Cybersecurity ist Chefsache

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Episoden

Reisesicherheit: Wie du Daten, Geräte und dich selbst auf Reisen schützt
20.07.2026
50 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Katrin mit Torsten Strelow, IT-Bereichsleiter bei der AGL Activ Services GmbH und zertifizierter HEAT-Trainer (Hostile Environment Awareness Training), über ein Thema, das heute weit mehr Menschen betrifft als früher: Reisesicherheit. Torsten kommt aus dem Bundeswehr-Umfeld, war in Auslandseinsätzen und bereitet heute unter anderem NGO-Mitarbeitende auf Reisen in schwierige Regionen vor, von Checkpoints über Minenfelder bis hin zu Geiselnahme-Szenarien.


Der rote Faden der Folge: Sicheres Reisen beginnt im Kopf. Torsten erklärt, warum jede Reise mit einer nüchternen Risikobewertung startet (er nutzt ein einfaches Ampel-System aus Grün, Gelb und Rot) und warum das Smartphone heute das größte Einfallstor ist. Auf dem Gerät liegen Kontakte, Firmendaten, Bewegungsprofile und die halbe Lebensgeschichte, und all das kann an einer Grenze in fünf Minuten kopiert werden. Sein pragmatischer Ansatz: dedizierte Reisegeräte mit möglichst wenig Daten, Zugriff nur über Browser und ein Reise-VPN in eine sichere Zone, statt den ganzen Datenschatz mit über die Grenze zu nehmen. Und ein Satz, den er immer wieder betont: „Keiner ist mein Freund", weder der Taxifahrer noch der Flughafenbeamte noch das kostenlose WLAN.


Besonders praxisnah wird es bei der Frage, was Unternehmen und Reisende konkret tun können: von der ELEFAND-Registrierung und der „Sicher Reisen"-App des Auswärtigen Amts über den Zweitpass bis zum richtigen Umgang mit Social Media. Denn wer live postet, wo er gerade ist, liefert Angreifern die Informationen frei Haus, gerade in Zeiten, in denen sich offene Profile per KI in Sekunden auswerten lassen. Zum Schluss gibt es Torstens Faustregel für unterwegs, „wenig verbinden, wenig speichern, wenig posten, viel prüfen", und eine schnelle Fragerunde mit klaren Antworten.


Im Gespräch geht es außerdem um:


Warum sichere Reise im Kopf beginnt und wie eine ehrliche Risikobewertung (grün, gelb, rot) funktioniert Wieso das Smartphone das größte Risiko ist und was an der Grenze mit deinen Daten passieren kann Reise-Handy und Reise-Laptop: möglichst wenig Daten, Browser-Zugriff und ein Reise-VPN Warum „keiner ist mein Freund" gilt, vom Taxifahrer bis zum kostenlosen WLAN Was HEAT-Training ist und warum es für NGO-Mitarbeitende teils vorgeschrieben ist ELEFAND und die „Sicher Reisen"-App des Auswärtigen Amts, auch offline nutzbar Zweitpass, kritische Stempel und der Unterschied zwischen privater und geschäftlicher Reise Social-Media-OPSEC: warum du deinen Standort nicht live teilen solltest Was Unternehmen etablieren können, von Reise-Richtlinien bis zur 24/7-Hotline Nach der Reise: reflektieren, Warnsignale erkennen und Geräte im Zweifel forensisch prüfen lassen Die Balance zwischen gesundem Sicherheitsbewusstsein und übertriebener Paranoia


Eine sehr praxisnahe Folge für Geschäftsreisende, IT- und Sicherheitsverantwortliche, HR und alle, die beruflich oder privat unterwegs sind, und die erkennen wollen, dass Reisesicherheit längst nicht mehr nur ein Thema für Krisengebiete ist.


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Reden statt totschweigen, wie wir Kinder vor digitaler Gewalt schützen
13.07.2026
1 Stunde 27 Minuten
️ Inhaltshinweis / Triggerwarnung: Diese Folge behandelt bewusst schwere Themen wie digitale Gewalt, Cybermobbing, sexualisierte Gewalt gegen Kinder, Erpressung und Suizid. Wer damit gerade nicht umgehen kann, hört gerne bei der nächsten Folge wieder rein.


