Podcaster
Episoden
19.02.2026
36 Minuten
Jugendorganisationen sind keine Anhängsel ihrer Mutterparteien,
sondern zentrale Orte politischer Sozialisation, Rekrutierung und
strategischer Positionierung. In dieser Folge des Politischen
Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit der
Politikwissenschaftlerin Dr. Anna-Sophie Heinze von der Universität
Trier über die Funktionen, Dynamiken und politischen Wirkungen
parteinaher Jugendorganisationen. Im Mittelpunkt stehen sie als
Rekrutierungs- und Revitalisierungsorte für das politische
Spitzenpersonal und Parteien in Zeiten sinkender Mitgliedszahlen.
Inwiefern setzen sie eigenständige Akzente und treten ideologisch
radikaler auf als ihre Mutterparteien? Was sind die professionellen
Karriereanreize, soziale Motivationen und politische Überzeugungen
junger Mitglieder? Ein besonderer Fokus im Gespräch liegt auf
rechtsextremen Jugendorganisationen und der Jungen Alternative bzw.
neu gegründeten Generation Deutschland. Dazu wird der Blick auf
Geschlechterverhältnisse, Professionalisierung und internationale
Vergleichsfälle gerichtet. Ein Gespräch über politische
Sozialisation, demokratische Nachwuchsförderung und die Bedeutung
junger Parteiorganisationen für die Zukunft des Parteiensystems.
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05.02.2026
36 Minuten
Religion ist immer auch politisch. Sie prägt Fragen von Autorität,
Legitimität und Gesellschaftsordnung. In dieser Folge des
Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit der
preisgekrönten Schriftstellerin und Essayistin Nora Bossong über
den politischen Einfluss religiöser Deutungen in Vergangenheit und
Gegenwart. Ausgehend von Bossongs theologischer Ausbildung und
ihrer literarischen Arbeit diskutieren die beiden, warum religiöse
Narrative im politischen Raum wieder an Bedeutung gewinnen und wie
Kirche als Institution historisch wie heute in politische
Strukturen eingebunden ist. Im Zentrum stehen dabei auch
innerkirchliche Hierarchien und geschlechtsspezifische Ausschlüsse,
die bis heute fortwirken. Der Blick richtet sich zudem auf
internationale Entwicklungen, etwa den wachsenden Einfluss
religiöser Akteure in der US-amerikanischen Politik, sowie auf die
Frage, wie Religion als identitätsstiftende Ressource politisch
mobilisiert wird. In Bezug auf Bossongs Roman Reichskanzlerplatz
sprechen Schwanholz und Bossong außerdem über die Rolle der Kirche
im Nationalsozialismus und über ihre Verantwortung in der
Gegenwart. Vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtsextremer Kräfte
diskutieren sie, welche Lehren aus der Geschichte zu ziehen sind
und welche Verantwortung religiöse Akteure heute tragen. Ein
Gespräch über Religion als politische Ressource, historische
Kontinuitäten und die Frage, wie demokratische Gesellschaften mit
Glauben, Macht und Erinnerung umgehen.
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22.01.2026
34 Minuten
Zukunft ist nicht gleich Zukunft. In der neuen Folge des
Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit
Prof. Dr. Andrea Römmele, Professorin für Kommunikation in Politik
und Zivilgesellschaft an der Hertie School of Governance, über die
Zukunft der Demokratie in einer Zeit multipler Krisen.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist Römmeles Buch „Demokratie neu
denken. Szenarien unserer Welt von morgen“, in dem sie zentrale
gesellschaftliche Megatrends identifiziert und deren Bedeutung für
demokratische Handlungsfähigkeit durchdenkt. Im Fokus stehen Fragen
nach Führung, politischer Kommunikation und der Fähigkeit
demokratischer Systeme, mit Digitalisierung, Klimawandel,
Migration, Urbanisierung und demografischem Wandel umzugehen.
