Podcaster
Episoden
30.03.2026
8 Minuten
„Wir sind für alle da: für Patientinnen und Patienten, für Angehörige, fürs Personal – und zwar unabhängig von Konfession, Religion und Weltanschauung“, sagt Pastoralreferent Norbert Nichell gleich zu Beginn eines bewegenden Gesprächs mit Ralf Kiesslich in Folge 29 der Reihe „Inside UM“. Als katholischer Klinikseelsorger ist er viel unterwegs auf den Stationen – wo immer er gebraucht wird. Er begegnet dort vielen Schicksalen, etwa in der Orthopädie oder der Kinderklinik: „Wenn Kinder schwer krank sind, schauen wir gemeinsam mit den Eltern, was kann jetzt stärkend sein für den nächsten Schritt.“ Kommt ein Kind tot zur Welt, gibt der Sternengarten Trost und Hoffnung: „Wir gestalten zwei Mal im Jahr eine Trauerfeier“, berichtet Norbert Nichell. „Von betroffenen Eltern bekommen wir dann oft die Rückmeldung ‚Das ist Balsam auf die Seele‘.“ Und für den ehrenamtlichen Besuchsdienst der Grünen Damen und Herren bietet Norbert Nichell zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen Einführungskurse an. Bei all den vielfältigen Aufgaben ist Norbert Nichell an der Universitätsmedizin Mainz vor allem auch bekannt als der Mann mit dem Engel: Er verschenkt gerne Karten mit dem Engel der Geborgenheit und mit handgeschriebenen persönlichen Worten. Der Engel drückt aus: Ich gehe mit dir, du bist nicht allein. „Das kommt so gut an, weil es genau trifft in dem Moment“, sagt Norbert Nichell. Erst kürzlich habe er wieder die Rückmeldung bekommen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger scheinbar immer wieder die richtigen Worte finden. „Das macht mich sehr froh!“
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16.03.2026
12 Minuten
„Wir haben viele Patient:innen auf der Liste, die durch ein Organ gerettet werden könnten, aber nie eine Chance auf ein Organ haben“, schildert Hauke Lang den eklatanten Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie transplantiert mit seinem Team etwa 50 Lebern im Jahr. Damit gehört die Klinik zu den größten Lebertransplantationszentren in Deutschland – und doch sagt Hauke Lang: „50 Lebern sind viel zu wenig, um den medizinischen Bedarf zu decken und um Nachwuchs auszubilden.“ Im Gespräch mit Ralf Kiesslich geht es in Folge 33 der Reihe „Inside UM“ auch um die Entwicklung der Leberchirurgie insgesamt. „Es wird auch im Bereich der Leberchirurgie eine personalisierte Medizin geben, da immer mehr molekularbiologische Ergebnisse in die Operationsplanung einfließen“, wirft Hauke Lang einen Blick in die Zukunft. Die Themen Augmented Reality und Virtual Reality spielen hier ebenfalls eine immer größere Rolle – ebenso wie 3D-gedruckte Lebern, die eins zu eins die Leber eines Patienten abbilden. „Diese Lebern drucken wir, um uns während einer Operation besser orientieren zu können. Wir forschen auf all diesen Gebieten, weil wir als Exzellenzzentrum für Leberchirurgie nicht nur der Krankenversorgung, sondern auch der Forschung verpflichtet sind.“
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02.03.2026
11 Minuten
„Ich wollte Ihnen nur sagen: Ich studiere jetzt und es geht mir gut!“, zitiert Prof. Dr. Michael Huss aus einer E-Mail, die er jüngst von einer ehemaligen Patientin erhalten hat. Solche Rückmeldungen freuen den Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, denn: „Es gibt viele Fälle, die sehr belastend sind, das muss man ganz offen sagen.“ Im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich macht Michael Huss deutlich, dass immer mehr Kinder und Jugendliche an psychischen Störungen wie Depressionen und Ängsten oder auch an Essstörungen leiden. Um ihnen zu helfen, gibt es in Mainz neben ambulanten, teilstationären und stationären Behandlungsmöglichkeiten ein weiteres Angebot: „Wir haben ein großes Innovationsprojekt, wo wir aufsuchend tätig sind: Es heißt ‚HomeBASE‘. Das bedeutet, wir fahren in die Familien, auch bei sehr krisenhaften Patient:innen, und versuchen, sie dort zu stabilisieren.“ Und noch etwas anderes ist ihm dabei sehr wichtig: „Wir rücken die Kinder von Anfang an in den Mittelunkt unseres Gesprächs.“ Angesprochen auf das Thema Soziale Medien und psychische Erkrankungen sagt Michael Huss: „Hier müssen wir den richtigen Fokus setzen: Wer mehr Medien nutzt, wird davon nicht depressiv. Gleichwohl können Soziale Medien ein Brandbeschleuniger sein, wenn ein psychisches Problem besteht. Aber man darf die Medien selbst nicht als Ursache verstehen. Das ist immer die Kunst!“
