Der Freimaurerinnen-Podcast
Podcaster
Episoden
10.04.2026
19 Minuten
Trotz 5.000 Followern an Feiertagen oder sonntagabends isoliert? Obwohl wir überall und jederzeit via Social Media dabei sein können, ist der „Disconnect“ zur Welt deutlich spürbar. Und Menschen in Einzelhaushalten suchen außerdem seltener Gemeinschaftszentren auf – eine Spirale der Isolation. Das Bedürfnis nach Verbundenheit, vielleicht sogar nach Spiritualität, hat die Wellness-Industrie längst entdeckt und die vielen Self-Care-Projekte, die sicherlich ihre Berechtigung haben und wertvolle Wege zur inneren Ruhe sein können, befriedigen dann doch nicht ganz die Sinnsuche. Oftmals ist man dabei nämlich wieder alleine auf der (Yoga-)Matte. Dies zeigt auch die Einsamkeits-Studie 2025/2026 der Bertelsmann-Stiftung: Aktuelle Daten belegen, dass soziale Zugehörigkeit der entscheidende Faktor gegen psychisches Leid ist. Antje und Barbara beobachten, dass hier die Loge ein niederschwelliges, aber tiefgründiges Angebot machen und ganz unterschiedliche Menschen auch generationenübergreifend zusammenbringen kann. In der April-Folge "Aus der Bauhütte" diskutieren sie, wie die Freimaurerei eine Resonanz-Erfahrung fördert, die nicht bei mir selbst aufhört, sondern im Gegenüber stattfindet.
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13.03.2026
31 Minuten
Was bedeutet es, als Frau in der Freimaurerei aktiv zu sein? Diese Frage, die zunächst sicherlich ehrliches Interesse an unserer freimaurerischen Arbeit bekundet, enthält noch eine weitere Botschaft. Denn sie grenzt "weibliche" Freimaurerei von "männlicher" Freimaurerei ab. Der Blick der Brüder (das „Außen“) bringt uns dazu, uns mit unserer eigenen „Innensicht“ auseinanderzusetzen. In der Märzfolge Aus der Bauhütte, stellen Antje und Barbara sich diesmal die Frage, ob das Geschlecht überhaupt eine Rolle innerhalb der Freimaurerei spielt. Sie untersuchen frei von sozialen Zuschreibungen und Klischees, was Männer- und Frauenlogen verbindet und auch was sie trennt. Das Konzept der Alterität (von lateinisch alter - der Andere) prägt die Philosophie seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, als Denker wie Emmanuel Levinas es ins Zentrum der Ethik rückten. Es ist überall dort relevant, wo es um die Anerkennung des Gegenübers als eigenständiges Wesen geht, das nicht auf die eigenen Vorstellungen reduziert werden darf (z. B. in der interkulturellen Kommunikation oder Geschlechterforschung). Man kennt es heute aus Debatten über Diversität und Toleranz, in denen es darum geht, dem „Fremden“ mit Respekt zu begegnen, ohne dessen Andersartigkeit sofort bewerten oder „passend machen“ zu wollen. Das „Andere“ der Frauenlogen ist folglich nicht ein Defizit oder eine Abweichung vom „männlichen Standard“, sondern eine eigenständige Perspektive auf dieselbe Wahrheit. Das Konzept der „Alterität", das die radikale Verschiedenheit des Anderen anerkennt, führt in der Auseinandersetzung erst dazu, dass wir Klarheit über die eigene Identität gewinnen. Ohne das Gegenüber, hier in Form der Brüder, wäre unsere Arbeit einfach „Freimaurerei“. Erst durch die Existenz dieses „Anderen“ wird unsere Arbeit zur „weiblichen“ Freimaurerei. Der Podcast lädt ein, Fragen zu stellen und einen respektvollen Dialog über die Freimaurerei und ihre Werte zu führen.
