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Episoden
29.01.2026
1 Stunde 55 Minuten
Nicolás Maduros Herrschaft in Venezuela ist vorbei, beendet durch
die Trump Administration und einen Einsatz der Delta Force. Ein
plötzliches Finale der Monate langen US-Aggression vor Venezuela
Küsten. Womit das Land nun vor einer neuen, noch unklaren
politischen und wirtschaftlichen Phase und vielen noch offenen
Fragen steht. Fragen die medial bisher vor allem auf Donald Trump
fokussierten, vor allem: Was hat er sich dabei gedacht? Und was hat
er nun vor mit dem Land und darüber hinaus? Fragen die ohne Zweifel
von Bedeutung sind, dabei bleiben jedoch grundsätzlichere Fragen
bisher zumeist unbeantwortet und ungestellt. Allen voran, warum
Venezuela? Warum ist in dem Land möglich, was andernorts nicht
möglich scheint? Und warum fokussieren sich die USA, nicht erst
seit Trump so stark auf die politische Entwicklung des Landes? Die
Antwort liegt nicht allein in den Entscheidungen der
Trump-Administration, sondern in einer über zweihundertjährigen
Geschichte wechselseitiger Verflechtung und struktureller
Abhängigkeit. Diese Folge analysiert diese Kontinuitäten, die
Venezuela vom kolonialen Extraktivismus bis zur heutigen Krise
prägen. Vom Kakao-Boom des 18. Jahrhunderts über Unabhängigkeit und
den Ölrausch der 1920er Jahre bis zum scheinbar demokratischen
Punto Fijo-System und dessen Ende. Eine Geschichte vor allem
geprägt durch Ressourcenextraktion für externe Märkte, größten
Reichtum, die Herausforderungen damit umzugehen und eine
Pfadabhängigkeit, die die USA und Venezuela über die Jahrhunderte
immer enger miteinander verbanden, sowohl als Partner als auch
Antagonisten. Eine politökonomische Analyse der strukturellen
Bedingungen, die Venezuelas gegenwärtige Krise und seine besondere
Beziehung zu den USA erst ermöglichten. Teil 1 von 2 – Die
historischen Grundlagen. Nächste Folge: Chávez, der Bolivarianismus
und die Eskalation.
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Ihr könnt dieses Podcast finanziell unterstützen, via: Überweisung
an: Mick Klöcker ING-Diba IBAN DE17 5001 0517 5446 1036 89 Paypal
an: Mick.Kloecker@gmx.de oder über steadyhq.com: Neben der Spur
https://steadyhq.com/de/neben-der-spur/
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Produktion, Recherche und Moderation: Mick Klöcker Feedback,
Anregungen und Kritik an: Mick.Kloecker@gmx.de oder über Twitter:
@NDS_mk1 Besonderer Dank für künstlerische, musikalische,
technische und freundschaftliche Unterstützung an: Musik: Joscha
@gruneWav Logo: Danny @Dann_____y
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09.12.2025
2 Stunden 20 Minuten
Heute ein Thema, das den meisten sofort in den Sinn kommt, wenn sie
an internationale Politik denken: Entwicklungshilfe, oder
Entwicklungszusammenarbeit. Doch schon die Begriffe sind belastet.
Denn unter den so selbstlos glänzenden Worten „Hilfe" und
„Entwicklung" verbirgt sich eine weit weniger strahlende Realität.
Seit Jahrzehnten wird darüber international heftig gestritten –
über Machtungleichgewichte, historische Abhängigkeitsverhältnisse,
Schulden, Ausbeutung und Werte. Heute steht das Thema dabei aber
vielleicht stärker im Fokus denn je. Denn während progressive
Kritik seit Langem die Interessenpolitik unter dem Deckmantel der
Hilfe anprangert, macht sich eine neue Diskussion breit: Von Trump
bis zur Jungen Union – die Forderung, Entwicklungspolitik
einzustampfen, wird lauter. Der Eindruck: Das globale System lohne
sich nicht mehr. Oder sei von Anfang an auf einem falschen
Wertefundament erbaut, das den Westen schwach mache. Diese erste
Folge zum Thema zeichnet daher nach, wie aus der kolonialen
„Zivilisierungsmission" die moderne Entwicklungspolitik wurde. Wie
sie im Kalten Krieg zum Instrument der Blockkonkurrenz mutierte, in
der neoliberalen Ordnung entkernt wurde und schließlich mit
Sicherheitspolitik und privatem Outsourcing verschmolz. Dabei geht
es um die Fragen: Wem nützt Entwicklung wirklich? Wer entscheidet,
was Entwicklung überhaupt ist? Und kann Hilfe jemals mehr sein als
Interessenpolitik? Von Big Push über Basic Needs, von
Strukturanpassung bis zu den Randomistas, von Afghanistan bis zur
Bill Gates Foundation – eine Geschichte über Versprechen, Scheitern
und die strukturellen Dilemmata eines Systems, das vielleicht
selbst das Problem ist.