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16.02.2026
9 Minuten
„Man weiß heute, dass gut 50 Prozent aller Alzheimer-Fälle durch Faktoren, die wir selbst beeinflussen können – Sport, Ernährung, Schul- und Ausbildung, Herz-Kreislauf Aktivierung – zu verhindern wären“, sagt Prof. Dr. Christian Behl, Direktor des Instituts für Pathobiochemie, im Gespräch mit Ralf Kiesslich. Dabei gibt er weitere spannende Einblicke in die Entwicklung der Alzheimer-Forschung und berichtet von der Entstehung verschiedener Krankheitshypothesen, u.a. der sehr lange verfolgten sogenannten Amyloid Hypothese in den 90er Jahren. Diese führt die Alzheimer-Erkrankung auf Ablagerungen von Proteinklumpen im Gehirn, genannt Plaques, zurück, was aber bis heute wissenschaftlich noch nicht geklärt ist. Dreißig Jahren später ist die Alzheimer-Erkrankung immer noch ein wichtiger Forschungsschwerpunkt von Christian Behl – 2023 hat er dazu ein Buch veröffentlicht: „Ich habe mir erlaubt, kritisch über die Amyloid-Hypothese zu schreiben und auch zu reden, die nach wie vor das Feld dominiert. Ich bin im Laufe der Zeit immer mehr davon abgekommen, Amyloid als einzigen Auslöser dieser Erkrankung zu sehen.“ Für ihn ist heute vielmehr klar, dass Alzheimer eine multifaktorielle Erkrankung ist. „Ich glaube, wir haben Aussicht auf neue und wirksamere Medikamente, wenn wir den Forschungsbereich öffnen und weitere Faktoren neben den Plaques in den Blick nehmen.“
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02.02.2026
13 Minuten
„Das Herz ist ein tolles Organ, in dem so viel steckt – und auch optisch wunderschön“, beschreibt Dr. Kathrin Dohle in Folge 44 der Reihe „Inside UM“ ihre Faszination für die Herzchirurgie. Als Fachärztin in der Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie kümmert sie sich vor allem „um die kranken Herzen“ auf der Intensivstation. „Die Herzchirurgie und die herzchirurgische Intensivmedizin sind für mich persönlich das faszinierendste Fach, das es gibt. Wir können kränkste Patienten wieder gesund machen und ihnen eine Lebensqualität geben.“ Um Patient:innen in solch kritischen Situationen zu beruhigen, ist neben einem starken Team auf der Intensivstation auch viel Empathie nötig: „Aufklärung und sich Zeit für ein Gespräch nehmen: Das ist extrem wichtig. Wenn die Patient:innen wissen, was auf sie zukommt und was sie zu erwarten haben, sind viele Ängste allein schon dadurch genommen.“ Und mitunter hilft in solchen Situationen auch singen – was Kathrin Dohle wunderbar mit ihrer zweiten Leidenschaft verbinden kann: Sie ist passionierte Fastnachterin und in jeder Kampagne als Sängerin sehr aktiv. „Im Schatten des Doms“ ist für sie das Mainzer Fastnachtslied schlechthin. Zusammen mit Thomas Neger und den Humbas hat sie es im letzten Jahr bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vor einem Millionenpublikum gesungen: „Unglaublich“, schwärmt Kathrin Dohle. „Das hätte ich nie zu träumen gewagt.“
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Über diesen Podcast
In unserem Podcast „Inside Universitätsmedizin Mainz“ – kurz
„Inside UM“ – interviewt der Vorstandsvorsitzende und Medizinische
Vorstand, Professor Ralf Kiesslich, Persönlichkeiten der
Universitätsmedizin Mainz. Im Fokus steht der kollegiale Austausch
zu Themen rund um die UM – von A wie Alzheimer-Forschung bis Z wie
Zahnmedizin. Es geht um besondere medizinische oder
wissenschaftliche Expertisen, fachliche Schwerpunkte sowie die
persönliche Faszination der Interviewgäste für ihr jeweiliges
Tätigkeitsfeld. Hört regelmäßig rein, wenn es wieder heißt „Vorhang
auf“ für eine neue, spannende Folge „Inside UM“!
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