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Kalkar lass uns reden - Politisches aus dem Städtchen und der Welt

Kalkar lass uns reden - Politisches aus dem Städtchen und der Welt

Elli van Gemmeren und Korkut Berdi 37 Episoden Neueste vor 5 Tagen
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Episoden

49 Minuten
In der 36. Folge ihres Podcasts widmen sich Korkut Berdi und Elli van Gemmeren gewohnt kritisch, zugespitzt und satirisch drängenden Fragen der deutschen Politik.

Die 36 Gerechten als Ausgangspunkt

Der Titel knüpft an die jüdische Überlieferung der „36 Gerechten“ an – Menschen, die unerkannt die Welt vor dem Untergang bewahren. Im Podcast dient diese Idee als humorvoller Übergang in die politische Gegenwart: Wer entscheidet eigentlich, was gerecht ist, und wer hält sich selbst fälschlicherweise dafür?

Jens Spahn und der Machterhalt

Am Beispiel von Jens Spahn diskutieren die Podcaster den Unterschied zwischen Parteiamt und Mandat. Wer ein Mandat besitzt, behält politischen Einfluss. Zudem hinterfragen sie innerparteiliche Delegiertenverfahren: Wer kandidieren will, muss oft nicht die Basis, sondern nur eine kleine Handvoll Schlüsselpersonen überzeugen, was die Unabhängigkeit solcher Entscheidungen relativiert.

Umgang mit der AfD und das Märchen vom Wolf

Mit Blick auf die Wahl in Sachsen-Anhalt kritisieren Korkut und Elli radikale Äußerungen aus dem AfD-Umfeld, etwa zum Einsatz von Rüstungsinstrumenten in der Migration. Das kalkulierte Biedermann-Auftreten vergleichen sie mit dem Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein: Äußerlich angepasst, im Kern gefährlich.

Verbotsdebatte und demokratische Resilienz

Einem reflexartigen Parteiverbot stehen die Podcaster skeptisch gegenüber. Kurz nach Wahlerfolgen wirke der Ruf danach wie das Agieren schlechter Verlierer. Ein gescheitertes Verfahren würde der Partei zudem nur in die Opferrolle verhelfen. Statt kurzfristiger Empörung verlangen sie von den etablierten Parteien mehr Vertrauen in bestehende Schutzmechanismen wie die Gewaltenteilung, die Justiz und die eigene inhaltliche Arbeit.

Kritik an der Ausrede des „Besser-Erklärens“

Abschließend erteilen beide der Floskel eine Absage, Politik müsse den Bürgern lediglich „besser erklärt“ werden. Die Bevölkerung verstehe die Lage sehr wohl und spüre die gestiegenen Lebenshaltungskosten direkt im Geldbeutel. Das Problem sei nicht mangelnde Erklärung, sondern die reale Politik.
39 Minuten
Eine Sommerpause, die keine war: In Folge 35 sprechen Elli van Gemmeren und Korkut Berdi über politische Themen, die sich trotz parlamentarischer Pause geradezu aufgedrängt haben.

Zum Auftakt geht es um Jens Spahn und die Debatte über Leihmutterschaft. Anlass ist seine Elternschaft durch eine Leihmutterschaft in den USA – und der politische Widerspruch zu früheren Positionen. Elli und Korkut diskutieren nicht den Kinderwunsch an sich, sondern die ethischen und sozialen Fragen: Darf alles genutzt werden, was technisch und finanziell möglich ist? Welche Rechte und Interessen haben Leihmütter und Kinder? Und entsteht durch Wohlstand ein Zugang zu Möglichkeiten, die anderen verschlossen bleiben? Auch Adoption und die Frage nach einem vermeintlichen Anspruch auf ein eigenes Kind kommen zur Sprache.

