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Cybersecurity ist Chefsache Archiv

153 Episoden
1 Stunde 6 Minuten
Die IT soll alles absichern, neue Ideen möglich machen und gleichzeitig weniger kosten. Wenn ein Digitalprojekt dann stecken bleibt, steht schnell der vermeintliche Innovationsverhinderer fest. Aber liegt das Problem wirklich bei der IT oder fehlt dem Unternehmen das gemeinsame Fundament?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ spricht Nico Freitag mit Sonna Barry darüber, wie Cybersicherheit im Mittelstand zum Wettbewerbsvorteil werden kann. Im Mittelpunkt stehen klare Prioritäten, belastbare IT-Strukturen, Lieferfähigkeit und die Frage, wie Geschäftsführung, Fachabteilungen und IT gemeinsam handlungsfähig werden.

Sonna ist VP Business Development & Strategy bei secida und beschäftigt sich mit Cybersicherheit und IT-Infrastrukturoptimierung. Im Gespräch beschreibt sie ihre Erfahrung aus mehr als 20 Jahren im IT-Umfeld und dem Vertrieb komplexer Softwarelösungen. Ihr Schwerpunkt: technische Zusammenhänge so übersetzen, dass auch Geschäftsführungen daraus Entscheidungen ableiten können.

Der Einstieg führt direkt in den Alltag vieler Mittelständler: steigende Kosten, knappe Ressourcen und immer mehr Anforderungen. Sonna plädiert dafür, zuerst zu verstehen, welche Expertise bereits vorhanden ist und wo Unterstützung fehlt. Entscheider müssen nicht jedes technische Detail selbst beherrschen. Sie brauchen aber verlässliche Informationen und Menschen, denen sie vertrauen können.

Besonders konkret wird es beim Unterschied zwischen dokumentierter Vorbereitung und tatsächlicher Wiederherstellungsfähigkeit. Welche Systeme halten den Betrieb am Laufen? Wie lange dürfen sie ausfallen? Und wurde schon einmal geprüft, ob ein Backup wirklich wieder eingespielt werden kann? Diese Fragen lassen sich nicht allein in der IT beantworten. Fachabteilungen und Geschäftsführung müssen den betrieblichen Bedarf benennen, damit die IT die technischen Abhängigkeiten einordnen kann.

Ein weiteres Beispiel: Ein Pilotprojekt funktioniert in einer kleinen Abteilung hervorragend und soll anschließend im ganzen Unternehmen ausgerollt werden. Erst dann fallen fehlende Schnittstellen, gewachsene Strukturen und Sicherheitsfragen auf. Sonna erklärt, warum frühe Einbindung der IT und ein tragfähiges technisches Fundament darüber entscheiden können, ob aus einer guten Idee ein nutzbarer Wettbewerbsvorteil wird.

Auch Schatten-IT und selbst beschaffte Cloud-Dienste kommen zur Sprache. Statt nur nach Regelverstößen zu suchen, lohnt sich der Blick auf die Bedürfnisse dahinter: Warum haben Fachabteilungen eigene Lösungen aufgebaut? Welche Daten und Prozesse lassen sich sinnvoll zusammenführen? IT-Optimierung wird damit zugleich zur Prozessverbesserung und zu einer Aufgabe, bei der Mitarbeitende mitgenommen werden müssen.

Bei der Erfolgsmessung geht es um greifbare Veränderungen: weniger Wartezeit, einfachere Anmeldungen, automatisierte Routineaufgaben und schnellere Prozesse. Besonders kritisch betrachtet Sonna widersprüchliche Anreize. Wenn Sicherheit verbessert werden soll, der Bonus aber ausschließlich an sinkenden IT-Kosten hängt, passen Ziel und Steuerung nicht zusammen.

Zum Schluss rücken Lieferketten, Kundenvertrauen und Krisenkommunikation in den Mittelpunkt. Ein Wiederherstellungsplan hilft erst dann wirklich, wenn die Abläufe geübt wurden. Dazu gehören neben der Technik auch Entscheidungen der Geschäftsführung und die Kommunikation mit Betroffenen. Die Folge endet mit einer Schnellfragerunde und einem konkreten Einstieg: das Gespräch mit der eigenen IT suchen und ehrlich klären, was gut läuft, wo es hakt und welche Risiken Aufmerksamkeit brauchen.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum Cybersicherheit im Mittelstand mehr ist als ein zusätzlicher Kostenblock

Wie Geschäftsführungen trotz begrenzter technischer Expertise entscheiden können

Weshalb Vertrauen und verständliche Beratung den Einstieg erleichtern

Warum allgemeine KI-Ratschläge keine unternehmensspezifische Analyse ersetzen

Wo Compliance-Dokumentation und gelebte Sicherheit auseinanderliegen können

Welche Fragen zu kritischen Systemen und Ausfallzeiten zuerst geklärt werden sollten

Warum ein vorhandenes Backup noch kein erfolgreicher Wiederherstellungstest ist

Weshalb Geschäftsführung und Fachabteilungen die IT bei der Priorisierung brauchen

Wie Digitalisierungsprojekte zwischen Pilot und unternehmensweitem Rollout scheitern

Warum die IT frühzeitig in neue Vorhaben eingebunden werden muss

Wie Schatten-IT und Cloud-Wildwuchs sichtbar gemacht werden können

Welche Chancen in besser verbundenen Daten und Prozessen stecken

Wie Single Sign-on und automatisierte Routineaufgaben im Alltag helfen können

Warum neue Ziele passende Kennzahlen und Anreize brauchen

Welche Rolle Lieferfähigkeit und Sicherheitsnachweise für Geschäftsbeziehungen spielen

Wie transparente Kommunikation nach einem Vorfall Vertrauen erhalten kann

Weshalb Notfallübungen auch Geschäftsführung und Fachabteilungen einbeziehen sollten

Wie Unternehmen vom Abwarten zu konkreten nächsten Schritten kommen

Der rote Faden der Folge: Cybersicherheit wird dann zum Wettbewerbsvorteil, wenn sie mit den Zielen und Abläufen des Unternehmens verbunden wird. Ein belastbares IT-Fundament, getestete Wiederherstellung und klare Verantwortlichkeiten schaffen die Grundlage dafür, neue Ideen schneller umzusetzen und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.

Eine Folge für Geschäftsführungen, IT-Leitungen, CISOs, Verantwortliche für Digitalisierung und alle, die im Mittelstand Sicherheit, wirtschaftliche Prioritäten und Innovationsfähigkeit zusammenbringen müssen.

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48 Minuten
Heute verschlüsselt heißt nicht automatisch, dass Daten auch in zehn Jahren noch geheim bleiben. Was passiert, wenn Angreifer Informationen bereits heute abgreifen und erst später entschlüsseln? Und wie schnell könnte ein Unternehmen seine Verschlüsselungsverfahren austauschen, wenn genau das notwendig wird?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Nico Freitag und Ann-Katrin Lange über Post-Quanten-Kryptografie, das Risiko „Harvest now, decrypt later“ und die Frage, warum Unternehmen sich mit der Zukunft ihrer Verschlüsselung beschäftigen sollten, bevor daraus ein akutes Problem wird.

Dabei geht es bewusst um die unternehmerische Perspektive: Welche Daten müssen wie lange vertraulich bleiben? Wo steckt Kryptografie überhaupt im Unternehmen? Wer trägt die Verantwortung dafür? Und wie lässt sich ein weiteres Sicherheitsthema angehen, wenn IT und Geschäftsführung bereits mit Tagesgeschäft, KI und regulatorischen Anforderungen beschäftigt sind?

Ein zentraler Gedanke zieht sich durch das Gespräch: Es reicht nicht, auf ein vermeintlich für immer sicheres Verfahren zu warten. Unternehmen müssen in der Lage sein, kryptografische Verfahren, Schlüssel und Zertifikate kontrolliert zu wechseln. Ann-Katrin beschreibt das mit einem einfachen Bild: Das Schloss soll sich austauschen lassen, ohne dafür die gesamte Tür ersetzen zu müssen. Genau darum geht es bei Kryptoagilität.

Konkret wird die Diskussion bei der sogenannten Drei-Zeiten-Regel. Wie lange müssen Informationen geheim bleiben? Wie lange dauert eine Umstellung? Und welcher Zeitraum wird bis zu einem kryptografisch relevanten Quantencomputer angenommen? Diese Perspektive macht deutlich, warum ein zukünftiges Risiko bereits heute Entscheidungen auslösen kann – gerade bei Betriebsgeheimnissen oder langfristig schützenswerten Daten.

