Aus der Bauhütte

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Der Freimaurerinnen-Podcast
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Episoden

Der Kompromiss - viel besser als sein Ruf
10.07.2026
27 Minuten
Wer denkt schon an den Begriff Kompromiss beim Stichwort Freimaurerei? Wir bemühen uns in der Loge, das Trennende zu vermeiden und das Gemeinsame zu stärken. So könnte man im ersten Moment glauben, dass der Kompromiss in der Loge gar nicht vorkommt. Aber das täuscht: Wie überall, wo Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen und mit verschiedenen Bedürfnissen zusammen kommen, ist auch bei uns in der Freimaurerei der Kompromiss Grundlage von demokratischen Entscheidungen und Grundlage für gemeinsames Handeln. Ob in der Familie oder in der Politik: Kompromisse sind unumgänglich. Gerade auch für den Erhalt der Demokratie ist es notwendig, immer wieder Kompromisse einzugehen. Ohne sie geht es nicht. Im Kompromiss geht es nicht darum, dass eine Seite "gewinnt" oder "verliert“, sondern um das gemeinsame Vertrauen in ein drittes, verbindendes Element. Es ist ein Akt der bewussten Selbstbegrenzung aus freiem Willen. Ein Kompromiss ist in diesem Sinne kein Verlust von Substanz, sondern das bewusste Glätten von Extremen, damit Gemeinschaft tragfähig wird. In der Öffentlichkeit erleben wir oft, dass sich Menschen hinter starren Positionen verbarrikadieren. Auf dieser Ebene der Positionen gibt es mathematisch oft keine Schnittmengen mehr. Durch das systematische Fragen nach dem Warum, nach den dahinterliegenden Interessen und Bedürfnissen, können wir uns aber dennoch annähern und wieder ins Gespräch kommen. Dafür nehmen wir uns in den Logen ganz bewusst Zeit und lassen die Überlegung zu, dass vielleicht die Andere tatsächlich über das bessere Argument verfügt. Wenn der Druck schwindet, Recht behalten zu müssen, öffnet sich der Raum für das sachliche Abwägen. In der Juli-Folge "Aus der Bauhütte" sprechen Antje und Barbara nicht nur über ethisch-soziologische Modelle zur Kompromiss-Bildung, sondern entdecken auch ganz konkret die Aufforderung zum Kompromiss in der freimaurerischen Symbolik.
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Feiern – universelle menschliche Erfahrung
12.06.2026
22 Minuten
Ob kulturelle Feste, religiöse Feiern oder persönliche Anlässe – das Feiern ist ein universelles Phänomen, das in allen Kulturen vorkommt. Feste drücken oft gemeinsame Werte und Identitäten aus und bieten Menschen die Möglichkeit, ihre Emotionen und Überzeugungen in einer unterstützenden Umgebung auszudrücken. Die gesellschaftliche Funktion von Festen geht weit über die reine Unterhaltung hinaus. Sie tragen zur Bildung eines kollektiven Gedächtnisses bei, das die Gemeinschaft stärkt und ein Gefühl des Zusammenhalts fördert. In Krisenzeiten oder während der Herausforderungen des Lebens können Feste Menschen zusammenbringen und Hoffnung und Freude spenden. Auch in der Freimaurerei gibt es tradierte Feste, die rituell strukturiert sind oder auch einfach ein ungezwungenes Zusammenkommen ermöglichen. Im Juni feiern die Freimauer*innen angelehnt an die Sommersonnenwende ihr traditionelles Johannisfest und beschließen damit das vorangegangene Maurerjahr.
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Bauhütte oder Behörde? Systemvertrauen stärken
08.05.2026
24 Minuten
Manche Menschen blicken neidisch (oder besorgt) auf die „Effizienz“ autokratischer Systeme, weil demokratische Prozesse oft langwierig und bürokratisch erscheinen. Das Erleben von bürokratischem Frust mit der Verwaltung führt nicht selten zu einem Erleben von Demokratie als ineffizientem System, denn die Verwaltung ist mitverantwortlich dafür, dass die Menschen sich mit der Demokratie identifizieren. In dieser Folge aus der Bauhütte fragen sich Antje und Barbara, ob das Gefühl, im „Apparat“ nicht mehr gehört zu werden, zum Rückzug ins Private führt - und, ob es dieses Phänomen auch in der Freimaurerei gibt. Wenn Treffen überwiegend aus Organisation, aus Protokollen, Kassenberichten und Satzungsfragen bestehen, stirbt dann der freimaurerische Geist? Wenn die Logenverwaltung oder die Großloge wichtiger werden als das gemeinsame Erleben, die inhaltliche Auseinandersetzung und die Arbeit an rauem Stein, dann müssen wir uns fragen: Dient die Struktur noch dem Inhalt oder verwaltet sie sich nur noch selbst? Wenn Mitglieder sich fragen: „Warum bin ich eigentlich hier?“, sollte die Antwort lauten: „Um ein besserer Mensch zu werden und Gemeinschaft zu erleben - und nicht um den Vorstand zu entlasten. Wer im Beruf schon in Hierarchien und Bürokratie steckt, sucht in der Loge Freiheit und Tiefe. Wie müssen Organisationsformen in Logen also sein, damit sie Kreativität und Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder fördern und Lust wecken auf ein Mittun in jeder Form? Auch bei diesen Fragen möchten wir Loge als ein Labor erleben, das uns hilft, einen positiven Blick auf Mitgestaltung und demokratische Prozesse beizubehalten.