In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Ann-Katrin und Nico mit Noèl Funke, Gründer und Vorstand von Hackers4Good e.V., über ein Thema, das oft totgeschwiegen wird: digitale Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Der Verein engagiert sich seit Jahren in der Präventionsarbeit an Schulen, und die drei sind sich einig: Gerade weil diese Themen unbequem sind, muss man offen über sie sprechen und sie aus der Grauzone herausholen.


Noèl Funke ordnet zunächst ein, wie breit das Feld der digitalen Gewalt reicht, von scheinbar „harmlosem" Mobbing in Klassenchats über die Weiterverbreitung intimer Bilder und Erpressung (Sextortion) bis hin zu den härtesten Formen von Missbrauch. Er beschreibt, warum sich die Dynamik durch Smartphones und soziale Medien komplett verändert hat: Was früher auf dem Schulhof blieb, ist heute in Minuten für die ganze Welt sichtbar und lässt sich kaum zurückholen. Besonders eindringlich wird es beim Thema KI: Aus einem harmlosen Foto und wenigen Sekunden Sprachnachricht lassen sich heute mit wenig Aufwand täuschend echte, missbräuchliche Inhalte erzeugen, eine Entwicklung, mit der Aufklärung und Strafverfolgung kaum Schritt halten.


Der zweite Teil der Folge macht Mut. Noèl Funke erklärt, warum Verbote und der erhobene Zeigefinger nicht funktionieren und warum es stattdessen auf Offenheit, Begleitung und ein echtes „Wir-Gefühl" ankommt, zwischen Kindern, Eltern, Schulen und Gesellschaft. Am Beispiel eines Vorzeigeprojekts in Köln zeigt er, wie Peer-Education wirklich wirkt: Ältere Schülerinnen und Schüler werden zu Medien-Coaches ausgebildet und entwickeln eigenständig Formate für die jüngeren Jahrgänge, mit enormem Engagement, gerade auch von Jugendlichen, die sonst als „Problemfälle" gelten. Zum Abschluss beantwortet er sehr konkrete Fragen von Eltern und Lehrkräften, vom richtigen Umgang mit Warnsignalen bis zur Frage, wann man die Polizei einschaltet.


Im Gespräch geht es außerdem um:


Was „digitale Gewalt" alles umfasst und warum sie eine ganz andere Dynamik hat als Mobbing früher Warum das Netz nichts vergisst und was das für Betroffene bedeutet Wie KI missbräuchliche Bilder und geklonte Stimmen ermöglicht, und warum Prävention damit kaum Schritt hält Warum Verbote und Bildschirmzeit-Regeln allein ins Leere laufen Weshalb Kinder Selbstbewusstsein brauchen und Eltern befähigt werden müssen, statt nur zu kontrollieren Wie Peer-Education an einer Kölner Schule zum Selbstläufer wurde Cybergrooming: woran man riskante Plattformen und Kontaktversuche erkennt Warum sich nichts zu 100 Prozent verhindern lässt, und wie man trotzdem vorbereitet ist Konkrete Elternfragen: Warnsignale erkennen, das Gespräch suchen, ohne dass das Kind „dichtmacht" Was zu tun ist, wenn das eigene Kind zum Opfer oder zum Täter wird


Eine bewusst unbequeme, aber wichtige Folge für Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen und alle, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen. Denn eines wird in dieser Folge sehr deutlich: Schützen können wir unsere Kinder nur gemeinsam.


Zum Weiterlesen: das Buch von Noèl Funke zum Thema digitale Gewalt, „Alle wissen es"


Unterstützung für ein Herzensprojekt: Noèl Funke arbeitet an einem Hörspiel zu seinem Buch, das er Schulen frei zugänglich machen möchte. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann hier direkt spenden


Wenn dich eines der Themen persönlich betrifft: Du bist nicht allein, und es ist keine Schwäche, sich Hilfe zu holen.


Hier findest du anonyme und kostenfreie Anlaufstellen:


Hilfetelefon „Gewalt gegen Kinder" (anonym & kostenfrei): 0800 1414007, www.hilfetelefon-kinderschutz.de Nummer gegen Kummer: 116 111 (Kinder & Jugendliche), 0800 1110550 (Elterntelefon), www.nummergegenkummer.de Örtliches Jugendamt: Beratung und Unterstützung vor Ort (Kontaktdaten deiner Kommune) Polizei in akuten Notfällen: 110


Ein persönliches Wort von Nico und Ann-Katrin: Dieses Thema passt vielleicht nicht zu 100 Prozent in einen Cybersecurity-Podcast. Für Nico ist es als Familienvater eines der wichtigsten überhaupt, und Ann-Katrin sieht das genauso: Am Ende geht es um das, was wirklich zählt, die Zukunft unserer Kinder. Genau deshalb dürfen wir alle nicht wegsehen. Bitte hört rein, sprecht darüber und tragt es weiter, denn wegschauen ist keine Option!