Als praktischer Einstieg kommen Datenklassifizierung und Krypto-Inventur zur Sprache. Am Beispiel eines Krankenhauses zeigen Nico und Ann-Katrin, wie schnell sich die Fragen vervielfachen: Welche Daten liegen wo? Welche Systeme und Hersteller sind beteiligt? Wie werden die Informationen geschützt und wer kann Änderungen tatsächlich umsetzen? Eine Richtlinie allein beantwortet diese Fragen noch nicht.

Auch aus der OT bringt Nico Beispiele mit. Zertifikate mit jahrzehntelanger Laufzeit wirken im Alltag bequem, verschieben aber die Frage, wie ein Austausch im Ernstfall funktionieren soll. Damit führt das Gespräch zurück zu Security by Design: Wechselmöglichkeiten müssen von Anfang an mitgedacht werden, statt sie erst unter Zeitdruck nachzurüsten.

Zum Schluss geht es um Kosten, begrenzte Ressourcen und die Rolle externer Partner. Gerade Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht die IT ist, brauchen einen realistischen Einstieg und klare Zuständigkeiten. Die Frage nach künftiger Verschlüsselung betrifft deshalb auch die Geschäftsführung: Sie muss Prioritäten, Budget und langfristigen Schutzbedarf zusammenbringen.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Was hinter „Harvest now, decrypt later“ steckt

Warum langfristig vertrauliche Daten schon heute in die Planung gehören

Weshalb Betriebsgeheimnisse auch nach vielen Jahren noch wertvoll sein können

Warum die Diskussion über Quantencomputer für Unternehmen oft schwer greifbar bleibt

Was Kryptoagilität bedeutet und weshalb Austauschbarkeit so wichtig ist

Wie die Drei-Zeiten-Regel Schutzbedarf, Migrationsdauer und Zukunftsrisiko verbindet

Warum eine Krypto-Inventur ein konkreter erster Schritt sein kann

Welche Rolle Datenklassifizierung für die Priorisierung spielt

Wie Abhängigkeiten von Software, Maschinen und Herstellern eine Migration erschweren

Weshalb Schlüsselverwaltung und Verantwortlichkeiten mit auf die Agenda gehören

Warum digitale Signaturen und die Prüfung von Echtheit ebenfalls relevant sind

Was das Beispiel Krankenhaus über die Komplexität gewachsener Systeme zeigt

Weshalb Verschlüsselung im Alltag häufig unsichtbar bleibt

Welche Probleme sehr lange Zertifikatslaufzeiten im OT-Umfeld schaffen können

Wie Security by Design spätere Wechsel erleichtern kann

Warum neue Anforderungen auf begrenzte Budgets und knappe IT-Ressourcen treffen

Welche Rolle Dienstleister und externe Expertise für den Mittelstand spielen

Weshalb Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptografie eine Führungsaufgabe ist

Der rote Faden der Folge: Unternehmen brauchen einen Überblick über ihre Daten und die eingesetzte Kryptografie und einen realistischen Weg, diese weiterzuentwickeln. Wer Schutzbedarf, Abhängigkeiten und Wechselmöglichkeiten frühzeitig kennt, kann eine Migration planen, bevor Zeitdruck entsteht.

Eine Folge für Geschäftsführungen, CISOs, IT- und OT-Verantwortliche, Informationssicherheitsbeauftragte und alle, die verstehen möchten, was Post-Quanten-Kryptografie für ihr Unternehmen bedeutet und wie ein sinnvoller Einstieg aussehen kann.

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Zum Weiterlesen

BSI - Kryptografie quantensicher gestalten

NIST - What Is Post-Quantum Cryptography?

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45 Minuten
Ein eigenes CRM in zwei Tagen entwickeln, ein Abrechnungsprogramm selbst bauen oder mit einem Prompt die nächste App erstellen: KI macht vieles möglich, wofür früher ein ganzes Entwicklungsprojekt nötig war. Aber wird daraus automatisch gute Software? Und braucht es noch Softwareentwickler, wenn der Code von der KI kommt?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Nico Freitag und Ann-Katrin Lange mit Pierre Wilken über die Zukunft der Softwareentwicklung, die Grenzen von Vibe Coding und die Frage, wie Unternehmen neue Möglichkeiten nutzen können, ohne Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.

Pierre kommt selbst aus der Softwareentwicklung und dem Softwarebetrieb, hat unter anderem mit Kubernetes und Private Clouds gearbeitet und Unternehmen dazu beraten. Heute unterstützt er IT-Selbstständige und IT-Unternehmer beim Aufbau und der Weiterentwicklung ihres Geschäfts und beschäftigt sich außerdem mit der sicheren Einführung von KI in Unternehmen.

Seine Antwort auf die Einstiegsfrage fällt differenziert aus: Wer sich ausschließlich darauf konzentriert, Code zu erzeugen, wird sich verändern müssen. Wer dagegen versteht, welches Problem ein Kunde wirklich lösen möchte, gute Fragen stellt und tragfähige Lösungen entwickelt, bleibt gefragt. Pierre sieht KI vor allem als Beschleuniger für schnellere Feedbackzyklen. Ideen lassen sich früher ausprobieren und konkret zeigen, bevor Fachleute daraus eine belastbare Lösung entwickeln.

Besonders konkret wird das Gespräch beim Unterschied zwischen Prototyp und produktivem System. Pierre findet es ausdrücklich gut, wenn Menschen ohne Entwicklungshintergrund eigene Ideen ausprobieren. Kritisch wird es dort, wo ein schnell zusammengebautes CRM plötzlich echte Kunden- und personenbezogene Daten verarbeitet. Ein funktionierender Bildschirm sagt noch nichts darüber aus, ob die Anwendung sicher betrieben werden kann. Deshalb geht es immer wieder um dieselbe Frage: Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Auch die wirtschaftliche Seite kommt nicht zu kurz. Eine selbst entwickelte Lösung verspricht eingesparte Lizenzkosten und Funktionen, die genau zum eigenen Unternehmen passen. Doch Wartung, Absicherung und die vielen zunächst übersehenen Anforderungen verschwinden dadurch nicht. Pierre erzählt außerdem offen, wie er früher selbst technisch spannende Werkzeuge eingeführt hat, deren Nutzen den zusätzlichen Aufwand im Nachhinein nicht rechtfertigte. KI kann auch diesen Effekt beschleunigen, wenn klare Ziele fehlen.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Abhängigkeiten von KI-Anbietern. Was passiert mit den eigenen Abläufen, wenn ein Modell deutlich teurer wird oder nicht mehr verfügbar ist? Die drei sprechen über Wechselmöglichkeiten, hybride Ansätze und die Bedeutung realistischer Ausfallszenarien. Dazu kommt die Frage, wie Open-Source-Projekte mit einer wachsenden Menge KI-generierter Schwachstellenmeldungen umgehen können, wenn hinter den Projekten weiterhin Menschen mit begrenzter Zeit stehen.

Im letzten Teil geht es um die Weiterentwicklung von Fachkräften und Freelancern. Pierre spricht über Markt- und Zielgruppenverständnis, persönliche Sichtbarkeit und den Wert guter Fragen. Auch regulatorische Themen wie der Cyber Resilience Act und der Umgang mit Softwareabhängigkeiten kommen zur Sprache. Sein persönlicher Ansatz: Neue Anforderungen zunächst verstehen, ihre Bedeutung für das eigene Geschäft einordnen und daraus einen konkreten Plan machen.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum KI reine Codeproduktion verändert, aber echte Problemlösung nicht überflüssig macht

Woran Kunden kompetente Softwareentwickler erkennen können

Weshalb gute Fragen oft mehr über Expertise verraten als schnelle Antworten

Warum KI vor allem Feedbackzyklen und das Ausprobieren von Ideen beschleunigen kann

Wo die Grenze zwischen einem Prototyp und produktiver Software liegt

Weshalb echte Kundendaten in schnell gebauten Eigenlösungen besondere Risiken schaffen

Warum der Nachbau von CRM- und Abrechnungssystemen häufig unterschätzt wird

Wie man Experimentierfreude fördert, ohne Sicherheitsrisiken zu verharmlosen

Weshalb zusätzliche Tools und Agenten nicht automatisch einen wirtschaftlichen Mehrwert liefern

Warum Führung ein klares Zielbild für den Einsatz neuer Technologien schaffen muss

Welche Belastung KI-generierte Schwachstellenmeldungen für Open-Source-Projekte bedeuten können

Wie Abhängigkeiten von Modellen und Anbietern entstehen und warum Wechselmöglichkeiten wichtig sind

Weshalb Softwareentwickler ihre Neugier behalten und weiterlernen sollten

Wie sich regulatorische Anforderungen in konkrete Aufgaben übersetzen lassen

Warum Freelancer den Markt und die Probleme ihrer Zielgruppe verstehen müssen

Welche Rolle Positionierung, Sichtbarkeit und Vertrauen bei der Kundengewinnung spielen

Warum ein Security-Scanner kein Ersatz für Architekturverständnis und verlässliche Entwicklungsprozesse ist

Weshalb Tests, Reviews und Sicherheitsprüfungen systematisch in die Entwicklung gehören

Wie Pierre auf Junior-Entwickler, Produktionszugriffe und Verantwortung für KI-generierten Code blickt

Der rote Faden der Folge: Gute Softwareentwicklung beginnt beim Verständnis des Problems und endet nicht mit erzeugtem Code. KI kann Ideen schneller greifbar machen und Rückmeldungen beschleunigen. Ob daraus eine sichere, wirtschaftliche und wartbare Lösung wird, hängt weiterhin von Fachwissen, klaren Prozessen und bewussten Entscheidungen ab.