Danach wird es sicherheitspolitisch: Drohnen im Umfeld des Flugverkehrs zeigen, wie schnell vergleichsweise einfache Technik zur Gefahr werden kann. Die beiden sprechen über mögliche neue Formen von Bedrohung, digitale Radikalisierung und die Schwierigkeit, Verantwortliche hinter solchen Aktionen eindeutig zuzuordnen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der mediale Umgang mit der AfD. Am Beispiel der Berichterstattung über Ulrich Siegmund diskutieren Elli und Korkut, ob maximal zugespitzte Schlagzeilen politische Akteure tatsächlich schwächen – oder ihnen nicht vielmehr zusätzliche Reichweite, Aufmerksamkeit und eine kostenlose Wahlkampfbühne verschaffen.

Besonders nah am Alltag wird die Folge beim Thema Gesundheitsversorgung. Mehrere gleichzeitig geschlossene Praxen in Kalkar und im Kreis Kleve werfen die Frage auf, wie groß der Druck auf Ärztinnen, Ärzte und Praxisteams inzwischen ist. Bürokratie, Budgets, elektronische Patientenakte, gekürzte Vergütungen und knappe Zeit für Patientinnen und Patienten: Handelt es sich noch um Reformen – oder vor allem um Sparprogramme mit Folgen für die Versorgung? Die beiden sprechen über Wartezeiten, Selbstzahlerleistungen und die Gefahr eines wachsenden Unterschieds zwischen gesetzlich und privat Versicherten.

Zum Abschluss geht es um neue EU-Verpackungsvorgaben. Was für Verbraucher zunächst kaum sichtbar bleibt, könnte kleine Händler und Online-Shops erheblich belasten – insbesondere beim Versand ins europäische Ausland. Elli und Korkut fragen, ob gut gemeinte Regulierung in der Praxis vor allem große Unternehmen stärkt und kleinere Anbieter aus dem Markt drängt.

Eine Folge über Moral, Sicherheit, Medien, medizinische Versorgung und Bürokratie – und über die Erkenntnis, dass politische Sommerpause nicht automatisch bedeutet, dass es nichts zu besprechen gibt.
25 Minuten
735.000 Euro Fördergeld vom Land NRW für ein „Reallabor“ in Kalkar. Klingt erst einmal zukunftsorientiert: Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit, Startup-Scheune und Bürgerbeteiligung im Gewerbegebiet Kehrum. Doch Fördergeld ist kein „kostenloses Geld“ – es sind Steuereinnahmen von uns allen.

In Folge 34 des Podcasts „Kalkar, lass uns reden“ gehen Elli van Gemmeren und Korkut Berdi nach den Folgen 32 und 33 noch tiefer in die Recherche zum Förderprojekt „Kreiswert S“ und stellen die entscheidenden Fragen.

735.000 € für zweieinhalb Stellen: Was beinhaltet das Projekt „Kreiswert S“ zusammen mit der Hochschule Rhein-Waal und zwei privaten Unternehmen genau?

Ein „Reallabor“ in der Scheune: Warum wird ein Konzept, das es privatwirtschaftlich bereits gibt, mit öffentlichen Fördermitteln neu aufgebaut?

Firmengeflecht & Verflechtungen: Gibt es Überschneidungen bei den beteiligten Akteuren und wie steht es um potenzielle Interessenkonflikte?

Was passiert nach 33 Monaten? Steht Kalkar nach Ablauf der Förderfrist vor einer Dauerstelle im Haushalt?

Blick in den Stadtrat: Eine kritische Betrachtung der Ratssitzung vom 15. Juli – fehlende Nachfragen, 18 % Abwesenheit und eine zweieinhalbmonatige Sitzungspause.

In der Kommunalpolitik wird bei Förderprojekten oft argumentiert: „Es kostet die Stadt ja nichts.“ Elli und Korkut hinterfragen diese Haltung kritisch. Welchen echten Mehrwert hat Kalkar am Ende davon – und wo verlaufen die Grenzen zwischen sinnvoller Strukturförderung und Wirtschaftsförderung für Einzelne?

