Podcaster
Episoden
16.05.2026
17 Minuten
Marianne ist die reichste Frau der Welt, hat das Kosmetikimperium ihres Vaters geerbt, in dem sie immer noch das Wort führt. Wirklich lebendig fühlt sie sich nicht mehr. Das ändert sich als der Fotograf Pierre auftaucht. Er wickelt Marianne um den Finger, wirbelt alles durcheinander und beleidigt jeden schon mit dem ersten Satz. Als er an Mariannes Vermögen will, schreitet ihre Tochter ein und es entbricht ein erbitterter Streit. Die Handlung ist inspiriert von der Bettencourt-Affäre (deren politische Dimension bleibt aber fast vollständig außen vor).
Der Film entscheidet sich nicht ganz, was er erzählen will: Eine Schelmengeschichte? Eine Sozialsatire? Ein Mutter-Tochter-Drama? Von allem steckt etwas in diesem Film, dem leider ein echter Spannungsbogen fehlt. Zum Teil kitschig inszeniert, hält oft nur Isabelle Huppert als arrogante und dem realen Leben entrückte Marianne den Film zusammen. Ganz stark in einer Nebenrolle: Raphaël Personnaz als Butler Jérôme Bonjean. Im Podcast direkt nach dem Kino sprechen wir über starke Szenen („Sind wir hier in Afrika?“) und schache Dramaturgie. Am Mikrofon: Johanna, Tom und Thomas.
Der Film entscheidet sich nicht ganz, was er erzählen will: Eine Schelmengeschichte? Eine Sozialsatire? Ein Mutter-Tochter-Drama? Von allem steckt etwas in diesem Film, dem leider ein echter Spannungsbogen fehlt. Zum Teil kitschig inszeniert, hält oft nur Isabelle Huppert als arrogante und dem realen Leben entrückte Marianne den Film zusammen. Ganz stark in einer Nebenrolle: Raphaël Personnaz als Butler Jérôme Bonjean. Im Podcast direkt nach dem Kino sprechen wir über starke Szenen („Sind wir hier in Afrika?“) und schache Dramaturgie. Am Mikrofon: Johanna, Tom und Thomas.
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25.04.2026
12 Minuten
Auf den ersten Blick wirkt THEY LIVE heute trashig, ein Low-Budget-Film, gerade zu Beginn langsam wie ein Film der 70er, immer wieder durchsetzt mit den typischen, ruppigen und unterkomplexen Sprüchen der 80er. Mit fast vierzig Jahren Abstand wirkt er manchmal wie ein unfreiwillig komisches B-Picture, manchmal wie eine Parodie oder sogar eine Dekonstruktion des SF-Dystopie-Genres.
Im Mittelpunkt steht Nada, ein einfacher Kerl, der neu in der Stadt ist und einen Job auf dem Bau sucht. Eine passende Rolle für Wrestling-Star Roddy Piper. Und Nada glaubt noch daran, dass dass jeder, der seine Arbeit ordentlich macht, in den USA eine Chance bekommt. Erst als er eine ganz besondere Sonnenbrille findet, entdeckt er, dass Ausserirdische die Kontrolle übernommen haben. Durch die Brille kann er sie mit ihren hässlichen Fratzen erkennen und er sieht auch, dass Werbung und Unterhaltung unbewusst wahrgenommene Befehle beinhalten: Konsumiere! Gehorche! Nada entscheidet sich, die Ausserirdischen um jeden Preis aufzuhalten und ihren Fake News-Sender Fox News, sorry, Cable 54 abzuschalten. I have come to chew bubble gum and kick ass, and I’m all out of bubble gum.
Auf dieser Ebene ist THEY LIVE heute mindestens genauso aktuell wie 1988: Was von Carpenter als augenzwinkernde Kritik an der rücksichtslosen Wirtschaftspolitik von Ronald Reagan gedacht war, passt heute erschreckend gut zum demokratiefeindlichen Hyperkapitalismus der Techbros. Thiel, Musk und Altman sind heute die „Ausserirdischen“, die mit Hilfe einer kleinen überreichen Elite aus Wirtschaft und Politik die Kontrolle übernehmen wollen. Für sie ist der Staat nur noch eine äußere Hülle im Dienst ihrer Gewinnmaximierung.