Eine Folge für Softwareentwickler, IT-Freelancer, Geschäftsführungen, IT- und Security-Verantwortliche sowie alle, die mit KI eigene Anwendungen bauen oder beurteilen müssen, wann aus einem Experiment ein produktiv nutzbares System werden kann.

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1 Stunde 5 Minuten
KI liefert Antworten, schreibt Code und übernimmt immer mehr Aufgaben. Je überzeugender die Ergebnisse werden, desto leichter gerät eine entscheidende Frage aus dem Blick: Verstehen wir noch, was die Systeme tun, und können wir erkennen, wenn sie falschliegen?

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ spricht Nico Freitag mit Marco Eggerling über den Schritt vom Chatbot zur agentischen KI, die Grenzen unseres Vertrauens und die Frage, wie Unternehmen aus technischen Möglichkeiten tatsächlich einen sinnvollen Nutzen ziehen können.

Marco ist erneut im Podcast zu Gast. Er bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in IT und Informationssicherheit mit und berichtet von seiner aktuellen Tätigkeit bei UiPath, wo er sich mit EMEA und Asien beschäftigt. Im Mittelpunkt steht diesmal, wie unterschiedliche Modelle, Agenten und bestehende Automatisierungen zusammenarbeiten und welche Rolle der Mensch dabei behält.

Zum Einstieg geht es um die Geschwindigkeit der Entwicklung und den eigenen Umgang mit KI. Marco erzählt, wie er verschiedene Modelle für unterschiedliche Aufgaben kombiniert und wie selbstverständlich selbst Menschen ohne technischen Hintergrund inzwischen mit Chatbots sprechen. Genau darin liegt aber auch eine Herausforderung: Eine Antwort kann schlüssig und überzeugend klingen und trotzdem falsch sein. Seine klare Aussage: KI ist keine „Truth Engine“.

Im weiteren Gespräch wird es konkret: Was unterscheidet einen Chatbot von einem Agenten, der tatsächlich Aufgaben ausführt? Marco beschreibt das Zusammenspiel spezialisierter Agenten mit dem Bild einer Fußballmannschaft. Nicht jeder muss alles können. Entscheidend ist, dass Fähigkeiten, Aufgaben und Steuerung zusammenpassen. An Beispielen aus der Prozessautomatisierung und einer automatisch bestellten Pizza wird greifbar, was daraus entstehen kann und welche Zugriffe dafür erforderlich sind.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Kosten und Abhängigkeiten. Nico hinterfragt, wie selbstverständlich wir KI inzwischen nutzen und was passieren würde, wenn ein genutztes Modell ausfällt, nicht mehr verfügbar ist oder deutlich teurer wird. Marco erläutert, wie die Orchestrierung verschiedener Modelle Abhängigkeiten reduzieren kann. Beide diskutieren, weshalb ein hoher Token-Verbrauch noch kein gutes Ergebnis bedeutet und warum Unternehmen vom gewünschten Resultat aus denken sollten.

Auch beim Vibe Coding bleibt der Blick kritisch. Nur weil sich Software schnell erzeugen lässt, sind Wartung, Verständnis und Verantwortung nicht erledigt. Wer bestehende Unternehmenssoftware nachbauen möchte, muss mehr berücksichtigen als den ersten funktionierenden Prototyp. Ähnlich ist es beim Prompting: Viel Kontext und lange Eingaben führen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen, können aber zusätzliche Kosten verursachen.

Zum Abschluss geht es um spezialisierte Modelle, den Einstieg in KI, die Ausbildung von Nachwuchskräften und die Rolle der Unternehmenskultur. Marco spricht sich dafür aus, die Möglichkeiten aktiv zu erkunden und menschliches Urteilsvermögen weiterzuentwickeln. Nico betont, warum Unternehmen einen geregelten Umgang mit KI gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden gestalten sollten, bevor sich die Nutzung an ihnen vorbei etabliert.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum überzeugend formulierte KI-Antworten nicht automatisch richtig sind

Wie sich Chatbots und handelnde KI-Agenten unterscheiden

Welche Rolle spezialisierte Agenten, Orchestrierung und menschliche Kontrolle spielen

Warum bestehende Automatisierungen auch in agentischen Abläufen wertvoll bleiben

Wie ein Assistenzsystem eine Pizza passend zur Ankunft bestellen könnte und welche Daten es dafür benötigt

Weshalb Unternehmen vom gewünschten Ergebnis aus planen sollten

Warum möglichst viele verbrauchte Tokens kein sinnvolles Erfolgsmaß sind

Wie unklare Prompts und unnötiger Kontext Kosten verursachen können

Weshalb KI-generierter Code weiterhin Verständnis, Prüfung und Wartung braucht

Welche Abhängigkeiten durch die Konzentration auf einzelne Modelle und Anbieter entstehen

Wie lokale Modelle, Alternativen und Failover-Mechanismen in die Überlegungen einfließen

Warum KI zugleich eine Chance für das Geschäft und eine Aufgabe für das Risikomanagement ist

Wie Nico und Marco die Grenzen von Guardrails und die Nutzung von KI auf Angriffs- und Verteidigungsseite diskutieren

Weshalb synthetische Inhalte neue Fragen an die Verlässlichkeit von Wissen stellen

Warum Nachwuchsausbildung und menschliche Expertise weiterhin gebraucht werden

Wie Unternehmen Mitarbeitende beim Einstieg begleiten können

Weshalb reine Verbote die Frage nach einem sinnvollen Umgang mit Schatten-KI nicht lösen

Welche Entwicklung Marco bei spezialisierten Sprachmodellen und den Kosten von KI erwartet

Der rote Faden der Folge: Der Wert von KI entsteht durch sinnvolle Ergebnisse, nachvollziehbare Abläufe und einen bewussten Umgang mit Risiken. Wer Agenten Aufgaben überträgt, muss weiterhin verstehen, was sie tun dürfen, wie Ergebnisse geprüft werden und welche Abhängigkeiten dabei entstehen. Menschliches Urteil bleibt ein entscheidender Teil der Arbeit.

Eine Folge für Geschäftsführungen, CISOs, IT- und Security-Verantwortliche, Verantwortliche für KI und Automatisierung sowie alle, die KI-Agenten im Unternehmen einsetzen und dabei Nutzen, Kosten und Kontrolle zusammenbringen möchten.

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53 Minuten
Der Mensch ist das schwächste Glied.“ Ein Satz, der in der Cybersecurity ständig fällt. Aber was macht diese Botschaft mit den Menschen, die sich jeden Tag sicher verhalten sollen? Wer Mitarbeitenden immer wieder erklärt, dass sie das Problem sind, fördert womöglich genau das Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden soll: Resignation statt Verantwortung.

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Ann-Katrin Langeund Nico Freitag mit Lia Fey über Security Awareness, Motivationspsychologie und die Frage, wie aus verpflichtenden Schulungen wirklich sicheres Verhalten entstehen kann.

Lia arbeitet in der Informationssicherheit, berät Unternehmen beim Aufbau von Informationssicherheitsmanagementsystemen und beschäftigt sich besonders damit, wie man Menschen für Sicherheit begeistert. Ihre klare Botschaft: Wer möchte, dass Menschen zuhören und mitmachen, muss ihnen ein nachvollziehbares Warum geben. Die eigene Familie, Kinder und Freunde schützen zu können, ist dabei oft ein stärkerer Antrieb als die nächste Compliance-Vorgabe.

Zum Einstieg stellt Nico eine scheinbar einfache Frage: Warum klickt ein Mitarbeiter auf einen Phishing-Link, obwohl er weder dumm noch nachlässig noch unmotiviert ist? Lias Antwort: „Weil der Link gut war.“ Angreifer nutzen Neugier, Hilfsbereitschaft, Angst und Zeitdruck. Auch Menschen, die sich mit Sicherheit auskennen, können im falschen Moment darauf hereinfallen. Entscheidend ist deshalb auch, wie ein Unternehmen anschließend reagiert und ob Fehler ohne Angst gemeldet werden können.

