Podcaster
Episoden
18.02.2026
29 Minuten
Jede Person, die in Österreich wählen darf, kann auch in ein Amt
gewählt werden. Das ist ein unabdingbarer Grundpfeiler der
Demokratie. Dass viele mit diesem Modus Operandi alles andere als
zufrieden sind, konnte man jüngst bei der Bestellung von
Maximilian Aigner als Landesrat für Landwirtschaft und Energie in
Salzburg im vergangenen Dezember beobachten. Wenn ein 25-jähriger
Lehrer, dessen — wenn man’s großzügig auslegt — bisher
einschlägigste Tätigkeit der Vorsitz der Salzburger Landjugend
war, eine solche zentrale Rolle in der Landesregierung einnimmt,
ist Skepsis geboten. Das ist aber gar nicht der Knackpunkt.
Die Kritik am Alter und der vermeintlichen Unreife eines
Kandidaten verfehlt dabei den Kern der Sache. Spätestens seit der
Ära Kurz wurde klar, dass Politiker*innen medial tauglich
performen müssen, wollen sie erfolgreich sein. Inhalte sind in
Zeiten der Hyperpolitik sowieso zweitrangig. Wenn also Edtstadler
nach dem Antritt im Sommer 2025 verlautbaren ließ, dass die
Salzburger Volkspartei jünger und weiblicher werden müsse, ist
die Bestellung eines 25-jährigen Landesrats nur der konsequente
Schritt einer Politikerin, die den Imagekampf gegen die FPÖ
zusehends verliert.
David Mehlhart spricht in dieser Episode mit Maximilian Aigner
über seine politischen Ziele und seine Rolle als Landesrat.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Wer darf regieren?“
von David Mehlhart lesen.
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Redaktion: David Mehlhart
Produktion/Technik: Christian Veichtlbauer
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04.02.2026
26 Minuten
Wer wachen Auges durch die Stadt Salzburg geht oder radelt sieht
es auch ohne Zahlen und Statistiken auf den ersten Blick: Die
nördlichen Stadtteile Lehen, Elisabeth-Vorstadt, Itzling,
Schallmoos sind tendenziell dicht verbaut, der Süden mit Morzg,
Gneis, Hellbrunn, Nonntal, Salzburg-Süd ist tendenziell grüner.
Im Norden ist die Verkehrsbelastung deutlich höher – hier führt
die B1 mitten durchs Stadtgebiet.
Kongruent zur Bebauungsdichte und Verkehrsbelastung ist die
Sozialstruktur in der Stadt. In Itzling und in der E-Vorstadt ist
der relative Anteil an Sozialhilfeempfängern und -empfängerinnen
(Bedarfsorientierte Mindestsicherung) mehr als drei Mal so hoch
wie in Morzg, Gneis, Leopoldskron oder Hellbrunn. Und natürlich
ist auch der Anteil an Migranten- und Migrantinnen im Norden
entsprechend höher als in den Villenvierteln im Süden.
Vieles an dieser Aufteilung der Stadt ist historisch gewachsen,
vieles aber auch den politisch Verantwortlichen der jüngeren
Vergangenheit zuzuschreiben. Die neue rot-rot-grüne
Stadtregierung hat dieses Ungleichgewicht erkannt und hat unter
Federführung von Planungsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste)
einen Entwurf für das Räumliche Entwicklungskonzept (REK)
vorgelegt, nach welchem auch Wohnbauten in den südlichen
Stadtteilen möglich sein sollen.
Thomas Neuhold spricht in dieser Episode mit Stadt- und
Raumplaner Bernhard Gugg über die räumliche Entwicklung der Stadt
Salzburg.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Ein bisserl
Klassenkampf in der Stadtplanung“ von Thomas Neuhold lesen.
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21.01.2026
29 Minuten
In der Debatte um Sonderschulen beharrt die Salzburger
Landesregierung darauf, am getrennten Unterricht für Kinder mit
Förderbedarf festzuhalten. Dabei ist inklusive Bildung ein
Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention
verankert ist. Mit deren Ratifizierung hat sich die Republik
verpflichtet, Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam zu
unterrichten.
Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) bezeichnet die Kritik
des unabhängigen Monitoring-Ausschusses und dessen Forderung nach
einer gemeinsamen Schule für alle Kinder als „Sozialromantik“.
Tatsächlich handelt es sich dabei nicht um eine idealistische
Vision, sondern um ein völkerrechtlich verankertes Recht, das
vielen Kindern weiterhin verwehrt bleibt.
Salzburg könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen und inklusive
Bildung konsequent umsetzen. Anstatt teure Doppelstrukturen
aufrechtzuerhalten, sollte gezielt in die gemeinsame Schule
investiert werden – um echte Inklusion endlich Realität werden zu
lassen.
Stefanie Ruep spricht in dieser Episode
mit Behindertenanwältin Christine Steger über Sonderschulen
in Österreich.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Salzburg könnte beim
inklusiven Unterricht Vorreiter sein“ von Stefanie Ruep lesen.
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07.01.2026
20 Minuten
Energiearmut? Ja, das gibt es. Ganz besonders in Salzburg
rutschen inzwischen auch Menschen aus der sogenannten
Mittelschicht schleichend in die Energiearmut. Die ohnehin schon
für Kürzungen und soziale Einsparungen bekannte Schwarz-blaue
Landesregierung zeigt auch für das neue Jahr 2026 klar den
sozialen Mittelfinger. Während man sich Dividenden in Rekordhöhe
von der Salzburg AG auszahlen lässt, bleibt der
Heizkostenzuschuss ein zweites Jahr in Folge auf weniger als die
Hälfte gekürzt, sprich von 600 auf 250 Euro im Jahr.
Lukas Oberauer spricht in dieser Episode mit Marcel Kamlesh
Singhal von der Salzburger Armutskonferenz über Energiearmut.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Salzburg. Ein Land
Reich an Energiearmut“ von Lukas Oberauer lesen.
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24.12.2025
27 Minuten
Intransparenz, Politik im Modus des „eh schon wissen“ und
Nepotismus gehören zu Österreich wie Kaiserschmarrn und
Donauwalzer. Allesamt ein schlechtes Fundament für einen modernen
Staat, der in erster Linie den Bürger:innen verpflichtet sein
sollte. Dass es auch anders gehen kann, zeigt zum Beispiel der
Landesrechnungshofes in Salzburg. Nicht nur sind die Berichte
wenig zurückhaltend, wenn es darum geht, das Gebaren der
Landesregierung und anderer öffentlicher Stellen zu evaluieren.
So manches Prestigeprojekt wurde dort bereits als
unwirtschaftlich gescholten. Dass das Land Salzburg beim Ankauf
der Antheringer Au ordentlich über den Tisch gezogen wurde, war
nicht allzu subtil zwischen den Zeilen zu lesen.
Seit 2014 steht diesem Rechnungshof Ludwig Hillinger vor.
Hillinger trat den Posten des Direktors in einer Zeit an, als
sich die Wogen nach dem Salzburger Finanzskandal gerade zu
glätten begannen. Um sich selbst über jeden Zweifel erhaben zu
machen, trat Hillinger aus dem Cartellverband (CV) aus, um nicht
den Anschein zu erwecken, seinem Cartellbruder und damlaigem
Landeshauptmann Wilfried Haslauer zur Loyalität verpflichtet zu
sein – ist mit Sicherheit ein Novum in der Alpenrepublik und
könnte Vorbildwirkung haben. Mehr Transparenz sollte das Ziel
aller Politikerinnen hierzulande sein.
David Mehlhart spricht in dieser Episode mit Ludwig Hillinger,
Direktor des Landesrechnungshofes.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Macht braucht
Kontrolle“ von David Mehlhart lesen.
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Die Werkspost ist der politische Salzburg-Kommentar aus der
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Donnerstag nach der Newsletter-Aussendung ist der Werkspodcast um
18:30 Uhr auch auf der Radiofabrik zu hören.
Finanziert aus Eigenmitteln der Radiofabrik, Mitteln
des NKRF – Nichtkommerzieller Rundfunkfond (2023) der RTR
& der Österreichischen Gesellschaft für politische
Bildung
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