Römmele macht deutlich, warum die Institutionen der Demokratie
robuster sind, als oft angenommen, wo hingegen Anpassungen nötig
sind und weshalb es nicht an Wissen, sondern konsequenter Umsetzung
fehlt. Dabei geht es auch um positive Zukunftsnarrative, um
politische Verantwortung jenseits reiner Mehrheitslogik und um die
Frage, wie Demokratie gesellschaftliches Vertrauen in Politik
zurückgewinnen kann. Ein Gespräch über Zukunftsideen, demokratische
Gestaltungskraft und die Gesellschaft in turbulenten Zeiten.
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08.01.2026
32 Minuten
Zum Auftakt des neuen Jahres spricht PD Dr. Julia Schwanholz im
Politischen Pausen Podcast mit Dr. Volker Wissing über politische
Führung und den Zustand der demokratischen Debattenkultur.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist Wissings neues Buch
„Verantwortung“, in dem er seine Zeit in der Ampelkoalition
reflektiert und grundsätzliche Fragen an das politische System
Deutschlands stellt. Im Zentrum steht die gescheiterte
Ampel(bundes)regierung im Kontrast zur Ampel in Rheinland Pfalz.
Wissing beschreibt öffentlichen Streit, fehlende Loyalität und
mangelnde Verbindlichkeit in gemeinsam getroffenen Entscheidungen.
Er erachtet parteipolitische Taktik als zentrale Ursache des
Vertrauensverlusts. Darüber hinaus diskutieren Schwanholz und
Wissing, was politische Führung in Zeiten multipler Krisen leisten
muss und warum Verantwortung mehr bedeutet als strategische
Profilierung. Die Folge widmet sich außerdem der Frage, wie
politische Lagerbildung, soziale Medien und eine eskalierende
Aufmerksamkeitsökonomie demokratische Aushandlungsprozesse
verändern. Wissing plädiert für einen Freiheitsbegriff, der
individuelle Rechte und gesellschaftliche Verantwortung
zusammendenkt. Ein nachdenkliches Gespräch über Verantwortung im
Amt, die Grenzen parteipolitischer Überzeugung und die Frage, wie
demokratische Zusammenarbeit unter schwierigen Bedingungen gelingen
kann.
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11.12.2025
37 Minuten
In der neuen Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr.
Julia Schwanholz mit dem Politikwissenschaftler Dr. habil.
Maximilian Schiffers über die Rolle von
Nichtregierungsorganisationen in der Demokratie. Schiffers forscht
zu Verbänden, NGOs und zivilgesellschaftlicher Interessenvertretung
und ordnet ein, wie vielfältig und unterschiedlich dieses Feld ist.
Wie legitim sind Anliegen von NGOs? Welche Formen der Beteiligung
sieht das Grundgesetz für sie vor? Warum braucht es
Interessenvertretung jenseits politischer Parteien? Es wird
diskutiert, wie die Pandemie Organisationsfähigkeit und
Finanzierung vieler NGOs herausgefordert hat und weshalb
Professionalisierung und strategische Anpassung das
zivilgesellschaftliche Handeln nachhaltig verändern. Auch geht es
um die politische Auseinandersetzung rund um die kleine Anfrage der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion Anfang 2025 und die Frage, welche
Wirkung das Etikett NGO in polarisierten Debatten entfalten kann.
Schiffers erklärt, weshalb Neutralität in der politischen Praxis
kein eindeutiger Begriff ist und was gesellschaftliches Engagement
mit Haltung zu tun hat, ohne dabei zwingend parteipolitisch zu
sein. Eine Folge über Pluralismus, Legitimität und die Bedeutung
einer starken Zivilgesellschaft für eine widerstandsfähige
Demokratie.
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Über diesen Podcast
Im Politische Pausen Podcast diskutiert Dr. Julia Schwanholz mit
ihren Gästen über Themen aus Politik und Wissenschaft.
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