Podcaster
Episoden
19.12.2025
1 Stunde 19 Minuten
Meine kleine Podcast-Weihnachtstradition geht in die zweite Runde:
Zur Weihnachtszeit geht’s um Verschwörungstheorien! Das war letzten
Dezember so, das ist diesen Dezember so. Letztes Mal habe ich mit
Jenny und Tobias von der Beratungsstelle Veritas gesprochen.
Diesmal habe ich den Kulturwissenschaftler Michael Butter zu Gast.
Michael ist Amerikanist, leitet Forschungsprojekte und schreibt
Bücher zum Thema Verschwörungsdenken. Er ist einer der Experten
hierzulande in diesem Bereich. Wir reden logischerweise über
Verschwörungstheorien – und warum man diese konspirativen
Gedankengebilde wirklich so nennen darf. Michaels soeben bei
Suhrkamp erschienenes Buch heißt „Die Alarmierten. Was
Verschwörungstheorien anrichten“ und beschäftigt sich nicht nur mit
dem Verschwörungsdenken selbst – es geht ebenso auf die Metaebene:
Wie wir über VT reden, wie der Diskurs verläuft, und wo er schief
ist. Im Podcast besprechen wir, warum Menschen an konspirative
Komplotte glauben wollen, welche Bedürfnisse dahinterstehen und
inwiefern diese Bedürfnisse teils legitim sind. Wir erörtern
Wirkweise und Funktion des verschwörungstheoretischen Denkens, von
eher harmlosen Spinnereien bis hin zum politischen Extremismus. Von
der Flachen Erde bis zum Rechtsextremismus – das volle Programm!
Und weil Weihnachten ist: Natürlich erfahrt ihr, was ihr tun könnt,
wenn Onkel Rüdiger am Weihnachtstisch – oder zur Silvesterfeier,
oder wann auch immer – seine absurden Telegram-Erkenntnisse
auftischt. Wir reden über Xavier Naidoo, über Akte X und über
Impfgegner-Rap. Ihr erfahrt, wie ihr mit möglichst wenig Streit und
ohne neue graue Haare durch die Feiertage kommt; und warum ihr euch
nicht mit Astronauten anlegen solltet! Enjoy & frohes Fest! ***
Michael Butter ist Professor für amerikanische Literatur- und
Kulturgeschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen und
ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
Er hat in Freiburg, Norwich und Yale Anglistik, Germanistik und
Geschichte studiert, in Bonn promoviert und in Freiburg
habilitiert. Zu seinen Veröffentlichungen gehört „Nichts ist, wie
es scheint“: Über Verschwörungstheorien (Berlin: Suhrkamp, 2018),
eine allgemeine Einführung ins Thema, die in mehrere Sprachen
übersetzt wurde. Von 2020 bis 2025 leitete er ein vom Europäischen
Forschungsrat gefördertes Projekt zum Zusammenhang von Populismus
und Verschwörungstheorien. Foto: Berthold Steinhilber
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30.11.2025
59 Minuten
Zur Novemberfolge von „Nicht noch ein Politik“-Podcast habe ich
Bijan Moini getroffen. Bijan ist nicht nur promovierter Jurist und
Bürgerrechtler, sondern auch Romanautor. Weil ihm die anstrengende
Wirklichkeit nicht anstrengend genug ist, hat er mit „2033“ einen
Roman geschrieben, in dem die politische Realität noch
anstrengender ist als bei uns! Das Szenario: Eine rechtsextreme
Partei gewinnt im Jahr 2033 die Bundestagswahl. Diese rechtsextreme
Partei – im Roman heißt sie AUFSTAND – kippt das politische System,
die Demokratie ist in Gefahr. Der Plot: Ein Bombenanschlag auf die
AUFSTAND-Partei stärkt ihre Opfererzählung und verhilft ihr so an
die Macht. Der Verlag schreibt: "Die rechtsextreme Partei AUFSTAND
stellt die Bundeskanzlerin. Als die junge Anwältin Marie Wigand
ihrer Chefin bei einem neuen Strafprozess assistieren soll, ahnt
sie noch nichts von seinem historischen Ausmaß. Die
Generalsekretärin der einzigen Oppositionspartei REFORM wird
angeklagt, hinter einem Bombenanschlag auf die Parteizentrale des
AUFSTANDs zu stecken. Doch schnell stellt sich heraus, dass es
nicht allein um Schuld oder Unschuld geht: Sollte die Politikerin
verurteilt werden, droht ein Verbot ihrer Partei – und der Weg für
den AUFSTAND wäre frei, das Grundgesetz abzuschaffen. Ein Rennen
gegen die Zeit beginnt, und Marie findet sich in einem Kampf
zwischen David und Goliath wieder, in dem es auch für sie selbst
immer gefährlicher wird ..." Mir gefällt Bijans Roman ausgesprochen
gut. Das Buch ist ein spannend komponierter Politthriller, der
