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Episoden
16.07.2026
27 Minuten
Willkommen im Systemischen Kinderschutz Podcast und zur letzten Folge vor der Sommerpause! In dieser Impulsfolge möchte ich einige Gedanken zu einem Thema teilen, das uns alle betrifft: die Herausforderungen und Belastungen im Bereich des Kinderschutzes. Ich bin Anja Thürnau, deine Gastgeberin, und ich lade dich ein, mit mir über Angst und Trauer im System und wie wir mit Belastungen im Kinderschutz umgehen, zu reflektieren.
Über Angst und Trauer sprechen
Angst und Trauer sind emotionale Reaktionen, die wir oft im Zusammenhang mit tragischen Ereignissen erleben. Der Tod einer Fachkraft, die ich dieses Jahr kennengelernt habe, hat mich persönlich sehr bewegt und zeigt, wie wichtig es ist, solche Gefühle ernst zu nehmen. In diesem Beitrag werde ich darüber sprechen, wie wir diese Emotionen in unserem Arbeitsumfeld erkennen, würdigen und verarbeiten können.
Der Einfluss von Belastungen auf unser System
Renate Jegodtka beschreibt in ihrem Buch die sekundäre Traumatisierung von Helfern, die mit den Folgen von Gewalt konfrontiert sind. Diese Erfahrungen können nicht nur individuelle, sondern auch kollektive Auswirkungen auf Kolleg:innen, unsere Teams und Institutionen haben. Hier gilt es, ein Bewusstsein für unsere Emotionen zu schaffen und aktiv dagegen zu steuern.
Die Bedeutung der Selbststeuerung
In Krisenzeiten wirkt unser Umgang mit Angst und Trauer entscheidend. Der Neurowissenschaftler Joachim Bauer spricht in seinem Buch über die Potenziale der Selbststeuerung. Indem wir lernen, unsere Emotionen zu steuern, können wir unsere Widerstandskraft steigern und gestärkt aus schwierigen Situationen hervorgehen. Ich werde einige Strategien vorstellen, die uns helfen können, in Zeiten der Belastung zu bestehen.
Praktische Ansätze zur Emotionsregulation
Ich möchte dir eine kleine Emotionsregulationstankstelle anbieten. Dabei lade ich dich ein, deine innere Belastungstemperatur zu messen. Stell dir vor, ein Thermometer zeigt dir an, wie stark du belastet bist. Verschiedene Farben repräsentieren unterschiedliche Stresslevel. Diese Visualisierung kann dir helfen, einen klaren Überblick über deine Emotionen zu bekommen und dich selbst besser zu regulieren.
Fazit: Stark aus der Krise hervorgehen
Indem wir Gefühle wie Angst und Trauer anerkennen und lernen, mit ihnen umzugehen, können wir nicht nur unsere eigene Widerstandskraft stärken, sondern auch die unserer Kollegen. Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und Raum für diese Emotionen schaffen. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, in schwierigen Zeiten nicht nur zu überleben, sondern daran zu wachsen.
️ Impulstankstelle
Angst und Trauer sind normale Reaktionen auf belastende Ereignisse und sollten ernst genommen werden.
Selbststeuerung ist eine Schlüsselkompetenz, um in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben.
Das Messen der eigenen Belastung kann helfen, sich selbst besser zu regulieren und Unterstützung zu suchen.
Supervision hilft, die emotionale Belastung zu reflektieren und bietet Unterstützung in Krisensituationen.
Hier findest du mich und meine Angebot:
Wenn du dich systemisch fort- und weiterbilden möchtest schau gern einmal hier auf meine Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk
Suchst du systemische Supervision, Coaching oder Fachberatung für dein Praxisfeld im Kinderschutz, findest du mein Angebot hier: https://www.anjathuernau.de/angebot
Wenn du Supervision und Psychohygiene für dich nutzen möchtest und das noch an einem wunderschönen Ort, dann schau dir mal mein SYKK-Retreat an: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Retreat
und direkt zur Anmeldung: https://cdn.prod.website-files.com/64d0bc92384954c43b3e84c0/6a108ef603c6acf097062ec0_SYKK-Retreat-Anmeldung-2027.pdf
Über Angst und Trauer sprechen
Angst und Trauer sind emotionale Reaktionen, die wir oft im Zusammenhang mit tragischen Ereignissen erleben. Der Tod einer Fachkraft, die ich dieses Jahr kennengelernt habe, hat mich persönlich sehr bewegt und zeigt, wie wichtig es ist, solche Gefühle ernst zu nehmen. In diesem Beitrag werde ich darüber sprechen, wie wir diese Emotionen in unserem Arbeitsumfeld erkennen, würdigen und verarbeiten können.