Im weiteren Gespräch wird deutlich, warum ein Training für alle selten zu allen passt. Wer in der Produktion kaum E-Mails nutzt, braucht andere Inhalte als jemand, der den ganzen Tag im Postfach arbeitet. Lia spricht darüber, wie Humor, persönliche Relevanz und die Beteiligung unterschiedlicher Abteilungen helfen können, Menschen besser zu erreichen. Statt Schulungen einfach vorzugeben, sollten Unternehmen auch diejenigen fragen, die bisher wenig damit anfangen können.

Besonders greifbar wird die Diskussion beim Zusammenspiel von Technik und Verhalten. Ann-Katrin erzählt von einer E-Mail, die wegen restriktiver Sicherheitsregeln nicht weitergeleitet werden konnte. Die Lösung im Arbeitsalltag: ein Foto, verschickt über WhatsApp. Das Beispiel zeigt, warum Sicherheitsmaßnahmen auch praktikabel sein müssen und weshalb sich Menschen mit zusätzlicher Technik allein nicht aus der Gleichung nehmen lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Situation nach dem Fehlklick. Viele Phishing-Simulationen zeigen, woran man eine verdächtige Nachricht erkennt. Doch was passiert, wenn der Rechner plötzlich nicht mehr funktioniert und der Stress steigt? Nico, Ann-Katrin und Lia diskutieren, warum Meldewege, Notfallabläufe und die ersten Reaktionen genauso geübt werden müssen. Ein Plan auf Papier hilft nur begrenzt, wenn ihn im Ernstfall niemand anwenden kann.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum auch gut geschulte und motivierte Menschen auf Phishing hereinfallen

Wie Angreifer Neugier, Angst, Zeitdruck und Hilfsbereitschaft ausnutzen

Weshalb die Botschaft vom „schwächsten Glied“ Resignation und Verantwortungsabgabe fördern kann

Warum ein persönliches Warum mehr bewirken kann als eine reine Compliance-Vorgabe

Wie Humor und Emotionen helfen können, Inhalte im Gedächtnis zu verankern

Weshalb Awareness auch im privaten und familiären Umfeld relevant ist

Warum Produktion, Verwaltung und Führungskräfte unterschiedliche Inhalte brauchen

Wie Mitarbeitende an der Entwicklung ihrer Trainings beteiligt werden können

Weshalb zu restriktive Schutzmaßnahmen unsichere Umwege begünstigen

Warum Klickraten allein noch keine funktionierende Sicherheitskultur belegen

Welche Rolle Melderaten und ein offener Umgang mit Fehlern spielen

Weshalb regelmäßige Übungen und Micro-Learnings wichtiger sind als eine einzelne Jahresveranstaltung

Wie Phishing-Simulationen mit passenden Schwierigkeitsgraden fördern statt frustrieren können

Warum Simulationen keine Falle sein sollten, um Mitarbeitende bloßzustellen

Was unter Stress nach einem Fehlklick passiert und wie sich die Reaktion trainieren lässt

Wie öffentlich verfügbare Informationen persönliche Angriffspunkte bei Führungskräften sichtbar machen können

Warum Medienkompetenz und niedrigschwellige Lernangebote auch Kinder und ältere Menschen erreichen sollten

Wie KI und glaubwürdige Täuschungen die Herausforderungen weiter verändern

Warum Motivation und gutes Systemdesign zusammengehören

Der rote Faden der Folge: Wissen allein führt noch nicht zu sicherem Verhalten. Menschen brauchen einen persönlichen Bezug, verständliche und praktikable Abläufe sowie die Möglichkeit, regelmäßig zu üben. Eine funktionierende Sicherheitskultur entsteht dort, wo Technik, Prozesse und Menschen zusammenspielen und Fehler gemeldet werden, statt aus Angst verborgen zu bleiben.

Eine Folge für Geschäftsführungen, CISOs, Informationssicherheitsbeauftragte, Security- und Awareness-Verantwortliche, Personalentwicklung sowie alle, die Menschen für Cybersecurity gewinnen und Sicherheitskultur im Alltag verankern möchten.

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35 Minuten
Die IT und insbesondere die Cybersecurity gelten als Branchen mit großem Fachkräftebedarf. Trotzdem ist der Einstieg kein Selbstläufer, weder für Quereinsteiger noch für Menschen, die sich als Freelancer selbstständig machen möchten.

In dieser Sonderfolge von „Cybersecurity ist Chefsache“, gemeinsam aufgenommen in Frankfurt, sprechen Nico Freitag und Ann-Katrin Lange darüber, was beim Einstieg wirklich zählt. Ann-Katrin berichtet offen von ihrem eigenen Weg in die Selbstständigkeit und davon, welche Entscheidungen sie rückblickend anders treffen würde. Dazu gehört vor allem, nicht erst nach der Kündigung mit der Suche nach Projekten und der Vorbereitung des Geschäfts zu beginnen.

Denn Selbstständigkeit besteht nicht nur aus der eigentlichen fachlichen Arbeit. Rechtsform, Versicherungen, Steuern, Geschäftskonto, Vertragsfragen, Preisgestaltung und Projektakquise gehören ebenso dazu. Wer diese Themen unterschätzt, kann schon zu Beginn unnötige Risiken eingehen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Quereinstieg in die IT. Nico und Ann-Katrin zeigen, warum vorhandene Berufserfahrung kein Hindernis sein muss, sondern zum entscheidenden Vorteil werden kann. Das Beispiel eines Lageristen macht es greifbar: Er begann damit, Abläufe und Systeme in seinem eigenen Arbeitsumfeld zu verbessern, baute dadurch praktische Referenzen auf und spezialisierte sich später auf die Weiterentwicklung von Lagersystemen.

Im Gespräch geht es außerdem um die Frage, wie Freelancer ihr Kompetenzprofil formulieren, Projektreferenzen sammeln und auf Vermittlungsplattformen sichtbar werden. Die klare Botschaft: Ein halb ausgefülltes Profil und passives Warten reichen nicht. Wer ein Projekt sucht, muss den eigenen fachlichen Schwerpunkt verständlich darstellen, passende Ansprechpartner aktiv kontaktieren und in Kundengesprächen Kompetenz zeigen, ohne sofort eine komplette kostenlose Beratung zu liefern.

Auch die finanzielle Seite kommt nicht zu kurz. Wie entsteht ein realistischer Stunden- oder Tagessatz? Welche Marge eines Vermittlers ist nachvollziehbar? Warum müssen Remote- und Vor-Ort-Sätze getrennt kalkuliert werden? Und weshalb können Reisen, Hotels und zusätzliche Arbeitstage ein vermeintlich gutes Projekt wirtschaftlich unattraktiv machen?

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum Ann-Katrin ihren Start in die Selbstständigkeit rückblickend anders vorbereiten würde

Weshalb man idealerweise vor der Kündigung mit Projektakquise und Planung beginnt

Welche organisatorischen, steuerlichen und versicherungsbezogenen Aufgaben oft unterschätzt werden

Warum ein klares Kompetenzprofil wichtiger ist als eine beliebige Liste von IT-Themen

Wie belastbare Projektreferenzen entstehen

Weshalb Ehrenamt, interne Verbesserungsprojekte oder praktische Eigeninitiative den Einstieg erleichtern können

Wie ein Lagerist über die Automatisierung von Abläufen den Quereinstieg in die IT geschafft hat

Warum man nicht allein deshalb Pentester werden sollte, weil der Markt gerade Pentester sucht

Welche Rolle Leidenschaft, Spezialisierung und Durchhaltevermögen spielen

Warum mehr Geld allein selten eine tragfähige Motivation für die Selbstständigkeit ist

Weshalb Work-Life-Balance im Freelancing nicht automatisch einfacher wird

Wie Freelancer-Portale und Projektvermittler sinnvoll genutzt werden können

Warum vollständige Profile, aktive Ansprache und gute Erreichbarkeit entscheidend sind

Ob der direkte Start in die Selbstständigkeit nach Ausbildung oder Studium sinnvoll ist

Wie man Stunden- und Tagessätze realistisch einschätzt

Warum KI-Antworten keine verlässliche Marktpreisrecherche ersetzen

Wie Vermittlermargen, Reisekosten und Vor-Ort-Tage in die Kalkulation gehören

Weshalb zu viel „Free Consulting“ im Erstgespräch kontraproduktiv sein kann

Wie Mentoring typische Stolpersteine beim Quereinstieg und beim Start als Freelancer reduzieren kann

Warum der Fachkräftemangel in der Cybersecurity nicht allein durch KI verschwinden wird

Der rote Faden der Folge: Ein erfolgreicher Einstieg in die IT braucht nicht zwingend den geradlinigsten Lebenslauf. Entscheidend sind ein glaubwürdiges Kompetenzprofil, praktische Referenzen, Eigeninitiative und eine realistische Vorbereitung. Wer sich selbstständig machen möchte, sollte nicht ins Leere springen, sondern Risiken früh erkennen und sich Unterstützung holen.

