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OMG Der Podcast über mehr als alles! Archiv

26 Episoden
30 Minuten
Mit einem reduzierten Lebensstil könnten die ökologischen Grenzen der Erde respektiert werden. Das täte allen gut, dem Planeten und uns selbst. Aber kann man das wirklich einfordern? Ein Podcast über Selbstgenügsamkeit. 
33 Minuten
Mit Aktionismus oder Verdrängung, Zynismus oder Angst – so reagieren viele Menschen auf den Klimawandel. Ein Podcast über die Verantwortung des Einzelnen und die Frage, was Christ:in-Sein bei diesem Thema ausmacht.
30 Minuten
 Wissen, woher man kommt: Heimat gibt ein gutes Gefühl, sie kann aber auch der Ort sein, den man verlassen muss. Ein Podcast über die Sehnsucht nach der Ferne, Heimweh und die Frage, was Zuhause ausmacht. 
34 Minuten
Zusammenkommen, das Verbindende suchen, Unterschiede wertschätzen, Frieden ersehnen – dafür steht der Name Taizé. Die dort entstandene Spiritualität ist schon lange ein globaler Bestseller. Ein Podcast über das Erfolgsrezept aus dem Burgund.

In der letzten Folge unserer Serie zum Thema Spiritualität widmen wir uns dem Phänomen Taizé. In den 1940er Jahren entstanden, ist die Gemeinschaft im französischen Burgund bis heute lebendig. Ihr Geist strahlt weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Gerade junge Leute fühlen sich von Taizé angesprochen, der Ort bringt zugleich alle Generationen, Konfessionen, sozialen Schichten und Nationalitäten zusammen. Was macht die von dem Schweizer Theologiestudenten Roger Schütz gegründete Gemeinschaft aus? Was charakterisiert die Art, wie in Taizé Glauben gelebt wird? Ein wichtiges Element ist Einfachheit – in den Strukturen, im Zusammenleben, im Gebet und in der Musik. Man findet sich zurückgeworfen auf das elementar Menschliche. Ohne Personenkult und ohne die Definition eines (einzigen) dogmatischen Bekenntnisses oder bestimmter ethisch-moralischer Prinzipien gibt Taizé einen gelebten Rahmen vor, in dem sich Prozesse spiritueller und religiöser Natur entwickeln können. Man kann in Gemeinschaft sein und trotzdem zu sich selbst kommen. Im Zentrum steht Gott, und Friede ist das höchste Ziel. Was können wir von Taizé lernen? Und inwiefern unterscheidet es sich von anderen neuen spirituellen Bewegungen? Darüber sprechen wir heute – komm und setz Dich dazu.
33 Minuten
Wer Gott sucht, findet ihn im eigenen Inneren. Das war die Überzeugung der Teresa von Ávila. Der spanischen Ordensfrau geht es nicht um eine stufenweise Erkenntnis Gottes. Bei ihr dreht sich alles um die persönliche Erfahrung und Beziehung zu Gott.  

In der dritten Folge unserer Serie zum Thema Spiritualität springen wir in die frühe Neuzeit. Teresa von Ávilas bekanntestes Werk «Die innere Burg» widmet sich der Seele des Menschen. Die spanische Mystikerin beschreibt die Seele als Burg mit vielen Räumen und Gemächern. Auf der Suche nach Gott wandelt der Mensch in ihnen umher. Im Zentrum, im Innersten des Selbst, kann er oder sie Gott finden. Die Überzeugung, dass der Weg zu Gott nach innen führe, ist neu – und war in den Kirchenkreisen des 16. Jahrhunderts nicht gerne gesehen. Denn nach Teresas Vorstellung ist es allein die eigene Erfahrung, die den Menschen zu Gott führt. Es braucht niemanden von aussen, der oder die sagt, «wo es langgeht». Erfahrung ist bei Teresa zugleich eingebettet in ein religiöses Wissen und in kirchliche Bezüge. Teresa gründet den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen und schreibt eine Ordensregel. Das unterscheidet ihr Modell von dem modernen Verständnis einer individuellen Gott- und Sinnsuche. Warum fasziniert es dennoch bis heute? Was nehmen wir daraus mit? Und worin besteht der Unterschied zwischen Teresa von Ávila und ihrem nicht weniger bekannten Zeitgenossen Ignatius von Loyola? Diese Fragen diskutieren wir heute. Komm und setz Dich dazu! 
42 Minuten
Kaum jemand scheint den Geist des Christentums so sehr zu verkörpern wie der umbrische Kaufmannssohn. Vom Soldat mit Schwert wurde er zum Bettler mit Sonnengesang. Ein Podcast über Franz von Assisi und den religiösen Rock'n-Roll des Mittelalters. 

