einschätzbar ist. Die Episode zeigt: warum frühe Grobschätzungen keine Wasserfall-Dogmatik, sondern Risikomanagement sind, wie klare Prioritätsattribute und explizite Qualitätsausprägungen Diskussionen versachlichen, weshalb jede Anforderung – inklusive Organisation, Meetings und Frameworks – Aufwand ist und sichtbar gemacht werden muss, wie sich Wünsche von Stakeholdern anhand ihrer konkreten Implikationen bewerten lassen, und warum einfache Werkzeuge oft wirksamer sind als komplexe Projekttools. Ergänzt wird das Vorgehen durch eine bewusst grobe, aber wirksame Roadmap, die Lieferketten, Kompetenzabhängigkeiten und Verfügbarkeiten sichtbar macht – als Kommunikationsinstrument, nicht als Mikromanagement-Werkzeug.
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12: Innovation bei SAP: Menschzentrierung mit System
23.01.2026
19 Minuten
In dieser Episode von „Innovation unter schwierigen Bedingungen“ ist Daniel Greitens zu Gast bei SAP in Walldorfund spricht mit Thomas Biedermann, Mitgründer und langjähriges Mitglied des SAP AppHouse, über Innovation jenseits von Vorurteilen, Systemdenken und Tool-Fixierung. Im Zentrum steht eine Perspektive, die man SAP von außen oft nicht zutraut: radikal menschenzentrierte Innovationsarbeit – nicht als Buzzword, sondern als gelebte Praxis. Das AppHouse arbeitet direkt mit Kunden an konkreten Problemen, technologieagnostisch, interdisziplinär und mit einem klaren Fokus auf Nutzen statt Features. Die Episode beleuchtet unter anderem: warum SAP primär als Plattform zu verstehen ist – und warum Anpassbarkeit kein Mangel, sondern ein strategischer Vorteil ist, wie Innovation entsteht, wenn IT, Design, UX, Research und Fachbereiche wirklich zusammenarbeiten, weshalb viele Innovationshemmnisse kultureller Natur sind und nicht technologischer, wie Bottom-up-Impulse und Management-Unterstützung produktiv zusammenwirken können, warum menschenzentriertes Arbeiten ein Effizienz- und kein Wohlfühlthema ist, und weshalb SAP seine Methoden, Tools und Workshop-Formate bewusst offen zur Verfügung stellt. Darüber hinaus geht es um Skalierung über Partnernetzwerke, den Aufbau von Innovationskultur in großen Organisationen und die Rolle externer Perspektiven, wenn interne Routinen Veränderung blockieren.
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Über diesen Podcast

„Innovation unter schwierigen Bedingungen“ ist eine Serie über die Realität von Großprojekten – dort, wo Ideen auf Regulatorik treffen, Visionen mit Legacy-Systemen ringen und Teams unter hoher organisatorischer Last liefern müssen. Statt Innovations-Buzzwords, Post-it-Workshops und Feel-Good-Rhetorik zeigt die Serie, wie Innovation wirklich funktioniert: als sozial-technisches System, das nur gelingt, wenn Vision, Discovery, Architektur, Organisation, Governance und Teampsychologie präzise ineinandergreifen. ★ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/danielgreitens ★ Web: http://www.orgenic.de

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