Wiederanders. Der Johannes-R.-Becher-Podcast
Wiederanders: Der Johannes-R.-Becher-Podcast - Staffel 3 - TEASER
23. April 2026
Podcaster
Episoden
02.07.2026
1 Stunde 4 Minuten
Becher wurde in der DDR zum sozialistischen Nationaldichter ausgerufen und galt lange als Repräsentant des Sozialistischen Realismus schlechthin. Dass dies mit seinem eigentlichen Werk nur bedingt zu vereinbaren ist, haben wir bereits mehrfach festgestellt. Heute schauen wir uns an, wie es dazu kam: welches Bild Walter Ulbricht von Becher in seiner Trauerrede zeichnet und wie die DDR-Literaturwissenschaft über Becher schreibt.
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25.06.2026
1 Stunde 3 Minuten
München ist Bechers Geburtsstadt – kein Wunder, dass er sie bedichtet hat. Der Lyrikband „München in meinem Gedicht“ von 1946 geht aber nicht in der pathetischen Heimatbeschwörung auf, die man an anderer Stelle antrifft und erwarten mag. Stattdessen ist „München in meinem Gedicht“ ein hochpolitischer Band, der viel über die unmittelbare Nachkriegszeit verrät: Verlegt hat den Band der Jugendfreund und erste Becher-Verleger Heinrich F. S. Bachmair in seinem neu gegründeten Starnberger Verlag – und am Ende steht ein zwölfteiliger Gedichtzyklus über die Weiße Rose.
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18.06.2026
1 Stunde 21 Minuten
Religiöse Verweise sind im Werk Bechers überall zu finden. Es wird Zeit, dass wir mit einem Theologen darüber sprechen! Das tun wir in der heutigen Folge. Zu Gast ist Jens Schröter, Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments sowie die antiken christlichen Apokryphen an der Humboldt-Universität zu Berlin. Thema sind Bechers frühe Mariengedichte, seine De-Profundis-Dichtungen, das Lied „Lenin“ und die „Poetische Konfession“ (1954).
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11.06.2026
1 Stunde 7 Minuten
Thomas Mann und Becher hatten ein gutes Verhältnis – bereits beim Hochverratsprozess 1926-28 (siehe Folge 6) hatte sich Mann für Becher eingesetzt. In der Exilzeit intensiviert sich der Kontakt: Becher fragt Mann um Beiträge für die Zeitschrift „Internationale Literatur“ an und beide lesen ihre Werke gegenseitig. 1949 und 1955 gelingt es Becher, Mann zweimal nach Weimar zu holen. Wir hören Auszüge aus den Schiller-Reden Bechers und Manns, schauen in den vorangegangenen Briefwechsel und in Bechers Texte über Thomas Mann.
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04.06.2026
1 Stunde 1 Minute
Während Becher Hölderlin und Schiller in seiner Jugend bereits zugetan war, wendet er sich Goethe erst in den Exiljahren zu. 1949 und 1955 kommt es ihm in seiner kulturpolitischen Rolle zu, für beide Klassiker wichtige Jubiläen zu begehen und mit Reden zu begleiten. Wir sprechen über Bechers Verhältnis zu den Klassikern und seine Deutung von Hölderlin, Goethe und Schiller.
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Über diesen Podcast
Mit Kristin Eichhorn und Toni Bernhart Die dritte Staffel ist
abgeschlossen. Weiter mit der vierten Staffel geht es im November.
Immer donnerstags. Johannes R. Becher (1891–1958) ist bekannt als
Dichter der Hymne der DDR und als deren erster Kulturminister. Doch
sein Leben war sehr viel abenteuerlicher, als dieser vermeintliche
Zielpunkt erahnen lässt. Er war Expressionist und
Sprachzertrümmerer par excellence, verfasste Poetiken, galt als
Repräsentant des Sozialistischen Realismus und schrieb
spätromantische Lieder. Mit fast allen, die in Kunst und Literatur,
später auch in der Politik Rang und Namen hatten, stand er in
Verbindung und überlebte drei Suizidversuche. Seine Spuren führen,
ausgehend von der Münchner Bohème der Zeit der Klassischen Moderne,
nach Paris, Wien, Prag und Moskau und ebenso nach Jena, Bad Saarow
oder Bad Urach. Bechers Geschichte ist ein wilder Ritt durch die
erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, kompliziert, verworren und
verwoben mit der deutsch-deutsch-deutschen Geschichte. Davon wird
dieser Podcast erzählen und Fragen stellen, die heute relevanter
denn je erscheinen: Was verbindet Ost und West? Was bringt ein
politisches System zum Kippen und was kann man dafür oder dagegen
tun? Wie politisch soll die Kunst sein und verliert sie dadurch
automatisch an Qualität? Mit diesen und weiterführenden Fragen
befassen sich die Literaturwissenschaftler:innen Kristin Eichhorn
und Toni Bernhart von der Universität Stuttgart und nähern sich dem
umfangreichen und vielschichtigen literarischen Schaffen des
Schriftstellers Johannes R. Becher. Konzept, Redaktion, Regie,
Produktion und Stimmen: Kristin Eichhorn, Toni Bernhart Grafik: Lea
Mina Rossatti, unter Verwendung eines Fotos von Johannes R. Becher,
Moskau 1931, Quelle: Akademie der Künste, Berlin,
Johannes-R.-Becher-Archiv Musik: Hans C. Miersch (Intro und Outro),
Toni Bernhart (Seilbahnseilmusik als Hintergrund für Textzitate)
Mit Unterstützung der Hochschulkommunikation der Universität
Stuttgart und in Zusammenarbeit mit HORADS 88,6, dem Campusradio
für die Region Stuttgart und Ludwigsburg Die Entwicklung der
Seilbahnseilmusik wurde unterstützt durch einen Arbeitsaufenthalt
im Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste,
Berlin, und durch eine Beihilfe des Amtes für Kultur der Autonomen
Provinz Bozen/Südtirol
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