In der zweiten Folge unserer Serie zum Thema Spiritualität widmen wir uns einer der wichtigsten Figuren der Christentumsgeschichte: Franz von Assisi, dessen Todestag sich dieses Jahr zum 800. Mal jährt. Ende des 12. Jahrhunderts in eine wohlhabende Familie hineingeboren, entschied er sich nach einem Bekehrungserlebnis zu einem Leben in Armut. Diese Art der Christus-Nachfolge war im sozialen Umfeld des Mittelalters bereits präsent: Mehrere Orden wie die Waldenser und die Humiliaten vertraten das Armutsideal. Franziskus wurde jedoch zu dessen prominentestem Vertreter. Darüber hinaus prägte sein Blick auf die Schöpfung das weitere Denken. Was heisst Armut mit Blick auf Spiritualität? Ist Armut als Ausdruck authentischen Glaubens sinnvoll oder sollte es nicht eher die Armutsbekämpfung Ziel der Menschen sein? Wie passt beides zusammen? Franziskus war kein Sozialreformer, sondern ein Gott-Sucher. Geht dieser Aspekt heute nicht manchmal verloren? Und können wir aus Franziskus‘ Art der radikalen «Nachfolge» Jesu nicht trotzdem auch ethisch relevante Erkenntnisse ziehen? Um diese Fragen geht es heute. Komm und setz Dich dazu! 
30 Minuten
Durch Martyrium oder Askese, in Einsamkeit oder gemeinsamem Leben: Ein Podcast darüber, wie Menschen in Antike und Alter Kirche versucht haben, das zu leben, was man heute «Nachfolge» nennt. 

Durch Martyrium oder Askese, in Einsamkeit oder gemeinsamem Leben: Ein Podcast darüber, wie Menschen in Antike und Alter Kirche versucht haben, das zu leben, was man heute «Nachfolge» nennt. 

«Ich bin das Wort, die Wahrheit und das Leben», sagt Jesus zu seinen Jüngern. «Folgt mir nach.» Wie aber geht das? Wie können Christ:innen das Bekenntnis zu Jesus Christus in ihrem Leben praktisch umsetzen? Diese Frage begleitet die Menschen seit den Anfängen des Christentums. Höchst unterschiedliche Antworten haben sich im Lauf der Geschichte darauf gefunden. Wir schauen in mehreren Podcast-Folgen zurück und lassen uns inspirieren von dem, was Menschen in den vergangenen Jahrhunderten unter christlicher Spiritualität verstanden und lebten. Wir beginnen mit den Wüstenvätern und -müttern, jenen Männern und (wenigen) Frauen, die im 3. und 4. Jahrhundert auf der Suche nach Gott in die Wüsten Ägyptens und Syriens gingen und dort asketisch und zurückgezogen lebten. Nach dem Martyrium war dies die zweite Idee der Nachfolge Jesu. Die Wüstenväter entwickelten keine Theologie, sie hinterliessen keine schriftlichen Zeugnisse. Allein durch das radikale Vorleben ihres religiösen Selbstverständnisses beeinflussten sie ihre Mitmenschen und blieben sie im Gedächtnis. Was können wir aus dieser Art, «Nachfolge» konkret umzusetzen, für unser heutiges Christ:in-Sein lernen? Was meint Spiritualität? Welche Rolle spielt die Lehre, welche die Praxis, das Tun, das Mitmachen? Diese Fragen stellen wir heute. Komm und setz Dich dazu!
36 Minuten
Der erste Schnee, die aufgeräumte Wohnung, das klärende Gewitter. Sehnsüchte nach Reinheit durchziehen unsere Kulturgeschichte. Auch die Religionen versuchen, mit der Reinheit Ordnung zu schaffen. Ein Podcast über die Einteilung der Welt und das Aushalten von Grauzonen.

