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Episoden
47 Minuten
Wenn die Menschen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern neue Landtage wählen, dann steht auch die Russlandpolitik der Bundesregierung mit zur Abstimmung. Denn gerade in Ostdeutschland scheinen Parteien wie die AfD und das BSW mit einer russlandfreundlichen Politik auf Stimmenfang zu gehen. Und trotz des Anschlagsversuchs auf dem Leipziger Flughafen, den die Bundesregierung dem russischen Regime zuschreibt, scheint das Kalkül zumindest bei einem Teil der Bevölkerung aufzugehen. Die Bedrohung wird abgetan und der Bundesregierung vorgeworfen, Russland ohne Beweise zu beschuldigen. Zumindest ein Teil der Wählerinnen und Wähler scheint sich davon überzeugen zu lassen. Denn noch immer ist im Osten Deutschlands eine große Nähe zu Russland ausgeprägt. Oft kann man in Gesprächen hören, man dürfe das große Land ja nicht reizen, und die Menschen in Ostdeutschland hätten Russland schon immer besser verstanden als jene im Westen. In dieser »Ostcast«-Folge beleuchten Alice Bota und Michael Thumann, was es mit der vermeintlichen Nähe zu Russland im Osten auf sich hat. Warum nutzen Parteien das Thema für Wahlen aus? Wie hat sich das Verhältnis zu Moskau in der Sowjetzeit entwickelt, wie ist daraus bei manchen nach dem Mauerfall Verklärung geworden und was geschah nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022? Ist das Verständnis für Putin ein ostdeutsches Phänomen oder sind die ostdeutschen Bundesländer nicht eher ein Frühwarnsystem für etwas, das sich in der gesamten Gesellschaft verschiebt? Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern. Shownotes: Opitz, Friedrich W.: DGAP-Bericht: Seismograph Sachsen. Die (Anti-)Zeitenwende in Transformationsregionen, Berlin, August 2026. Wir freuen uns, wenn Sie an unserer Umfrage zu den ZEIT-Podcasts teilnehmen, die bis Ende September geht. Sie ist zu finden unter www.zeit.de/befragung-podcast. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
40 Minuten
Die Gegenwart zwischen Polen und der Ukraine wird von der Vergangenheit eingeholt. Ukrainische Nationalisten verübten im Zweiten Weltkrieg Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien und Galizien. Polnische Kämpfer übten ihrerseits Vergeltung an ukrainischen Zivilisten. Diese historischen Traumata wurden nie aufgearbeitet und brechen nun wieder auf. Denn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Armeeeinheit geehrt, deren Name an eine Organisation erinnert, die für Verbrechen an der polnischen Bevölkerung steht: die Ukrainische Aufständische Armee (UPA). In der Ukraine werden deren Kämpfer als Freiheitshelden verehrt, in Polen gelten sie als Verbrecher. Längst hat der Streit die Politik beider Länder erfasst und greift auf die Gesellschaften über. Im Verhältnis Polens zur Ukraine droht etwas zu kippen. Rechte Politiker befeuern den Konflikt. In diesem »Ostcast« befassen sich Michael Thumann und Alice Bota damit, wie Erinnerungen politisch instrumentalisiert werden, warum historische Traumata bis in die Gegenwart wirken und die Macht haben, die Zukunft zu prägen. Sie beleuchten, warum die Nationalisten des Zweiten Weltkriegs heute ein so hohes Ansehen in der Ukraine genießen und wie die polnische Seite den Ukrainern zu Recht vorwirft, geschichtsvergessen zu sein, sich aber gleichzeitig nicht den eigenen historischen blinden Flecken stellt. Denn Täterschaft und Opferschaft existierten damals oft parallel. Wer Täter war, konnte zum Opfer werden und umgekehrt. Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern. Literatur: - Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. C. H. Beck, 2024. - Martin Schulze Wessel: Die übersehene Nation. Deutschland und die Ukraine seit dem 19. Jahrhundert. C.H. Beck, 2025. Alle Folgen des Podcasts finden Sie hier. Unter ostcast@zeit.de erreichen Sie das Team per Mail. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