Zum Ende kündigen Nico und Ann-Katrin an, ihr Wissen künftig stärker im Rahmen eines persönlichen Mentorings zu teilen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die über Selbstständigkeit oder einen Quereinstieg nachdenken und sich bei Positionierung, Vorbereitung und Projektakquise Unterstützung wünschen. Weitere Einzelheiten sollen über die bekannten Kanäle folgen.

Eine Folge für Quereinsteiger, Berufseinsteiger, IT-Fachkräfte, angehende Freelancer und alle, die über einen Wechsel in die Cybersecurity oder eine selbstständige Tätigkeit nachdenken.

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1 Stunde 10 Minuten
„Awareness ist tot.“ Eine provokante Aussage aber dahinter steckt eine Erfahrung, die viele Unternehmen kennen: Mitarbeitende klicken sich durch verpflichtende Web-Based-Trainings, beantworten die Fragen und erhalten ein Zertifikat. Ob sich ihr Verhalten im entscheidenden Moment tatsächlich verändert, bleibt oft offen.

In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Nico Freitag und Ann-Katrin Lange mit Florian Haacke und Marcus Schaper über die Grenzen klassischer Security-Awareness-Programme und die Frage, wie aus vermitteltem Wissen echtes, souveränes Handeln werden kann.

Florian bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung als Sicherheitsverantwortlicher in DAX-Konzernen und unterschiedlichen Branchen mit. Seine zentrale These: Die Human Firewall beginnt nicht beim einzelnen Mitarbeitenden, sondern an der Spitze des Unternehmens. Wenn Geschäftsführung und Führungskräfte Cybersicherheit nicht sichtbar vorleben, wird das Thema auch in der Belegschaft nicht nachhaltig verankert.

Marcus und Florian erzählen, wie aus ihren Erfahrungen im Energieumfeld die Idee zu „What the Hack!“ entstand. Statt Menschen allein vor ein weiteres Pflichttraining zu setzen, bringt das Serious Business Game Teams miteinander ins Gespräch. Die Teilnehmenden bewerten reale Situationen, diskutieren unterschiedliche Antworten, sammeln Spielvorteile und versuchen gemeinsam, einen Hacker zu stoppen.

In der Folge bleibt es nicht bei der Theorie: Die Runde startet eine Live-Demo. Dabei wird sichtbar, warum der eigentliche Lerneffekt nicht allein in „richtig“ oder „falsch“ liegt. Er entsteht im Austausch, wenn Menschen ihre Entscheidungen begründen, andere Perspektiven kennenlernen und unter Zeitdruck zu einer gemeinsamen Lösung kommen.

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Warum klassische Pflichttrainings häufig keine nachhaltige Verhaltensänderung auslösen

Weshalb „Awareness ist tot“ nicht das Ende von Awareness, sondern das Ende überholter Methoden meint

Warum angstgetriebene Schulungen Mitarbeitende eher zum Problem erklären, als sie zu stärken

Weshalb absolvierte Trainings und Phishing-Klickraten nur begrenzt etwas über Sicherheitskultur aussagen

Warum die Human Firewall bei Vorstand und Geschäftsführung beginnt

Wie „Tone from the Top“ die Haltung der gesamten Organisation beeinflusst

Weshalb Security Ownership nicht einfach an einzelne Mitarbeitende delegiert werden kann

Wie haptische Erlebnisse und gemeinsame Übungen abstrakte Konzepte wie Security by Design verständlich machen

Warum spielerisches Lernen auch im professionellen Umfeld eine ernsthafte Methode ist

Wie „What the Hack!“ aus einer früheren Awareness-Initiative im Energiesektor entstanden ist

Warum Diskussion, Zusammenarbeit und Wiederholung für den Lernerfolg entscheidend sind

Wie Unternehmen eigene Kampagnen, Themen und Schwierigkeitsgrade in das Spiel integrieren können

Welche Rolle aktuelle Angriffslagen, Ransomware, Phishing, Datenschutz und NIS 2 spielen können

Weshalb die beste Lernerfahrung häufig in kleineren Gruppen mit ungefähr acht Personen entsteht

Wie physische, digitale, moderierte und KI-gestützte Spielvarianten funktionieren

Was Serious Gaming leisten kann und welche technischen Sicherheitsprobleme es ausdrücklich nicht löst

Warum eine starke Sicherheitskultur kein Single-Player-, sondern ein Community-Thema ist

Der rote Faden der Folge: Menschen sind nicht einfach „das Problem“. Sie sind ein entscheidender Teil der Sicherheitsorganisation aber nur dann, wenn Führung, Technik, Prozesse und Kultur zusammenspielen. Wissen allein reicht nicht. Menschen müssen Sicherheit erleben, besprechen, anwenden und wiederholen können.

Eine Folge für Geschäftsführungen, Vorstände, CISOs, Security- und Awareness-Verantwortliche, Personalentwicklung, Compliance-Teams sowie alle, die Cybersecurity-Trainings wirksamer und menschlicher gestalten möchten.

Hinweis: Die Vorstellung von „What the Hack!“ erfolgt aus Überzeugung der Beteiligten und ist keine bezahlte Werbung.

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50 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache“ sprechen Nico und Ann-Katrin mit Marie-Luise Wegg, Co-Founderin und Geschäftsführerin der NeoMINT GmbH. Knapp ein Jahr nach ihrem ersten Besuch im Podcast zieht Marie eine schonungslose Zwischenbilanz: Was ist aus der Idee geworden, ein eigenes Cybersecurity-Unternehmen aufzubauen und wie fühlt sich Unternehmertum an, wenn die LinkedIn-Erfolgsgeschichten auf die Realität treffen?

Marie erzählt offen von einer angespannten Marktlage, finanziellen Rückschritten und der Erkenntnis, dass eine GmbH kein Selbstläufer ist. Sie spricht darüber, warum Selbstständigkeit nicht automatisch ein dickes Auto, mehr Geld oder völlige Freiheit bedeutet und weshalb die entscheidende Frage vor der Gründung lautet: Was möchte ich mit diesem Unternehmen eigentlich erreichen?

Im Gespräch geht es auch um den Schritt von der Selbstständigen zur Arbeitgeberin. Marie beschreibt, wie schwer es ist, Erwartungen, Qualitätsansprüche und Unternehmenskultur in einer vollständig remote arbeitenden Firma zu vermitteln. Dabei wird deutlich: Gute Mitarbeitende brauchen nicht nur Aufgaben und moderne Werkzeuge, sondern Klarheit, Orientierung, Vertrauen und Raum zum Lernen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf künstlicher Intelligenz. NeoMINT nutzt KI nicht als Ersatz für Menschen, sondern um Expertenwissen zu strukturieren, wiederholbar zu machen und Beratungsleistungen effizienter zu erbringen. Marie erklärt, weshalb Junior Consultants dadurch nicht überflüssig werden, warum KI Schwächen ausgleichen kann und weshalb ein Unternehmen trotzdem Verantwortung für Einarbeitung und Kompetenzaufbau übernehmen muss.

Gleichzeitig zeigt sie die Grenzen: Wer KI grundsätzlich ablehnt, passt nicht zu einem Geschäftsmodell, dessen Abläufe gezielt auf Datenmodelle und Automatisierung ausgerichtet sind. Doch auch ein KI-affines Unternehmen darf Unsicherheit nicht mit Unfähigkeit verwechseln. Führung bedeutet deshalb auch, Fragen zuzulassen und Menschen bei der Veränderung ihrer Arbeit mitzunehmen.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Warum die Realität der Selbstständigkeit wenig mit den Erfolgsbildern auf LinkedIn zu tun hat

Weshalb Marie zu Beginn finanziell deutlich zurückstecken musste

Warum Selbstwirksamkeit für sie wichtiger ist als möglichst schnelles Wachstum

Wie sich ein vollständig remote arbeitendes Team führen lässt

Weshalb eine Unternehmenskultur nicht allein durch Benefits und flexible Arbeitszeiten entsteht

Warum People Pleasing zugleich Antrieb und Stolperfalle sein kann

Wie Unternehmer lernen, Ratschläge, Angebote und Netzwerke bewusst auszusortieren

Warum Junior Consultants nicht durch KI ersetzt werden

Welche Tätigkeiten automatisiert werden können und wo menschliche Verantwortung unverzichtbar bleibt

Wie NeoMINT Expertenwissen in ein gemeinsames Datenmodell überführt

Warum gute KI-Ergebnisse immer eine klare Vorstellung vom gewünschten Ergebnis voraussetzen

Wie kleine Beratungshäuser mithilfe von KI auch größere Aufträge bewältigen können

Weshalb Kunden nicht nur für Dokumente, sondern für Qualität, Kontext und nachvollziehbare Entscheidungen bezahlen

Warum viele Menschen unbewusst auf das Scheitern anderer warten

Welche persönlichen Fragen man sich vor einer Gründung stellen sollte

Der rote Faden: Selbstständigkeit ist kein fertiges Erfolgsmodell, sondern ein dauernder Lernprozess. KI kann Arbeit beschleunigen und Wissen skalierbar machen. Sie nimmt Unternehmern aber weder Entscheidungen noch Verantwortung ab.