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Connected, but alone?
10.04.2026
19 Minuten
Trotz 5.000 Followern an Feiertagen oder sonntagabends isoliert? Obwohl wir überall und jederzeit via Social Media dabei sein können, ist der „Disconnect“ zur Welt deutlich spürbar. Und Menschen in Einzelhaushalten suchen außerdem seltener Gemeinschaftszentren auf – eine Spirale der Isolation. Das Bedürfnis nach Verbundenheit, vielleicht sogar nach Spiritualität, hat die Wellness-Industrie längst entdeckt und die vielen Self-Care-Projekte, die sicherlich ihre Berechtigung haben und wertvolle Wege zur inneren Ruhe sein können, befriedigen dann doch nicht ganz die Sinnsuche. Oftmals ist man dabei nämlich wieder alleine auf der (Yoga-)Matte. Dies zeigt auch die Einsamkeits-Studie 2025/2026 der Bertelsmann-Stiftung: Aktuelle Daten belegen, dass soziale Zugehörigkeit der entscheidende Faktor gegen psychisches Leid ist. Antje und Barbara beobachten, dass hier die Loge ein niederschwelliges, aber tiefgründiges Angebot machen und ganz unterschiedliche Menschen auch generationenübergreifend zusammenbringen kann. In der April-Folge "Aus der Bauhütte" diskutieren sie, wie die Freimaurerei eine Resonanz-Erfahrung fördert, die nicht bei mir selbst aufhört, sondern im Gegenüber stattfindet.
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Weibliche Freimaurerei?
13.03.2026
31 Minuten
Was bedeutet es, als Frau in der Freimaurerei aktiv zu sein? Diese Frage, die zunächst sicherlich ehrliches Interesse an unserer freimaurerischen Arbeit bekundet, enthält noch eine weitere Botschaft. Denn sie grenzt "weibliche" Freimaurerei von "männlicher" Freimaurerei ab. Der Blick der Brüder (das „Außen“) bringt uns dazu, uns mit unserer eigenen „Innensicht“ auseinanderzusetzen. In der Märzfolge Aus der Bauhütte, stellen Antje und Barbara sich diesmal die Frage, ob das Geschlecht überhaupt eine Rolle innerhalb der Freimaurerei spielt. Sie untersuchen frei von sozialen Zuschreibungen und Klischees, was Männer- und Frauenlogen verbindet und auch was sie trennt. Das Konzept der Alterität (von lateinisch alter - der Andere) prägt die Philosophie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Denker wie Emmanuel Levinas es ins Zentrum der Ethik rückten. Es ist überall dort relevant, wo es um die Anerkennung des Gegenübers als eigenständiges Wesen geht, das nicht auf die eigenen Vorstellungen reduziert werden darf (z. B. in der interkulturellen Kommunikation oder Geschlechterforschung). Man kennt es heute aus Debatten über Diversität und Toleranz, in denen es darum geht, dem „Fremden“ mit Respekt zu begegnen, ohne dessen Andersartigkeit sofort bewerten oder „passend machen“ zu wollen. Das „Andere“ der Frauenlogen ist folglich nicht ein Defizit oder eine Abweichung vom „männlichen Standard“, sondern eine eigenständige Perspektive auf dieselbe Wahrheit. Das Konzept der „Alterität", das die radikale Verschiedenheit des Anderen anerkennt, führt in der Auseinandersetzung erst dazu, dass wir Klarheit über die eigene Identität gewinnen. Ohne das Gegenüber, hier in Form der Brüder, wäre unsere Arbeit einfach „Freimaurerei“. Erst durch die Existenz dieses „Anderen“ wird unsere Arbeit zur „weiblichen“ Freimaurerei. Der Podcast lädt ein, Fragen zu stellen und einen respektvollen Dialog über die Freimaurerei und ihre Werte zu führen.
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Weibliche Freimaurerei?
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