Reinheit bedeutet Klarheit. Und wer sehnt sich nicht danach? Chaos und Unordnung entstehen von alleine. Sexualität und Ernährung sind Felder, auf denen Religionen gerne Regeln zur Reinheit erlassen. Dabei geht es darum, dem Leben eine Ordnung zu geben. Klar zu definieren, was gut und was schlecht ist. Das Phänomen der «Purity Culture» steht dafür. Jenseits von kultischer Reinheit gibt es auch die Vorstellung sittlich-ethischer Reinheit. Diese Form der Reinheit ist angesprochen, wenn es im Neuen Testament heisst: «Nicht was zum Mund hineingeht, macht den Menschen unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein.» (Mk 15,11) Dabei geht es um die Frage des guten Lebens, um die Entscheidung, welchen Weg man gehen möchte – in einer Welt, die nicht nur aus Schwarz- und Weiss-, sondern aus vielen Grautönen besteht. Das ist eine Sicht, die in der heutigen Zeit verloren zu gehen scheint. Zu stark ist der Wunsch nach Übersichtlichkeit, zu verlockend das Versprechen einer vereinfachten, zweigeteilten Welt. Auf welche Sehnsucht reagieren Reinheits-Rituale? Kann man die Sehnsucht auch auf anderem Weg stillen? Welche Rolle spielt dabei religiöse Praxis? Diese Fragen stellen wir heute. Komm und setz Dich dazu!
28 Minuten
Wir haben immer wieder die Wahl: Richten wir den Blick auf das Ende des Lebens? Oder schauen wir von seinem Anfang her aufs Leben und betrachten alle Möglichkeiten, die in diesem Anfang liegen? Ein Podcast über Gebürtlichkeit. 

 

Alle Menschen sind Geborene. Das heisst: Wir sind nicht einfach aus dem Nichts entstanden. Jede:r von uns ist eingebunden in ein generatives Gefüge. Wir stammen von anderen Generationen ab, die uns von Anfang an prägen. «Gebürtlichkeit» beschreibt aber auch das Ereignishafte jeder Geburt. Den Zeitpunkt eines Neubeginns, das Zur-Welt-Kommen – so überwältigend und einmalig, dass man es nicht vorwegnehmen kann. Weil die Menschen selbst einmal angefangen haben, sind sie fähig, schöpferisch zu handeln zu sein. In dieser Welt, in der so vieles festgelegt scheint, können wir innovativ sein, ein «Baby» gebären, im wörtlichen und übertragenen Sinn. Auch das meint Gebürtlichkeit oder «Natalität» (Hannah Arendt). Wie geht diese philosophische Sicht auf das Geboren-Sein überein mit der realen Situation der Geburt und des Aufwachsens von Kindern? Was bedeutet es, dass nur Frauen gebären? Und welchen Stellenwert hat die Geburt in der christlichen Religion? Gottes Sohn wurde geboren. Lässt sich das überhaupt denken? Und was sagt das aus? Über diese Fragen sprechen wir heute. Komm und setz Dich dazu!

