Podcaster
Episoden
13.02.2026
1 Stunde 7 Minuten
Ich schaue mir das Sprechen über die Epstein-Files bei Markus
Lanz an und beschäftige mich damit, was so schwer ist, auf die
Frage: "Wie konnte das passieren?!" eine gute, journalistische
Antwort zu geben. Die Markus-Lanz-Sendung ist in jedem Fall
extrem schockierend.
Dazu hören wir Clips von Douglas Rushkoff, Autor des Buches
"Survival of the Richest": Welche Abschottungs- und
Eskapismus-Fantasien gibt es unter Milliardären?
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05.02.2026
59 Minuten
Für viele Iraner*Innen, darunter auch Avin Khodakarim, selbst
Journalistin und Vorstandssprecherin der iranischen Gemeinde in
Deutschland, ist es unglaublich frustrierend, wie deutsche Medien
die Sprache und Darstellung des iranischen Regimes übernehmen.
Bei Studio Kindler klärt sie über klassische Medienfehler auf.
Warum wird von "Protesten gegen die Regierung" gesprochen, statt
von "Revolution gegen das Regime"? Woher kommt der Reflex, stets
die Frage zu stellen: "Aber wer soll denn nun der neue Anführer
sein?" Hat genau das vielleicht auch etwas mit der deutschen
Geschichte zu tun?
Das alles und noch mehr besprechen Avin und Ich in dieser
bewegenden Folge. Ich danke Avin von Herzen, dass sie sich die
Zeit genommen hat, so offen über das Thema zu sprechen - trotz
des Drucks, den eine klare Haltung gegen das Regime auch für
Iraner*Innen in Deutschland bedeuten kann.
Wir hatten bei der Aufnahme leider erhebliche technische
Probleme. Es hat mehrere Tage gedauert diese Folge zu retten, wir
haben uns entschieden, sie zu spielen, obwohl es auch jetzt noch
zwischendurch etwas blechern klingt. Wir wollten das Gespräch
nicht noch einmal führen, weil dadurch die Unmittelbarkeit des
Gesagten verloren gegangen wäre.
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24.01.2026
1 Stunde 7 Minuten
Friedrich Merz, Cheflobbyist der Arbeitgeber in Deutschland, hat
sich über den seiner Ansicht nach zu hohen Krankenstand in
Deutschland beschwert. Und der Öffentlich-Rechtliche-Rundfunk
übernimmt größtenteils seine Fragestellung: Sind die Leute in
Deutschland schlichtweg zu faul?
Wir beschäftigen uns mit einem absoluten Nonsense-Diskurs, der
sprachlich sehr interessant ist: Wer ist eigentlich gemeint, wenn
es um den „Standort Deutschland“ geht? Wer profitiert ganz
konkret davon, wenn die volkswirtschaftliche Leistung gesteigert
wird? Und warum sollten wir noch mehr arbeiten, wenn diese
Mehrarbeit doch nur verwendet wird, damit der Ertrag eines
Anderen gesteigert wird?
Wir schauen eine ZDF-Doku, die Arbeitgeberpropaganda und
Klassenkampf von Oben verbreitet. Und dann beschäftigen wir uns
im Kontext Krankenstand und Work-Life-Balance mit einer
hochinteressanten Persönlichkeit: Wolfgang Grupp. Der
Multimillionär betonte stets, dass er bis zu seinem Ausscheiden
aus der Firma trigema keinen einzigen Krankentag hatte. Wie
sein Leben im Ruhestand weiter verlaufen ist und warum das alles
andere als vorbildhaft ist, gibt es in der 35. Folge von Studio
Kindler zu hören.
LINKS:
ZDF Doku: „Blaumacher-Republik Deutschland?“
Wolfgang Grupp zu Gast bei Tim Gabel
Fokus-Gespräch mit Wolfgang Grupp
Elias Naeb über Friedrich Merz/Work-Life-Balance
Danke fürs Zuhören!
STUDIO KINDLER LIVE:
25.1 - HAMBURG (Nico Semsrott)
28.2 - HAMBURG (Shahak Shapira)
5.3 - BERLIN (Shahak Shapira)
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09.01.2026
55 Minuten
Ein Jahr ist es her, dass die letzte reguläre Folge "Studio
Kindler" erschienen ist. Nun soll dieser Faden wieder aufgenommen
werden.
In Folge 34 geht es um einen Begriff, der uns medial an jeder
erdenklichen Stelle entgegen geschleudert wird: Die "Krise".
