Populär ist, was bei vielen Beachtung findet. Sei…
Podcaster
Episoden
22.12.2025
26 Minuten
Im Rahmen einer Cooperative Research Group beschäftigen sich Joseph Imorde, Hans Velten und Maren Lickhardt vom Sonderforschungsbereich „Transformationen des Populären“ mit dem Thema „Das Buch der Etikette“ und gehen Konjunkturen von Benimmratgebern ab dem 19. Jahrhundert nach. Unser Fellow in diesem Kontext ist Ulrike Zitzlsperger von der University of Exeter. Im Podcast spricht sie mit Maren Lickhardt über Etiketten in Benimm- und Reiseratgebern der 1920er Jahre. Zum Auftakt wird die allgemeine kulturhistorische Situation skizziert. Anschließend wird eine kleine Revue liberaler und konservativer Benimm- und Reiseratgeber u.a. hinsichtlich ihrer Geschlechterbilder diskutiert. (00:00 – 02:24) Begrüßung, Vorstellung (02:24 – 08:13) Die Weimarer Republik als Übergangszeit (08:13 – 10:08) Reisen und Etiketten des Reisens in der Weimarer Republik (10:08 – 14:17) Emma Kallmanns Benimmratgeber „Der gute Ton“ (14:17 – 16:37) Kurt Moreck: „Führer durch das lasterhafte Berlin“ (16:37 – 17:56) Eugen Szatmari: „Das Buch von Berlin. Was nicht im Baedeker steht“ (17:56 – 26:32) Consumer Gaze
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30.10.2025
1 Stunde 18 Minuten
Jörg Döring spricht mit den Autoren der beiden wichtigsten und meistgelesenen deutschsprachigen Bücher über Jazz der letzten Jahre: Peter Kemper (The Sound of Rebellion. Zur politischen Ästhetik des Jazz. Ditzingen: Reclam 2023, mittlerweile 4. Auflage, 10.000 verkaufte Exemplare) und Stephan Brase (Cool. Jazz als Gegenkultur im westlichen Nachkriegsdeutschland. München: edition text & kritik 2024, 2. Auflage). Wir sprechen über den Mythos von Jazz als genuin politischer Musik. Wie populär kann eine Gegenkultur sein? Warum ist Jazz der Soundtrack der Emanzipationsbewegung in den USA, des Kampfes der Afroamerikaner um Bürgerrechte? Warum ist in Westdeutschland nach 1945 Jazz als die Musik der Weltkriegs-Sieger und Besatzer bis 1960 die Musik einer existentialistisch gesonnenen Jugend? Hier ein Link zur Playlist aller Musik-Titel, die in dem Gespräch eine Rolle gespielt haben (in der Reihenfolge ihrer Erwähnung). In den Shownotes ist vermerkt, in welchem Kapitel über welchen Track gesprochen wurde. https://open.spotify.com/playlist/1ZXsAuVTtqyLi4oSvwuxOy?si=a17f4f796b25473a&nd=1&dlsi=f10cc8d420334ddf (00:00:00 – 00:08:29) Einführung und Vorstellung (00:08:30 – 00:12:49) Affinitäten: Wie der Jazz Peter Kemper und Stephan Braese fand – Archie Shepp: Attica Blues – Cat Stevens: Father & Son – Scott Joplin: Maple Leaf Rag – Jaco Pastorius: Donna Lee (00:12:50 – 00:17:29) Cool. Jazz als Gegenkultur im westlichen Nachkriegsdeutschland und was Peter Kemper daran gut findet – John Lee Hooker: Boom Boom (from: Burnin‘) (00:17:30 – 00:23:03) The Sound of Rebellion. Zur politischen Ästhetik des Jazz und was Stephan Braese daran gut findet – Billie Holiday: Strange Fruit – Art Blakey: Freedom Rider (00:23:04 – 00:30:19) Jazz und Zeitgeschichte: in den USA Musik der Gegenkultur vor allem nach 1960 – in Westdeutschland vor allem zwischen 1945 und 60. Wie geht das zusammen? – Rolling Stones: Satisfaction (00:30:20 – 00:33:41) Jazz und Adornos Vorwurf seiner Warenförmigkeit: Von ‚Gefühl und Härte‘ zum ‚Gewühl bei Hertie‘ – Miles Davis: Bitches Brew (from: Bitches Brew – Album) – Peter Brötzmann: The Fat is gone (00:33:42 – 00:37:20) Jazz in den USA als soundtrack der afroamerkanischen Emanzipation (00:37:21 – 00:50:40) Jazz in Westdeutschland und die „Afro-Amerikanophilie“ (Moritz Ege) – Charlie Parker: Now’s the time – Carl Orff: Die Bernauerin – Intrade (00:50:41 – 00:56:21) Der Gestus des Jazz und Improvisation als demokratische Musik? (00:56:22 – 01:01:44) J. E. Berendt als Popularisierer des Jazz als E-Kultur (01:01:45 – 01:16:51) Wie politisch können Klänge sein? Warum gilt das Saxophon als „Megaphon der Seele“ (Archie Shepp)? – Pharaoh Sanders: You’ve got have freedom (from: Africa) – John Coltrane: Alabama – Max Roach/Abbey Lincoln: Freedom Day – Ernst Ludwig Petrowsky: Ballade (01:16:52 – 01:18:41) Abmoderation: FC Delius und die „Zukunft der Schönheit“ – Albert Ayler: Initiation
