Podcaster
Episoden
01.04.2026
38 Minuten
Gerüchte sind überall, sie begleiten uns jeden Tag und sind aber gleichzeitig wirksame Waffen in der ganz großen Politik. Die 7. Staffel von »Kultur denken« wurde von Jan Groos im Rahmen der Tagung »There’s a Rumor Going Round …« am ifk produziert, wo der Frage nachgegangen wurde, wie Gerüchte unser Leben steuern, wie sie wirken und vielleicht auch, was ihnen entgegengesetzt werden kann. Gerüchte sind Mittel von schwachen Gruppen, die sich dadurch selbst definieren und gegen stärkere durchsetzen können, und sie sind ebenso gefährlich für diese Gruppen, wenn sie von Institutionen oder von ›bullies‹ über sie in die Welt gesetzt wurden. Das Phänomen Gerücht erstreckt sich zwischen Klatsch, Fehlinformation und Verschwörungstheorien. Gerüchte sind unklare Phänomene, die sich als solche besonders gut für eine kulturwissenschaftliche Untersuchung eignen. Sie überlappen mit Fake News, Klatsch und Verschwörungstheorien und sind aber immer eine Art der Kommunikation, die uns im Alltag sehr begleitet und die Sozialität herstellt. Gleichzeitig sind Gerüchte aber immer wirksame und fast eigenständig agierende Mittel, um Institutionen und Menschen angreifen zu können und Autoritäten in Frage zu stellen.
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01.04.2026
43 Minuten
Die Stasi ist bekannt als Organisation, die die Bevölkerung der DDR im allergrößten Maßstab ausspionierte und überwachte. Aber die anderen Methoden der Stasi, mit denen sie nicht nur Informationen sammelte, sondern gezielt Gerüchte über missliebige Personen und Organisationen streute, ist weniger bekannt. Darin war diese Überwachungsorganisation erstaunlich kreativ, zerstörerisch und in manchen Momenten geradezu poetisch unterwegs. Aber nicht nur realsozialistische Geheimdienste bedienten sich des Gerüchts, denn ›fake news‹ und Desinformation sind für alle autoritären Bewegungen wichtig.
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01.04.2026
1 Stunde 6 Minuten
In den 1980er und 1990er Jahren, als die queere Bewegung in den USA massiv unter Druck geriet, wurden Klatsch, Spekulation und Gerüchte zu einer Kommunikationsform, die nicht nur zum Informationsaustausch diente, sondern die diese Subkultur überhaupt erst als »Klatschgemeinschaft« hervorbrachte. Insbesondere Bilder und Filme spielten eine große Rolle, um durch eine Art gossip Wiedererkennbarkeit und Zusammengehörigkeit herstellen zu können. Damit ist gossip etwas anderes als Gerüchte oder Verschwörungstheorien, sondern eine Art und Weise, um Intimität herstellen zu können.
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01.04.2026
40 Minuten
»They’re eating the dogs, they’re eating the cats« Donald Trumps Behauptung über Immigrant*innen in den USA wurde zu einem der wichtigsten Memes des Jahres 2024. Damit setzte er ein Gerücht in die Welt, das sich als meme schnell verbreitete und extrem viele Variationen erhielt. Gerüchte und Klatsch sind auf eine Weise viral, und im digitalen Bereich haben sie ein ganz eigenes, neues und extrem fruchtbares Biotop gefunden. Dort werden sie als Texte, Bilder und Videos von verschiedenen politischen Seiten, aber insbesondere von der modernen Rechten verwendet.
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04.02.2026
38 Minuten
Die sechste Staffel von »Kultur denken« – produziert von Hanna Ronzheimer – behandelt das Thema weibliche Wut. Anlass war eine Tagung im April 2025 am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften ifk in Wien mit dem Titel »All the Rage. The Challenges of Female Anger«. Die Tagung griff damit ein auch in den Medien sehr präsentes Thema auf. Heutzutage scheinen mehr Frauen denn je ihre Wut und ihren Unmut in der Öffentlichkeit kundzutun. Zahlreiche Beispiele aus Politik, Theorie, Kunst und Literatur sprechen für die Verbreitung weiblicher Wut, von Femens »Naked War« bis hin zu zahllosen neuen literarischen und wissenschaftlichen Titeln. In Folge 1 geht es um die Frage: Ist die weibliche Wut immer nur gut? Ist Wut immer der Beginn einer Solidaritätsbewegung, eines revolutionären weiblichen Wandels, wie es Inna Shevchenko, die prominente Aktivistin der ukrainischen feministischen Gruppe Femen formulierte? Oder gibt es auch eine gefährliche Wut? Die Transgression in (ungerechtfertigte) Gewaltakte? Die Literaturwissenschaftlerin Julia Boog-Kaminski, stellvertretende Direktorin am ifk, spricht über die Tradition wütend mordender Frauen in der Literatur und die Pädagogin Esther Lehnert von der Alice Salomon Hochschule in Berlin über die zunehmende Darstellung weiblicher Wut in der rechtsextremen Szene.
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Über diesen Podcast
KULTUR DENKEN: Der Podcast des ifk. Die Befragung von Kultur, von
Raymond Williams als »ganze Lebensweise« definiert, verzahnt
Kulturwissenschaft mit gesellschaftlichen und politischen
Fragestellungen. Das wissenschaftliche Arbeiten – theoretisch,
empirisch, historisch, kunstbezogen – wird damit zu einer Praxis
mit akademischen und außerakademischen Schauplätzen. Der Podcast
nimmt beide Wirkungssphären ernst, indem er sowohl ihre
Arbeitsweisen als auch die Rolle von Kulturwissenschaft in der
Öffentlichkeit thematisiert. »Kultur denken«, der Podcast des ifk,
entsteht in Zusammenarbeit mit Radiomacher*innen und
Wissenschaftskommunikator*innen. Angelehnt an die Themen der
ifk-Tagungen, präsentiert jede Staffel mehrere Episoden zu einer
Fragestellung. Die erste Season von Julia Grillmayr und Hanna
Ronzheimer, beleuchtet in 25-minütigen Features
kulturwissenschaftliche Themen, Ideen und Diskussionen. Die
Sendungen zielen darauf ab, kulturelles Wissen für Interessierte zu
erschließen und so einen lebendigen Austausch zu fördern.
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