Jetzt reinhören, mitdenken und mitdiskutieren!

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️ Die Themen dieser Folge: Cui bono? – Wem nützt es wirklich?
27 Minuten
4,5 Millionen Euro Defizit statt der geplanten 8,5 Millionen – klingt zunächst nach einer guten Nachricht. Doch ein genauerer Blick auf den Haushalt der Stadt Kalkar wirft viele Fragen auf.

Nach der Sommerpause ist „Kalkar, lass uns reden“ zurück. Elli van Gemmeren und Korkut Berdi nehmen in Folge 33 den städtischen Haushalt unter die Lupe – und fragen, wie belastbar die Finanzplanung der Stadt tatsächlich ist.

Im Haushaltsplan 2025 war ein Defizit von rund 8,5 Millionen Euro vorgesehen. Tatsächlich stehen nun rund 4,5 Millionen Euro Minus zu Buche. Doch der vermeintlich positive Unterschied hat einen Haken: Ein wesentlicher Teil der geplanten Investitionen wurde nicht umgesetzt und damit lediglich verschoben.

Gleichzeitig wurden bei Grundstücksverkäufen deutlich geringere Einnahmen erzielt als geplant – tatsächlich waren es nur rund 190.000 Euro. Hinzu kommen ungeplante Mehrausgaben von rund 760.000 Euro. Die zentrale Frage lautet deshalb: Ist der Haushalt wirklich besser gelaufen – oder wurden Ausgaben nur verschoben?

Besonders kritisch betrachten Elli und Korkut die Entwicklung der liquiden Mittel. Diese sind nach den im Podcast besprochenen Zahlen innerhalb eines Jahres von knapp 6 Millionen auf etwa 2,2 Millionen Euro gesunken – trotz höherer Steuereinnahmen.

Auch die Personalkosten spielen eine große Rolle. Bei einem Haushaltsvolumen von rund 35 Millionen Euro entfallen mehr als 8 Millionen Euro auf unmittelbare Personalkosten. Zusammen mit Rückstellungen und weiteren personalbezogenen Verpflichtungen kommen die beiden auf eine Größenordnung von rund 20 Millionen Euro.

Weitere Themen der Folge:

Grundsteuer: Warum höhere Einnahmen nicht automatisch die Finanzprobleme lösen und sogar zu einem neuen Kreislauf führen können.

Bauhof: Mehrere Millionen Euro Investitionen – aber welchen konkreten Mehrwert haben die Bürgerinnen und Bürger davon?

Zuckerfabrik: Welche Bedeutung hat die strategische Entwicklung von Pfeifer & Langen für einen wichtigen Gewerbesteuerzahler in Kalkar und für den Standort Appeldorn?

44.000 Euro für eine Mikrofonanlage: Auch kleinere Ausgaben der Stadt werden kritisch hinterfragt.

Mehr als 9.000 Euro für eine Webseite: Brauchen wir das wirklich – und ist es den Preis wert?

KI und Haushalt: Wie können Ratsmitglieder heute mehrere hundert Seiten Haushaltsunterlagen schnell analysieren und auffällige Punkte erkennen?

Am Ende steht eine einfache Botschaft: Kommunalpolitik beginnt nicht erst bei der Frage, welche Farbe ein Pflasterstein haben soll. Sie beginnt dort, wo über das Geld der Bürgerinnen und Bürger entschieden wird.

Wie immer: pointiert, kritisch und mit dem Anspruch, kommunale Politik verständlich zu machen.
1 Stunde 15 Minuten
In Folge 32 ihres Podcasts sprechen Korkut Berdi und Elli van Gemmeren über Themen, die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar betreffen: kommunale Entscheidungen in Kalkar, Bürokratie, Bundespolitik und die Frage, ob politische Maßnahmen im Alltag tatsächlich einen Mehrwert schaffen. Wie gewohnt diskutieren sie kritisch, pointiert und anhand konkreter Beispiele.