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30.06.2025
1 Stunde 17 Minuten
Eckhart Nickels Triptychon aus den Romanen „Hysteria“, „Spitzweg“ und „Punk“ hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und große Popularität erreicht. Für das erste Kapitel von „Hysteria“ hat Nickel 2017 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb den Kelag-Preis erhalten. 2018 war „Hysteria“ auf der Longlist des Deutschen Buchpreises; „Spitzweg“ 2022 auf ebenjener Shortlist. Für „Punk“ erhielt der Autor 2024 den Hermann-Hesse-Literaturpreis. Maren Lickhardt, Jörg Döring und Niels Werber sprechen mit Eckhart Nickel über Popularität und Auszeichnungen, darüber, was die Romane nach wie vor mit Pop zu tun haben, nachdem Nickel mit „Tristesse Royale“ in den 1990er Jahren als Pop-Autor bekannt geworden ist, über Autofiktion, Schulerinnerungen und einseitiges Schwärmen, über Kunst-Bezüge und Ästhetik. Als akustische Einlagen kommen u. a. eine Esspapierverkostung und eine Da Da Da-Vorführung hinzu. Musik: „Atlas“. Komponiert von Eckhart Nickel (DJ Nikkull) auf dem Programm Garage Band in Kathmandu, Hotel Sugat, 2. Stock, Freak Street, am Sonntag, den 8. Mai 2005 um 11:51 Uhr (GMT+5.45) (00:00:00 – 00:06:51) Einführung (mit Musik von Eckhart Nickel) (00:06:52 – 00:11:51) „Hysteria“ und „Punk“ – Kulturkritik und Kulturkritikkritik (00:11:52 – 00:18:59) „Spitzweg“ – Ästhetizismus und jugendliches Schwärmen (00:19:00 – 00:24:41) „Hysteria“, „Spitzweg“, „Punk“ – Frauenfiguren, Schuleindrücke und Autofiktion (00:24:42 – 00:41:11) Referenzen, Verweise und Raum- und Zeitregime der Romane – Von Aristoteles bis Pop mit Esspapierverkostung (00:41:12 – 00:46:41) Zur Rezeption im Feuilleton (00:46:42 – 00:53:41) Auszeichnungen, Preise und Popularität (00:53:42 – 00:59:42) Musikeinlage und -erinnerungen zwischen ‚high‘ und ‚low‘ (00:59:43 – 01:02:59) Der erste, unveröffentlichte Roman (01:03:00 – 01:08:24) Verhältnis Journalismus–Romanproduktion (01:08:25 – 01:12:35) Noch Unpubliziertes, zu Publizierendes (01:12:36 – 01:17:36) Starbucksbechersammlungsprojekt / Namensvariationen von Eckhart Nickel
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30.05.2025
1 Stunde 12 Minuten
E.T.A. Hoffmanns Schauergeschichte „Der Sandmann“ (1816) ist immer noch ein populärer Text. Nicht unbedingt, weil er so beliebt ist, sondern weil er als literarische Ganzschrift im Deutschunterricht der gymnasialen Oberstufe vieler Bundesländer verpflichtend gelesen wird. Das sichert ihm Beachtung durch viele. Was aber, wenn dieser kanonische Text auch Züge eines literarischen Antisemitismus aufweist? Hat er Anteil an der Erzeugung oder Bestätigung judenfeindlicher Gefühle bei den Lesenden? Jörg Döring spricht mit Jan Süselbeck über Affect Studies und den Beitrag von Literaturwissenschaft zur Erforschung der Geschichte des modernen Antisemitismus. Über Hoffmanns „Sandmann“ und warum man ihn unbedingt weiter lesen sollte – auch in der Schule. (00:00:00 – 00:08:13) Intro: Der Gast und seine Forschung (00:08:14 – 00:12:07) Was erforschen die Affect Studies? Wie erzeugen literarische Texte Emotionen? (00:12:08 – 00:18:50) Welchen Beitrag leistet die Literaturwissenschaft zur Erforschung der Geschichte des modernen Antisemitismus? (00:18:51 – 00:22:28) Wie wichtig ist die Frage, ob der Autor E.T.A. Hoffmann ein Antisemit war? (00:22:28 – 00:28:47) In welchem zeithistorischen Kontext entstand und erschien Hoffmanns „Sandmann“ ursprünglich? (00:28:48 – 00:40:56) Literarischer Antisemitismus im „Sandmann“? (00:40:57 – 00:45:34) E.T.A. Hoffmanns Handzeichnung der Coppelius-Figur (00:45:35 – 00:53:14) Zur literarischen Abwehr jüdischer Emanzipation um 1800 und gemischten Gefühlen gegenüber negativen Figuren (00:53:15 – 00:57:29) Warum man Hoffmanns „Sandmann“ niemals canceln sollte (00:57:30 – 01:08:52) Ein weiterer populärer Autor: Thomas Mann („Tristan“, „Der Zauberberg“, „Wälsungenblut“) (01:08:53 – 01:12:02) Schluss: Was bedeuten Praktiken der Mündlichkeit für geisteswissenschaftliches Arbeiten?
