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Episoden

12 Minuten
Wie ist der Zusammenhang zwischen dem, was im Gehirn passiert, und dem menschlichen Erleben und Bewusstsein: Diese Frage macht für Prof. Dr. Raffael Kalisch die Faszination der Neurowissenschaften aus und steht im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit. Raffael Kalisch leitet an der Universitätsmedizin Mainz das Neuroimaging Center – kurz NIC. „NI steht für Neuroimaging und bedeutet übersetzt Bildgebung des Gehirns oder des Nervensystems. Der Kern des NIC ist, dass wir vor allem Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen, um Bilder des Gehirns zu erhalten und dessen Funktion zu entschlüsseln. Die Methode ist aufwändig und mit dem NIC bietet die Universitätsmedizin eine zentrale Forschungsplattform für interne und externe Partner“, erläutert Raffael Kalisch im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich. Am NIC haben Interessierte die Möglichkeit, an einer der vielen Studien zum Thema Hirngesundheit teilzunehmen. „Ich kann nur sehr dazu einladen. Es ist eine interessante Erfahrung und alle Teilnehmenden bekommen ein Bild ihres Gehirns“, betont Raffael Kalisch. Ein wichtiges Forschungsgebiet des NIC ist die Resilienzforschung –Raffael Kalisch hat sogar ein Buch darüber geschrieben. „Der Kernbegriff ist der Begriff der Bewertung. In dem Buch geht es etwa um die Theorie des positiven Bewertungsstils: Man sollte nicht mit einer völlig rosaroten Brille durchs Leben laufen, aber doch die Fähigkeit kultivieren, immer wieder auch die positiven Dinge zu sehen.“
11 Minuten
Mit einem Vorurteil räumt Pathologe PD Dr. Sebastian Försch gleich zu Beginn auf: „Wenn die Menschen an Pathologie denken, dann denken sie überwiegend an Obduktionen. Aber wir machen viel, viel mehr: Über 98 Prozent unserer Zeit befassen wir uns mit der Analyse von Zellen und Geweben von lebenden Patientinnen und Patienten.“ Da ist es nicht verwunderlich, dass Sebastian Försch sich im Gespräch mit Ralf Kiesslich als „Gewebedetektiv“ bezeichnet und sagt: „Wir sind damit ein zentraler Bestandteil der modernen Medizin.“ Sein Plädoyer für die Pathologie: „Es ist ein enorm vielfältiges, ein enorm spannendes Fach. Wir machen in Mainz 500 bis 1.000 Einzelanalysen am Tag, da gleicht kein Fall dem anderen und das Spektrum reicht von Normalbefunden bis hin zu bösartigen Tumorerkrankungen.“ Angesichts dieser Zahlen liegt es nahe, die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Pathologie zu thematisieren – ein echtes Steckenpferd von Sebastian Försch: „Wir forschen zu dem Thema und haben drei Teilbereiche identifiziert, von denen wir denken, dass man mit KI die Medizin noch besser machen kann.“ Demnach kann die KI helfen, die Routinediagnostik der vielen Tausend Proben schneller und effizienter zu machen sowie in den Gewebeproben versteckte Informationen aufzuspüren und für eine Prognose zu nutzen. Im Sinne einer personalisierten Medizin kann die KI laut Sebastian Försch zudem dabei unterstützen herauszufinden, welche Personen auf eine spezifische Therapie womöglich ansprechen – oder auch nicht. „Die Erkenntnisse unserer Forschung nun in die Klinik zu bringen, so dass Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten ultimativ davon profitieren können“, das ist Sebastian Förschs Vision für die nächsten zehn Jahre. Er ist überzeugt: „Jetzt ist die entscheidende Phase!“
14 Minuten
Präziseres Arbeiten, schonendere Eingriffe, schnellere Heilung – so beschreibt Prof. Dr. Peter Grimminger die Vorteile der Robotischen Chirurgie. Als erfahrener Spezialist insbesondere für Eingriffe an der Speiseröhre schildert er dies im Gespräch mit Ralf Kiesslich sehr plastisch: „Früher war die Speiseröhren-Operation ein sehr großer Eingriff mit vielen Komplikationen. Das hat sich mit der Robotischen Chirurgie revolutioniert.