Wirklichkeit und Möglichkeit auf eine Weise vermischt, dass man
Gänsehaut bekommt (einmal nenne ich den Text sogar – auch ich darf
mal in die Formulierungsgrabbelkiste greifen – den „Roman der
Stunde“). Ein Gedankenexperiment, das viele Parallelen zur
Gegenwart hat. Insofern sprechen wir im Podcast darüber, was mich
an Bijans dystopischem Polit-Thriller fasziniert. Wir erfahren,
warum Bijan gern über Zukunft nachdenkt, und wie Grundrechte,
Demokratie und Extremismus zusammenhängen. Natürlich reden wir über
die AfD, über Erik Ahrens, über „trampelhafte Merzäußerungen“,
deutsche Erinnerungsarbeit und darüber, wie die AfD es schafft,
Unzufriedenheit zu kapitalisieren. Ein paar Tipps zur Rettung der
Demokratie könnt ihr selbstverständlich auch abgreifen (Spoiler:
Widerstand ist möglich, aber kein Selbstläufer). Danke für die
fesselnde Geschichte, lieber Bijan – und ebenso danke für das
Gespräch! Bijan Moini wurde 1984 geboren und studierte Jura und
Politikwissenschaften in München und Paris. Anschließend wurde er
zum Dr. iur. promoviert mit einer Arbeit zur Zulässigkeit eines
Internetprangers für Sexualstraftäter, betreut vom ehemaligen
Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier. Nach
dem Referendariat in Berlin und Hong Kong arbeitete er drei Jahre
als Rechtsanwalt in einer Berliner Wirtschaftskanzlei. Dort baute
Moini die asylrechtliche Pro-bono-Praxis der Kanzlei mit auf. Seit
Mai 2017 unterstützte er die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
ehrenamtlich. Seit März 2018 ist er bei ihr angestellt als
Syndikusrechtsanwalt und seit dem Herbst 2021 leitet er das
wachsende Legal Team der GFF. 2019 erschien der preisgekrönte Roman
»Der Würfel« im Atrium Verlag. Soeben erschien „2033“, ebenfalls
bei Atrium. Er stand bereits mehrfach vor dem
Bundesverfassungsgericht und erarbeitet seit dem Frühjahr 2025
federführend ein großes Gutachten zur AfD. »Bijan Moinis neuen
Roman sollten Sie lesen. Danach wird die Welt für Sie eine andere
sein.« - Ferdinand von Schirach Folgt Bijan gerne auf Bluesky! Foto
Bijan Moini: Simon Detel
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24.10.2025
1 Stunde 49 Minuten
Wenn eine Philosophin und ein Philosoph sich unterhalten,
befürchtet man das Schlimmste. Luftiges Gelaber, immer um den
heißen Brei herum, mit einem Fuß im Elfenbeinturm?! Fehlanzeige!
Das Gespräch mit Philosophiekollegin Judith Werner wurde kurzweilig
und locker – und das, obwohl wir uns selbstredend in geistige Höhen
vorwagen und über das Grübeln nachdenken und, vice versa, über das
Denken nachgrübeln. Judith hat nämlich ein tolles Buch über das
Zu-Viel-Denken geschrieben, über das Overthinking, über
Gedankenschleifen und Gehirnfolter; und darüber, wie wir besser
denken können. Was mir an Judiths Text gefällt ist, dass ihr Buch
beim Thema Overthinking im besten philosophischen Sinne nach links
und rechts schaut; und dabei jede Menge philosophische und
politische Erkenntnisse bietet. Natürlich denken wir im Podcast
nicht nur über das Denken nach, sondern auch über die Gesellschaft
und über gute Politik. Ihr erfahrt, wie ich mich versehentlich mit
den Amazon-Ultras der „Romantasy“-Fraktion angelegt habe, ebenso
was wir an Buchmessen auszusetzen haben. Wir erfahren, ob Judith
angesichts der Weltlage gut schläft, es geht um den Wunsch nach
Eskapismus, um Marie-Antoinette und adeligen Cottagecore; es geht
um sehnlichst ersehnte Brandmauern und misogyn-rassistische
Probleme im Bundeskanzleramt (respektive im Bundeskanzlerkopf); und
um die ewige Frage, ob Männer nicht vielleicht zu emotional für
Politik sind. Last but not least erfahrt ihr bei uns und wirklich
nur bei uns, wie Sokrates sich mit Friedrich Merz über das
Stadtbild unterhalten hätte. Viel Spaß mit dem Gespräch &
tausend Dank, liebe Judith! Wie immer sind wir dankbar über
Rückmeldungen, Kommentare und Feedback – und falls euch gefällt,
was ihr hört, dann teilt das Gespräch
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20.09.2025
1 Stunde 15 Minuten
Der Herbst naht mit großen Schritten. Das „schöne Wetter“ – darf