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Buch - Alle wissen es


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Informationssicherheit an Hochschulen: zwischen Forschungsfreiheit und Angriffsfläche
06.07.2026
43 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Ann-Katrin und Nico mit Sandra Heger, CISO an einer Hochschulen in Nordrhein-Westfalen, über ein Umfeld, das sich von jedem klassischen Unternehmen unterscheidet: die Hochschule. Hier gibt es keine Belegschaft, die per Arbeitsvertrag einer Security-Policy folgt, sondern Forschungsfreiheit, tausende Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende, die neue Systeme ausprobieren wollen, und eine IT-Infrastruktur, die das alles tragen muss.


Sandra beschreibt, wie man in diesem Spannungsfeld die Balance hält: zwischen der grundgesetzlich verankerten Freiheit von Forschung und Lehre auf der einen und dem Schutz vor einer wachsenden Angriffsfläche auf der anderen Seite. Ihr wichtigstes Werkzeug ist dabei nicht die Technik, sondern die Kommunikation. Statt als „Spielverderberin" mit dem erhobenen Zeigefinger aufzutreten, geht es ihr darum, Projekte zu ermöglichen, riskante Vorhaben sauber zu isolieren und früh ins Gespräch zu kommen. Sie erklärt außerdem, warum Hochschulen ein besonders lohnendes Angriffsziel sind, von Personal- und Studierendendaten über Patente und Start-up-Ideen bis zu noch unveröffentlichten Forschungsergebnissen.


Ein großer Teil der Folge dreht sich um Strukturen, Ressourcen und Zusammenarbeit. Sandra zeigt, dass eine Hochschule im Kern wie ein Unternehmen funktioniert, mit IT, Verwaltung, Personalräten und Gremien, durch die eine Leitlinie oft viele Iterationen wandern muss. Sie berichtet vom starken Netzwerk der Hochschulen in NRW, von der „Vereinbarung zur Informationssicherheit und Cybersicherheit" mit dem Land, die Maßnahmen an Fördermittel und eigene ISO-Stellen koppelt, und davon, warum der Austausch zwischen den Hochschulen die chronisch knappen Ressourcen zumindest teilweise auffängt. Zwischendurch geht es auch um ein Herzensthema aller drei: nachlassende Grundlagen-Skills bei Studierenden und der richtige Umgang mit KI in Studium und Lehre.


Im Gespräch geht es außerdem um:


Warum an der Hochschule Forschungsfreiheit und Informationssicherheit ständig neu ausbalanciert werden müssen Wieso Kommunikation und Ermöglichen wichtiger sind als Verbote und der erhobene Zeigefinger Was Hochschulen zum attraktiven Angriffsziel macht, von Studierendendaten bis zu unveröffentlichter Forschung Wie BYOD und tausende private Geräte die Absicherung erschweren Warum eine Hochschule strukturell einem Unternehmen ähnelt, inklusive Gremien und langer Entscheidungswege Wie das Netzwerk der Hochschulen in NRW funktioniert und warum Zusammenarbeit knappe Ressourcen auffängt Was die NRW-Vereinbarung zur Informationssicherheit bewirkt, von Fördermitteln bis zu eigenen ISO-Stellen Warum viele Hochschulen sich (noch) keine eigene ISO leisten und sich Stellen teilen Nachlassende Grundlagen-Skills bei Studierenden und der richtige Umgang mit KI in Studium und Lehre Sandras drei erste Maßnahmen, wenn sie Hochschulleitung wäre, mit klarem Fokus auf Personal und Awareness


Eine Folge für alle in Hochschulen, Forschung und Verwaltung, aber auch für alle aus der Wirtschaft, die sehen wollen, wie Informationssicherheit dort gelingt, wo Freiheit Programm ist, und warum „Cybersecurity ist Chefsache" auch an der Hochschule gilt.


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Grünes Häkchen heißt nicht sicher, was der Cyber Resilience Act wirklich fordert
29.06.2026
1 Stunde 2 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Kathrin mit Rebecca Lennartz, Product Security Managerin bei IGEL, über ein Thema, das durch neue Regulierung gerade enorm an Fahrt aufnimmt: Produktsicherheit und der Cyber Resilience Act. Für Rebecca ist es die erste Podcast-Folge überhaupt, und man merkt von der ersten Minute an, wie viel Leidenschaft in diesem Thema steckt.


