Clio auf die Ohren

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Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine (III): Geschichte und Kultur retten und bewahren
25.06.2026
1 Minute
Eine Folge über die Bedeutung von Kultur als Fundament von Identität und Zukunft: Was bleibt, wenn der Krieg nicht nur Städte und Menschenleben zerstört, sondern auch die kulturelle Identität eines Landes und seiner Bewohner bedroht? Unsere Folge „Geschichte und Kultur retten und bewahren“ widmet sich dem Erhalt ukrainischer Kultur im Kontext des russischen Angriffskrieges. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kultur geschützt werden kann, sowohl als gelebte Praxis im Alltag als auch in Form von Kunstwerken, Archiven und historischen Sammlungen. 


Victoria Jost, Leiterin der ukrainischen Samstagsschule in Mainz, nimmt die Hörer:innen mit in den Schulalltag und spricht darüber, wie die ukrainische Sprache, Traditionen und Bräuche an Kinder und Jugendliche weitergegeben werden und warum ihr Erhalt gerade in Zeiten von Krieg und Flucht essenziell ist. Daneben gibt Professor Matthias Müller, Mitbegründer des Ukraine Art Aid Center, Einblicke in internationale Rettungsmaßnahmen für bedrohte Kulturgüter in der Ukraine und erklärt, wie Kunstwerke evakuiert, gesichert und digital bewahrt werden. Ergänzt wird diese Perspektive durch Oleksandra Kovalchuk vom Odesa Fine Arts Museum, die von den Herausforderungen des Kulturschutzes direkt vor Ort in der Ukraine erzählt. 
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Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine (II): Geschichte und Kultur umdeuten und verfälschen
25.06.2026
1 Minute
2014 annektierte Russland die ukrainische Halbinsel Krim, acht Jahre später folgte die großangelegte Invasion in das ukrainische Staatsgebiet. Doch die Wurzeln des russisch-ukrainischen Konflikts reichen weit über diese Ereignisse hinaus. Wer die Hintergründe des Krieges verstehen will, muss einen Blick in die gemeinsame und zugleich umkämpfte Geschichte Russlands und der Ukraine werfen. Diese historische Dimension spielt auch für Wladimir Putin und seine Unterstützer:innen eine zentrale Rolle: Mit gezielten Geschichtsverzerrungen und Falschinformationen versuchen sie, russische Ansprüche auf die Ukraine zu legitimieren und politische Ziele zu rechtfertigen.


In diesem Podcast gehen wir der Frage nach, wie Diktaturen Geschichte als politische Waffe einsetzen. Wir beleuchten die Bedeutung von Geschichtsverfälschung für autoritäre Regime, diskutieren, inwieweit Russland als Diktatur bezeichnet werden kann, und zeigen am Beispiel der Krim, wie historische Narrative seit Jahrhunderten genutzt werden, um territoriale Ansprüche zu untermauern. Außerdem werfen wir einen Blick auf eine dritte Partei, die im Streit um die Halbinsel häufig übersehen wird. 


Als Expert:innen kommen der Politikwissenschaftler Dr. Félix Krawatzek vom Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien in Berlin [ZOIS] sowie die Historikerin Prof. Dr. Kerstin Jobst vom Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien zu Wort. (Bastian Bublitz, Maninder Clemens, Jakob Mares und Lilli Sigle)


Literaturtipps:


Aro, Jessikka: Desinformation als Waffe. Über einen Krieg, den Russland seit Jahren führt. In: APuZ 28/29 (2022), S. 42–46. Arte: Mit offenen Augen. Angriff auf eine Statue. In: YouTube. URL: https://www.youtube.com/watch?v=tjrqTO0wSY4. Arte: Mit offenen Augen. Der Kampf um die Geschichte. In: YouTube. URL: https://www.youtube.com/watch?v=3oHepBNSHQk. Belton, Catherine: Putins Netz. Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste. London 2020. Jobst, Kerstin: Geschichte der Krim. Iphigenie und Putin auf Tauris. Berlin/Boston 2020. Kappeler, Andreas: Kleine Geschichte der Ukraine. München 92024 (Beck Paperback 1059). Klimeniouk, Nikolai: Gibt es ein Russland ohne die Krim? Russische Narrative über die ukrainische Halbinsel. In: APuZ 74, 6/8 (2024), S. 17–23. LpB Baden-Württemberg: Chronologie des Ukraine-Konflikts. In: LpB Baden-Württemberg online. URL: https://www.lpb-bw.de/chronik-ukrainekonflikt. Nazrullaeva, Eugenia [u. a]: Indoktrination in Russland. Russland-Analysen Nr. 445. In: BpB online. URL: https://www.bpb.de/themen/europa/russland-analysen/nr-445/545143/analyse-indoktrination-in-russland/.