Lob und Kritik aus Kalkar

Positiv bewerten die beiden die gelockerte Gestaltungssatzung für Solaranlagen. Für viele Hausbesitzer sind Photovoltaikanlagen nun leichter umsetzbar, während der historische Marktplatz weiterhin geschützt bleibt. Auch die neue Lösung für den Ententeich überzeugt sie: Statt einer teuren Ausbaggerung soll eine bessere Sauerstoffversorgung die Wasserqualität verbessern.

Kritisch sehen sie dagegen zusätzliche Planungskosten von 70.000 Euro. Aus ihrer Sicht steigen Projekte häufig im Laufe der Planung deutlich im Preis, ohne dass bereits greifbare Ergebnisse vorliegen.

Bürokratie statt Nutzen?

Ein weiterer Schwerpunkt ist eine geplante Stelle im Bereich Kreislaufwirtschaft. Die Bezeichnung des Projekts wirkt aus Sicht der beiden unnötig kompliziert, während der praktische Nutzen unklar bleibt. Sie kritisieren, dass Verwaltungen immer neue Stellen und Begriffe schaffen, obwohl bestehende Strukturen viele Aufgaben bereits erfüllen. Gerade vor dem Hintergrund politischer Forderungen nach Bürokratieabbau erscheint ihnen dieser Kurs widersprüchlich.

Symbolpolitik oder echte Lösungen?

Auch neue Hundeschilder mit Hinweisen und Bußgeldandrohungen halten sie für wenig wirksam. Statt weiterer Verbote wünschen sie sich pragmatische Lösungen wie ausreichend Beutelspender, gepflegte Anlagen und mehr Eigenverantwortung. Kommunalpolitik sollte Probleme lösen und nicht nur Handlungsbereitschaft demonstrieren.

Reformen und Bürokratie

Im zweiten Teil geht es um die Politik der Bundesregierung. Obwohl Entlastung und Bürokratieabbau angekündigt werden, erleben Unternehmen und Bürger nach Ansicht der beiden häufig das Gegenteil. Wechselnde Regelungen bei Steuern, Energie und Förderprogrammen erschweren langfristige Planungen.

Auch beim Bürokratieabbau sehen sie großen Nachholbedarf. Digitalisierung allein reiche nicht aus, wenn gleichzeitig immer neue Nachweis- und Dokumentationspflichten entstehen. Am Beispiel der Zahnmedizin zeigen sie, wie Dokumentation sinnvoll auf das Wesentliche reduziert werden könnte.

Fachkräfte und Demokratie

Beim Thema Fachkräftemangel plädieren sie dafür, stärker in Ausbildung und Qualifikation zu investieren, statt Probleme allein durch Zuwanderung lösen zu wollen.

Zum Abschluss wird die Diskussion grundsätzlicher. Trotz deutlicher Kritik an Regierung und Verwaltung betonen beide die Bedeutung von Demokratie und Rechtsstaat. Politische Auseinandersetzung müsse sachlich bleiben und dürfe nicht in autoritäres Denken oder Gewalt abgleiten.

Fazit

Die Folge macht deutlich, wie eng Kommunal- und Bundespolitik miteinander verbunden sind. Ob Planungskosten, Bürokratie oder politische Reformen – entscheidend ist aus Sicht der Gastgeber, dass politische Entscheidungen verständlich, transparent und vor allem im Alltag der Menschen spürbar werden.
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Über diesen Podcast

Dieser Podcast eignet sich besonders für alle, die verstehen möchten, wie Kommunalpolitik funktioniert und warum scheinbar einfache Entscheidungen in der Praxis oft komplex und bürokratisch sind. Die Gastgeber Elli van Gemmeren und Korkut Berdi aus Kalkar bieten dabei einen authentischen und unverfälschten Einblick in die Herausforderungen der lokalen Politik und freuen sich auf die Interaktion mit ihren Zuhörern.
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„Kalkar lass uns reden - Politisches aus dem Städtchen und der Welt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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