Podcaster
Episoden
16.02.2026
57 Minuten
Brettspiele erleben seit einigen Jahren eine gesellschaftliche
und ökonomische Renaissance und bilden ein zunehmendrelevantes
Forschungsfeld der Humangeographie. In dieser Folge sprechen wir
über Brettspiele als Formen räumlicher und sozialer
Weltkonstruktion, in denen Spielmechaniken, Narrative und
visuelle Darstellungen gesellschaftliche Normen,
Machtverhältnisse und Stereotype reproduzieren oder
transformieren. Wir diskutieren ludische Räume als mediale
Konstrukte, unter Einbezug epistemologischer Bezüge zur
Kartographie und zu sozialwissenschaftlichen Raumkonzepten. Im
Zentrum stehen koloniale und postkoloniale Repräsentationen in
Brettspielen, diezeigen, wie historische Machtasymmetrien sowohl
stabilisiert als auch perspektivisch unterlaufen werden können.
Brettspiele erscheinen damit als Arenen der Aushandlung
räumlicher Semantiken und normativer Ordnungen.Methodisch
verweist der Beitrag auf vielfältige Zugänge von Bild- und
Diskursanalysen bis zu teilnehmender Beobachtung. Theoretisch
werden neopragmatistische Ansätze herangezogen, um die Kontingenz
spielerischerWeltentwürfe und ihr Potenzial für alternative
Raumvorstellungen herauszuarbeiten.
Weitere Informationen zu Timo Sedelmeier sowie eine Übersicht zu
seinen Publikationen unter:
https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geographie/forschungsbereich/stadt-und-regionalentwicklung/arbeitsgruppe/team/timo-sedelmeier/
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04.02.2026
43 Minuten
Diese Zusatzfolge zeigt einen Vortrag von Prof. Dr. AndreasDix im
Rahmen des Online-Kolloquiums ARKUM ‚Fachdisziplinen im Gespräch‘
vom 02.02.2026 und behandelt Landschaftsnamen als Thema einer
Critical Toponymy. Diese Forschungsrichtung befasst sich mit
politischen, sozialen und kulturellen Implikationen von
geographischen Namen (Toponymen) und untersucht, inwiefern Namen
damit auch Ergebnisse von Machtprozessen sind sowie eng mit
Identitäten verknüpft sein können. Dieser Zugang wird im Vortrag
anhand vieler Beispiele diskutiert.
Weitere Informationen zu Prof. Dr. Andreas Dix:
https://www.uni-bamberg.de/histgeo/dix/
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02.02.2026
33 Minuten
In dieser Podcastfolge sprechen wir mit Annika Mattissek über
aktuelle geopolitische Umbrüche aus politisch-geographischer und
diskurstheoretischer Perspektive. Uns interessiert besonders,
inwiefern Krisen wie der Krieg in der Ukraine politische
Denkweisen, Diskurse und räumliche Deutungen verändern. Am
Beispiel des deutschen Energiewende-Diskurses zeigen wir einen
‚turn to geopolitics‘: Klimapolitik wird immer stärker mit
Sicherheits- und außenpolitischen Fragen verknüpft.
Wir diskutieren, wie sich dadurch politische Prioritäten
verschieben, neue Allianzen entstehen und andere Themen– etwa
ökologische Folgen von Krieg und Aufrüstung – in den Hintergrund
geraten. Mit Blick auf den Neopragmatismus erklären wir, wie
solche Verschiebungen durch neue Sprachbilder und Umdeutungen
entstehen.
Abschließend plädieren wir für eine kritische Geographie, die
Machtverhältnisse sichtbar macht, Diskurse öffnet und sich für
demokratische, pluralistische und nachhaltige Zukünfte einsetzt.
weiterführende Literatur:
Belcher, O., Bigger, P., Neimark, B., & Kennelly, C. (2019).
Hidden carbon costs of the “everywhere war”: Logistics,
geopolitical ecology, and the carbon boot‐print of the US
military. Transactions of the Institute of British Geographers,
45, 65–80. https://doi.org/10.1111/tran.12319
Glasze, G., & Mattissek, A. (Hrsg.). (2021). Handbuch Diskurs
und Raum. Theorien und Methoden für die Humangeographie sowie die
sozial- und kulturwissenschaftliche Raumforschung (3. Aufl.).
transcript.
Mattissek, A. (2025). Regierungstechnologien in Zeiten multipler
Krisen. Rezensionsessay zum „Glossar der Gegenwart 2.0“.
Geographische Zeitschrift, 113(2), 122–129.
Mattissek, A. (2026). Auswirkungen von Kriegen auf die natürliche
Umwelt und deren gesellschaftliche Folgen. Geographische
Rundschau, Zur Veröffentlichung angenommen.
Mau, S., Lux, T., & Westheuser, L. (2023). Triggerpunkte.
Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft. Suhrkamp.
https://www.suhrkamp.de/buch/triggerpunkte-t-9783518029848
Rajaeifar, M. A., Belcher, O., Parkinson, S., Neimark, B., Weir,
D., Ashworth, K., Larbi, R., & Heidrich, O. (2022).
Decarbonize the military—Mandate emissions reporting. Nature,
611(7934), 29–32. https://doi.org/10.1038/d41586-022-03444-7
Ruppert, L., & Mattissek, A. (2025). Armaments projects in
times of geopolitical tension – German renegotiations of the FCAS
in the context of the Russian–Ukrainian War. Critical Military
Studies, online first(0), 1–20.
https://doi.org/10.1080/23337486.2025.2559464
Sielker, F., & Dannenberg, P. (2025). New economic
geographies of war: Risks and disruptions in Eurasian transport
routes and supply chains through the military conflict in
Ukraine. ZFW – Advances in Economic Geography, 69(1), 41–54.
Wiertz, T., & Schopper, T. (2022). Geographien von Wahlkampf,
Medien und Gewalt: Extrem rechte Bewegungen aus
assemblagetheoretischer Perspektive. Geographica Helvetica,
77(3), 345–356. https://doi.org/10.5194/gh-77-345-2022
Wiertz, T., Kuhn, L., & Mattissek, A. (2023). A turn to
geopolitics: Shifts in the German energy transition discourse in
light of Russia’s war against Ukraine. Energy Research &
Social Science, 98, 103036.
https://doi.org/10.1016/j.erss.2023.103036
Yeung, H. W. (2023). Troubling economic geography: New directions
in the post-pandemic world. Transactions of the Institute of
British Geographers, 48(4), 672–680.
https://doi.org/10.1111/tran.12633
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28.01.2026
56 Minuten
Was macht das Moor mit einem?
Place meanings von Hochmoorlandschaften in den
historischen Niederlanden seit dem Mittelalter
Wir freuen uns mit dieser Zusatzfolge einen umfangreichenVortrag
von Dr. Maurice Paulissen (Heerlen) zu präsentieren. Im Rahmen
des ARKUM Online-Kolloquiums gibt er Einblicke in sein
abgeschlossenes Promotionsprojekt und spricht u.a. über
Affordanzen von Hochmooren, über Hochmoore als Grenzräume und
natürliche Barrieren sowie über individuelle und kollektive
Bedeutungszuschreibungen, welche sich vor allem auch sprachlich
nachvollziehen lassen.
Links zu den Arbeiten von Dr. Maurice Paulissen (Heerlen):
https://www.researchgate.net/profile/Maurice-Paulissen
https://openuniversiteit.academia.edu/MauricePaulissen
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20.01.2026
44 Minuten
In dieser Folge sprechen wir zusammen mit Ulrich Ermannzentrale
Perspektiven der Food Geographies aus sozial- und
kulturgeographischer Sicht. Ernährung wird dabei nicht als
individuelle Konsumentscheidung verstanden, sondern als
alltägliche Praxis, die sozial eingebettet ist und vonRoutinen,
Moral, Macht und materiellen Bedingungen geprägt wird. Im
Mittelpunkt steht die Frage, was eine geographische Perspektive
auf Essen leisten kann. Diskutiert werden relationale Ansätze,
die Produktion und Konsum, Wissen undPraxis sowie Politik, Moral
und Umwelt zusammendenken. Konzepte wie Foodscapes, Regionalität
und Ernährungsgerechtigkeit werden kritisch eingeordnet. Deutlich
wird: Ernährung ist umkämpft, konfliktbehaftet und öffentlich
ausgehandelt – einfache Lösungen greifen zu kurz.
Ausgewählte Publikationen von Prof. Dr. Ulrich Ermann:
Zu "mehr als menschlichen" Nahrungsgeographien:
https://biblioscout.net/book/chapter/10.25162/9783515132305/00013
Zum Widerspruch zwischen Kommunikation und Praxis des „guten
Essens“:
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-27314-9_29
Einführung / Überblick zu Agro-Food Studies:
https://www.utb.de/doi/book/10.36198/9783838548302
Sammelband zur Transformation von Nahrungswelten aus inter- und
transdisziplinären Perspektiven (erscheint in Kürze):
https://www.nomos-shop.de/de/p/nahrungswelten-transformieren-978-3-7560-3350-8
Überblick zu Food Geographies an der Uni Graz:
https://unipub.uni-graz.at/geograz/periodical/titleinfo/8623551
Bärchenwurst:
https://www.wallstein-verlag.de/9783835356344-von-fliegenfaengern-und-katzenklappen.html
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Über diesen Podcast
Der Podcast für Geographie, Soziologie und Philosophie. Wir bieten
eine Plattform des Austauschs, um aktuelle Forschungsschwerpunkte,
Theorien und Projekte sowie allgemeine Herausforderungen im
Wissenschaftsbetrieb zu diskutieren.
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