Der Volontärspodcast von Sächsische.de
Podcaster
Episoden
13.03.2026
39 Minuten
Was ist die wichtigste Fähigkeit, die ein junger Journalist haben muss? Dominik Stawski, der seit dem 1. Oktober 2025 die renommierte Henri-Nannen-Schule in Hamburg leitet, sieht es so: „Die Fähigkeiten, die ein Journalist heute braucht, sind im Kern nicht so viel anders als früher.“ Es gehe noch immer darum, gründlich zu recherchieren und interessante Geschichten finden zu können. Bei „Journalismus machen“, dem Podcast der Volontäre und jungen Redakteure der Sächsischen Zeitung, erzählt Stawski, der selbst über reichlich Audioerfahrung verfügt, warum es bei Reportagen weniger auf den top druchgestylten ersten Satz ankommt, sondern: „Darauf, was drinsteckt.“ Stawski erzählt im Interview mit SZ-Redakteur Moritz Schloms, worauf er bei der Ausbildung von Journalisten wert legt: „Die jungen und talentierten Leute, die zu uns kommen, die müssen einen unbedingten Willen und eine Neugier entwickeln, rauszugehen.“ Er habe den Eindruck, diese Fähigkeit müsse man heute mehr trainieren als vor 20 Jahren. „Auch in unserer digitalen Gesellschaft bleibt es für uns Journalisten wichtig, rauszugehen und mit Menschen in Kontakt zu kommen, die wir in unserem Milieu sonst nicht treffen.“ Als Journalist sei es wichtig, Menschen öffnen zu können. Bei Bewerbungen werde er besonders neugierig, „wenn mir jemand mit seinen Arbeitsproben zeigt, dass er oder sie das kann und sich was traut und nicht nur die leichten Wege geht“. Generell empfiehlt er, und nicht nur für die Henri-Nannen-Schule: „Bewerbt euch.“ Es brauche für die Nannen-Schule nicht zwangsläufig ein abgeschlossenes Studium oder Abitur. „Was wir testen, ist, ob jemand die nötigen Fähigkeiten für diesen Beruf hat.“ Die könne man auch ohne Journalismus-Studium oder Vorerfahrung haben. Es sei am Ende aber noch immer ein hartes Verfahren, nicht jeder bekomme einen Platz. Die Anforderungen an junge Journalisten seien gestiegen. „Es ist mehr dazugekommen und weniger fällt weg“, sagt er. Ein Beispiel: „Als Autoren unserer Geschichten müssen wir viel mehr tun, um sie ans Publikum zu bringen.“ Junge Journalisten, die sich für Bewegtbild und die Mechaniken der sozialen Netzwerke interessieren und Geschichten für dieses Publikum erzählen können, hätten Fähigkeiten, die jede Redaktion brauche. Eine Frage, die junge Journalisten oft umtreibt: Ist es besser, ein Allrounder zu sein, oder ist es im Alltag besser, Experte für ein Thema zu werden? Dominik Stawski hat dazu eine klare Meinung. Welche und was das wiederum mit Umgang von Redaktionen mit KI zu tun hat, das gibt es zu hören in der neuen Folge „Journalismus machen“.
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09.12.2025
51 Minuten
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dauert seit fast vier Jahren an. Zerstörung und Leid sind immens. Und doch gibt es jene, die sich freiwillig in den Dronenhagel begeben, die einen tiefen Sinn darin sehen, den Schrecken des Krieges zu dokumentieren und seinen Opfern eine Stimme zu geben. Darum geht es in dieser ganz besonderen Folge „Journalismus machen“. Zu Gast ist Investigativ- und Kriegsreporter Arndt Ginzel – und zwar nicht zugeschaltet ins Studio, sondern auf der Bühne in der Schauburg beim Podcast-Festival „Podcat & Poodle” der Scheune Dresden. Bei der Live-Premiere des Podcasts der Volontärinnen und Volontäre von Sächsische.de gibt Ginzel tiefe Einblicke in seine mitunter lebensgefährliche Arbeit in Frontnähe. Er schildert eindrücklich, wie gefährlich Drohnen sind, und wieso die Angst ein ständiger, aber wichtiger Begleiter für ihn ist. Außerdem erzählt der Reporter, wie er zusammen mit Investigativ-Kollegen im Dunstkreis des NSU recherchierte, wie er nahezu beiläufig Mordpläne an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer aufdeckte und ob er noch immer häufig auf den "Hutbürger" angesprochen werde. Denn es war Ginzels Kamerateam, das 2018 am Rande einer Pegida-Demo in Dresden einem Demonstranten "mitten ins Gesicht gefilmt" hat und so für einen viralen Hit (und für ihn zunächst unangenehme Situation) sorgte.
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23.05.2025
26 Minuten
Ukraine-Krieg, Bauernproteste, das Ende des Verbrennermotors: Alles Themen, mit denen sich Marek Majewsky für die Deutsche Presseagentur, kurz dpa, befasst. Seit 2021 ist er in Brüssel und schreibt zu allem, was mit der EU-Politik zu tun hat. Er blickt hinter die Kulissen der Europäischen Kommission und im Europäischen Parlament. Er könnte genau erklären, worin sich der Europäische Rat und der Rat der Europäischen Union unterscheiden. „Und gleichzeitig mache ich in Vertretung da noch ein bisschen NATO- und Belgien-Berichterstattung“, sagt Majewsky in der neuen Podcastfolge. Wie sieht sein Alltag aus? Welche Themen sind ihm in Erinnerung geblieben und ist es sein Traumjob? In der siebten Folge des Podcast „Journalismus machen“ werden genau diese Fragen besprochen. Dabei spricht SZ-Redakteurin Elisa Schulz, die aktuell ihr Volontariat macht, mit Marek Majewsky, Journalist und Auslandskorrespondent.