Der Einfluss von Belastungen auf unser System
Renate Jegodtka beschreibt in ihrem Buch die sekundäre Traumatisierung von Helfern, die mit den Folgen von Gewalt konfrontiert sind. Diese Erfahrungen können nicht nur individuelle, sondern auch kollektive Auswirkungen auf Kolleg:innen, unsere Teams und Institutionen haben. Hier gilt es, ein Bewusstsein für unsere Emotionen zu schaffen und aktiv dagegen zu steuern.
Die Bedeutung der Selbststeuerung
In Krisenzeiten wirkt unser Umgang mit Angst und Trauer entscheidend. Der Neurowissenschaftler Joachim Bauer spricht in seinem Buch über die Potenziale der Selbststeuerung. Indem wir lernen, unsere Emotionen zu steuern, können wir unsere Widerstandskraft steigern und gestärkt aus schwierigen Situationen hervorgehen. Ich werde einige Strategien vorstellen, die uns helfen können, in Zeiten der Belastung zu bestehen.
Praktische Ansätze zur Emotionsregulation
Ich möchte dir eine kleine Emotionsregulationstankstelle anbieten. Dabei lade ich dich ein, deine innere Belastungstemperatur zu messen. Stell dir vor, ein Thermometer zeigt dir an, wie stark du belastet bist. Verschiedene Farben repräsentieren unterschiedliche Stresslevel. Diese Visualisierung kann dir helfen, einen klaren Überblick über deine Emotionen zu bekommen und dich selbst besser zu regulieren.
Fazit: Stark aus der Krise hervorgehen
Indem wir Gefühle wie Angst und Trauer anerkennen und lernen, mit ihnen umzugehen, können wir nicht nur unsere eigene Widerstandskraft stärken, sondern auch die unserer Kollegen. Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und Raum für diese Emotionen schaffen. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, in schwierigen Zeiten nicht nur zu überleben, sondern daran zu wachsen.
️ Impulstankstelle
Angst und Trauer sind normale Reaktionen auf belastende Ereignisse und sollten ernst genommen werden.
Selbststeuerung ist eine Schlüsselkompetenz, um in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben.
Das Messen der eigenen Belastung kann helfen, sich selbst besser zu regulieren und Unterstützung zu suchen.
Supervision hilft, die emotionale Belastung zu reflektieren und bietet Unterstützung in Krisensituationen.
Hier findest du mich und meine Angebot:
Wenn du dich systemisch fort- und weiterbilden möchtest schau gern einmal hier auf meine Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk
Suchst du systemische Supervision, Coaching oder Fachberatung für dein Praxisfeld im Kinderschutz, findest du mein Angebot hier: https://www.anjathuernau.de/angebot
Wenn du Supervision und Psychohygiene für dich nutzen möchtest und das noch an einem wunderschönen Ort, dann schau dir mal mein SYKK-Retreat an: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Retreat
und direkt zur Anmeldung: https://cdn.prod.website-files.com/64d0bc92384954c43b3e84c0/6a108ef603c6acf097062ec0_SYKK-Retreat-Anmeldung-2027.pdf
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09.07.2026
1 Stunde 38 Minuten
In dieser Themenfolge spreche ich mit Michael Krause. Er ist langjährig tätiger Praktiker und Experte der Kinder- und Jugendhilfe, speziell der Hilfen zur Erziehung, sowie Geschäftsführer des freien Jugendhilfeträgers JUHIBO (Jugendhilfe Bockenem). Zusätzlich engagiert er sich seit Mai 2026 fachpolitisch als Vorstandsmitglied bei der EREV (Evangelischer Erziehungsverband).
Wir Fachkräfte wissen, dass im Kontext Kinderschutz Krisen völlig unerwartet auftreten können, die Beteiligten mit Angst und Schrecken konfrontieren und mit dem Wunsch nach wirksamen Lösungen zurücklassen. Ich spreche mit Michael über seine Erfahrungen bei der Bewältigung von Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe – insbesondere vor dem Hintergrund jüngster tragischer Ereignisse in Stade.
