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22 Minuten
Wer kennt das nicht? Nach einer großen Anstrengung, nach einer Zeit, in der das Erreichen eines Zieles im Mittelpunkt es eignen Handelns stand, folgt oft auf die Freude eine Phase der Unsicherheit. Wunderbar ist es, wenn es gelingt, die Freude, die Fülle des Augenblickes, eine Weile zu genießen, aber irgendwann taucht unweigerlich die Frage auf: Was kommt jetzt? Alles ist scheinbar erreicht und ein neuer Plan muss erst entwickelt werden. In der Freimaurerei ist der Weg durch die drei Grade, Lehrling, Geselle und Meister, klar strukturiert. Es gibt ein Ziel, eine Progression, ständige neue Eindrücke und Rituale. Ist der Meistergrad erreicht, fällt dieser äußere Entwicklungsdruck weg. Nun beginnt die Zeit, sich selbst immer wieder neue Ziele zu setzen und die eigentliche Arbeit mit all unseren Werkzeugen zu beginnen. Dieser Switch von der Lernenden zur Gestalterin geling nicht automatisch. Wer Freimaurerei vor allem als persönliches Entwicklungs- und Selbsterfahrungstool („Arbeit am rauen Stein“) begreift, gerät nach dem Meistergrad schnell in ein Vakuum, wenn der Blickwinkel nicht aktiv erweitert wird. Der Fokus muss sich vom Aufnehmen, der Selbstbetrachtung, zum Geben, zum Dienst an der Gemeinschaft und der Weitergabe verschieben. Schafft eine Schwester diesen Perspektivwechsel nicht, wirkt die Arbeit plötzlich repetitiv. Vielleicht ist dies ein Grund, warum auch wir in der Freimaurerei gelegentlich eine Situation beobachten müssen die in der Psychologie das Gipfel-Phänomen genannt wird. Einige Schwestern und Brüder verlieren wenige Jahre nach der Erhebung die Freude an der Begegnung und damit die Bindung an ihre Loge.

Gut genug

27 Minuten
KITSCHKRIEG feat. BLUMENGARTEN & SHIRIN DAVID - GUT GENUG, dieser Song wird zur Zeit besonders von jungen Leuten bei allen möglichen Gelegenheiten angestimmt. Grund genug für Antje und Barbara sich dem Thema Selbstliebe in der aktuellen Sommerfolge zu widmen. Dabei beleuchten sie dieses in Deutschland schon immer ambivalent diskutierte Thema nicht nur im pop- und alltagspsychologische Diskurs, sondern betrachten auch die Kommerzialisierung und den therapeutisch-klinische Kontext. Selbstliebe kann als fundamentale Basis für Resilienz und psychische Gesundheit verstanden werden oder auch als Werkzeug, um überhaupt erst in Resonanz mit der Welt treten zu können. Häufig hängt dem Streben nach Selbstliebe aber auch ein ausbeuterischer Optimierungszwang oder die vermeintliche Förderung von Narzissmus und Egoismus an. Dieses Spannungsfeld zwischen Befreiung/Heilung und Leitungspflicht bzw. Ich-Bezogenheit ist kein neues und auch kein rein europäisches Phänomen. Es wird beispielhaft bereits bei Aristoteles und später bei Rousseau, aber auch im Konfuzianismus und Buddhismus sowie in der Philosophie von Ubuntu (Südafrika) besprochen. In der Freimaurerei begegnet einem das Konzept der Selbstliebe ebenfalls fast auf Schritt und Tritt, auch wenn das Wort selbst in den Ritualen und Zeichnungen selten so explizit genannt wird. Die maurerischen Werkzeuge und die wesentlichen Sinnbilder in der Freimaurerei fordern aber die Brüder und Schwestern immer wieder dazu auf, sich mit dem Erkenne dich selbst und der Kette als Symbol der Gemeinschaft zu befassen.