Im Podcast direkt nach dem Kino sprechen wir unter anderem über das Multitalent Carpenter und über seine Weitsicht, nicht nur den Hyperkapitalismus sondern auch Verelendung, Fake News, Drohnenangriffe und die Klimakatastrophe aufzugreifen. Wr fragen uns, ob es am Ende eine positive Botschaft gibt und sind uns sicher: THEY LIVE ist trotz seiner trashigen Elemente auf jeden Fall ein Wiedersehen wert. Am Mikrofon: Heidi, Harald und Thomas.
Im Mittelpunkt steht Nada, ein einfacher Kerl, der neu in der Stadt ist und einen Job auf dem Bau sucht. Eine passende Rolle für Wrestling-Star Roddy Piper. Und Nada glaubt noch daran, dass dass jeder, der seine Arbeit ordentlich macht, in den USA eine Chance bekommt. Erst als er eine ganz besondere Sonnenbrille findet, entdeckt er, dass Ausserirdische die Kontrolle übernommen haben. Durch die Brille kann er sie mit ihren hässlichen Fratzen erkennen und er sieht auch, dass Werbung und Unterhaltung unbewusst wahrgenommene Befehle beinhalten: Konsumiere! Gehorche! Nada entscheidet sich, die Ausserirdischen um jeden Preis aufzuhalten und ihren Fake News-Sender Fox News, sorry, Cable 54 abzuschalten. I have come to chew bubble gum and kick ass, and I’m all out of bubble gum.
Auf dieser Ebene ist THEY LIVE heute mindestens genauso aktuell wie 1988: Was von Carpenter als augenzwinkernde Kritik an der rücksichtslosen Wirtschaftspolitik von Ronald Reagan gedacht war, passt heute erschreckend gut zum demokratiefeindlichen Hyperkapitalismus der Techbros. Thiel, Musk und Altman sind heute die „Ausserirdischen“, die mit Hilfe einer kleinen überreichen Elite aus Wirtschaft und Politik die Kontrolle übernehmen wollen. Für sie ist der Staat nur noch eine äußere Hülle im Dienst ihrer Gewinnmaximierung.
Im Podcast direkt nach dem Kino sprechen wir unter anderem über das Multitalent Carpenter und über seine Weitsicht, nicht nur den Hyperkapitalismus sondern auch Verelendung, Fake News, Drohnenangriffe und die Klimakatastrophe aufzugreifen. Wr fragen uns, ob es am Ende eine positive Botschaft gibt und sind uns sicher: THEY LIVE ist trotz seiner trashigen Elemente auf jeden Fall ein Wiedersehen wert. Am Mikrofon: Heidi, Harald und Thomas.
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22.04.2026
10 Minuten
Kulturgeschichte richtig erzählt ist immer auch politische Geschichte. In LIEBE D-MARK UND TOD lernen wir nicht nur die Lieder der Gastarbeiter kennen. Wir kommen ihnen nah, ihrem Heimweh, ihrer Einsamkeit in einer Gesellschaft, die sie bis heute nicht willkommen geheißen hat. Cem Kaya zeigt uns auch die ausgelassenen türkischen Feiern, die Gurbetçi-Lieder, die Superstars, die außerhalb der türkischen Community niemand kennt – von den ersten Musikern in den 1960er Jahren bis zu den harten Rappern.
Im Film porträtiert werden unter anderem Yüksel Özkasap, Aşık Metin Türköz, Derdiyoklar, Ozan Ata Canani, Cem Karaca, Fresh Familee, King Size Terror, Islamic Force, Cartel und Muhabbet. Im Podcast direkt nach dem Kino diskutieren wir über die verlorene Generation, die glaubte mit ihren Eltern in die Türkei zurückkehren zu müssen, über Fremdenhass und Anschläge auf türkische Familien und über die großartige Musik. Am Mikrofon mit dem ersten Eindruck: Bettina und Thomas.
Die Dokumentation ist eine Koproduktion mit WDR, rbb und ARTE – hier in der ARD Mediathek anschauen.