Bei diesem Attentat in Stade wurden sechs Sozialarbeiter:innen im Rahmen eines (Hilfeplan-)Gesprächs in einer Mutter-Kind-Einrichtung erschossen. Wir haben über die »Schockwellen« gesprochen, die diese Tragödie in der Fachwelt und darüber hinaus ausgelöst hat. Und darüber, was dieser Fall möglicherweise verändern wird. Denn wir sind uns einig: Die Fachkräfte, die Kinder schützen, müssen innerhalb ihrer Tätigkeit geschützt werden. Aber gibt es den hundertprozentigen Schutz überhaupt und wenn, wie kann er aussehen?
Michael hat ein sehr passendes Eingangszitat mitgebracht, das von Marie Curie stammt. Es lautet: »Man braucht im Leben nichts zu fürchten, man muss es nur verstehen. Jetzt ist es an der Zeit, mehr zu verstehen, damit wir weniger fürchten.«
Um den steigenden Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe bei gleichzeitigen Sparzwängen wirksam zu begegnen, unterstreicht Michael, dass Organisationen bereit sein müssen, traditionelle Ansätze zu überdenken und innovative Lösungen zu nutzen, die den spezifischen Herausforderungen der heutigen Gesellschaft gerecht werden. Dies kann bedeuten, bestehende Strukturen zu hinterfragen und sich für neue Methoden zu öffnen, bei denen das Wohl der Kinder im Mittelpunkt steht.
Hier findest du den Link zur freien Jugendhilfeeinrichtung JUHIBO (Jugendhilfe Bockenem) sowie zum Erziehungsverband EREV.
Wenn du dich im Rahmen der SYKK-Fachkraft-Zertifikatskurse im Kinderschutz professionalisieren und qualifizieren lassen möchtest, findest du alle Infos dazu hier: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Weiterbildung
Suchst du systemische Supervision, Coaching oder Fachberatung für dein Praxisfeld im Kinderschutz, findest du mein Angebot hier: https://www.anjathuernau.de/angebot
Wir Fachkräfte wissen, dass im Kontext Kinderschutz Krisen völlig unerwartet auftreten können, die Beteiligten mit Angst und Schrecken konfrontieren und mit dem Wunsch nach wirksamen Lösungen zurücklassen. Ich spreche mit Michael über seine Erfahrungen bei der Bewältigung von Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe – insbesondere vor dem Hintergrund jüngster tragischer Ereignisse in Stade.
Bei diesem Attentat in Stade wurden sechs Sozialarbeiter:innen im Rahmen eines (Hilfeplan-)Gesprächs in einer Mutter-Kind-Einrichtung erschossen. Wir haben über die »Schockwellen« gesprochen, die diese Tragödie in der Fachwelt und darüber hinaus ausgelöst hat. Und darüber, was dieser Fall möglicherweise verändern wird. Denn wir sind uns einig: Die Fachkräfte, die Kinder schützen, müssen innerhalb ihrer Tätigkeit geschützt werden. Aber gibt es den hundertprozentigen Schutz überhaupt und wenn, wie kann er aussehen?
Michael hat ein sehr passendes Eingangszitat mitgebracht, das von Marie Curie stammt. Es lautet: »Man braucht im Leben nichts zu fürchten, man muss es nur verstehen. Jetzt ist es an der Zeit, mehr zu verstehen, damit wir weniger fürchten.«
Um den steigenden Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe bei gleichzeitigen Sparzwängen wirksam zu begegnen, unterstreicht Michael, dass Organisationen bereit sein müssen, traditionelle Ansätze zu überdenken und innovative Lösungen zu nutzen, die den spezifischen Herausforderungen der heutigen Gesellschaft gerecht werden. Dies kann bedeuten, bestehende Strukturen zu hinterfragen und sich für neue Methoden zu öffnen, bei denen das Wohl der Kinder im Mittelpunkt steht.
Hier findest du den Link zur freien Jugendhilfeeinrichtung JUHIBO (Jugendhilfe Bockenem) sowie zum Erziehungsverband EREV.