27 Minuten
Wer denkt schon an den Begriff Kompromiss beim Stichwort Freimaurerei? Wir bemühen uns in der Loge, das Trennende zu vermeiden und das Gemeinsame zu stärken. So könnte man im ersten Moment glauben, dass der Kompromiss in der Loge gar nicht vorkommt. Aber das täuscht: Wie überall, wo Menschen aus unterschiedlichen Zusammenhängen und mit verschiedenen Bedürfnissen zusammen kommen, ist auch bei uns in der Freimaurerei der Kompromiss Grundlage von demokratischen Entscheidungen und Grundlage für gemeinsames Handeln. Ob in der Familie oder in der Politik: Kompromisse sind unumgänglich. Gerade auch für den Erhalt der Demokratie ist es notwendig, immer wieder Kompromisse einzugehen. Ohne sie geht es nicht. Im Kompromiss geht es nicht darum, dass eine Seite "gewinnt" oder "verliert“, sondern um das gemeinsame Vertrauen in ein drittes, verbindendes Element. Es ist ein Akt der bewussten Selbstbegrenzung aus freiem Willen. Ein Kompromiss ist in diesem Sinne kein Verlust von Substanz, sondern das bewusste Glätten von Extremen, damit Gemeinschaft tragfähig wird. In der Öffentlichkeit erleben wir oft, dass sich Menschen hinter starren Positionen verbarrikadieren. Auf dieser Ebene der Positionen gibt es mathematisch oft keine Schnittmengen mehr. Durch das systematische Fragen nach dem Warum, nach den dahinterliegenden Interessen und Bedürfnissen, können wir uns aber dennoch annähern und wieder ins Gespräch kommen. Dafür nehmen wir uns in den Logen ganz bewusst Zeit und lassen die Überlegung zu, dass vielleicht die Andere tatsächlich über das bessere Argument verfügt. Wenn der Druck schwindet, Recht behalten zu müssen, öffnet sich der Raum für das sachliche Abwägen. In der Juli-Folge "Aus der Bauhütte" sprechen Antje und Barbara nicht nur über ethisch-soziologische Modelle zur Kompromiss-Bildung, sondern entdecken auch ganz konkret die Aufforderung zum Kompromiss in der freimaurerischen Symbolik.
22 Minuten
Ob kulturelle Feste, religiöse Feiern oder persönliche Anlässe – das Feiern ist ein universelles Phänomen, das in allen Kulturen vorkommt. Feste drücken oft gemeinsame Werte und Identitäten aus und bieten Menschen die Möglichkeit, ihre Emotionen und Überzeugungen in einer unterstützenden Umgebung auszudrücken. Die gesellschaftliche Funktion von Festen geht weit über die reine Unterhaltung hinaus. Sie tragen zur Bildung eines kollektiven Gedächtnisses bei, das die Gemeinschaft stärkt und ein Gefühl des Zusammenhalts fördert. In Krisenzeiten oder während der Herausforderungen des Lebens können Feste Menschen zusammenbringen und Hoffnung und Freude spenden. Auch in der Freimaurerei gibt es tradierte Feste, die rituell strukturiert sind oder auch einfach ein ungezwungenes Zusammenkommen ermöglichen. Im Juni feiern die Freimauer*innen angelehnt an die Sommersonnenwende ihr traditionelles Johannisfest und beschließen damit das vorangegangene Maurerjahr.
24 Minuten
Manche Menschen blicken neidisch (oder besorgt) auf die „Effizienz“ autokratischer Systeme, weil demokratische Prozesse oft langwierig und bürokratisch erscheinen. Das Erleben von bürokratischem Frust mit der Verwaltung führt nicht selten zu einem Erleben von Demokratie als ineffizientem System, denn die Verwaltung ist mitverantwortlich dafür, dass die Menschen sich mit der Demokratie identifizieren. In dieser Folge aus der Bauhütte fragen sich Antje und Barbara, ob das Gefühl, im „Apparat“ nicht mehr gehört zu werden, zum Rückzug ins Private führt - und, ob es dieses Phänomen auch in der Freimaurerei gibt. Wenn Treffen überwiegend aus Organisation, aus Protokollen, Kassenberichten und Satzungsfragen bestehen, stirbt dann der freimaurerische Geist? Wenn die Logenverwaltung oder die Großloge wichtiger werden als das gemeinsame Erleben, die inhaltliche Auseinandersetzung und die Arbeit an rauem Stein, dann müssen wir uns fragen: Dient die Struktur noch dem Inhalt oder verwaltet sie sich nur noch selbst? Wenn Mitglieder sich fragen: „Warum bin ich eigentlich hier?“, sollte die Antwort lauten: „Um ein besserer Mensch zu werden und Gemeinschaft zu erleben - und nicht um den Vorstand zu entlasten. Wer im Beruf schon in Hierarchien und Bürokratie steckt, sucht in der Loge Freiheit und Tiefe. Wie müssen Organisationsformen in Logen also sein, damit sie Kreativität und Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder fördern und Lust wecken auf ein Mittun in jeder Form? Auch bei diesen Fragen möchten wir Loge als ein Labor erleben, das uns hilft, einen positiven Blick auf Mitgestaltung und demokratische Prozesse beizubehalten.
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Der Freimaurerinnen-Podcast
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„Aus der Bauhütte“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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