Eine Folge für Gründerinnen und Gründer, Geschäftsführungen, Beratungsunternehmen, Führungskräfte sowie alle, die verstehen möchten, wie KI, Unternehmenskultur und persönliche Resilienz in der Praxis zusammenwirken.

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37 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache“ setzt Nico das Gespräch mit Ronny Bodach fort. Ronny ist Professor für IT-Sicherheit und Digitale Forensik an der Hochschule Mittweida und war mehr als 15 Jahre bei der Kriminalpolizei tätig, zuletzt in der Leitung der IT-Forensik.

Nachdem es im ersten Teil um Spurensicherung, flüchtige Daten und gerichtsfeste Beweise ging, richtet sich der Blick nun auf die Fälle, in denen die entscheidenden Daten nicht mehr auf einer lokalen Festplatte liegen. Was passiert, wenn sich der digitale Tatort in einer Cloud befindet, der Anbieter im Ausland sitzt oder verschlüsselte Kommunikation den Zugriff verhindert?

Ronny erklärt, welche Möglichkeiten Ermittler über Cloud-Konten, Zugriffstokens und internationale Rechtshilfe haben und wo selbst ein identifizierter Täter unerreichbar bleiben kann. Manchmal kennen die Ermittler den Namen, die Straße und sogar die Hausnummer, können aber nicht zugreifen, weil das betreffende Land nicht mit deutschen Behörden zusammenarbeitet.

Auch die politische Debatte über Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird bewusst nicht ausgespart. Strafverfolgungsbehörden benötigen Möglichkeiten zur Aufklärung schwerer Straftaten. Gleichzeitig schafft jede technische Hintertür ein neues Risiko für Unbefugte und gefährdet die Vertraulichkeit privater Kommunikation. Eine einfache Antwort gibt es nicht.

Im weiteren Verlauf geht es um die Frage, wie lange Unternehmen ihre Logs aufbewahren sollten, warum eine möglichst große Datenmenge nicht automatisch zu besseren Ermittlungen führt und weshalb schlecht konfigurierte Systeme entscheidende Spuren innerhalb kürzester Zeit überschreiben können.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die internationale Strafverfolgung. Ronny berichtet, wie sich die Zusammenarbeit über Europol und gemeinsame Ermittlungsgruppen verbessert hat, weshalb große Operationen gegen Ransomware-Gruppen trotzdem Monate oder Jahre benötigen und warum Unternehmen auch dann Strafanzeige erstatten sollten, wenn der laufende Betrieb zunächst wichtiger erscheint.

Zum Abschluss sprechen Nico und Ronny über eine neue Herausforderung: KI-generierte Bilder, Videos, Dokumente und digitale Spuren. Deepfakes und künstlich erzeugte Inhalte machen es zunehmend schwieriger, die Echtheit vermeintlicher Beweismittel zu beurteilen. Wer versteht, wie Forensiker nach Artefakten suchen, kann theoretisch auch versuchen, passende Spuren zu legen.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Warum gelöschte oder überschriebene Spuren nicht immer endgültig verloren sind

Wie schnell Logfiles durch Fehlkonfigurationen unbrauchbar werden können

Welche Möglichkeiten Cloud-Tokens bei einer laufenden Durchsuchung eröffnen

Warum verschlüsselte Cloud-Daten über ein sichergestelltes Endgerät teilweise doch zugänglich werden

Das Spannungsfeld zwischen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Privatsphäre und Strafverfolgung

Weshalb es keine allgemeingültige Aufbewahrungsfrist für Logs gibt

Warum mehr gesammelte Daten nicht automatisch bessere Forensik bedeuten

Wie Europol und internationale Ermittlungsgruppen die Strafverfolgung verändert haben

Was passiert, wenn Name und Adresse eines Täters bekannt sind, aber kein Zugriff möglich ist

Warum Unternehmen nach einem Cyberangriff trotzdem Strafanzeige erstatten sollten

Wie sich Beweissicherung und die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs miteinander vereinbaren lassen

Wie KI, Deepfakes und manipulierte Artefakte die digitale Forensik verändern

Warum eine theoretisch mögliche Manipulation noch lange keine plausible Erklärung für Tausende Dateien ist

Eine Folge für Geschäftsführungen, IT- und Security-Verantwortliche, Ermittler, Krisenteams und alle, die verstehen wollen, wo digitale Forensik an technische, rechtliche und internationale Grenzen stößt.

Das ist Teil 2 des Gesprächs. Teil 1 ist bereits im Podcast-Feed verfügbar.

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27 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Katrin mit Ronny Bodach, Professor für IT-Sicherheit und Digitale Forensik an der Hochschule Mittweida und über 15 Jahre bei der Kriminalpolizei, davon zuletzt in der Leitung der IT-Forensik, über ein Feld, das die meisten nur aus dem Fernsehen kennen: digitale Forensik. Was passiert eigentlich wirklich, wenn ein Rechner beschlagnahmt wird, und wie weit ist es von „Ich weiß, was passiert ist" bis „Ich kann es beweisen"?

Ronny räumt zuerst mit zwei verbreiteten Erwartungen auf. Die Polizei ist für die Strafverfolgung zuständig, nicht für die Wiederherstellung von Systemen: „Ich kenne keine Polizei, die für die Wiederherstellung von Daten zuständig ist." Und die Forensik-Abteilungen der Cyberversicherungen sind noch jung und verfolgen ein eigenes Interesse, nämlich unter anderem zu klären, ob fahrlässig gehandelt wurde und ob sich eine Lösegeldzahlung vermeiden lässt. Wer nach einem Vorfall darauf wartet, dass jemand anderes aufräumt, verliert genau die Zeit, in der flüchtige Spuren verschwinden.

Danach wird es praktisch. Forensik heißt wörtlich „fürs Gericht arbeiten", und genau daran hängt das Handwerk: Spuren erkennen, sichern, dokumentieren, interpretieren. Ronny erklärt, warum bei einem Ransomware-Fall der Hauptspeicher essenziell ist, weil moderne Schadsoftware oft nur noch im RAM läuft und auf der Festplatte gar nicht mehr auftaucht, warum Verschlüsselung die Reihenfolge der Arbeitsschritte diktiert und wie mit Schreibblockern und einer 1:1-Kopie die Chain of Custody gehalten wird, damit vor Gericht Bestand hat, was man gefunden hat. Dazu ein ehrlicher Blick auf die Grenzen: Nicht alles lässt sich zu 100 Prozent beweisen, oft macht erst die Menge unterschiedlicher Spuren das Indiz.

Im dritten Teil geht es um Ausbildung und Alltag: warum Kriminalistik, Hypothesenbildung und Programmierung für Forensiker genauso dazugehören wie Betriebssystem-Wissen, warum Mittweida eigene Tools entwickelt und frei zur Verfügung stellt, und warum Incident Response im Unternehmenskontext anders arbeitet als die klassische Forensik in der Behörde, wo man auch mal Wochen Zeit hat.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Warum die Polizei Spuren sichert, aber keine Systeme wiederherstellt

Welches Interesse Cyberversicherungen bei der Aufklärung eines Vorfalls tatsächlich haben

Was digitale Forensik umfasst, von Smartphone und ERP-System bis 3D-Tatort-Scan

Warum moderne Malware oft nur im RAM existiert und was das für den ersten Zugriff bedeutet

Verschlüsselte Geräte: warum „niemals ausschalten" mehr als eine Faustregel ist

Schreibblocker, 1:1-Kopie und Chain of Custody, also wie Beweiskraft entsteht

Metadaten, Logs, Zeitstempel und gelöschte Dateien und warum sie immer schwerer zu bekommen sind

Der Unterschied zwischen „Ich weiß es" und „Ich kann es beweisen", inklusive Wahrscheinlichkeiten in Gutachten

Incident Response im Unternehmen vs. klassische Forensik in der Behörde

Warum es den goldenen Schlüssel nicht gibt und wo der Rechtsrahmen Grenzen setzt

Wie man Forensiker ausbildet: Kriminalistik, Python, eigene Tools und Durchhaltevermögen

Eine Folge für Geschäftsführungen, IT- und Security-Verantwortliche, Krisenteams und alle, die verstehen wollen, was nach dem Alarm technisch und rechtlich wirklich passiert.

