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Episoden

#91 - Zahnweh

19 Minuten
Zahnschmerzen und deren Behandlung begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden. 

Die konservierende Behandlung von Zähnen wurde bei einem 14.000 Jahre alten männlichen Individuum aus einer Felshöhle in Norditalien festgestellt, auch für die Zeit um 7000 bis 5500 v. Chr. wurden in Pakistan Beweise für eine konservative Zahnbehandlung gefunden.

Über Jahrtausende glaubten Kulturen in Europa, Asien und Ägypten an den „Zahnwurm“ als Verursacher von Karies und Schmerzen.

 

Man versuchte den Schmerz durch Kräuterräucherungen, magische Rituale oder das Übertragen des Leidens auf Bäume zu vertreiben. 

 

Im Mittelalter: übernahmen oft Wander-Heiler,  (Handwerker oder fahrende „Zahnbrecher“). Bis um das Jahr 1800 versuchten sich Bader und Barbiere – neben dem Haareschneiden und Schröpfen – in der hohen Kunst des Zähne Ausreißens.

 

Ohne Narkose wurden Patienten mit Seilen fixiert, mit Schnaps betäubt und Zähne mit schnabelartigen Zangen (dem sogenannten „Pelikan“) herausgerissen. Extreme Entzündungen wurden mit glühenden Brenneisen behandelt.

 

Im 19. Jahrhundert wurde die Legende des Zahnwurms widerlegt; man erkannte Bakterien und zuckerreiche Ernährung als Auslöser von Karies. 

 

1775 synthetisierte der englische Theologe und Naturforscher Joseph Priestley das Lachgas (Distickstoffmonoxid, N₂O).

1831 stellt der Chemiker Justus von Liebig, dessen Mineraldünger, Fleischextrakt und Backpulver ebenfalls gewaltige Erfolge sind, einen chlorierten Wasserstoff her, der als Chloroform bekannt wird.

 

Erst die Entdeckung von Lachgas, Äther und Chloroform ermöglichte operative Behandlungen ohne Schmerzen. 

 

1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenstrahlen, wodurch man Zähne und Kiefer ganz gezielt untersuchen konnte.

 

1905  erfanden deutsche Chemiker das Lokalanästhetikum Novocain, damit haben die brachialen Methoden des Aberglaubens zu einer modernen, schmerzfreien Zahnbehandlung entwickelt.

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DOC-ON-AIR - Der Podcast für den Umgang mit medizinischen Notfällen im Alltag von Dr. Joachim Huber.

Weitere Informationen auf doc-on-air.com

Das Gesicht zur Stimme unter www.drjoachimhuber.at

Bei Fragen oder Hinweisen zur aktuellen Folge schreibt mir gerne ein Email unter podcast@doc-on-air-com

#notfallmedizin #ersthilfe #teambuilding #alleswirdgut

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14 Minuten
Mit dem Herpesvirus, das häufig Fieberblasen und in weiterer Folge Feuchtblattern und Gürtelrose hervorrufen kann, sind weltweit etwa 4 Milliarden Menschen infiziert.

Die Geschichte des Herpes reicht Millionen Jahre zurück, und Formen des Virus infizieren Arten von Fledermäusen bis hin zu Korallen. 

Das aufkommende Küssen in der Bronzezeit dürfte die weltweite Verbreitung des Herpes-Virus begünstigt haben. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam unter der Leitung der University of Cambridge nach der Analyse von mehrere tausend Jahre alten DNA-Proben aus Zahnwurzeln. Der Virenstamm HSV-1 ist den Studienergebnissen zufolge vor etwa 5.000 Jahren entstanden.

Herpes Zoster oder Gürtelrose ist also eine Virusinfektion die durch das Varizella - Zoster-Virus verursacht wird – dasselbe Virus, das auch Windpocken auslöst. Meist erkranken Menschen über 50 Jahre .Es verbleibt nach einer Erstinfektion, also einer Windpocken-Erkrankung, wie alle Herpes-Viren lebenslang, versteckt in den Nervenzellen des betroffenen Menschen. 

Wenn das Immunsystem im Laufe des Lebens schwächer wird, kann das Virus wieder aktiv werden. Besonders ältere und immungeschwächte Menschen sind gefährdet, das Robert Koch Institut schätzt, dass  jedes Jahr 300.- bis 700.000 Menschen an Herpes Zoster erkranken. Die Zahl der krankenhauspflichtigen Herpes-Zoster-Patienten hat im Zeitraum von 2009 bis 2019 um 57 Prozent zugenommen.

