SchönerDenken FilmPodcast

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Der erste Eindruck direkt nach dem Kino

Episoden

Folge 1387: TRAIN DREAMS - Die Farben von Liebe und Vergänglichkeit
16.02.2026
17 Minuten
Wo gehöre ich hin? Was ist der Sinn meines Lebens? Wie lebe ich weiter, wenn ich einen großen Verlust erlitten habe? Das sind die Fragen, die sich der Holzfäller Robert (Joel Edgerton) stellt. Erst als Gladys (Felicity Jones) in sein Leben tritt, fühlt er sich nicht mehr verloren. Aber es geht nicht nur um die Vergänglichkeit des eigenen Lebens sondern auch um den Abschied von der alten Welt, die noch präsent ist, als Robert zu Beginn Bäume fällt und die verschwunden ist, als Robert am Ende einen Menschen im Weltall sieht. Regisseur Clint Bentley und sein Kameramann Adolpho Veloso nehmen uns mit ein Leben voller harter Arbeit, großer Natur und kleinem Glück. Ein optisch herausragender Film, der auf künstliches Licht verzichtet und ein berührender Film, gerade wo er Liebe zeigt. Einen Wermutstropfen stellt der Erzähler dar, der zu oft als Stimme aus dem Off aus der Novelle zitiert – da gerät der Film unversehens zu einem bebilderten Hörbuch und wird in diesen Stellen manchen Zuschauer auf Distanz halten. Direkt nach dem Film sprechen wir über Zeitsprünge, Geister und Töchter. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna und Thomas.
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Folge 1386: 28 YEARS LATER THE BONE TEMPLE – Der Mensch ist des Menschen Wolf
01.02.2026
10 Minuten
Die wahren Monster sind die Menschen – nicht die Infizierten, die Zombies. Im Mittelpunkt steht eine Gang, als satanische Sekte geführt vom sadistischen Sir Lord Jimmy Crystal, der nicht zufällig seine Initialien mit Jesus Christus teilt. Spike, der jugendliche Protagonist des Vorgängerfilms gerät in ihre Fänge und weiß nicht, wie er lebend dort heraus kommen soll. Die Gang zieht umher und foltert und mordet andere Überlebende. Dr. Kelso hat derweil eine besondere Begegnung mit einem Alphazombie. Unter anderem ist THE BONE TEMPLE eine Auseinandersetzung mit religiösem Wahn und Religion als Theater. Nachdem der Vorgängerfilm das Verlassen des Paradieses beschreibt, ist BONE TEMPLE der Abstieg in die Hölle, vielleicht ist der nächste Film die Eroberung des Himmels. THE BONE TEMPLE ist geradlinig und folgt nur wenigen Handlungssträngen. Der gelegentliche Humor ist schwarz, die Gewalt ist blutig und explizit, belastend aber nur, wenn Menschen grausam (hier sehr grausam) zu anderen Menschen sind. Besonders Ralph Fiennes hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Sein Dr. Kelson steht als fast einzige Figur für die Bewahrung von Menschlichkeit in einer völlig zusammengebrochenen Zivilisation. Er steht auch für die kleine Hoffnung, dass die Zukunft mehr bieten könnte als sadistische Menschen, ständige Flucht und die Schreie der Zombies, die immer näher kommen. Sehenswert. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Marc, Tom und Thomas.
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Folge 1385: HAMNET - Liebe, Tod, Theater
31.01.2026
9 Minuten
Agnes (Jessie Buckley) steht im Mittelpunkt, nicht der Sohn eines Handschuhmachers, in den sie sich verliebt und den sie heiratet. Agnes, die Tochter einer Kräuterfrau, die aus dem düsteren Dunkel des Waldes gekommen ist. Auch Agnes behält ihre magische Beziehung zur Natur, erkennt die Zukunft durch eine Berührung, aber ihre Heilkräfte verlassen sie als eines ihrer Kinder sich mit der Pest infiziert. Ihr Mann Will kehrt aus London zurück. Er ist dort mittlerweile erfolgreich als Bühnenautor und leitet eine Theatertruppe. Die kommenden Schicksalsschläge hinterlassen ihre Spuren in seinem Theaterstück „Hamlet“. HAMNET ist ein berührender und bewegender Film mit magischen Momenten - über die Liebe zwischen zwei Menschen, zwischen einer Mutter und ihren Kindern, über die Liebe unter Geschwistern, über Trauer, Verlust und Verzweiflung. Meisterregisseurin Chloe Zhao baut eine dichte Atmosphäre auf und schließt am Ende den Kreis, wenn der Wald, aus dem Agnes kommt, sich in der Bühnenkulisse spiegelt. Großartiges Ensemble rund um eine charismatische Jessie Buckley, großartige Inszenierung, großartiger Film. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna und Thomas, der sich erst nach die Tränen trocknen muss.
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Folge 1384: CHILDREN OF MEN - Die Hoffnung stirbt zuletzt
25.01.2026
16 Minuten
Eine Gesellschaft, die verarmt, starke Umweltzerstörung, Einwanderer als Sündenböcke, die in Käfigen gehalten, deportiert oder getötet werden von bis an die Zähne bewaffneten Einsatzkräften, ein autoritärer Polizeistaat – klingt vertraut? Jedesmal, wenn ich diesen Film von 2006 anschaue, rückt der Film näher an die Realität und kommt er mir weniger wie ein Science-Fiction und mehr wie eine Reportage vor. Aber CHILDREN OF MEN ist nicht nur eine große und berührende Erzählung über die Zerbrechlichkeit von Zivilisation und das Bewahren von Hoffnung, er ist auf vielen Ebenen auch ein herausragender Film. Vielleicht das realistischste World Building der Filmgeschichte, ein fantastisches Drehbuch mit einer Dramaturgie, die einen nicht mehr loslässt, atemberaubende Kameraarbeit, vielschichtige Charaktere und herausragende Schauspieler von Hauptrollen bis in die exzellent geschriebenen Nebenrollen. Wir haben CHILDREN OF MEN in einer Wiederaufführung im Capitol in Mainz gesehen – und auch die Unterbrechung durch einen Feueralarm im Kino konnte unsere Begeisterung nicht schmälern. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna und Thomas. (Ausnahmsweise spoilern wir von Anfang an.)
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Folge 1383: TOKYO GODFATHERS - Ein Weihnachtsmärchen (#Japanuary2026)
19.01.2026
9 Minuten
Es dauert nicht lange, bis man vergisst, dass man einen Animationsfilm schaut – so greifbar und lebendig sind die Figuren, so perfekt sind die „Kameraeinstellungen“ und so real ist die Stadt Tokio. Düster und komisch, spannend und immer schneller erzählt Satoshi Kon die Geschichte von drei Obdachlosen. Drei gescheiterte Figuren, die ein Baby finden und sich auf die abenteuerliche Suche nach den Eltern des kleinen Mädchens begeben. Dabei kommt es immer wieder zu magischen Zufällen und urkomischen Situationen. Aber das hier ist kein harmloses Weihnachtsmärchen: Spielsucht, Alkoholismus und Selbstbetrug sind genau so wenig zu übersehen, wie Jugendbanden, die aus Langeweile mit Stahlrohren auf die Obdachlosen einprügeln. Wir empfehlen TOKYO GODFATHERS als ganz besonderen Weihnachtsfilm. Am Mikrofon direkt nach dem Film mit dem ersten Eindruck im #Japanuary2026: Johanna und Thomas.
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Über diesen Podcast

Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.

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