 

Zum Nach- und Weiterlesen:

Arendt, Hannah, Vita activa oder Vom tätigen Leben, 19. Aufl., Piper: München 2018. 
36 Minuten
Trauer begleitet die Menschen seit jeher, sie fordert individuell und kulturell heraus. Wie steht es um unsere Fähigkeit zu trauern? Ein Podcast über veraltete Bilder und das Licht am Ende des Tunnels. «Wie traurig ist das denn» oder «Guck nicht so traurig» – solche Sprüche gehen heute leicht über die Lippen. Echte Trauer aber hat in unserer Gesellschaft wenig Platz. Zu sehr ist das Leben auf Sicherheit und Gelingen ausgerichtet. Viele Rituale sind aus dem Alltag verschwunden: Wer trägt heute noch Trauerkleidung oder feiert das Jahresamt? Selbst Bestattungswagen sind nicht mehr als solche zu erkennen. Ein bisschen betrübt oder frustriert ist wohl jede:r einmal. Von Trauer erfasst zu sein, bedeutet aber etwas Anderes: ein oft auch körperliches Betroffen-Sein, das sich kaum verstecken lässt. Jede:r trauert anders, und doch gibt es universelle Reaktionen auf einen bedeutenden Verlust. Der Tod eines geliebten Menschen, das Ende einer Beziehung, das Verschwinden einer Gewohnheit lösen Trauer aus. Trauer beginnt, dauert an und verändert sich. Einfach so vorbei geht sie nicht. Kann man Trauer überhaupt überwinden? Oder muss man nicht vielmehr mit ihr leben, sie in das eigene Selbst zu integrieren? Wie kann das gehen? Hilft der Glaube dabei oder macht er nur alles kompliziert? Über diese Fragen sprechen wir heute, im dritten Teil unserer Serie zum Thema Lebensende. Komm und setz Dich dazu! 

Zum Nach- und Weiterlesen:

Fuchs, Thomas: Phänomenologie der Trauer. In: Hermann Kappelhoff/Jan-Hendrik Bakels/Hauke Lehmann/Christina Schmitt (Hg.): Emotionen. Ein interdisziplinäres Handbuch, Berlin 2019.

Lammer, Kerstin: Trauer verstehen. Formen, Erklärungen, Hilfen. Berlin/Heidelberg 42014.
35 Minuten
Der Übergang vom Leben zum Tod kann sehr unterschiedlich verlaufen: plötzlich, begleitet, zuversichtlich, assistiert. Gibt es einen besten Weg zu sterben? Ein Podcast über ein hohes Ideal und die Wirklichkeit dahinter. 

 

Gut zu sterben ist ein uralter Wunsch. Was aber heißt «gut» im Zusammenhang mit dem Lebensende? Einige Ideale haben wohl viele im Kopf: Sterben im hohen Alter, friedlich, mit sich und der Welt im Reinen. Oder auch: unerwartet und schnell, ohne Angst, Leiden und Schmerzen. Die Bibel beschäftigt sich kaum damit. Neben Jesu Sterben am Kreuz erzählt sie von Hiobs Tod und berichtet über König Sauls heldenhafte Selbsttötung. Was macht christlich gesehen ein gutes Sterben aus? Lange Zeit war dies von den Vorstellungen über das Jenseits bestimmt. Es ging nicht um das Sterben, sondern um das «Leben danach». Darauf galt es sich durch die Sakramente vorzubereiten. In der Moderne hat sich eine andere Sicht auf das Lebensende entwickelt: Wie alles im Leben gilt es auch den Übergang in den Tod möglichst selbstbestimmt zu gestalten. Das eigene Sterben gerät zum «letzten Projekt», das man nicht einfach auf sich zukommen lässt. Aber geht das überhaupt? Können wir die «Qualität» unseres Todes beeinflussen? Und welche Rolle spielt die Seelsorge, wenn es ums Sterben geht? Diesen Fragen stellen wir uns heute. Komm und setz Dich dazu!

 

Zum Nach- und Weiterlesen:

Ursula Streckeisen, Welche Medizin? Welche Seelsorge? Über Diskurse des guten Sterbens, in: Thorsten  Benkel/Matthias Meitzler (Hg.), Jahrbuch für Tod und Gesellschaft 1 (2022) 56–70.