Wenn du dich im Rahmen der SYKK-Fachkraft-Zertifikatskurse im Kinderschutz professionalisieren und qualifizieren lassen möchtest, findest du alle Infos dazu hier: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Weiterbildung
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02.07.2026
27 Minuten
Diese Impulsfolge widmet sich einem Thema, das viele Eltern und Fachkräfte beschäftigt: ADHS im System. Oft wird ADHS als eine Störung betrachtet, doch könnte es auch als eine Kompetenz gesehen werden? In dieser Folge biete ich einige systemische Anregungen und Reflexionen zu ADHS an, um ein besseres Verständnis für die Herausforderungen zu ermöglichen, mit denen betroffene Kinder und Erwachsene konfrontiert sind.
Warum ADHS oft missverstanden wird
Viele Menschen glauben, dass Kinder mit ADHS einfach nicht wollen. Doch die Realität ist komplexer. Ein Zitat aus der ADHS Spektrum Community von Martin Winkler verdeutlicht dies: »Mein Kind will nicht, einfach nicht. Es kann gerade nicht müssen..« Dieser Satz hilft, den Fokus von einer Schuldzuweisung an das Kind und die Eltern hinzulenken und zu einem Verständnis für die neuroaffektiven Herausforderungen des Kindes.
Das Nervensystem im Alarmmodus
Kinder mit ADHS, Autismus oder dem PDA-Profil (Pathological Demand Avoidance) erleben alltägliche Anforderungen oft als Bedrohung. Diese Wahrnehmung kann zu angstgetriebenem Verhalten führen, das von außen wie Trotz aussieht, jedoch innerlich als Kontrollverlust wahrgenommen wird. Es ist wichtig, zu verstehen, dass diese Kinder nicht aus Faulheit oder bösem Willen nicht teilnehmen – sie sind schlichtweg überfordert.
Die Rolle des Systems im Kinderschutz
Die Frage, die sich stellt, ist nicht, wie wir das Kind zum »Funktionieren« bringen, sondern wie wir Sicherheit und Vorhersagbarkeit schaffen können. Der Fokus sollte auf Beziehungen und dem Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder liegen. Wenn wir als Fachkräfte im Kinderschutz diese Prinzipien integrieren, können wir die Zusammenarbeit mit betroffenen Familien erheblich verbessern.
Reflexionstankstelle für Fachkräfte
In dieser Folge möchte ich den hörenden Fachkräften einige Fragen mit auf den Weg geben, die helfen können, die eigene Sichtweise auf das Thema »ADHS im System?!« zu reflektieren.
ADHS ist weit mehr als nur eine Diagnose; es ist ein komplexes Zusammenspiel von Herausforderungen und Stärken. Die systemische Perspektive kann uns helfen, die Bedürfnisse von betroffenen Kindern und ihren Familien besser zu verstehen und die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen.
Folgende Links und Titel wurden genannt:
Zitierter Beitrag aus der ADHS-Spektrum-Community von Martin Winkler: https://www.instagram.com/p/DYz3z4NDSmz/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
AD(H)S in der zweiten Lebenshälfte – Strategien für einen dauerhaft erfolgreichen Umgang mit einer besonderen Art zu sein: https://www.penguin.de/content/edition/excerpts_extended/Leseprobe_978-3-466-34858-9.pdf
Lotta Borg Skoglund (Mädchen und Frauen mit ADHS) aus 2025: https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9783432119557/Skoglund-Lotta-Borg/M%E4dchen-und-Frauen-mit-ADHS?wt_mc=p.sea.ecom_campaign.google.pmax_shopping_buecher.&gad_source=1&gad_campaignid=18908265277&gbraid=0AAAAADOxNKBn1FQhkx5ow81nx9j0DRtDx&gclid=CjwKCAjw8uTQBhAdEiwAVvtJyvzmX4aZrnu_Ouk2MnwJaNRydcSIXQsrnk50eLSbmHUwzn2za-ha7xoC2JUQAvD_BwE
Astrid Neuy-Lobkowicz (Weibliche AD(H)S) aus 2024: https://praxis-neuy.de/publikationen/
Der Unterstützungs-Kompass: https://understanding-me-guide.lovable.app/
ADS Fragelisten von Astrid Neuy-Lobkowicz: https://praxis-neuy.de/wp-content/uploads/2017/12/ads_fragebogen_erwachsene.pdf
Und last but not least:
Links zum SYKK-Retreat: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Retreat
und direkt zur Anmeldung: https://cdn.prod.website-files.com/64d0bc92384954c43b3e84c0/6a108ef603c6acf097062ec0_SYKK-Retreat-Anmeldung-2027.pdf
Wenn du dich systemisch fort- und weiterbilden möchtest schau gern einmal hier auf meine Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk
Suchst du systemische Supervision, Coaching oder Fachberatung für dein Praxisfeld im Kinderschutz, findest du mein Angebot hier: https://www.anjathuernau.de/angebot
Warum ADHS oft missverstanden wird
Viele Menschen glauben, dass Kinder mit ADHS einfach nicht wollen. Doch die Realität ist komplexer. Ein Zitat aus der ADHS Spektrum Community von Martin Winkler verdeutlicht dies: »Mein Kind will nicht, einfach nicht. Es kann gerade nicht müssen..« Dieser Satz hilft, den Fokus von einer Schuldzuweisung an das Kind und die Eltern hinzulenken und zu einem Verständnis für die neuroaffektiven Herausforderungen des Kindes.