Das ist Teil 1 des Gesprächs, Teil 2 folgt.

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1 Stunde 8 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Katrin mit Sven Neubert, Seriengründer und Multiunternehmer aus Stuttgart, über ein Thema, das den Mittelstand gerade mit voller Wucht erreicht: künstliche Intelligenz und Automatisierung. Wie nutzt man KI nicht als nächsten Hype, sondern als echten Standort- und Wettbewerbsvorteil ohne dabei Datenschutz und Sicherheit hinten anzustellen?

Svens These ist deutlich: „Die wissen gar nicht, was für ein Tsunami sich im Hintergrund auftürmt." Statt jedem neuen Tool hinterherzulaufen (er nennt es den „Next Shiny Thing"-Reflex), plädiert er dafür, KI von hinten zu denken: erst die Prozesse verstehen und verschlanken, dann automatisieren. Am Beispiel einer Werkstudentin, die eingefahrene Abläufe hinterfragt und Betriebsblindheit aufdeckt, zeigt er, wie viel sich schon vor dem ersten KI-Einsatz gewinnen lässt. Sein Hebel für den Wandel ist dabei bewusst unaufgeregt: nicht kündigen, sondern die natürliche Fluktuation nutzen und frei werdende Aufgaben Schritt für Schritt mit Technologie ersetzen.

Im weiteren Verlauf wird es strategisch. Sven spricht über den Pro-Kopf-Umsatz als Gradmesser für das Verhältnis von Mensch und Wertschöpfung, über digitale Souveränität jenseits des Reflexes „alles muss aus Deutschland kommen" und darüber, was passiert, wenn Anbieter erst abhängig machen und dann die Preise anziehen („KI wirkt wie eine Droge"). Gemeinsam ordnen die drei ein, warum Sicherheit und Qualität kein Nachgedanke sein dürfen: „Vibe Coding" ohne Security Layer und Quality Gates rächt sich, der Mensch bleibt Prüf- und Freigabeinstanz und ein Unternehmen ohne digitalen „Nordstern" baut sein Haus ohne Statiker: Man merkt es erst, wenn der Keller feucht wird.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Warum KI „von hinten" gedacht gehört: erst Prozesse verschlanken, dann automatisieren

Wieso die natürliche Fluktuation der ideale Hebel ist, um ohne Kündigungen zu automatisieren

Was der Pro-Kopf-Umsatz über das Verhältnis von Mensch und Wertschöpfung verrät

Warum saubere, vernetzte Daten die eigentliche Grundlage jeder KI sind und warum Agenten klare Grenzen brauchen

Wie sich digitale Souveränität von „alles aus Deutschland" unterscheidet und warum Resilienz gegen Preis- und Anbieterabhängigkeit zählt

Bewusste vs. unbewusste Inkompetenz im Management und die Gefahr von Schatten-IT und Tool-Wildwuchs

Weshalb fast kein Unternehmen ein digitales Zielbild hat und wozu der Blick von außen dient

Warum Security und Quality Gates bei jedem KI-Projekt mitfahren müssen, samt Analogien von Hausbau und Versicherung

Ausblick: agentische KI, Sprache als Interface, Robotik und Quantencomputing und die These „mehr Kosten statt mehr Jobs"

Eine Folge für Geschäftsführungen, IT-Verantwortliche und alle im Mittelstand, die KI praktisch nutzen wollen, ohne Prozesse, Daten und Sicherheit aus dem Blick zu verlieren.

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1 Stunde 6 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Katrin mit Can Yildiz, der rund zehn Jahre als Head of IT Security bei der Techem Gruppe gearbeitet hat und sich seit Kurzem als Berater für Cybersecurity-Regulatorik und -Technik selbstständig gemacht hat, über ein Spannungsfeld, das die Branche prägt: Regulierung gegen Technik. Wer gewinnt das Rennen, wenn der Gesetzgeber Sicherheit vorschreibt, während sich die Technik rasant weiterentwickelt?

Die Antwort des Gasts ist klar: Am Ende gewinnen alle, wenn man es richtig macht, denn Regulierung ist immer nur das Mindestmaß. Wer NIS2, den Cyber Resilience Act oder DORA als reine Pflichtübung abhakt, verpasst den eigentlichen Punkt: Sicherheit lässt sich als echter Wettbewerbsvorteil nutzen. Gemeinsam räumen die drei mit der „Checkbox-Security" auf, der Vorstellung, Compliance mache automatisch sicher, und plädieren dafür, nicht auf die Regulierung zu warten, sondern proaktiv zu handeln. Ein spannender Aspekt: Man kann sich sogar aktiv an den EU-Gesetzgebungsverfahren beteiligen, etwa über Verbände wie den Bitkom, wie es der Gast bei der CRA-Umsetzung mit rund 150 Kommentaren getan hat.

Im weiteren Verlauf wird es konkret und persönlich. Der Gast erklärt, warum ein integriertes Managementsystem (ein gutes ISMS deckt viele NIS2-Anforderungen bereits ab) sinnvoller ist als der isolierte Blick auf jede einzelne Regulierung, und warum die CRA-Umsetzung mit ihrer Unterscheidung zwischen Selbstauskunft und externem Audit für „wichtige" Produkte gut gelungen ist. Danach gibt er einen ehrlichen, unromantischen Einblick in seinen frischen Schritt in die Selbstständigkeit, mit klaren Tipps für alle, die mit dem Freelancing liebäugeln. Zum Abschluss geht es tief in die Technik: Zero Trust als Paradigma statt Produkt, Identität als größter Hebel, und die zunehmende Konvergenz von IT und OT.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Warum Regulierung immer nur das Mindestmaß ist und nie der „perfekte Zustand"

Warum Compliance nicht automatisch Sicherheit bedeutet, Stichwort Checkbox-Security

Warum Unternehmen nicht auf die Regulierung warten, sondern vorangehen sollten

Wie man sich aktiv an EU-Gesetzgebungsverfahren beteiligt, zum Beispiel über den Bitkom

Warum sichere Produkte ein Wettbewerbsvorteil sind, gerade im Vergleich zu Billigimporten

Integriertes Managementsystem statt isolierter Regularien: Wie ein ISMS vieles abdeckt

CRA in der Praxis: Selbstauskunft für „normale", externes Audit für „wichtige" Produkte

Ein ehrlicher, unromantischer Blick auf die Selbstständigkeit in der Cybersecurity

Zero Trust als Paradigma, nicht als Produkt, und warum Identität der größte Hebel ist

Zero Trust in IT und OT: Zugriffe prüfen, nichts blind vertrauen, auch im Admin-Netz

OT- und IoT-Sicherheit, die Konvergenz von IT und OT und warum es langsam besser wird

Eine Folge für Geschäftsführungen, IT- und Security-Verantwortliche, Hersteller und alle, die verstehen wollen, warum Regulierung nur der Anfang ist und wie man Cybersecurity strategisch statt als lästige Pflicht angeht.

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57 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Katrin mit Stefan Pilarczyk, Head of Cybersecurity bei der BRL Risk Consulting GmbH & Co. KG und aktiv in der Cyberwald-Community, über ein Thema, das in der Security-Welt oft unterschätzt wird: Community. Warum lohnt es sich, Teil einer Community zu sein, und warum ist der offene Austausch gerade in der Cybersecurity so schwierig, aber so wichtig?

Stefan stellt Cyberwald vor, das unabhängige, werbefreie Portal für die deutschsprachige Security-Community, das von Marlon Hübner ins Leben gerufen wurde. Von Blog-Beiträgen über CVE-Advisories bis zum Netzwerk aus Anbietern und Anwendern geht es dabei immer um denselben Kern: echten Mehrwert schaffen, statt sich gegenseitig etwas zu verkaufen. Die Community ist bewusst offen für alle, vom obersten Management bis zu den Admins, die täglich an der Technik arbeiten. Ein zentrales Thema der Folge ist Transparenz: Noch immer ist es ein Tabu, offen über Cyberangriffe zu sprechen, und genau davon profitieren die Angreifer. Die drei sind sich einig, dass geteiltes Wissen über Vorfälle, Fehler und Learnings allen hilft, gerade dem Mittelstand.