Im Film porträtiert werden unter anderem Yüksel Özkasap, Aşık Metin Türköz, Derdiyoklar, Ozan Ata Canani, Cem Karaca, Fresh Familee, King Size Terror, Islamic Force, Cartel und Muhabbet. Im Podcast direkt nach dem Kino diskutieren wir über die verlorene Generation, die glaubte mit ihren Eltern in die Türkei zurückkehren zu müssen, über Fremdenhass und Anschläge auf türkische Familien und über die großartige Musik. Am Mikrofon mit dem ersten Eindruck: Bettina und Thomas.
Die Dokumentation ist eine Koproduktion mit WDR, rbb und ARTE – hier in der ARD Mediathek anschauen.
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19.04.2026
14 Minuten
TOUKI BOUKI ist der erste afrikanische Film, den wir hier bei SchönerDenken schauen und über unserer ersten Eindruck sprechen. Es war höchste Zeit. Der Film von Djibril Diop Mambéty aus dem Jahr 1973 gilt aus Meilenstein des afrikanischen Kinos. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar: Der Viehhirte Mory, dessen Motorrad Rinderhörner schmücken und Anta, eine Studentin, die ihren ganz eigenen Weg gehen will. In ihrem Freiheitsdrang scheinen die Beiden unaufhaltsam zu sein. Die nötigsten Mittel stehlen sie, bis sie die Tickets in die große Welt in den Händen halten. Ihr Ziel: Paris.
So nachvollziehbar und linear, wie es sich hier liest, erzählt Mambety seine Geschichte nicht. TOUKI BOUKI ist fragmentarisch, schneidet mutig Bilder von Rinderschlachtung dazwischen, springt wild in den lückenhaften Erzählebenen. Harter Bild- und Tonschnitt halten das Publikum wach. „Bouki“ steht in der Sprache Wolof für eine Figur wie Loki, die trickst und täuscht und so an ihr Ziel kommt, Das spiegelt sich in der sprunghaften und eigenwilligen Inszenierung wieder. Dazu dröhnt unaufhörlich das Lied „Paris, Paris, Paris“ und Maria Callas singt Mozart. Eine Avantgarde-Perle, mit nur 30.000 Dollar unabhängig produziert.
Im Podcast sprechen wir über die starken Darsteller Magaye Niang (Mory) und Mareme Niang (Anta), über den Pool des Sugar Daddys, über Anta an Bord des Schiffs, über den Einfluss der Nouvelle Vague und über den Mut des Regisseurs. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna und Thomas. Die sehr gut restaurierte Fassung von TOUKI BOUKI ist auf MUBI zu sehen.
So nachvollziehbar und linear, wie es sich hier liest, erzählt Mambety seine Geschichte nicht. TOUKI BOUKI ist fragmentarisch, schneidet mutig Bilder von Rinderschlachtung dazwischen, springt wild in den lückenhaften Erzählebenen. Harter Bild- und Tonschnitt halten das Publikum wach. „Bouki“ steht in der Sprache Wolof für eine Figur wie Loki, die trickst und täuscht und so an ihr Ziel kommt, Das spiegelt sich in der sprunghaften und eigenwilligen Inszenierung wieder. Dazu dröhnt unaufhörlich das Lied „Paris, Paris, Paris“ und Maria Callas singt Mozart. Eine Avantgarde-Perle, mit nur 30.000 Dollar unabhängig produziert.
Im Podcast sprechen wir über die starken Darsteller Magaye Niang (Mory) und Mareme Niang (Anta), über den Pool des Sugar Daddys, über Anta an Bord des Schiffs, über den Einfluss der Nouvelle Vague und über den Mut des Regisseurs. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna und Thomas. Die sehr gut restaurierte Fassung von TOUKI BOUKI ist auf MUBI zu sehen.
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14.04.2026
16 Minuten
Ich mache es kurz: Ich habe nicht in den Film hineingefunden. Exquisite, melodramatische Bilder, melodramatische Musik, herausragende Kostüme, toller Cast – alles hat mich kalt gelassen. Hätten wir den Film nicht gemeinsam gesehen, hätten wir abgeschaltet. Im Podcast direkt nach dem Film diskutieren wir über die Gründe, warum uns der Film nicht erreicht hat, über zu viele Sonnenuntergänge und zu wenig „echte“ Menschen, über perfektes Filmhandwerk, dröges Erzählen – und über schlecht animierte Wölfe. Am Mikrofon: Hendrik, Tom und Thomas.
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Über diesen Podcast
Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und
spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten
echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction
und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte
Klassiker.
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