“ Bei dieser Art von Eingriffen sitzt der Chirurg an einer Art Konsole und kann von dort sehr präzise die Instrumente im Körper der Patientin oder des Patienten steuern. Peter Grimminger hat eine Professur speziell für Robotische Chirurgie inne. So stärkt die Universitätsmedizin Mainz gezielt ihre Position als Zentrum für Robotische Chirurgie. Zudem war die Universitätsmedizin Mainz deutschlandweit die erste Uniklinik, die über ein da Vinci Single-Port (SP)-System verfügte und mit diesem Roboter-assistierten Operationssystem erstmals auch Eingriffe an Magen, Speiseröhre, Leber oder Pankreas durchführen konnte. „Bei der Entwicklung des Systems konnte ich schon ganz früh dabei sein“, sagt Peter Grimminger. „Die Anfänge waren schon vor vielen Jahren.“ Seitdem wächst das Spektrum an Eingriffen, die auch robotisch assistiert möglich sind, ständig. „Thoraxchirurgie, Gynäkologie, HNO“, zählt Peter Grimminger auf. „Es gibt immer mehr Fächer, wo die Robotische Chirurgie sinnvoll eingesetzt werden kann. Das nimmt praktisch täglich zu.“
9 Minuten
Die Faszination für die Bewegung und die Anpassungsfähigkeit des Körpers an diese Bewegung treiben mich an“, berichtet Dr. Ulrich Betz, Direktor des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation (IPTPR) im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich. In Bewegung und aktiv zu bleiben, ist auch die Prämisse des Programms Medizin Aktiv, das Ulrich Betz mit seinem Team initiiert hat. „Wir wissen inzwischen, dass es auch im Krankenhaus, während der Erkrankung, besser ist, aktiv zu bleiben“, sagt Ulrich Betz. „Eine ganz neue Vorstellung.“ Dazu müssen in der Klinik Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Patient:innen überhaupt erst ermöglichen, aktiv zu sein. Das Ergebnis ist sehr überzeugend: „Vor fünf Jahren mussten Patientinnen und Patienten, die eine Hüft- oder Knieprothese bekommen haben, 13 Tage im Krankenhaus bleiben, heute sind es zwei bis drei Tage – und dann sind die Patientinnen und Patienten in einer besseren funktionellen Situation als damals nach 13 Tagen.“ Dies gelingt, indem die Patient:innen während des gesamten Aufenthalts aktiv in Bewegung bleiben und bereits am Tag der OP das Bett selbständig verlassen. Am Ende verrät Ulrich Betz auch, wie er in Bewegung bleibt – er integriert Bewegung in seinen Alltag und fährt Tag für Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit.
13 Minuten
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, beschreibt Prof. Dr. Corinna Grasemann in einem Satz die Herausforderungen ihres Faches und erläutert: „Dieser Spruch will verdeutlichen, dass bei uns so vieles anders ist als in der Erwachsenenmedizin. Beispielsweise sind viele Medikamente, die wir einsetzen, gar nicht zugelassen für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Wir haben da andere Herausforderungen.“ Mit ihrem Schwerpunkt Seltene Erkrankungen kann Corinna Grasemann in Mainz auf eine lange Tradition aufbauen: „Mainz war der Vorreiter in der Behandlung von Kindern mit Seltenen Erkrankungen.“ Wissenschaftlich beschäftigt sie sich vor allem mit der Versorgungsforschung: Gerade ist das Projekt B(e) NAMSE gestartet – ein Projekt zur Verbesserung der ambulanten Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Seltenen Erkrankungen. „Wir möchten den Menschen vor allem Schulungen anbieten, damit sie Expert:innen ihrer eigenen Erkrankung werden können.“ Insgesamt deckt die Kinderklinik ein sehr breites Spektrum ab – jede Fachdisziplin ist innerhalb der Klinik abgebildet. „Wir behandeln die ganze Breite der Erkrankungen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten können“, sagt Corinna Grasemann.
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Über diesen Podcast

In unserem Podcast „Inside Universitätsmedizin Mainz“ – kurz „Inside UM“ – interviewt der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Professor Ralf Kiesslich, Persönlichkeiten der Universitätsmedizin Mainz. Im Fokus steht der kollegiale Austausch zu Themen rund um die UM – von A wie Alzheimer-Forschung bis Z wie Zahnmedizin. Es geht um besondere medizinische oder wissenschaftliche Expertisen, fachliche Schwerpunkte sowie die persönliche Faszination der Interviewgäste für ihr jeweiliges Tätigkeitsfeld. Hört regelmäßig rein, wenn es wieder heißt „Vorhang auf“ für eine neue, spannende Folge „Inside UM“!
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