Im weiteren Verlauf wird es ehrlich und selbstkritisch. Nico erklärt, warum ihn der Spruch „Es geht nicht darum, ob, sondern wann du gehackt wirst" stört, weil er Nichtstun rechtfertigen kann, und plädiert für den Vergleich mit der Brandschutzübung: einfach mal machen, aber sinnvoll, mit klaren Quick Wins. Außerdem geht es um die Schattenseiten der Branche: eine Flut an Regulierungen, ein völlig überlaufener Markt an Security-Lösungen, der KI-Hype samt FOMO und das wachsende Thema Burnout. Stefan beschreibt sich selbst als jemanden, der die Pionierarbeit gern anderen überlässt und dann in Ruhe schaut, was für ihn wirklich taugt, ein gesunder Gegenentwurf zum Druck, bei jedem neuen KI-Modell sofort mithalten zu müssen.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Was Cyberwald ist und warum die Community bewusst offen für alle ist, vom Management bis zum Admin

Warum echter Mehrwert wichtiger ist als „Klassentreffen" und Marketing

Warum es noch immer ein Tabu ist, offen über Cyberangriffe zu sprechen, und wer davon profitiert

Wie Transparenz über Vorfälle Betroffenen hilft, und warum Cyberwald seine öffentliche Vorfall-Liste wieder zurückgezogen hat

Warum „nicht ob, sondern wann" als Spruch zu kurz greift, samt Vergleich Brandschutz- vs. Cyberübung

„Einfach mal machen, aber sinnvoll": Quick Wins statt Aktionismus

Regulierungsflut, KI-Hype und ein überlaufener Markt an Security-Lösungen

Burnout, FOMO und der Druck, bei KI ständig mithalten zu müssen

Warum die Open-Source-Community durch KI unter Druck gerät

Warum LinkedIn an Persönlichkeit verliert und guter Content zunehmend woanders entsteht

Wie man niederschwellig Teil einer Community wird, samt Hol- und Bringschuld

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50 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Nico und Ann-Katrin mit Torsten Strelow, IT-Bereichsleiter bei der AGL Activ Services GmbH und zertifizierter HEAT-Trainer (Hostile Environment Awareness Training), über ein Thema, das heute weit mehr Menschen betrifft als früher: Reisesicherheit. Torsten kommt aus dem Bundeswehr-Umfeld, war in Auslandseinsätzen und bereitet heute unter anderem NGO-Mitarbeitende auf Reisen in schwierige Regionen vor, von Checkpoints über Minenfelder bis hin zu Geiselnahme-Szenarien.

Der rote Faden der Folge: Sicheres Reisen beginnt im Kopf. Torsten erklärt, warum jede Reise mit einer nüchternen Risikobewertung startet (er nutzt ein einfaches Ampel-System aus Grün, Gelb und Rot) und warum das Smartphone heute das größte Einfallstor ist. Auf dem Gerät liegen Kontakte, Firmendaten, Bewegungsprofile und die halbe Lebensgeschichte, und all das kann an einer Grenze in fünf Minuten kopiert werden. Sein pragmatischer Ansatz: dedizierte Reisegeräte mit möglichst wenig Daten, Zugriff nur über Browser und ein Reise-VPN in eine sichere Zone, statt den ganzen Datenschatz mit über die Grenze zu nehmen. Und ein Satz, den er immer wieder betont: „Keiner ist mein Freund", weder der Taxifahrer noch der Flughafenbeamte noch das kostenlose WLAN.

Besonders praxisnah wird es bei der Frage, was Unternehmen und Reisende konkret tun können: von der ELEFAND-Registrierung und der „Sicher Reisen"-App des Auswärtigen Amts über den Zweitpass bis zum richtigen Umgang mit Social Media. Denn wer live postet, wo er gerade ist, liefert Angreifern die Informationen frei Haus, gerade in Zeiten, in denen sich offene Profile per KI in Sekunden auswerten lassen. Zum Schluss gibt es Torstens Faustregel für unterwegs, „wenig verbinden, wenig speichern, wenig posten, viel prüfen", und eine schnelle Fragerunde mit klaren Antworten.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Warum sichere Reise im Kopf beginnt und wie eine ehrliche Risikobewertung (grün, gelb, rot) funktioniert

Wieso das Smartphone das größte Risiko ist und was an der Grenze mit deinen Daten passieren kann

Reise-Handy und Reise-Laptop: möglichst wenig Daten, Browser-Zugriff und ein Reise-VPN

Warum „keiner ist mein Freund" gilt, vom Taxifahrer bis zum kostenlosen WLAN

Was HEAT-Training ist und warum es für NGO-Mitarbeitende teils vorgeschrieben ist

ELEFAND und die „Sicher Reisen"-App des Auswärtigen Amts, auch offline nutzbar

Zweitpass, kritische Stempel und der Unterschied zwischen privater und geschäftlicher Reise

Social-Media-OPSEC: warum du deinen Standort nicht live teilen solltest

Was Unternehmen etablieren können, von Reise-Richtlinien bis zur 24/7-Hotline

Nach der Reise: reflektieren, Warnsignale erkennen und Geräte im Zweifel forensisch prüfen lassen

Die Balance zwischen gesundem Sicherheitsbewusstsein und übertriebener Paranoia

Eine sehr praxisnahe Folge für Geschäftsreisende, IT- und Sicherheitsverantwortliche, HR und alle, die beruflich oder privat unterwegs sind, und die erkennen wollen, dass Reisesicherheit längst nicht mehr nur ein Thema für Krisengebiete ist.

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43 Minuten
In dieser Folge von „Cyber Security ist Chefsache" sprechen Ann-Katrin und Nico mit Sandra Heger, CISO an einer Hochschulen in Nordrhein-Westfalen, über ein Umfeld, das sich von jedem klassischen Unternehmen unterscheidet: die Hochschule. Hier gibt es keine Belegschaft, die per Arbeitsvertrag einer Security-Policy folgt, sondern Forschungsfreiheit, tausende Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende, die neue Systeme ausprobieren wollen, und eine IT-Infrastruktur, die das alles tragen muss.

Sandra beschreibt, wie man in diesem Spannungsfeld die Balance hält: zwischen der grundgesetzlich verankerten Freiheit von Forschung und Lehre auf der einen und dem Schutz vor einer wachsenden Angriffsfläche auf der anderen Seite. Ihr wichtigstes Werkzeug ist dabei nicht die Technik, sondern die Kommunikation. Statt als „Spielverderberin" mit dem erhobenen Zeigefinger aufzutreten, geht es ihr darum, Projekte zu ermöglichen, riskante Vorhaben sauber zu isolieren und früh ins Gespräch zu kommen. Sie erklärt außerdem, warum Hochschulen ein besonders lohnendes Angriffsziel sind, von Personal- und Studierendendaten über Patente und Start-up-Ideen bis zu noch unveröffentlichten Forschungsergebnissen.

Ein großer Teil der Folge dreht sich um Strukturen, Ressourcen und Zusammenarbeit. Sandra zeigt, dass eine Hochschule im Kern wie ein Unternehmen funktioniert, mit IT, Verwaltung, Personalräten und Gremien, durch die eine Leitlinie oft viele Iterationen wandern muss. Sie berichtet vom starken Netzwerk der Hochschulen in NRW, von der „Vereinbarung zur Informationssicherheit und Cybersicherheit" mit dem Land, die Maßnahmen an Fördermittel und eigene ISO-Stellen koppelt, und davon, warum der Austausch zwischen den Hochschulen die chronisch knappen Ressourcen zumindest teilweise auffängt. Zwischendurch geht es auch um ein Herzensthema aller drei: nachlassende Grundlagen-Skills bei Studierenden und der richtige Umgang mit KI in Studium und Lehre.

Im Gespräch geht es außerdem um:

Warum an der Hochschule Forschungsfreiheit und Informationssicherheit ständig neu ausbalanciert werden müssen

Wieso Kommunikation und Ermöglichen wichtiger sind als Verbote und der erhobene Zeigefinger

Was Hochschulen zum attraktiven Angriffsziel macht, von Studierendendaten bis zu unveröffentlichter Forschung

Wie BYOD und tausende private Geräte die Absicherung erschweren

Warum eine Hochschule strukturell einem Unternehmen ähnelt, inklusive Gremien und langer Entscheidungswege

Wie das Netzwerk der Hochschulen in NRW funktioniert und warum Zusammenarbeit knappe Ressourcen auffängt

Was die NRW-Vereinbarung zur Informationssicherheit bewirkt, von Fördermitteln bis zu eigenen ISO-Stellen

Warum viele Hochschulen sich (noch) keine eigene ISO leisten und sich Stellen teilen

Nachlassende Grundlagen-Skills bei Studierenden und der richtige Umgang mit KI in Studium und Lehre

Sandras drei erste Maßnahmen, wenn sie Hochschulleitung wäre, mit klarem Fokus auf Personal und Awareness

Eine Folge für alle in Hochschulen, Forschung und Verwaltung, aber auch für alle aus der Wirtschaft, die sehen wollen, wie Informationssicherheit dort gelingt, wo Freiheit Programm ist, und warum „Cybersecurity ist Chefsache" auch an der Hochschule gilt.

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