Diese schmerzhafte Infektionskrankheit der Haut und der Nerven, die sich durch einen streifenförmigen, meist halbseitigen Bläschenausschlag äußert, ist mehr als nur ein Hautausschlag. 

Sie kann Nerven, Augen, Gefäße und innere Organe, das führt zu einem schmerzhaften Hautausschlag mit Bläschen. Der Ausschlag ist meist oft am Rumpf, gürtelförmig – daher der Name Gürtelrose.

Die beste Möglichkeit, sich vor Gürtelrose zu schützen, ist die Impfung. Der Impfstoff Shingrix ist ein sogenannter Totimpfstoff, enthält also kein lebendes Virus.

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12 Minuten
Herz, Körper, Psyche – erste ESC- Leitlinie zur kardialen Rehabilitation,

die Europäischen Kardiologie-Gesellschaft (ESC) hat im August 2026 auf dem Kongress in München ihre erste eigene, spezifische Leitlinie zur kardialen Rehabilitation veröffentlicht.

Vorgestellt von Frau Univ.-Prof.in Dr.in Irene Lang.

Erstmals widmet die ESC der kardialen Rehabilitation eine eigene Leitlinie, das unterstreicht die Bedeutung der kardialen Rehabilitation.

Sie kann die Lebensqualität, körperliche Fitness und mentale Gesundheit verbessern und zugleich das Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse senken.

Was hat sich geändert?

Ganzheitlicher Ansatz: Die Reha ist mehr als nur Bewegung. Sie verbindet Training, Medikamenten-Optimierung, Ernährungsberatung, Rauchstopp, psychosoziale Betreuung und Schulungen. 

Breites Spektrum: Empfohlen wird sie nicht nur nach Herzinfarkten, sondern auch bei chronischer koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, nach Klappenersatz, bei Vorhofflimmern, angeborenen Herzfehlern oder nach kardiotoxischen Krebstherapien.

Flexibilität: Neben klassischen Zentren (Klasse-1-Empfehlung) spielen auch Heimprogramme mit digitaler Fernüberwachung (Telerehabilitation) eine wichtige Rolle, um den Zugang zu erleichtern. 

Multidisziplinäres Team: Die Betreuung erfolgt durch ein fachübergreifendes Team aus Medizin, Pflege, Physiotherapie und Psychologie, abgestimmt auf die persönlichen Ziele der Patienten.

Literatur:

Bäck M, Wilhelm M, Marcin Th, Machado FVC, Sandberg A, Buccheri S, et al. 2026 ESC Guidelines on cardiac rehabilitation: Developed by the task force on cardiac rehabilitation of the European Society of Cardiology (ESC). Endorsed by the European Society of Physical and Rehabilitation Medicine (ESPRM) and World Organization of Family Doctors (WONCA). European Heart Journal, 2026. 

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27 Minuten
Heute berichte ich über das Zusammenspiel von Geruch  und Geschmack sowie über das Fühlen der Haut sowie der Zunge.

Die Funktionsweise der Rezeptoren in der Haut und der Zunge beim Fühlen, Riechen, Schmecken und Tasten sind fundamentale, eng miteinander verknüpfte Sinneswahrnehmungen des Menschen.

Sie wandeln chemische und physikalische Reize aus der Umwelt über spezielle Rezeptoren in elektrische Signale für das Gehirn um.

Riechen (olfaktorische Wahrnehmung): die Nase mit der Riechschleimhaut nimmt gasförmige Moleküle in der Luft wahr. Sie unterscheidet tausende Düfte und ist direkt mit dem limbischen System verbunden, weshalb Gerüche starke Erinnerungen wecken.

Schmecken (gustatorische Wahrnehmung): die Zunge und die Mundschleimhaut erkennen gelöste Stoffe in Nahrungsmitteln. Süß, sauer, salzig, bitter und umami. Über 80 % des eigentlichen Geschmackserlebnisses (Aromen) beim Essen entstehen erst durch den gleichzeitigen Einsatz des Geruchssinns

Fühlen -Tastsinn: die Haut als größtes Sinnesorgan registriert Druck, Berührung, Schmerz, Vibration und Temperatur über den Wärmesinn. 