Rebecca nimmt die Hörerinnen und Hörer mit in die Grundfragen, die in der Praxis oft übersprungen werden: Was ist eigentlich ein „Produkt", und wann beginnt Produktsicherheit? Sie zeigt, warum sichere Voreinstellungen, ein sauberer Umgang mit Schwachstellen und Transparenz über die eigene Software-Lieferkette entscheidend sind. Am Beispiel von IGEL, einem Linux-basierten Betriebssystem für Endgeräte, erklärt sie, wie das Team mit Schwachstellen in Open-Source-Komponenten umgeht, sie über das CVE-Programm validiert und in eigenen Security Advisories veröffentlicht. Auch das gerade brandaktuelle Thema rund um das auslaufende Secure-Boot-Zertifikat kommt zur Sprache, inklusive der Panik, die es bei vielen Kunden auslöst.


Besonders spannend wird die ehrliche Diskussion über Verantwortung und Regulierung. Wo hört die Produktsicherheit des Herstellers auf und wo beginnt die Betreiberverantwortung? Warum ist „billig einkaufen und teuer absichern" genau der falsche Ansatz? Und warum würden nach Einschätzung der drei aktuell die meisten Hersteller eine CRA-Konformitätsprüfung nicht bestehen? Rebecca, Nico und Ann-Kathrin ordnen ein, was der Cyber Resilience Act konkret bedeutet, vom ersten Mal, dass eine Regulierung beim Hersteller statt beim Nutzer ansetzt, über die Meldepflichten ab dem 11. September bis zur vollen Geltung 2027, und warum Produktsicherheit eben nicht nur Aufgabe der Security-Abteilung ist.


Im Gespräch geht es außerdem um:


Was ein „Produkt" wirklich ausmacht, aus Sicht von Vertrieb, Entwicklung und Sicherheit Warum sichere Default-Einstellungen oft mehr bringen als jedes nachträgliche Feature Wie man mit Schwachstellen in Open-Source-Komponenten umgeht, validiert und transparent kommuniziert Das auslaufende Secure-Boot-Zertifikat und warum es viele Hersteller und Kunden nervös macht Hersteller- versus Betreiberverantwortung, und wo die Grenze wirklich verläuft Supply Chain und Partnerprogramme: warum man fremder Software nicht blind vertrauen darf Wie ein lokal laufendes KI-Tool beim Scannen von Quell- und Binärcode hilft, ohne dass Daten das Haus verlassen Warum manche Produkte je nach Anwendungsfall nie zu 100 Prozent sicher sein können Was der Cyber Resilience Act konkret fordert, von Meldepflichten über SBOM bis zu fünf Jahren Sicherheitsupdates Warum „billig einkaufen, teuer absichern" der Idee von Security by Design widerspricht Open Source unter Druck: Finanzierung, KI und die Frage, ob das Fundament gerade ins Wanken gerät Die häufigsten Fehler in der Produktsicherheit, von Supply-Chain-Vertrauen bis zu mangelnder Kommunikation


Eine sehr praxisnahe Folge für Produktmanagerinnen und Produktmanager, Entwicklungs- und Security-Verantwortliche, Hersteller und alle, die wissen wollen, was der Cyber Resilience Act wirklich bedeutet, und die rechtzeitig vom „grünen Häkchen" zu echter Produktsicherheit kommen wollen.


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Pentest, Schwachstellenscan oder Red Teaming, wer blickt da noch durch?
22.06.2026
1 Stunde 11 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Kathrin mit Andreas Krüger, Gründer und Geschäftsführer von Laokoon SecurITy, über ein Thema, bei dem in der Praxis ständig Begriffe durcheinandergeworfen werden: Penetrationstests, und warum gerade im OT- und Hardware-Umfeld vieles anders läuft als in der klassischen IT. Andreas kommt selbst aus dem Bundeswehr-Umfeld, hat dort das Hacken von der Pike auf gelernt und betreibt heute ein eigenes Labor für Hardware- und OT-Pentests.