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27.01.2025
22 Minuten
Hasskommentare, Bedrohungen und persönliche Angriffe gehören für viele Journalisten mittlerweile zum Alltag – eine Entwicklung, die sich auf Arbeitsbedingungen auswirkt und vor allem die mentale Gesundheit erheblich belastet. Insbesondere in sozialen Medien und unter Online-Artikeln prallen Hassbotschaften ungefiltert auf jene, die sich kritisch oder investigativ mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen. Doch welche Auswirkungen hat diese dauerhafte Konfrontation mit Hate Speech auf die Psyche der Betroffenen? Und wie können sie sich effektiv schützen, ohne ihre wichtige Arbeit aufzugeben? In der sechsten Folge des Podcast „Journalismus machen“ wurden genau diese Fragen diskutiert. Dabei spricht SZ-Redakteurin Elisa Schulz mit Ute Korinth, Journalistin, Resilienztrainerin und Autorin. Gemeinsam beleuchten sie die Mechanismen hinter Hate Speech und deren psychologischen Folgen. Korinth erzählt von ihrem eigenen Weg und warum sie Resilienztrainerin wurde. Doch sie spricht nicht nur über die individuelle Ebene, sondern auch die Verantwortung von Redaktionen, die Unterstützung und Schutz ihrer Mitarbeitenden sicherzustellen. Und es geht um Strategien, die dabei helfen, mit Anfeindungen umzugehen und sich nicht von Hassbotschaften entmutigen zu lassen. Dabei wird klar, wie wichtig im Journalistenberuf mentale Stärke ist. Außerdem spricht die Trainerin über praktische Übungen zur Stressbewältigung, den Aufbau eines unterstützenden Netzwerks bis hin zu klaren Abgrenzungen im Umgang mit Hassnachrichten. Ute Korinth arbeitet seit über 20 Jahren als stellvertretende Leitung einer Online-Redaktion. Außerdem ist sie als Trainerin und Coach tätig und gibt Workshops zu Mental Health und Resilienz. Seit November 2023 ist sie im Vorstand des Deutschen Journalisten Verband (DJV) und kümmere mich um Themen wie Mental Health, KI und die Kommission Europa. Zuvor war sie im DJV viele Jahre Bundesvorsitzende des Fachausschusses Online.
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25.10.2024
24 Minuten
Journalisten haben meist alle Hände voll zu tun: intensive Recherchen, zeitaufwendige Gespräche, die Suche nach passenden Worten und Bildmotiven und manchmal entstehen neben tollen Texten auch noch Videos, Podcast oder andere multimediale Formate. Da kann die Arbeit an einem Thema schon mal mehrere Tage bis Wochen dauern. Wer dann noch sagt, man soll seinen Artikel mit einem „Behind-the-scences" auf Instagram begleiten, bekommt verbunden mit dem Hinweis auf den ohnehin viel zu hohen Workload lieb gemeint den Vogel gezeigt. Doch wie so oft im Leben eines Journalisten: Man macht es dann eben doch. Die Frage aber ist erlaubt: Bringt das überhaupt etwas? Und ist es sogar auch notwendig, sich als Journalistin oder Journalist selbst auf Social Media zu vermarkten? Darum geht es in dieser Folge „Journalismus machen”, dem Podcast der Volontärinnen und Volontäre der Sächsischen Zeitung. Zu Gast ist Carlott Bru, die als freie Journalistin und Moderatorin arbeitet und auch ihren eigenen Podcast namens Brabble Tea hostet. Sie klärt darüber auf, wie viel Zeit sie täglich in ihre Selbstvermarktung auf Social Media steckt, welche Rolle Networking dabei spielt und wie sie das Gleichgewicht zwischen persönlicher Authentizität und professioneller Darstellung in ihren Posts behält. Außerdem verrät sie, welche sozialen Medien sie am häufigsten nutzt, um sich selbst zu vermarkten, und welche Inhalte sie konkret zu ihrem Journalistinnen-Dasein teilt. Schließlich sagt sie: „Ich habe das Gefühl, dass ich durch Social Media mehr Leute erreiche und dadurch auch mehr Möglichkeiten bekomme. Das gibt mir - vor allem als freie Journalistin - eine gewisse Sicherheit.“ Aber das Ganze hat auch seine Schattenseiten. Leider ist das Internet auch ein sehr anonymer Ort voller Trolle. Auch Carlott Bru ist während ihrer beruflichen Laufbahn schon einigen von ihnen begegnet. Welche Erfahrungen sie als Journalistin auf Social Media gemacht hat und wie sie damit umgegangen ist, gibt es ausführlich zu hören in dieser Folge. Zur Person: Carlott Bru schreibt unter anderem für den Spiegel und die Süddeutsche Zeitung. Die junge Journalistin wurde 2024 vom Medium Magazin unter die „Top 30 bis 30″ gewählt. Sie ist unter anderem aktiv auf Instagram und TikTok, wo sie zusammen mehr als 35.000 Follower mit ihrem meist journalistischem Content versorgt.
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Über diesen Podcast
Junge Journalisten befragen erfahrene Medienprofis – Das ist
"Journalismus machen". Wir, die Volontäre der Sächsischen Zeitung,
sprechen mit Journalisten, die uns begeistern und inspirieren, über
die Themen, die uns auch nach Feierabend noch umtreiben. Wohin
entwickelt sich unsere Branche? Was muss ich als Journalist können?
Und welche Wege führen eigentlich in den Journalismus? Diese und
weitere Fragen klären wir ab sofort in unserem eigenen Podcast, der
vor allem junge Journalisten ansprechen soll - und die, die es noch
werden wollen.
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