Episoden

Das Donaudelta - eine Reise durch Natur und Literatur
12.04.2026
1 Minute
Das Donaudelta stellt mit einer Größe von rund 5800 Quadratkilometern eines der elf Naturschutzgebiete entlang der Donau dar und hat mit seinen über 30 Ökosystemen eine beachtenswerte Vielfalt an Flora und Fauna. Es ist das zweitgrößte Flussdelta in Europa und weltweit das größte zusammenhängende Schilfrohrgebiet. Es ist nicht nur ein Raum der Ausnahmen, wo sich der Kontinent durch ununterbrochene Sedimentierungen ständig umformt und vergrößert, sondern es bietet auch eine Projektionsfläche für literarische Darstellungen. Herausragende Fragmente aus literarischen Texten von Hans Bergel („Dunja, die Herrin“), Oscar Walter Cisek („Der Strom ohne Ende“), Jean Bart („Europolis“) und Andrzej Stasiuk („Unterwegs nach Babadag“) werden von Dr. Olivia Spiridon kontextualisiert und eingeführt. Gelesen werden sie vom Schauspieler Lou Bertalan, der als Ornithologe und Reiseleiter durch das Donaudelta ein ausgezeichneter Kenner dieses Gebiets ist.
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Die Donau – ein europäischer Fluss zwischen Natur und Technik
12.03.2026
55 Minuten
Verbauter Fluss in schöner Landschaft


Die Bilder der Donau sind von zahlreichen Highlights der Natur und den damit verbundenen Mythen geprägt. Es gibt aber auch eine andere, weniger bekannte Geschichte des Flusses: jene seiner technischen Bezwingung und ökonomischen Verwertung. Im 19. und vor allem in 20. Jahrhundert haben massive technische Eingriffe der Donau ein neues Gesicht verliehen: Brücken wurden geschlagen, Engstellen entschärft, Kraftwerke und Schifffahrtskanäle gebaut, Dämme errichtet, der Hochwasserschutz ausgebaut. In diesem Podcast reisen wir entlang der Donau auf den Spuren der Technik – und zwar in Texten, Filmen und Fotografien. Ausgehend vom Forschungsprojekt „Die Donau lesen“ (https://www.diedonaulesen.com) besprechen Anton Holzer, Edit Kiraly und Olivia Spiridon die Folgen der technischen Umgestaltung der Donau aus unterschiedlichen Perspektiven. Sie berichten davon, wie die ehemals ausgedehnten Aulandschaften dezimiert und der Fluss mit großem technischen Aufwand begradigt und umgebaut wurde. Sie sprechen über realisierte, umstrittene und unrealisierte Kraftwerksbauten, etwa Hainburg, Gabčíkovo–Nagymaros oder Eisernes Tor I und II. Und sie diskutieren darüber, welche gesellschaftlichen Visionen hinter den Bauvorhaben standen und welch umstürzlerisches Potenzial der Widerstand gegen manche Großprojekte besitzen konnte.
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Plurale Heimatorientierungen, geteilte Heimatbeziehungen
20.12.2023
44 Minuten
Heimatverlust und Heimatgewinn bzw. das Heimischwerden in der neuen Heimat scheint das Hauptthema der donauschwäbischen Erinnerungskultur, ihr zentrales Merkmal zu sein. Dieser Podcast ist das Ergebnis eines Workshops von PD Dr. Daniela Simon und Dr. Cristian Cercel mit der Erlebnisgeneration der Heimatvertriebenen aus Jugoslawien und Ungarn im Kulturzentrum der Donauschwaben in Haar im Mai 2023. Er knüpft an die in der virtuellen Ausstellung „Haus von uns“ abgebildete Diskussion mit Nachkommen der vertriebenen Donauschwaben und -schwäbinnen in Baden-Württemberg über ihre Vorstellungen von Heimat an. Die während des Workshops in Haar aufgenommene Tonspur wurde nachträglich von Tobias Rotzinger geschnitten, technisch überarbeitet, konzeptualisiert und in Zusammenarbeit mit weiteren Studierenden der Universität Tübingen mit neuen inhaltlichen Impulsen versehen. Die Hintergrundmusik stammt von Franziska Kewes. Ausstellung und Podcast fassen so den transgenerationalen Austausch zum Thema Heimat zwischen Donauschwaben, ihren Nachkommen und Studierenden zusammen.“
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Über eine „kleine Literatur“. Gespräch mit dem Schriftsteller Hellmut Seiler
26.06.2023
36 Minuten
Über eine „kleine Literatur“. Gespräch mit dem Schriftsteller Hellmut Seiler


Wie auf dem Foto zu sehen, waren deutschsprachige Schriftsteller aus Rumänien in den 1980er Jahren bereits auf dem Weg: Sie suchten nicht nur nach einem Anschluss zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, sondern stellten bereits Ausreiseanträge, um der mittlerweile unerträglichen Diktatur in Rumänien zu entkommen. Erste Bücher wurden in Rumänien veröffentlicht und weitere sollten im Westen erscheinen. Der Schriftsteller Hellmut Seiler spricht mit Olivia Spiridon über diese bewegten Zeiten, über Temeswar und Richard Wagner, das literarische Leben in Rumänien und im Westen. Sie lesen Gedichte und bilanzieren – unter anderem am Rande der Anthologie „Die Bewegung der Antillen unter der Schädeldecke“ (2022) – literarische Erfahrungen der letzten Jahrzehnte.


Das Foto dokumentiert ein Treffen auf der Hohen Rinne bei Hermannstadt/Sibiu anlässlich der Verabschiedung von Walter Fromm vor seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland. Daran nahmen unter anderem Gudrun Bossert, Rolf Bossert, Gerhardt Csejka, Richard Wagner und Hellmut Seiler teil, aus dessen Privatarchiv die Aufnahme stammt.
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Biografie und Literatur. Gespräch mit dem Schriftsteller Johann Lippet
03.05.2023
47 Minuten
Im Frühjahr 2023 ist das Poem „biographie. ein muster“ von Johann Lippet im Pop Verlag erschienen – in einer durchgesehenen Auflage und kontextualisiert durch ein Essay von Walter Fromm. Die in den 1980er Jahren viel beachtete Erzählung in freien Versen hat bei ihrem Erscheinen in Rumänien zahlreiche Tabus gebrochen. Sie weist auf den Auftritt einer Generation von Schriftstellern hin, die sich als Avantgarde verstand und sowohl gegen die Zwänge der literarischen Provinz als auch gegen die Indienstnahme der Literatur durch den sozialistischen Staat rebellierte. Darüber, über die im letzten Jahr veröffentlichte Lyrik-Anthologie „die bewegung der antillen unter der schädeldecke“, über die Anfänge seiner literarischen Laufbahn, die literarische Gruppierung „Aktionsgruppe Banat“ und diese Minderheitenliteratur in wechselhaften Zeiten erzählt Johann Lippet im Gespräch mit Olivia Spiridon.


Der Schriftsteller Johann Lippet blickt auf ein beeindruckendes Werk zurück, das mittlerweile mehr als 25 Bände umfasst und das am Schicksal von einzelnen Protagonisten, Familien und Dorfgemeinschaften die Geschichte des Banats und der Banater Schwaben erzählt und Befindlichkeiten dieses Landstrichs in die Dichte der literarischen Sprache übersetzt.
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Über diesen Podcast

Podcast des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) in Tübingen. Das IdGL erforscht die Kultur und Geschichte Südosteuropas. Seine zentralen Arbeitsfelder sind Forschung und Lehre, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit.
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