Zum Einstieg räumt Andreas mit dem „bunten Blumenstrauß" aus Pentest, Schwachstellenscan, Red Teaming und Hardware-Hacking auf. Sein Bild dafür ist eine Pyramide: Sie beginnt unten bei der konzeptionellen Absicherung, also klaren Dokumenten, Prozessen und einem sauberen Asset-Management. Darauf folgen der breit angelegte Schwachstellenscan, der nur bereits bekannte Muster findet, dann der fokussierte Pentest, der bewusst die Angreiferperspektive einnimmt und auch unbekannte Lücken sucht, und schließlich das Red Teaming, das eher Prozesse prüft und im besten Fall als Purple Teaming gemeinsam mit dem Verteidiger-Team läuft. Seine klare Botschaft an Unternehmen: Überspringt keine Stufe der Pyramide, und beginnt mit dem Fundament statt mit der spektakulären Übung.


Besonders ehrlich wird das Gespräch beim Unterschied zwischen IT und OT. Ein OT-Pentest ist für Andreas eine „Operation am offenen Herzen": Man kann nicht einfach einen automatisierten Scanner über eine laufende Produktionsanlage jagen, sondern braucht echtes Prozessverständnis, Referenz- oder Laborsysteme und oft auch den Blick auf physische Sicherheit und Social Engineering. Genau hier sieht er ein Marktproblem: Immer mehr IT-Beratungen drängen ohne echte Expertise in den OT-Markt und machen mit „grünen Häkchen" den Preis kaputt. Wie man einen wirklich kompetenten Anbieter erkennt, woran man Scharlatane entlarvt und warum Pentests, die aus Compliance-Gründen unbedingt „grün" sein müssen, das eigentliche Ziel sabotieren, diskutieren die drei sehr offen.


Im Gespräch geht es außerdem um:


Den Unterschied zwischen Schwachstellenscan, Pentest, Red Teaming und Hardware-Hacking, ohne Buzzword-Nebel Warum Asset-Management und die kritischen Pfade der Ausgangspunkt jedes sinnvollen Tests sind Warum ein OT-Pentest „Operation am offenen Herzen" ist und auf Referenz- statt Produktionssystemen gehört Wie physische Sicherheit, Social Engineering und sogar Drohnen ins Spiel kommen Woran man einen seriösen Anbieter erkennt, und warum manche Beratungen den OT-Markt kaputtmachen Warum Compliance-getriebene Pentests, die „grün" sein müssen, kontraproduktiv sind Wie oft man wirklich testen sollte, mindestens jährlich und nach jeder großen Änderung, nicht alle drei Jahre Welche Rolle KI im Pentesting spielt, stark beim Report und der Ausbildung, riskant als Ersatz für echtes Verständnis Warum „Prompt Engineering" kein Pentest ist und Leidensfähigkeit zum Handwerk gehört Hardware als Nischenmarkt: offene Debug-Schnittstellen, Seitenkanalangriffe und Firmware als Goldgrube Die Anekdote mit dem Computerspiel auf dem Geräte-Display, das den Hardware-Zugriff beweisen sollte Lieferketten und digitale Souveränität: zugelieferte Chips, versteckte Menüs und Europas blinde Flecken Einsteiger-Tipps für Studierende: erst die Basics verstehen (TCP/IP, Protokolle), dann Plattformen wie Capture the Flag


Eine sehr praxisnahe Folge für IT- und OT-Verantwortliche, Sicherheitsbeauftragte, Hersteller und alle, die wissen wollen, was ein Pentest wirklich leistet, und die nicht erst im Ernstfall merken wollen, dass „Häkchen grün" eben nicht „sicher" bedeutet.


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Andreas Krüger - LinkedIn Profil


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Über diesen Podcast

Der wöchentliche Podcast „Cybersecurity ist Chefsache“ ist eine Plattform, auf der verschiedene Experten aus der Welt der Digitalisierung und Cybersecurity zusammenkommen, um über aktuelle Themen, Trends und praktische Anwendungen zu sprechen. Die Hosts Nico Freitag und Ann-Kathrin Lange laden regelmäßig Freunde, Kollegen und Gleichgesinnte aus unterschiedlichen Branchen ein, um ihre Erfahrungen und Perspektiven zu teilen. Gemeinsam diskutieren sie aktuelle Themen rund um Digitalisierung, Cybersecurity, OT-Sicherheit, Datenschutz und Informationssicherheit sowie deren praktische Umsetzung. Die Themen werden durch die Community mitbestimmt, sodass die Zuhörer:innen relevante, praxisnahe und aktuelle Einblicke erhalten.
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