"Krise" ist ein rein rhetorischer Begriff. Sie beschreibt keine
Realität, sie konstruiert Realität. Oftmals mit dem Zweck,
Notwehr-Politik zu rechtfertigen. Schaut man sich den Begriff der
"Migrationskrise" an, so merkt man schnell: Hier wird von "Krise"
gesprochen, um allerlei unmenschliche politische Entscheidungen
zu rechtfertigen. Push-Backs auf dem Mittelmeer, Verweigerung des
Rechts auf Asyl, gewaltsame Abschiebungen. Alles wird damit
gerechtfertigt, dass man eben eine Krise zu bewältigen habe,
"Kontrollverlust", wie man so schön sagt.
Wir schauen uns an, wie Politik und Medien die Narration der
"Krise" im Jahr 2025 genutzt haben, um politische Entscheidungen
durchzusetzen.
Studio Kindler Late Night geht auch 2026 weiter!
1 // Hamburg, zu Gast: Nico Semsrott 2 // Hamburg, zu
Gast: Shahak Shapira 3 // Berlin, zu Gast: Shahak
Shapira
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24.11.2025
2 Stunden 14 Minuten
Am 14.10 veranstaltete die Rosa-Luxembourg-Stiftung unter dem
Titel "Antifa unter Generalverdacht" eine
Informationsveranstaltung im Kontext des Budapest-Komplexes.
Mit dabei waren:
John Malamatinas (Journalist)
Kristin Pietrzyk (Anwältin von Johann G.)
Birgit W. (Mutter der Inhaftierten Clara W.)
Felix R. (Vater von Emilie D.)
und Salome T. (Schwester von Maja T.)
Moderation: Jan Theurich (RLS Sachsen)
Der Paragraf § 129 StGB zur „Bildung einer kriminellen
Vereinigung“ wurde bereits im 19. Jahrhundert eingeführt – damals
vor allem, um die frühe Arbeiter*innenbewegung zu
kriminalisieren. Bis heute wird er nicht nur zur Bekämpfung
organisierter Kriminalität, sondern immer wieder auch gegen
politische Aktivist*innen eingesetzt. Er gilt als sogenannter
Schnüffelparagraf, da sein Einsatz weitreichende Maßnahmen wie
die Überwachung von Kommunikation, Hausdurchsuchungen und das
Ausspähen des sozialen Umfelds von Betroffenen ermöglicht.
Aktuell stehen besonders zwei Verfahren im Fokus: Beim sog.
Budapestkomplex wird mehreren Antifaschist*innen vorgeworfen,
Teilnehmer des Neonazi-Events „Tag der Ehre“ angegriffen zu
haben. Die verfassungswidrige Auslieferung von Maja T. von
Deutschland nach Ungarn sorgte in diesem Zusammenhang für
bundesweite Schlagzeilen. Im November startet in Dresden der
Prozess „Antifa Ost II“, der inhaltlich an den ersten
Antifa-Ost-Prozess anknüpft. Auch hier wird mehreren
Aktivist*innen die Bildung einer kriminellen Vereinigung
vorgeworfen. Einer der Hauptangeklagten, Johann G., spielt dabei
eine zentrale Rolle und wird auch im Budapestkomplex als
Schlüsselfigur gesehen – die Verfahren sind also eng miteinander
verknüpft.
Bei unserer Podiumsdiskussion sprechen wir mit Angehörigen der
Betroffenen, dem Journalisten John Malamatinas und der Anwältin
Kristin Pietrzyk darüber, wie der Paragraf 129 StGB angewandt
wird, welche Auswirkungen diese Verfahren auf antifaschistische
Strukturen, die Betroffenen selbst sowie ihre Familien haben –
und wie Solidarität möglich ist.
Weiterführende Artikel findet ihr hier:
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/antifa-ost-2-0-der-staat-inszeniert-einen-antiterrorprozess-gegen-links/c57fb260-11a2-4c32-ba13-f6879defa8e4
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195493.budapest-komplex-zaid-a-die-gerichte-hier-tanzen-nicht-nach-budapests-pfeife.html
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Über diesen Podcast
Wie werden politische Entscheidungen sprachlich vorbereitet und
gerechtfertigt? Das schaut sich Autor und Comedian Jean-Philippe
Kindler einmal die Woche anhand von Clips, Studien und
Zeitungsartikeln an. Wer die Wirkungsweise von Herrschaft verstehen
will, muss sich mit den dazugehörigen Codes beschäftigen.
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