Das Nervensystem im Alarmmodus
Kinder mit ADHS, Autismus oder dem PDA-Profil (Pathological Demand Avoidance) erleben alltägliche Anforderungen oft als Bedrohung. Diese Wahrnehmung kann zu angstgetriebenem Verhalten führen, das von außen wie Trotz aussieht, jedoch innerlich als Kontrollverlust wahrgenommen wird. Es ist wichtig, zu verstehen, dass diese Kinder nicht aus Faulheit oder bösem Willen nicht teilnehmen – sie sind schlichtweg überfordert.
Die Rolle des Systems im Kinderschutz
Die Frage, die sich stellt, ist nicht, wie wir das Kind zum »Funktionieren« bringen, sondern wie wir Sicherheit und Vorhersagbarkeit schaffen können. Der Fokus sollte auf Beziehungen und dem Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder liegen. Wenn wir als Fachkräfte im Kinderschutz diese Prinzipien integrieren, können wir die Zusammenarbeit mit betroffenen Familien erheblich verbessern.
Reflexionstankstelle für Fachkräfte
In dieser Folge möchte ich den hörenden Fachkräften einige Fragen mit auf den Weg geben, die helfen können, die eigene Sichtweise auf das Thema »ADHS im System?!« zu reflektieren.
ADHS ist weit mehr als nur eine Diagnose; es ist ein komplexes Zusammenspiel von Herausforderungen und Stärken. Die systemische Perspektive kann uns helfen, die Bedürfnisse von betroffenen Kindern und ihren Familien besser zu verstehen und die Unterstützung zu bieten, die sie benötigen.
Folgende Links und Titel wurden genannt:
Zitierter Beitrag aus der ADHS-Spektrum-Community von Martin Winkler: https://www.instagram.com/p/DYz3z4NDSmz/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
AD(H)S in der zweiten Lebenshälfte – Strategien für einen dauerhaft erfolgreichen Umgang mit einer besonderen Art zu sein: https://www.penguin.de/content/edition/excerpts_extended/Leseprobe_978-3-466-34858-9.pdf
Lotta Borg Skoglund (Mädchen und Frauen mit ADHS) aus 2025: https://www.kulturkaufhaus.de/de/detail/ISBN-9783432119557/Skoglund-Lotta-Borg/M%E4dchen-und-Frauen-mit-ADHS?wt_mc=p.sea.ecom_campaign.google.pmax_shopping_buecher.&gad_source=1&gad_campaignid=18908265277&gbraid=0AAAAADOxNKBn1FQhkx5ow81nx9j0DRtDx&gclid=CjwKCAjw8uTQBhAdEiwAVvtJyvzmX4aZrnu_Ouk2MnwJaNRydcSIXQsrnk50eLSbmHUwzn2za-ha7xoC2JUQAvD_BwE
Astrid Neuy-Lobkowicz (Weibliche AD(H)S) aus 2024: https://praxis-neuy.de/publikationen/
Der Unterstützungs-Kompass: https://understanding-me-guide.lovable.app/
ADS Fragelisten von Astrid Neuy-Lobkowicz: https://praxis-neuy.de/wp-content/uploads/2017/12/ads_fragebogen_erwachsene.pdf
Und last but not least:
Links zum SYKK-Retreat: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Retreat
und direkt zur Anmeldung: https://cdn.prod.website-files.com/64d0bc92384954c43b3e84c0/6a108ef603c6acf097062ec0_SYKK-Retreat-Anmeldung-2027.pdf
Wenn du dich systemisch fort- und weiterbilden möchtest schau gern einmal hier auf meine Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk
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25.06.2026
1 Stunde 38 Minuten
In dieser Dialogfolge spreche ich mit Dr. Martin Winkler. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt ADHS im Erwachsenenalter. Martin gewährt wertvolle Einblicke in das Thema ADHS, dabei betont er insbesondere neuroentwicklungsbedingte Aspekte sowie die Bedeutung eines »psycho-logischen« Verständnisses für die emotionale Regulation – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Hier einige Inhalte:
Die Realität von ADHS: Jenseits der Etiketten
ADHS wird häufig fälschlicherweise lediglich als Verhaltensstörung missverstanden. Martin Winkler stellt diese Sichtweise infrage und ordnet ADHS stattdessen als eine Besonderheit der Neuroentwicklung ein – und nicht als einen Defekt. Er erläutert, dass Menschen mit ADHS oftmals intensivere emotionale Reaktionen erleben und Schwierigkeiten bei der Selbstregulation haben, was in verschiedenen Lebensbereichen zu Herausforderungen führen kann.
