Podcaster
Episoden
10.02.2026
1 Stunde 17 Minuten
Was die Bildhauerei und Architektur kann, kann die Musik schon
lange: Grabmäler bauen. Zahlreiche Requiem-Vertonungen aus allen
Epochen zeugen davon, aber die Musiker arbeiteten auch in anderen
Materialen: In Russland wählten die Komponisten zeitweise gerne
Klaviertrio, Maurice Ravel nahm "sein Instrument", das Klavier,
oder alternativ Orchester. Ravels "Le Tombeau de Couperin" kommt
allerdings fast zweihundert Jahre zu spät - Couperin starb ja
bereits 1733. Aber Ravel-Kenner wissen: Seine Überschriften sind
nicht immer ganz wörtlich zu nehmen. Paul Bartholomäi versucht, das
Geheimnis um den Titel dieser berühmten Komposition Ravels zu
lüften, und stellt dabei das Werk in seinen beiden "Materialien"
vor. Er lässt Ravel selbst am Klavier Platz nehmen, stattet seinem
Haus in Montfort-l’Amaury (mit musikalischen Mitteln) einen Besuch
ab, und es erklingen auch Cembalostücke des klassischen Meisters
François Couperin.
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03.02.2026
1 Stunde 18 Minuten
Den Namen Albert Lortzing liest man in den Spielplänen der
Opernhäuser heute nur noch selten. Dabei wurden noch vor wenigen
Jahrzehnten seine Bühnenwerke häufig gespielt, und der
"Holzschuhtanz" fehlte in kaum einem Wunschkonzert im Radio. Paul
Bartholomäi versucht zu erklären, warum die Opern des
Theaterkomikers Albert Lortzing so viel an Popularität verloren
haben, geht den Qualitäten, aber auch Schwächen seiner Werke nach
und gibt, ausgehend von "Zar und Zimmermann", auch akustische
Einblicke in den "Wildschütz" oder die erst posthum uraufgeführte
Oper "Regina".
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23.01.2026
1 Stunde 23 Minuten
Vergleichen wir die "klassische Musik" mit einem Teich, könnte man
sagen: Wir hören heute nur noch die Frösche quaken. Was sich aber
um deren herausragende Stimmen sonst noch in diesem Biotop
getummelt hat, das haben wir zum allergrößten Teil vergessen. Das
"Gebet einer Jungfrau" aus der Feder der polnischen Komponistin
Thekla Badarzewska-Baranowska etwa ist eines der vielen Lebewesen,
die wir uns im selben Teich, in dem auch ein Chopin schwamm,
ebenfalls vorstellen müssen: eine Art musikalischer Amöbe, wenig
entwickelt, wenig differenziert, von ständigen Wiederholungen
ge(kenn)zeichnet - und seinerzeit sensationell erfolgreich. Paul
Bartholomäi nimmt sich solcher Werke am Rande des "klassischen"
Repertoires an, beschäftigt sich mit dem Thema "Kitsch", aber auch
mit dem meist zur Pose degenerierten Genre "Operngebet", und stellt
natürlich die Frage, ob nicht auch bei den Tonheroen des 19.
Jahrhunderts Tschaikowsky, Gounod oder Chopin billige Salonmusik
durchschimmert.
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11.01.2026
1 Stunde 22 Minuten
Musikalischen Zucker sollte man gut vertragen, wenn Mozarts "Eine
kleine Nachtmusik" auf dem Programm steht - aber wo kommt der
süßliche Kult um diese so einfach und übersichtlich gestrickte
Musik eigentlich her? Wo doch eine Aufführung zu Mozarts Lebzeiten
gar nicht nachweisbar ist... Um der Legende um diese Serenade auf
die Spur zu kommen, stöbert Paul Bartholomäi in der älteren
Mozart-Literatur, die diesem heute etwas überstrapazierten Stück
überraschenderweise wenig Bedeutung beimisst. Er findet dabei auch
den Hinweis auf ein "Schwesterwerk", dem er ausführlich nachgeht,
Mozarts "Ein musikalischer Spaß".
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05.01.2026
1 Stunde 23 Minuten
Eine "Schicksalssymphonie" sind die sieben "Elegien" von Ferruccio
Busoni sicherlich nicht, obwohl sie in den "Schicksalsjahren" der
"Neuen Musik" um 1907 mitmischen; "Elegien" sind sie aber auch
nicht, denn wirklich "Elegisches" lässt der Tastenlöwe in der
Nachfolge von Franz Liszt da nicht hören... Immerhin vermeinte der
längst schon erfahrene Komponist, erst jetzt wirklich mit dem
Komponieren zu beginnen. Paul Bartholomäi hat einiges
aufzuschlüsseln: Er benutzt die "Sieben Elegien" als eine
"Aussichtsplattform", von der aus man wunderbar in die
verschiedenen Landschaften von Busonis Oeuvre blicken kann: in die
steilen Berge des Klavierkonzerts, die teils gewaltigen Felsen der
Bach-Bearbeitungen, die Mozart-Hügelchen in Busoni-Farben oder in
die geheimen Kammern der Prinzessin Turandot - die gleichnamige
Oper Busonis war noch im Werden.
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Über diesen Podcast
Klassische Musik – noch Fragen? Paul Bartholomäi gibt ganz
persönliche Antworten: In jedem Podcast entschlüsselt er ein
anderes Werk, lässt Zusammenhänge hörbar werden, führt in die Welt
der Komponisten. Weitere Folgen gibt’s hier ab dem 23. September.
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