Sasse, Gwendolyn: Rekonstruktion einer Annexion. Fakten, Lücken und Mythen. In: APuZ 74, 6/8 (2024), S. 10–16. Schor-Tschudnowskaja, Anna: Verklärung der Geschichte als Zukunftsrezept. Wie Russland aus Geschichtsverklärung ein utopisches Potenzial zu schöpfen versucht. In: BpB online. URL: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/563310/verklae-rung-der-geschichte-als-zukunftsrezept/
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Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine (I): Geschichte und Kultur angreifen und zerstören
25.06.2026
1 Minute
Was bedeutet es, wenn im Krieg nicht nur Menschen und Infrastruktur, sondern auch Kultur angegriffen wird? Dieser Frage geht die erste Folge unserer Podcastreihe nach. Sie beschäftigt sich mit der gezielten Zerstörung ukrainischer Kulturstätten seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Jahr 2022. Ausgehend vom Beispiel des Theaters von Mariupol diskutieren wir die Bedeutung von Kultur für individuelle und kollektive Identität. Im Gespräch mit der Kulturanthropologin Dr. Alina Jašina-Schäfer wird erläutert, wie Kultur wissenschaftlich verstanden werden kann und welche Folgen Kulturzerstörung für Gesellschaften hat. Die Ukrainerin Daria schildert uns ihre persönlichen Erfahrungen mit Krieg, Identität und kultureller Zugehörigkeit. Abschließend ordnet der Osteuropahistoriker Prof. Dr. Jan Kusber die Angriffe historisch ein und zeigt, wie die Infragestellung ukrainischer Eigenständigkeit in längeren Traditionen russischer Herrschafts- und Geschichtspolitik verwurzelt ist.
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Osteuropäische Geschichte: Standortsuchen
05.06.2026
1 Minute
Trotz des 1998 von Jörg Baberowski ausgerufenen Endes der Osteuropäischen Geschichte ist die Disziplin höchst lebendig – und sehr produktiv. Aber: Nachdem sie das Ende des Kalten Krieges verarbeitet hat, stellen sich spätestens seit den Angriffen Russlands auf die Ukraine 2014 und 2022 neue Herausforderungen, und nicht alle davon sind direkt mit diesen Angriffen verbunden. Andere Herausforderungen werden in den Diskussionen seit 2022 besser sichtbar, haben aber eine Vorgeschichte. Grundsätzlich stehen Selbstreflexion und die Verständigung über diese Herausforderungen innerhalb der weiteren disziplinären Gemeinschaft einer Disziplin wie der Osteuropäischen Geschichte gut zu Gesicht – aber Sammelbände sind vielleicht nicht mehr der Ost, an dem diese Reflexion gut verhandelt werden kann. Wir haben uns deshalb für einen Podcast entschieden, in dem wir viele Stimmen hörbar machen. Unser Dank gilt den Beiträger:innen: Franziska Davies, Julia Herzberg, Jerzy Kochanowski, Jannis Panagiotidis, Hans-Christian Petersen, Ruprecht Polenz, Christine Roll, Maike Sach, Ingrid Schierle und Martina Winkler. 


Den Podcast widmen wir Jan Kusber, der die Osteuropäische Geschichte hier bei uns in Mainz seit 2003 in der Leitung des Arbeitsbereichs produktiv entwickelt.


Andreas Frings, Hans-Christian Maner
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Ostjüdische Einwanderung ins osmanische Palästina, Part 2: Jüdische Frauen und der Migrationsprozess
28.01.2026
1 Minute
Auch jüdische Frauen aus dem Russländischen Reich emigrierten mit ganz unterschiedlichen Erwartungen auf ein ,,besseres’’ Leben um 1900 ins osmanische Palästina, in die USA oder nach Argentinien. Ihre Wege führten sie nicht nur an neue Orte, sondern auch in neue Rollen und neue Identitäten. In diesem zweiten Podcast zur ostjüdischen Einwanderung ins osmanische Palästina gehen Aksanur Ulucay, Kim Marie Linsner, Sare-Nur Tasdemir und Paul Baselt ihrer Einwanderungsgeschichte nach. Gerade heute ist es wichtig, ihre Stimmen zu hören: Wie lebten sie im Russländischen Reich? Was wurde dort von ihnen erwartet? Wie gestaltete sich ihr Leben nach der Einwanderung in Palästina, was veränderte sich? Und: Welche Rolle spielten Prostitution und Menschenhandel auf ihrer Reise? Diese Fragen besprechen sie unter anderem mit Susanne Korbel und Gur Alroey.