Emotionale Intensität und Regulation
Martin betont, dass Menschen mit ADHS Emotionen bis zu 70-mal intensiver erleben können als ihre neurotypischen Altersgenossen. Diese emotionale Intensität kann zu überwältigenden Gefühlen von Scham und Angst führen – insbesondere in Umgebungen, denen es an Verständnis und Unterstützung mangelt.
Schlaf als Grundlage für die Gesundheit
„Die ADHS-Therapie beginnt für mich beim Schlaf“, erklärt Dr. Winkler und hebt hervor, dass Kinder ohne ausreichende Erholung möglicherweise nicht in der Lage sind, ihre Erlebnisse zu verarbeiten oder ihre Emotionen effektiv zu regulieren.
Missverständnisse im Kinderschutz
Natürlich geht es in unserem Dialog um den Kontext »Kinderschutz & ADHS«: Martin Winkler weist darauf hin, dass viele Kinder mit ADHS häufig missverstanden werden. Kinderschutz beginnt bereits dort, wo ein Kind missverstanden wird, sagt er. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, dass Fachkräfte die spezifischen Herausforderungen erkennen, denen sich neurodivergente Kinder gegenübersehen, und ihnen angemessene Unterstützung bieten – anstatt auf strafende Maßnahmen zurückzugreifen.
Hier einige O-Töne aus der Dialogfolge:
– »Erwachsenenschutz ist Kinderschutz«
– »Kinderschutz beginnt nicht erst, wenn ein Kind körperlich verletzt wurde. Kinderschutz beginnt dort, wo ein Kind dauerhaft nicht versanden wird.«
– »ADHS ist nicht zu wenig Wille oder zu wenig Anstrengung, es ist oft zu viel Alarm bei zu wenig innerer Sortierkapazität.«
Martins Angebote für neurodivergente Erwachsene:
ADHSSpektrum-Community: Austausch, Coaching & Wissen zu ADHS
Zur Skool-Community: https://www.skool.com/adhsspektrum-adhs-community-9978
ADHS-Newsletter abonnieren: https://steadyhq.com/de/adhsspektrum
Fragebogen zu struktureller Gewalt https://inner-balance-scanner.lovable.app
Emoflex-Community: Selbsthilfe bei Stress, Blockaden & Trauma
Zur Community: https://www.skool.com/emoflex-4802
Emoflex-Newsletter abonnieren: https://steadyhq.com/de/emoflex-synchronisation-der-regulationsdynamik/about
Wenn du dich systemisch fort- und weiterbilden möchtest schau gern einmal hier auf meine Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk
Suchst du systemische Supervision, Coaching oder Fachberatung für dein Praxisfeld im Kinderschutz, findest du mein Angebot hier: https://www.anjathuernau.de/angebot
Die Realität von ADHS: Jenseits der Etiketten
ADHS wird häufig fälschlicherweise lediglich als Verhaltensstörung missverstanden. Martin Winkler stellt diese Sichtweise infrage und ordnet ADHS stattdessen als eine Besonderheit der Neuroentwicklung ein – und nicht als einen Defekt. Er erläutert, dass Menschen mit ADHS oftmals intensivere emotionale Reaktionen erleben und Schwierigkeiten bei der Selbstregulation haben, was in verschiedenen Lebensbereichen zu Herausforderungen führen kann.