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12.02.2025
1 Stunde 7 Minuten
Problematisch populär sind in der politischen Kommunikation Sprachbilder, die das Sehen thematisieren: „mit Weitblick“ handeln, „umsichtig“ sein, „auf Sicht fahren“, „nur geradeaus schauen“. Besonders beliebt ist seit Max Webers „Politik als Beruf“ (1919) die Rede vom politischen Handeln „mit Vernunft und Augenmaß“. Über „Vernunft“ sind schon regalmeterweise Abhandlungen geschrieben worden. Vom „Augenmaß“, das Politiker so gern sich selbst attestieren, handelt jetzt das neue Buch „Augenmaß. Zur Ästhetik politischer Entscheidung“ (Berlin: Matthes & Seitz 2025) des preisgekrönten Literaturwissenschaftlers Christian Metz. Was er vorlegt, ist – wie er es nennt – eine „Kulturpoetik des politisch Plausiblen“. Jörg Döring und Maren Lickhardt sprechen mit ihm über die Ästhetik von Angela Merkels Selbstinszenierung, über Augenmaß als Ethosformel, über Bettine von Arnims Stickereien, über Sulzers Genie-Ästhetik der Freihand-Zeichnung mit Augenmaß, über Kants Erstaunen über die Schweizer Gebirgskinder, über Clausewitz’ Augenmaß in der Kriegskunst, über Max Webers Bohren harter Bretter, über Robert Habecks Instagram-Inszenierung als politischer Entscheider am Küchentisch. (00:00:00 – 00:05:52) Intro: Der Gast und sein Buch (00:05:52 – 00:08:07) Ein Buch über Augenmaß im Zeitalter der politischen Disruption? (00:08:07 – 00:12:14) Was macht die Rede vom Handeln „mit Augenmaß“ so attraktiv für die politische Kommunikation? (00:12:14 – 00:18:13) Wie entfaltet sich die Schönheit von Angelas Merkels Selbstinszenierung? (00:18:13 – 00:20:20) Was heißt Ethosformel? (00:20:20 – 00:23:33) Das Augenmaß als Körpertechnik (00:23:33 – 00:26:33) Was meint „Genealogie“ des Augenmaßes? (00:26:33 – 00:31:57) Was hat weibliche Handarbeit „mit Augenmaß“ um 1800 mit Geschlechterzuschreibung zu tun? (00:31:57 – 00:36:57) Das geistige Sehen des Genies bei Sulzer (00:36:57 – 00:41:16) Was erstaunt Kant an den Schweizer Kindern? (00:41:16 – 00:46:23) Augenmaß auf dem Feldherrnhügel und mitten im Schlachtgetümmel (Clausewitz) (00:46:23 – 00:53:07) Webers Prunkzitat: Von den drei Eigenschaften des Berufspolitikers (00:53:07 – 00:58:47) Mit Robert Habeck im sozialmedialen Maschinenraum des Entscheidens (00:58:47 – 01:04:29) Zum Klappentext: „Die Rhetorik des Augenmaßes entfaltet ihr Gift tröpfchenweise“ (01:04:29 – 01:07:37) Schluss: Was bedeuten Praktiken der Mündlichkeit für geisteswissenschaftliches Arbeiten?
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Über diesen Podcast
Populär ist, was bei vielen Beachtung findet. Seit der frühen
Neuzeit nimmt das Populäre an Umfang und Reichweite zunächst
langsam, im 20. Jahrhundert rasant und sprunghaft zu. Wie verändert
sich dadurch der gesellschaftliche Status des Populären? Und wie
verändert das Populäre die Gesellschaft?
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