Website eines DFG-Projekts zum guten Sterben an der LMU München (Armin Nassehi, Irmhild Saake, Christof Breitsameter, früher auch Andreas Walker et al.): https://www.gutessterben.uni-muenchen.de/aktuelles/index.html

Markus Zimmermann/Stefan Felder/Ursula Streckeisen/Brigitte Tag, Das Lebensende in der Schweiz. Individuelle und gesellschaftliche Perspektiven, Basel 2019, Kap. 8, 157–180.
34 Minuten
Leben will organisiert werden. Aber wann und wie es enden wird, bleibt offen und macht vielen Menschen Angst. Ein Podcast über die Planbarkeit des Lebensendes und die Ungewissheit des Todes.

Sterben ist Teil des Lebens. Das war lange selbstverständlich. Das Sprechen darüber galt als Tabu. Heute ist die Beschäftigung mit dem Sterben wieder en vogue, häufig verbunden mit der Frage nach der Gestaltung der eigenen letzten Etappe. Ist die Frage überhaupt sinnvoll? Kann man oder sollten wir das Sterben planen? Im Mittelalter gab es die Kunst des Sterbens, die ars moriendi. Im Zentrum standen Auswirkungen des Sterbeverlaufs auf das Jenseits. Am Ende galt es alles richtig zu machen, um Höllenstrafen zu verhindern. Inzwischen haben sich die Sterbeideale geändert. Menschen wünschen sich einen plötzlichen Tod oder einen friedlichen Abschied ohne Schmerzen, mit ausreichend Zeit, um sich von den Liebsten verabschieden zu können. Das Ideal eines «selbstbestimmten Sterbens» steht im Vordergrund. Gleichzeitig fehlt den meisten die Erfahrung mit dem Sterben, der Tod begegnet uns nur noch selten unmittelbar. Meist geschieht er im Spital oder Pflegeheim. – Die Idee des Advance Care Plannings (ACP) hat zum Ziel, Menschen möglichst früh für ihre eigenen Sterbenswünsche zu sensibilisieren und sie von Kindesbeinen zur Planung ihres Lebensendes zu animieren. Was sagen wir als Theolog:innen dazu? Was gilt es alles zu bedenken, wenn der Tod naht? Braucht es mit Blick auf das Lebensende vielleicht eher eine ars vivendi, eine Lebenskunst? Diese Fragen diskutieren wir heute. Komm und setz‘ dich dazu! 

Zum Nach- und Weiterlesen: 

Michael Coors, Zur ethischen Bewertung von «Advance Care Planning» (ACP) aus evangelisch-theologischer Perspektive, in: Höfling/Otten/in der Schmitten (Hg.), Advance Care Planning  Behandlung im Voraus planen: Konzept zur Förderung einer patientenzentrierten Gesundheitsversorgung, Baden-Baden 2019, 153–169.

Interview mit Peter Bichsel (1935–2025), «Ich gehe völlig unvorbereitet in das Abenteuer Tod», in: NZZ vom 08.12.2022, 34.

Jox/Krones/Marckmann/in der Schmitten (Hg.), Praxisbuch Advance Care Planning. Behandlungsentscheidungen gemeinsam vorausplanen, Stuttgart 2025 (598 S.).
32 Minuten
Die Welt verändern, indem wir uns verändern. Geht das oder greift das zu kurz? Ein Podcast über die Ethik der Wertschätzung und das Ineinander von Struktur und Individuum. 

Was macht den Wert einer Sache aus? Die Antwort auf diese Frage ist heutzutage Verhandlungssache. Kaum etwas hat noch einen «festen Wert». Zugleich ist die Forderung nach Wertschätzung sehr präsent. Wie kommt das? Und was ist mit dem Begriff der «Wertschätzung» eigentlich gemeint? Wie können wir wertschätzend leben? 