Emotionale Intensität und Regulation
Martin betont, dass Menschen mit ADHS Emotionen bis zu 70-mal intensiver erleben können als ihre neurotypischen Altersgenossen. Diese emotionale Intensität kann zu überwältigenden Gefühlen von Scham und Angst führen – insbesondere in Umgebungen, denen es an Verständnis und Unterstützung mangelt.
Schlaf als Grundlage für die Gesundheit
„Die ADHS-Therapie beginnt für mich beim Schlaf“, erklärt Dr. Winkler und hebt hervor, dass Kinder ohne ausreichende Erholung möglicherweise nicht in der Lage sind, ihre Erlebnisse zu verarbeiten oder ihre Emotionen effektiv zu regulieren.
Missverständnisse im Kinderschutz
Natürlich geht es in unserem Dialog um den Kontext »Kinderschutz & ADHS«: Martin Winkler weist darauf hin, dass viele Kinder mit ADHS häufig missverstanden werden. Kinderschutz beginnt bereits dort, wo ein Kind missverstanden wird, sagt er. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, dass Fachkräfte die spezifischen Herausforderungen erkennen, denen sich neurodivergente Kinder gegenübersehen, und ihnen angemessene Unterstützung bieten – anstatt auf strafende Maßnahmen zurückzugreifen.
Hier einige O-Töne aus der Dialogfolge:
– »Erwachsenenschutz ist Kinderschutz«
– »Kinderschutz beginnt nicht erst, wenn ein Kind körperlich verletzt wurde. Kinderschutz beginnt dort, wo ein Kind dauerhaft nicht versanden wird.«
– »ADHS ist nicht zu wenig Wille oder zu wenig Anstrengung, es ist oft zu viel Alarm bei zu wenig innerer Sortierkapazität.«
Martins Angebote für neurodivergente Erwachsene:
ADHSSpektrum-Community: Austausch, Coaching & Wissen zu ADHS
Zur Skool-Community: https://www.skool.com/adhsspektrum-adhs-community-9978
ADHS-Newsletter abonnieren: https://steadyhq.com/de/adhsspektrum
Fragebogen zu struktureller Gewalt https://inner-balance-scanner.lovable.app
Emoflex-Community: Selbsthilfe bei Stress, Blockaden & Trauma
Zur Community: https://www.skool.com/emoflex-4802
Emoflex-Newsletter abonnieren: https://steadyhq.com/de/emoflex-synchronisation-der-regulationsdynamik/about
Wenn du dich systemisch fort- und weiterbilden möchtest schau gern einmal hier auf meine Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk
Suchst du systemische Supervision, Coaching oder Fachberatung für dein Praxisfeld im Kinderschutz, findest du mein Angebot hier: https://www.anjathuernau.de/angebot
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53. Impulsfolge »Systemische Veränderungen im Kinderschutz – Impulse und Reflexionen« (Anja Thürnau)
18.06.2026
23 Minuten
In dieser Impulsfolge geht es um die Bedeutung systemischer Veränderungen im Kinderschutz. Ich teile mit dir einige Anregungen und Reflexionen, die dir helfen werden, über notwendige Veränderungen in deiner Kinderschutzpraxis nachzudenken.
Systemische Veränderungen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. In der Kinder- und Jugendhilfe ist es entscheidend, die Dynamik der verschiedenen Bestandteile zu verstehen, anstatt sie isoliert zu betrachten. Diese Sichtweise, die Paul Ehrlich prägnant formuliert hat, ist besonders relevant, wenn wir über den Referentenentwurf zum neuen Kinder- und Jugendhilfe-Struktur-Reformgesetz sprechen.
In der Diskussion um die Kinder- und Jugendhilfe wird oft die Notwendigkeit von Veränderungen deutlich. Viele Fachkräfte erkennen, dass Ressourcen nicht immer zielführend eingesetzt werden. In den letzten Folgen des Podcasts haben wir erörtert, wie wir die Kinder- und Jugendhilfe neu denken können. Es gibt Potenzial für positive Veränderungen, trotz der Herausforderungen.
Wenn wir über systemische Veränderungen sprechen, ist es wichtig, konkret zu werden. Stellen dir vor, du könntest sofort drei Veränderungen in deinem Arbeitsbereich umsetzen. Was würdest du ändern? Welche Veränderungen würdest du in deinem Arbeitskontext wie umsetzen, wenn es keine Hindernisse gäbe. Wer würde diese Veränderungen bemerken?