Wenn blinde Menschen oder Teilnehmer beim Dunkel-Dinner das Essen mit den Händen fühlen, nutzen sie ihren Tastsinn als direkten Ersatz für die Augen. Die Haut an den Fingern erkennt sofort Temperatur, Form und Konsistenz der Speisen und bereitet den Körper optimal auf die Verdauung vor.

Auch die Zunge mit ihren hunderttausenden Rezeptoren tastet die Nahrung permanent nach Konsistenz, Temperatur und Struktur ab. Sie sichert nicht nur den reinen Geschmack, sondern regt die Freisetzung von Speichel und damit den ersten Verdauungssaft an. Durch ihre Bewegungen beim Kauen massiert sie die Speichel-, besonders die Unterzungendrüsen und  starten die Verdauung.

Intuition:  als sogenannter 7. Sinn beschreibt ein schnelles Bauchgefühl. Das Gehirn vergleicht dabei unbemerkt die aktuelle Lage mit altem Wissen. Vergönnen Sie sich einfach meinen Kurs für Autogenes Training: 

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und manches Mal hilft es auch ein schönes Märchen anzuhören!  

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20 Minuten
Unser Gehör ist ein wunderbarer, ständig aktiver Sinn, selbst in der Nacht nimmt  es Schallwellen aus der Luft auf. 

Ohrmuschel und der lange Gehörgang fangen den Schall auf.

Trommelfell und die drei kleine Knöchlein- Hammer, Amboss und Steigbügel leiten die Kraft weiter

Das Innenohr wandelt diese Wellen in dem kleinen Innenohr in Signale um. Der Hörnerv leitet die elektrischen Signale an das Gehirn weiter.

Das Gehirn interpretiert die Signale als Bedeutung, Tonhöhe oder Lautstärke und macht daraus Töne und Sprache . Geräusche können sofortige Emotionen oder Warnsignale auslösen

Etwa 119 Millionen Menschen-das sind 16 Prozent der europäischen Bevölkerung berichten von einer Einschränkung ihres Gehörs.

Mit steigendem Alter nimmt die Zahl der Betroffenen stark zu; ab 65 Jahren hat etwa die Hälfte aller Menschen Hörprobleme.

Weltweit leiden ewa 34,4 Millionen Erwachsene an einer stärkeren, ihr  Alltagsleben beeinträchtigenden Hörminderung. 

In Deutschland leben ca. 80.000, in Österreich ca. 10.000 gehörlose Personen. Gerechnet wird im 

 Etwa zwei Drittel der Menschen mit einem starken Hörverlust tragen kein Hörgerät. 

Indien gilt als das Land mit der größten Anzahl gehörloser Menschen und Gebärdensprachnutzer. Fast jeder fünfte gehörlose Mensch weltweit lebt in Indien.

Ein modernes Hörgerät nimmt Schall über ein Mikrofon auf, wandelt ihn in elektrische Signale um, verstärkt und optimiert diese über einen Mikrochip je nach persönlichem Hörverlust und gibt den Schall über einen Lautsprecher (Hörer) direkt an das Ohr und das Trommelfell weiter.

Neuroth steht mit über 150 Fachinstituten und mit hervorragenden Hörakustik-Spezialisten für eine rasch Hilfe auf Ihrer Seite!

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Über diesen Podcast

Der Podcast für den stressfreien Umgang mit medizinischen Notfällen und anderen Gesundheitsfragen im Alltag von Dr. Joachim Huber, (Internist, Kardiologe, Gerontologe, Notarzt). Seit Juni 2023 helfe ich bei allen kleineren und größeren medizinischen Fragen oder Zwischenfällen cool zu bleiben und fast jedes medizinische Problem zu lösen, mindestens aber zu erleichtern. Als langjährig tätiger und sehr erfahrener Notfallmediziner, kenne ich die grossen und kleine Sorgen unserer Patienten. Das Ziel ist es, meine Zuhörer von unnötigen Ängsten zu befreien. Bei medizinischen Zwischenfällen zeige ich dem Laien, wie man rasch und kompetent  helfen kann. Keine Scheu die Rettungskette zu aktivieren aber auch dem Patienten uns seinen Angehörigen beizustehen. ---- Weitere Informationen auf doc-on-air.com Das Gesicht zur Stimme unter www.drjoachimhuber.at #notfallmedizin #ersthilfe #teambuilding #alleswirdgut 
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