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13.02.2026
21 Minuten
Wir beobachten im öffentlichen Diskurs eine zunehmend stärker werdende Polarisierung hin zu einfachem Schwarz-Weiß-Denken. Sachverhalte und Äußerungen können nicht mehr sowohl- als auch sein. An die Stelle des besseren Arguments tritt eine Zugehörigkeitspolitik, die häufig zumindest von einer Diskreditierung des Gegenübers gekennzeichnet ist. Dem möchten wir als Freimaurerinnen ein radikales Konzept entgegensetzen und dazu aufrufen, mehr Liebe zu wagen. Wenn wir im Februar, einen Tag vor dem Valentinstag, von Liebe reden, denken viele vielleicht zunächst an die romantische Liebe. Diese ist aber kulturhistorisch ein relativ neues Konzept. Vorher war Liebe Gottesliebe, Nächstenliebe, Feindesliebe, die Liebe für ein Land, für eine Gemeinschaft, zu einer Kultur, freundschaftliche Liebe. "Liebe ist eine Form der Fürsorge für jemanden und etwas. Es ist ein aktiver Prozess, eine Aktivität, etwas, das man tut als eine Praxis", so beschrieb Erich Fromm den Begriff der Liebe. Antje und Barbara untersuchen in der aktuellen Folge Aus der Bauhütte wie sich der Liebesbegriff philosophisch entwickelt hat und diskutieren das Problem des Mitseins mit Anderen in der Welt. Daraus lässt sich ableiten, dass eine liebevolle Praxis erlernbar ist und sich ein politischer Auftrag zu radikaler Freundlichkeit ergibt.
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08.01.2026
23 Minuten
Häufig tauchen freimaurerische Symbole im Kontext geheimnisvoller Bilder und Schriften auf. Die Logen und die freimaurerischen Arbeiten umgibt ein Nimbus des Geheimnisvollen – vielleicht, weil öffentlich wenig darüber gesprochen wird, aber sicher auch, weil Freimaurerlogen diskrete Gemeinschaften sind. Es gibt keine direkte Traditionslinie von alten Mysterienkulten, über Zauberbücher hin zu der modernen Freimaurerei, doch haben sich Freimaurer-Gruppen wie auch andere Sinngemeinschaften aus dem Werkzeugkasten dieser alten magischen Traditionen bedient, um ihre eigene Philosophie bildhaft auszudrücken. Wie in der Esoterik findet in der Freimaurerei ein Symboltransfer statt. Lässt sich die Suche nach Erkenntnis auf einen gemeinsamen Ursprung zurückführen? Sind Magie und Esoterik also vielleicht doch Bestandteile maurerischer Arbeiten und verfügen FreimaurerInnen über geheimes Wissen? Diese Fragen stellen sich Antje und Barbara zu Beginn des Jahres 2026. Sie untersuchen, was man eigentlich unter Esoterik versteht, wo die Ursprünge einiger freimaurerischer Traditionen liegen und ob das Spiel mit dem Geheimnisvollen nicht vielleicht von jeher vor allem eines ist: ein sehr gelungener Marketing-Trick.
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11.12.2025
27 Minuten
In der Dezemberfolge tauchen Antje und Barbara einmal tief in die vielleicht fundamentalste aller Fragen ein: Wie sehr bestimmt unsere Sprache, was wir überhaupt denken und wahrnehmen können? Ausgehend von verschiedenen philosophischen Theorien untersuchen sie im Dialog, in wieweit Sprache die ordnende Macht der Gedanken sein kann, in wieweit sie ein Instrument der Gedankenformung ist und welchen Einfluss Framing und Priming bereits auf die Wahrnehmung von Wirklichkeit hat. Gerade in sozialen Interaktionen zeigt sich die Macht der Worte deutlich: Je nach Tonfall, Wortwahl und Rhetorik können wir Beziehungen aufbauen, Konflikte lösen oder sogar Manipulation ausüben. Auch in Bereichen wie Werbung und Politik wird Sprache gezielt eingesetzt, um unser Verhalten zu beeinflussen. Sprache ist also nicht nur ein Spiegel unseres Denkens und Fühlens, sondern hat auch eine unmittelbare Auswirkung auf unser Handeln. Durch Sprache können wir andere Menschen motivieren, überzeugen und zu bestimmten Verhaltensweisen anregen. Mit der Sapir-Whorf-Hypothese schlagen die Podcasthosts schließlich eine Brücke zur Neurobiologie, wo sie zeigen, dass Sprachen unser Gehirn physisch verdrahten und unterschiedliche neuronale Pfade aktivieren. Das bedeutet: Wenn wir uns sprachlich verändern, verändern wir unsere Neurologie und damit unser Bewusstsein auf zellulärer Ebene. So kommen wir von der Philosophie zur Neurologie – und zur These: die Kontrolle über die Sprache ist die Kontrolle über das Selbst. Die Wahl unserer Worte ist letztlich die Wahl unserer Realität. Deshalb wähle deine Worte bewusst und weise! Und mit diesem Gedanken befinden wir uns mitten in der Freimaurerei, wie Antje und Barbara erläutern. Wir wünschen allen Hörerinnen und Hörern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Abschluss des Jahres 2025. Wir hoffen, dass ihr auch 2026 wieder vorbeischaut und gemeinsam mit uns über Freimaurerei nachdenkt.
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