Systemische Veränderungen im Kinderschutz sind unvermeidlich und notwendig. Indem wir uns aktiv mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, können wir unsere Praxis verbessern und die Unterstützung für Kinder und Jugendliche optimieren. Nutze gern die Impulse aus dieser Episode, um deine eigenen Ideen zu entwickeln und Veränderungen in deinem Umfeld anzuregen.
Und hier noch die versprochenen Links zum 1. SYKK-Retreat - Supervision & Psychohygiene an der Nordsee:
Infos dazu auf der Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Retreat
Anmeldebogen mit allen Infos: https://cdn.prod.website-files.com/64d0bc92384954c43b3e84c0/6a108ef603c6acf097062ec0_SYKK-Retreat-Anmeldung-2027.pdf
Wenn du dich über mein Angebot informieren möchtest gehts hier lang: https://www.anjathuernau.de/angebot
Und wenn du dich im Rahmen meines SYKK-Fachkraft-Zertifikatskurses professionalisieren und qualifizieren lassen möchtest, findest du alle Infos dazu hier: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Weiterbildung
Systemische Veränderungen sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. In der Kinder- und Jugendhilfe ist es entscheidend, die Dynamik der verschiedenen Bestandteile zu verstehen, anstatt sie isoliert zu betrachten. Diese Sichtweise, die Paul Ehrlich prägnant formuliert hat, ist besonders relevant, wenn wir über den Referentenentwurf zum neuen Kinder- und Jugendhilfe-Struktur-Reformgesetz sprechen.
In der Diskussion um die Kinder- und Jugendhilfe wird oft die Notwendigkeit von Veränderungen deutlich. Viele Fachkräfte erkennen, dass Ressourcen nicht immer zielführend eingesetzt werden. In den letzten Folgen des Podcasts haben wir erörtert, wie wir die Kinder- und Jugendhilfe neu denken können. Es gibt Potenzial für positive Veränderungen, trotz der Herausforderungen.
Wenn wir über systemische Veränderungen sprechen, ist es wichtig, konkret zu werden. Stellen dir vor, du könntest sofort drei Veränderungen in deinem Arbeitsbereich umsetzen. Was würdest du ändern? Welche Veränderungen würdest du in deinem Arbeitskontext wie umsetzen, wenn es keine Hindernisse gäbe. Wer würde diese Veränderungen bemerken?
Systemische Veränderungen im Kinderschutz sind unvermeidlich und notwendig. Indem wir uns aktiv mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, können wir unsere Praxis verbessern und die Unterstützung für Kinder und Jugendliche optimieren. Nutze gern die Impulse aus dieser Episode, um deine eigenen Ideen zu entwickeln und Veränderungen in deinem Umfeld anzuregen.
Und hier noch die versprochenen Links zum 1. SYKK-Retreat - Supervision & Psychohygiene an der Nordsee:
Infos dazu auf der Webseite: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Retreat
Anmeldebogen mit allen Infos: https://cdn.prod.website-files.com/64d0bc92384954c43b3e84c0/6a108ef603c6acf097062ec0_SYKK-Retreat-Anmeldung-2027.pdf
Wenn du dich über mein Angebot informieren möchtest gehts hier lang: https://www.anjathuernau.de/angebot
Und wenn du dich im Rahmen meines SYKK-Fachkraft-Zertifikatskurses professionalisieren und qualifizieren lassen möchtest, findest du alle Infos dazu hier: https://www.anjathuernau.de/sykk#SYKK-Weiterbildung
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Über diesen Podcast
Freu` dich auf systemische Inspirationen & Empowerment im
Kinderschutz! In diesem Podcast teile ich meine Erfahrungen und
Einsichten zum systemischen Paradigma im Kinderschutz und gehe dazu
auch mit anderen Praktiker:innen ins Gespräch. Als Autorin des
Fachbuchs »Systemischer Kinderschutzkompass« habe ich meine
Sichtweisen auf hinderliche Muster, Dynamiken und Blockaden im
Kinderschutz dargestellt und Lösungs- sowie Handlungsideen
entwickelt. Im SYKK®-Fortbildungsinstitut bilde ich Fachkräfte aus,
die sich im systemisch-kontextsensiblem Kinderschutz weiter
professionalisieren möchten.
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