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02.11.2025
2 Stunden 6 Minuten
In den vergangenen 10 Jahren ist im äthiopischen Hochland ein neues
Bauwerk für die Jahrhunderte entstanden: der Grand Ethiopian
Renaissance Damm. Der größte Staudamm Afrikas. Verbunden mit großen
energie- und wirtschaftspolitischen Versprechen, soll er Äthiopien
in eine neue energiereiche Zeit führen. Aber der Damm ist mehr als
nur ein afrikanisches Entwicklungsprojekt, er ist auch Ausdruck
neuer Machtverhältnisse am Nil, Symbol einer tektonischen
geopolitischen Verschiebung, Ausdruck afrikanischer
Selbstbehauptung und gleichzeitig Brennpunkt eines Konflikts, der
Millionen Menschen existenziell bedrohen könnte. Während Äthiopien
den GERD als nationale Renaissance feiert, sieht vor allem Ägypten
seine Lebensader bedroht. Denn 95% des ägyptischen Wassers kommen
aus dem Nil – und damit aus Äthiopien. Was passiert, also wenn ein
Land an der Quelle sitzt und das andere am Ende des Flusses? Wer
hat das Recht auf das Wasser? Und wie weit würde Ägypten gehen, um
es zu verteidigen? Diese Folge erzählt die Geschichte eines Landes
und seines Damms, der zum Schauplatz kolonialer Altlasten,
ethnischer Spannungen und des Ringens zwischen China, den USA und
Europa um Einfluss in Afrika geworden ist. Es geht um die Frage,
wie afrikanische Entwicklung im 21. Jahrhundert aussehen kann – und
um den Preis, den sie hat. Für Menschen, für Ökosysteme und für die
politische Stabilität einer ganzen Region.
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31.08.2025
2 Stunden 32 Minuten
Teil zwei zu Geschichte und Zukunft Syriens: Nach Assad – was
folgt? Das Assad-Regime ist Geschichte. Doch was kommt nach über
fünf Jahrzehnten Herrschaft der Familie Assad? In dieser Folge
analysieren wir das schwerwiegende Erbe der Vergangenheit und die
komplexen Herausforderungen der Zukunft. Wie prägen Krieg,
staatliche Fragmentierung und Drogenhandel das Land bis heute?
Welche Strukturen sind zusammengebrochen, welche bestehen fort? Und
wie nutzen sowohl interne Fraktionen als auch externe Akteure das
Machtvakuum für ihre Interessen? Im Zentrum steht Ahmed al-Scharaa,
der neue starke Mann Syriens, dessen außergewöhnlicher Werdegang
diese Folge durchzieht. Von seiner Jugend in Damaskus über seine
Zeit als islamistischer Kämpfer im Irak bis hin zu seinem Bruch mit
der radikalen Ideologie und der Hinwendung zu einer nationalen
Vision für Syrien. Wie gelang es al-Scharaa und seiner Organisation
HTS, sich von anderen Fraktionen abzuheben? Was unterscheidet ihren
Ansatz? Und vor allem kann sein Projekt eines syrischen
Nationalstaats in einem derart fragmentierten Land gelingen? Eine
Analyse der Machtverhältnisse, Strategien und Zukunftsperspektiven
eines Landes am Scheideweg.
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29.07.2025
2 Stunden 10 Minuten
Nach über 50 Jahren Assad-Herrschaft steht Syrien vor einem
Neuanfang – doch die Herausforderungen sind gewaltig. Was wie ein
Moment der Befreiung aussieht, offenbart die tieferliegenden
Strukturprobleme eines Landes, das seit Jahrhunderten von tiefer
Fragmentierung geprägt ist. Diese Folge erzählt daher die
Geschichte einer Nation, die nie wirklich eine war: Von den
osmanischen Provinzen über die zerstörerische französische
Mandatszeit bis zum ausgeklügelten Machtsystem der Assads war
Syrien schon immer ein Flickenteppich verschiedener Religionen,
Ethnien und regionaler Interessen. Wir verfolgen, wie aus
hoffnungsvollen arabisch-nationalistischen Idealen ein autoritäres
System entstand, das über Jahrzehnte stabil schien. Von den
gescheiterten Putschen der Nachkriegszeit über das kurze
panarabische Experiment mit Ägypten bis zu Hafez al-Assads. Diese
erste Folge bereitet dabei den Boden für die entscheidende Frage:
Welche strukturellen Hinterlassenschaften des Assad-Systems prägen
Syrien bis heute, und warum sind diese historischen
Fragmentierungslinien der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen
Herausforderungen beim Neuaufbau des Landes?
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Über diesen Podcast
Außenpolitik-Podcast: Krieg in Europa, Energietransformation in
Südamerika, politisches Erstarken Afrikas. Es ist viel los in der
Welt, aber oft verweilt der mediale Blick nur kurz und
Informationen fliegen nur so an uns vorbei. Höchste Zeit also,
hintergründiger und reflektiert über internationale Politik und
Entwicklungen zu sprechen. Ohne den Anspruch von Vollständigkeit, -
aber, wie der Name verspricht - mit Blick für randständige
internationale Themen und mit Begeisterung für Geschehnisse auf den
großen, wie kleinen Weltbühnen.
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