man das in Zeiten der Klimakrise überhaupt noch sagen? – neigt sich
dem Ende zu, die Heizungssaison beginnt früher oder später. Zeit
also, um über Energiepolitik zu sprechen! In der Septemberfolge von
„Nicht noch ein Politik-Podcast“ habe ich mit Annika Joeres
gesprochen. Annika ist Senior Reporterin für die
Investigativredaktion correctiv.org und Frankreichkorrespondentin
für DIE ZEIT. Mit Susanne Götze hat sie inzwischen fünf Bücher
geschrieben - nach der „Milliardenlobby – Wer uns von Öl und Gas
abhängig macht“ folgt eine kurze Streitschrift im Oktober: "Die
Sicherheitslüge - wie Europa sich mit Waffen schützen will - aber
mit Öl und Gas erpressbar macht." Logischerweise sprach ich mit
Annika also über Energiepolitik, Lobbyismus und Klima. Wir
besprechen den Zusammenhang zwischen Energiepolitik und nationaler
Sicherheit, und fragen uns, wie es sein kann, dass Deutschland in
Zeiten fossil geförderter russischer Angriffskriege lieber auf
Vergangenheitspolitik (und Vergangenheitspolitiker) setzt, anstatt
den Energiewende-Turbo einzuschalten. Wir reden über die
erfolgreiche Kampagne der fossilen Industrie und der BILD gegen das
„Heizungsgesetz“ und die Grünen; und über irrationale Angst, die
Grünen oder sonstige Klimaschützer würden einem höchstselbst die
Heizung herausreißen und durch eine Wärmepumpe zwangsersetzen. Und
was ihr tun könnt, um euch energiepolitisch besser aufzustellen und
etwas gegen die Klimakrise zu tun, erfahrt ihr selbstredend auch!
Vielen lieben Dank für das gute Gespräch, liebe Annika – es war mir
ein Spätsommerfest! Wie immer gibt’s das Gespräch zunächst exklusiv
für alle, die meine Arbeit mit ein paar Euronen supporten. Fun
Fact: Für den Preis einer großen Pommes hast du Zugriff auf alle
Podcasts vorab – und vor allem ermöglichst du meine Artikel &
Podcastgespräche. Danke also an alle, die schon dabei sind! Und
jetzt viel Spaß mit dem Podcast! Viele Grüße & euch ein schönes
Wochenende, Jan
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16.08.2025
1 Stunde 48 Minuten
Schon mal wütend aus dem Kino gelaufen? Ein Buch, das dir empfohlen
wurde, war stinklangweilig? Ein Computerspiel, auf das du dich
lange gefreut hast, hat enttäuscht? Und wieso haben alle anderen –
außer dir, natürlich – einen so miserablen Musikgeschmack? Es ist
normal, dass Kunst uns bewegt, im Guten wie im Schlechten. Mit
Kultur- und Literaturwissenschaftler Johannes Franzen habe ich
darüber gesprochen, warum Kunst uns emotionalisiert und wie sie es
tut. Wir reden über ästhetische Erfahrungen und ästhetische
Enttäuschungen, über die moralischen Grenzen der Kunst und ob die
Trennung zwischen Werk und Urheber jemals wirklich funktioniert.
Ihr erfahrt, warum mich Zombiefilme faszinieren, was der schlimmste
Spoiler meines Lebens war und warum Johannes Horrorfilme am
liebsten auf Wikipedia liest. Es geht um den Schmerz, der entsteht,
wenn unsere (früheren) Idole sich fehlverhalten; und warum es für
unsere Selbsterzählungen nicht nur wichtig ist, welche Filme,
Serien und Bücher wir lieben, sondern ebenso, welche wir hassen.
Wir sprechen über Gedichte als Folterinstrument und über meinen
Wandel vom professionellen Lyriker zum Gedichte-Aussteiger. Es geht
um Plot-Twists, um Rechtsrock und um vieles mehr! Danke für das
lebendige Gespräch, lieber Johannes! Johannes Franzen: Geboren
1984, ist Literaturwissenschaftler und Mitarbeiter am
Germanistischen Institut der Universität Siegen. Er spricht und
publiziert regelmäßig zu kulturellen Themen und Kontroversen u. a.
im Deutschlandfunk Kultur sowie in der »Frankfurter Allgemeinen
Zeitung«, der »taz« und auf »ZEIT Online«. Er ist Mitbegründer und
-herausgeber des Online-Feuilletons »54books« und schreibt den
Newsletter »Kultur und Kontroverse«.
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Über diesen Podcast
Ich bin Jan Skudlarek - Autor und Sozialphilosoph. Mich
interessiert das große Ganze und das kleine Komplizierte. In meinem
Podcast treffe ich Menschen, die sich engagieren, sich auskennen
und etwas zu sagen haben. Mehr zu mir gibts unter
www.janskudlarek.de!
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