1 Stunde 2 Minuten
Geschichtspolitik ist ein Fundament der Ideologie Wladimir Putins. Der russische Herrscher begründete den Überfall auf die Ukraine mit dem angeblichen Betrug des Westens an Russland – und mit der Vergangenheit. Die Geschichte Russlands lässt er systematisch umschreiben. Rüdiger von Fritsch hat als ehemaliger deutscher Botschafter in Moskau erlebt, wie Putin Geschichtspolitik betreibt. Gleichzeitig hat er sich mit der Vergangenheit seiner eigenen Familie auseinandergesetzt: Sein Vater trat früh der NSDAP bei, war an der deutschen Besatzung Litauens beteiligt und hielt bis zu seinem Tod an seinen Überzeugungen fest. In diesem »Ostcast« sprechen Alice Bota und Michael Thumann mit Rüdiger von Fritsch über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit nach dem Zweiten Weltkrieg. In seinem Buch »Die Geschichte in mir« beschreibt von Fritsch die schwierige Auseinandersetzung mit seinem Nazi-Vater und erzählt, wie sie seine Arbeit als Diplomat in Polen und Russland geprägt hat. Was bedeutet es, wenn Geschichte nicht aufgearbeitet wird? Welche Verantwortung ergibt sich daraus für Deutschland? Welche Rolle spielen historische Schuld und Verantwortung im Verhältnis zu Russland, der Ukraine und Belarus? Und wie können wir damit umgehen, wenn Wladimir Putin mit seiner Geschichtspropaganda die deutsche Gesellschaft verunsichert? Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern. Literatur: - Rüdiger von Fritsch: »Die Geschichte in mir. Eine deutsche Familie im 20. Jahrhundert«. Siedler Verlag, 2026. - Grzegorz Rossoliński-Liebe: »Stepan Bandera. Leben und Kult«. Wallstein Verlag, 2025. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
42 Minuten
Lange Zeit bekam die Bevölkerung in Russlands Metropolen wenig vom Krieg mit. Doch nun fallen Drohnen auf Moskau und St. Petersburg, Behörden schalten das Mobilnetz ab, Lebensmittel werden teurer. Weil die Ukrainer gezielt Ölraffinerien angreifen, fehlt es auf der Krim und in russischen Provinzen an Benzin. Im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine rutscht Russland in eine tiefe Krise, deren Ende nicht absehbar ist. Im neuen »Ostcast« beschreiben Michael Thumann und Alice Bota das große Unbehagen, das sich in Russland ausbreitet. In Moskau, der Stadt mit der besten Flugabwehr des Landes, stellen die Menschen fest, dass die Armee viele Drohnenangriffe nicht abwehren kann. Sie merken, dass die Regierung ihnen ein ruhiges Leben nicht mehr garantieren kann. Und dass das Geld nicht mehr reicht. Während eine klassische Mittelschichtsfamilie in den teuren Großstädten immer schlechter über die Runden kommt, aber schweigt, überziehen die früher kremlfreundlichen Kriegsblogger ihre Regierung mit teils derber Kritik. Jahrelang ließ Putin die Bevölkerung glauben, Russland werde in der Ukraine siegen. Nun aber spüren viele, dass das nicht stimmt und dass diese Krise nicht einfach vorbeiziehen wird. Doch kann das Unbehagen Putin wirklich gefährden? Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern. Alle Folgen des Podcasts finden Sie hier. Unter ostcast@zeit.de erreichen Sie das Team per Mail. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
1 Stunde 16 Minuten