 


Literaturtipps:


Alroey, Gur: Journey to Early-Twentieth-Century Palestine as a Jewish Immigrant Experience. In: Jewish Social Studies (2003), Vol. 2, Nr. 2, S. 28-64.  Alroey, Gur: Unpromising Land. Jewish Migration to Palestine in the Early Twentieth Century. Palo Alto 2014.  Alroey, Gur: Zionism without Zion? Territorialist Ideology and Ideology and the Zionist Movement, 1882-1956. In: Jewish Social Studies 18 (2001) 1, S.1-32. Alroey, Gur: “And I Remained Alone in a Vast Land”. Women in the Jewish Migration from Eastern Europe. In: Jewish Social Studies 12 (2006) 3, S. 39–72. Alroey, Gur: Sexual violence, rape, and pogroms, 1903–1920. In: Jewish Culture and History 18 (2017) 3, S. 313–330. Alroey, Gur: Bread to eat and clothes to wear. Letters from Jewish migrants in the early twentieth century. Detroit, Mich. 2011. Ascher, Abraham: Anti-Jewish Pogroms in the First Russian Revolution, 1905–1907. In: Yaakov Ro'i (Hg.): Jews and Jewish Life in Russia and the Soviet Union. Tel Aviv 1995, S. 127–145. Avrutin, Eugene M./ Bemporad, Elissa (Hg.): Pogroms. A documentary history. New York 2021. Brenner, Michael: Geschichte des Zionismus. 4., akt. Auflage. München 2016. Freeze, ChaeRan: Jewish marriage and divorce in imperial Russia. Hanover 2002. Hallmann, David: Ein Billet von Brody über Berlin nach New York. Organisierte Solidarität deutscher Juden für osteuropäische jüdische Transmigrant*innen 1881/82. Berlin 2023. Klier, D. John: Russians, Jews and the Pogroms of 1881–1882. New York 2011. Korbel, Susanne: Jews, Mobility, and Sex. Popular Entertainment between Budapest, Vienna, and New York around 1900. In: Austrian History Yearbk 51 (2020), S. 220–242.  Korbel, Susanne: Spaces of Gendered Jewish and Non-Jewish Encounters. Bed Lodgers, Domestic Workers, and Sex Workers in Vienna, 1900–1930. In: The Leo Baeck Institute Year Book 65 (2021) 1, S. 88–104.  Kusber, Jan: Zwischen Duldung und Ausgrenzung. Die Politik gegenüber den Juden im ausgehenden Zarenreich. In: A. Engel-Braunschmidt/ E. Hübner (Hg.): Jüdische Welten in Osteuropa. Frankfurt/Main u.a. 2005, S. 45-64. Nathans, Benjamin: The Jews. In: Dominic Lieven (Hg.): The Cambridge History of Russia. Volume 2: Imperial Russia, 1689–1917. Cambridge 2008, S. 184–201. Raider, Mark A./ Raider-Roth, Miriam B. (Hg.): The plough woman. Records of the pioneer women of Palestine: a critical edition. Hanover, NH 2002. Segev, Tom: One Palestine, complete. Jews and Arabs under the British mandate. London 2002. Shapira, Anita: Land and Power. The Zionist Resort to Force, 1881-1948. Stanford 1992. Shilo, Margalit: The Immigration Policy of the Zionist Institutions 1882-1914. In: Middle Eastern Studies 30 (1994) 3, S. 597-617. Shilo, Margalit: The Double or Multiple Image of the New Hebrew Woman. In: A Journal of Jewish Women’s Studies & Gender Issues (1998), Nr. 1, S. 73-94. Shilo, Margalit: The Transformation of the Role of Women in the First Aliyah, 1882-1903. In: Jewish Social Studies (1996), Vol. 2, Nr. 2, S. 64-86.
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Über diesen Podcast

„Clio auf die Ohren“ ist der Podcast des Historischen Seminars an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Wir arbeiten aus der geschichtswissenschaftlichen Forschung und Lehre heraus. Manchmal podcasten hier Lehrende, manchmal Studierende, immer aber sind es Menschen mit großer Neugier und einer Begeisterung für geschichtswissenschaftliche Erkenntnisreisen.  Manche Podcasts verstehen wir als eine Art Bohrung, um historische Tiefenschichten zu bergen, die im historischen Wissen unserer Gegenwart verschüttet worden sind. In anderen Podcasts begeben wir uns auf die Suche nach Antworten auf historische Fragen – und Ihr dürft neben uns herlaufen! Alle unsere Podcasts versuchen, die Grenzen des geschichtswissenschaftlich Diskutierbaren auszuloten: Wo sind diese Grenzen, wie erreichen wir sie?  Das gilt auch für die Themenwahl: Nur zu gerne loten wir Themen jenseits des Alltagskanons aus. Dabei leitet uns eine Frage: Was können wir im Gespräch oder in der Suchbewegung zu einem konkreten historischen Problem über die Welt zu dieser Zeit lernen, politisch, sozial, ökonomisch oder kulturell? Begleitet uns gerne bei unseren Bohrungen und Suchbewegungen! Kontakt: Dr. Andreas Frings, afrings@uni-mainz.de 
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Ostjüdische Einwanderung ins osmanische Palästina, Part 2: Jüdische Frauen und der Migrationsprozess
Ostjüdische Einwanderung ins osmanische Palästina, Part 2: Jüdische Frauen und der Migrationsprozess

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