Die französische Philosophin Corinne Pelluchon hat ein ganzes Buch darüber geschrieben. Sie sagt: Wir selbst machen den Unterschied. Es geht um unser Bewusstsein, um die Haltung, mit der wir durch die Welt gehen. Damit knüpft sie an die alte Lehre von den Tugenden an, die in der christlichen Ethik seit jeher eine wichtige Rolle spielen. Allerdings hat sich seit dem 19. Jahrhundert innerhalb und ausserhalb des Christentums auch die Erkenntnis durchgesetzt: Mindestens genauso wichtig wie das individuelle Bewusstsein sind die gesellschaftlichen Strukturen. Wie hängt beides zusammen? Welche Bedeutung haben die Strukturen? Welche Tugenden spielen eine Rolle? Und wie können wir ihre Relevanz begründen? Geht das ausserhalb der christlichen Tradition? Über diese Fragen sprechen wir heute. Komm und setz dich dazu! 

Zum Nach- und Weiterlesen: 

Erich Fromm, Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft, Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt 1976. 

Corinne Pelluchon, Ethik der Wertschätzung. Tugenden für eine ungewisse Welt. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2019. 
29 Minuten
Wer wütet, hat die Kontrolle verloren. Gott aber wird zornig, wo Menschen ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Ein Podcast darüber, wie sehr unser Innenleben mit den äußeren Verhältnissen zusammenhängt. 

Wie fühlt sich Wut an? Viele Menschen erleben Wut körperlich, nicht umsonst gibt es die Rede von der «Wut im Bauch». Wut hat einen starken Handlungsimpuls. Es ist fast unmöglich, ruhig zu bleiben, wenn man wütend ist. Wut hat soziale Kraft. Ohne Wut und Empörung wären beispielsweise die Menschenrechte niemals entstanden. Wut kann aber auch blind machen und zerstörerisch sein. Die Autorin Ciani-Sophia Höder unterscheidet nihilistische, vereinfachende und moralische Wut. Die Soziologin Eva Illouz beschreibt Wut als berechtigt, wenn sie sich auf gemeinschaftliches Erleben stützt. Neuerdings betonen vor allem Frauen ihren Stolz darauf, wütend zu sein. Gibt es männliche und weibliche Wut? Welche Wut ist berechtigt? Wie kann Wut zur Gestaltung besserer sozialer Verhältnisse beitragen? Und dürfen Christ:innen eigentlich zürnen? Darüber diskutieren wir heute. Komm und setz dich dazu! 

Zum Nach- und Weiterlesen: 

Ciani-Sophia Höder, Wut und Böse, München 2021. 

Eva Illouz: Explosive Moderne, Berlin 2024. 

Timothy Snyder, Über Thyrannei. Zwanzig Lektionen für den Widerstand, München 2023. 
36 Minuten
Schneller, höher, weiter? Freiheit und Souveränität zeigen sich auch, indem man sich ins Verhältnis zu anderem(n) setzt. Ein Podcast über die Grandezza der Demut.

Sich bescheiden, demütig sein – das klingt erst einmal nach Selbsterniedrigung. Dabei scheint heute das Gegenteil gefragt: nämlich selbstbewusst zu sein, für sich und für seine Bedürfnisse einzustehen. Mit Demut auf die Welt zu schauen, das muss aber nicht Unterordnung bedeuten. Es kann auch Einordnung meinen, sich in ein Verhältnis zur Welt zu setzen. Auf diesem Weg kann Demut zur Tugend werden.

In dieser Folge fragen wir nach den Ursprüngen von Demut und dem heutigen Potenzial des Begriffs. In der Antike war Demut rein negativ besetzt, im Christentum wird dann positiv darüber gesprochen. Zugleich ist der Begriff anfällig für Missbrauch. Wie sieht ein zeitgemäßes Verständnis von Demut aus? Hat Demut, modern betrachtet, nicht auch etwas mit Virtuosität, mit innerer Souveränität zu tun? Ist nicht erst offen für die Zukunft, wer demütig ist und seinen Standpunkt nicht absolut setzt? Diese Fragen diskutieren wir heute. Komm und setz Dich dazu!

Zum Nach- und Weiterlesen:

Publik-Forum Extra, Thema Demut – ein Ich, das sich nicht aufbläht, März 2023.

Corine Pelluchon, Ethik der Wertschätzung. Tugenden für eine ungewisse Welt, Darmstadt 2019.