Was ist der Preis der Freiheit? Und wie können wir sie retten? Mehr als fünf Jahre lang hat die belarussische Oppositionsführerin und Musikerin Maria Kalesnikava aus politischen Gründen in Haft gesessen, die meiste Zeit in einer Einzelzelle. Kurz nach ihrer Freilassung durch das belarussische Regime ist sie in München mit dem großen Osteuropa-Historiker Karl Schlögel zusammengetroffen und hat mit ihm über den Wert der Freiheit, die Bedrohung durch Putin und ihre Erfahrungen in der Isolation gesprochen. Sie sagt: "Ich war physisch begrenzt, aber im Geist frei". Aufgezeichnet kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Vollinvasion in der Ukraine, wurde die persönliche Begegnung von Kalesnikava und Schlögel zu einem bewegenden Gespräch über persönlichen Mut, die Unbeugsamkeit eines Menschen – und die existenziellen Gefahren für die westliche Demokratie. "Demokratie ist keine Tablette, die man nehmen kann," sagt Kalesnikava. "Für Demokratie muss man kämpfen." Fast verzweifelt rufen Maria Kalesnikava und Karl Schlögel, zwei europäische Intellektuelle, deren Biografien sich von unterschiedlichen Enden aus annähern, ergänzen und in München zum ersten Mal aufeinandertreffen, gemeinsam zur Unterstützung der Ukraine auf. "Das Schicksal der Ukraine wird jetzt entschieden", sagt Schlögel, "aber auch unser Schicksal entscheidet sich mit." Moderiert von Alice Bota und Heinrich Wefing, aufgezeichnet im Literaturhaus München, als Kooperation der Münchner Sicherheitskonferenz mit der ZEIT, bringen wir die berührende Unterhaltung als gemeinsame Extra-Ausgabe der beiden ZEIT-Podcasts Der Ostcast und Das Politikteil. Im Podcast Das Politikteil sprechen wir jede Woche über das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. Im Podcast Der Ostcast sprechen Alice Bota und Michael Thumann alle drei Wochen über Politik und Gesellschaft der osteuropäischen Länder, erzählen von ihren Erfahrungen und Begegnungen in Osteuropa, Russland und den Nachbarländern. Alice Bota hat viele Jahre lang als ZEIT-Reporterin und Korrespondentin aus der Ukraine und aus Russland berichtet. 2021 erschien ihr Buch "Die Frauen von Belarus". Heinrich Wefing leitet gemeinsam mit Tina Hildebrandt das Politikressort der ZEIT. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Tipp der Redaktion
Der „Ostcast" bietet detaillierte Analysen zur osteuropäischen Politik und Gesellschaft, insbesondere zu den Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine. Die Moderatoren Alice Bota und Michael Thumann verbinden langjährige Korrespondenten-Erfahrung mit persönlichen Begegnungen, um komplexe Zusammenhänge verständlich herauszustellen. Wer sich für aktuelle Krisen, die Zukunft Osteuropas und die humanitären Folgen der Autokratie interessiert, findet hier fundierte Gespräche, die über reine Nachrichtenberichte hinausgehen.
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Über diesen Podcast
Verspielt Putin seine Macht? Darf man noch Puschkin lesen? Und wie
korrupt ist die Ukraine heute noch? Alice Bota und Michael Thumann
schreiben seit Jahrzehnten für DIE ZEIT über Osteuropa – und in
diesem Podcast sprechen sie darüber. Über Freude und Abscheu beim
Berichten über die Region. Über den Krieg, aber auch über das
Leben, die kleinen Freiheiten und die großen russischen Gefängnisse
– und über Berlin als neue Hauptstadt des Exils. Alice Bota,
geboren Ende 1979 in Polen, ist seit 2007 außenpolitische
Redakteurin der ZEIT, war 2009 das erste Mal in der Ukraine und hat
von 2015 bis Ende 2020 als Korrespondentin der ZEIT aus Moskau
berichtet. Michael Thumann, geboren Ende 1962, ist seit 1992 bei
der ZEIT, war schon als Student in der Sowjetunion, berichtete als
ZEIT-Korrespondent aus Russland und seinen Nachbarländern von 1996
bis 2001, 2014/15 – und seit 2021 wieder vom Standort Moskau. Falls
Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie
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