Podcaster
Episoden
04.05.2026
39 Minuten
Wie schreibt man eine Geschlechtergeschichte der Südlevante auf der Basis von Objektgattungen?
In dieser Folge spricht der Alttestamentler Dr. Bruno Biermann über seinen ungewöhnlichen Forschungsansatz an der Schnittstelle von Archäologie und Theologie.
Er nimmt uns zunächst mit in sein Studienjahr an der Near East School of Theology in Beirut und erzählt, wie ihn das Leben und Studieren in einem postkolonialen Kontext geprägt haben.
Gemeinsam mit Kim Renzel und Emilia Bachmann geht es um seinen Weg zur Promotion an der Universität Bern – und um die Frage, warum für ihn ausgerechnet Siegel ein Schlüssel zur materiellen Kultur waren. Wer nutzte diese Objekte? Was verraten sie über Geschlecht, Status und Identität in der antiken Levante? Bruno Biermann zeigt, wie sich durch die Verbindung von archäologischen Fundkontexten, epigraphischen und ikonographischen Betrachtungen sowie Analysen biblischer Texte eine neue, ganzheitlichere Geschlechtergeschichte schreiben lässt. Und er gibt Einblicke in sein aktuelles Projekt: das spannungsreiche Verhältnis von Ritualtexten und Ritualpraxis. Wurden wirklich alle Könige gesalbt? Jetzt reinhören!
In dieser Folge spricht der Alttestamentler Dr. Bruno Biermann über seinen ungewöhnlichen Forschungsansatz an der Schnittstelle von Archäologie und Theologie.
Er nimmt uns zunächst mit in sein Studienjahr an der Near East School of Theology in Beirut und erzählt, wie ihn das Leben und Studieren in einem postkolonialen Kontext geprägt haben.
Gemeinsam mit Kim Renzel und Emilia Bachmann geht es um seinen Weg zur Promotion an der Universität Bern – und um die Frage, warum für ihn ausgerechnet Siegel ein Schlüssel zur materiellen Kultur waren. Wer nutzte diese Objekte? Was verraten sie über Geschlecht, Status und Identität in der antiken Levante? Bruno Biermann zeigt, wie sich durch die Verbindung von archäologischen Fundkontexten, epigraphischen und ikonographischen Betrachtungen sowie Analysen biblischer Texte eine neue, ganzheitlichere Geschlechtergeschichte schreiben lässt. Und er gibt Einblicke in sein aktuelles Projekt: das spannungsreiche Verhältnis von Ritualtexten und Ritualpraxis. Wurden wirklich alle Könige gesalbt? Jetzt reinhören!
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02.02.2026
1 Stunde 5 Minuten
Was verraten Übersetzungen über Kultur und Geschichte?
Der Werdegang von Dr. Philip Bockholt, Juniorprofessor am Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, ist geprägt von zahlreichen Stationen in verschiedenen Ländern des östlichen Mittelmeerraums. Kein Zufall also, dass er sich in der von ihm geleiteten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TRANSLAPT, kurz für „Translation: Arabic-Persian-Turkish", intensiv mit Übersetzungsprozessen befasst. Natalie und Christoph fragen ihn, wie Übersetzungen kulturelle Prozesse spiegeln. Und weshalb gerade osmanisch-türkische Übersetzungen aus dem Arabischen und Persischen entscheidende Einblicke in die geistesgeschichtlichen Entwicklungen zwischen 1400 und 1750 ermöglichen. Eine spannende Einsicht in interdisziplinäre Forschung und transregionalen Wissenstransfer.
Der Werdegang von Dr. Philip Bockholt, Juniorprofessor am Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, ist geprägt von zahlreichen Stationen in verschiedenen Ländern des östlichen Mittelmeerraums. Kein Zufall also, dass er sich in der von ihm geleiteten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TRANSLAPT, kurz für „Translation: Arabic-Persian-Turkish", intensiv mit Übersetzungsprozessen befasst. Natalie und Christoph fragen ihn, wie Übersetzungen kulturelle Prozesse spiegeln. Und weshalb gerade osmanisch-türkische Übersetzungen aus dem Arabischen und Persischen entscheidende Einblicke in die geistesgeschichtlichen Entwicklungen zwischen 1400 und 1750 ermöglichen. Eine spannende Einsicht in interdisziplinäre Forschung und transregionalen Wissenstransfer.
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22.12.2025
43 Minuten
Haben Aliens die Pyramiden gebaut? Mit solchen Fragen sieht sich die Ägyptologie tatsächlich konfrontiert. In dieser Episode erklärt Dr. Manon Yvonne Schutz vom Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Münster, woher solche Vorstellungen stammen – und wie die Wissenschaft ihnen fundiert begegnet.
Gleichzeitig macht sie die Menschen hinter den Monumenten greifbar: jene, die vor über 3.000 Jahren im Alten Ägypten lebten. In ihrer Dissertation erforscht sie das alltägliche Leben anhand von Betten im Grabkontext und zeigt dabei, warum bereits der Begriff „Alltag“ komplexer ist, als er zunächst erscheint.
Außerdem werfen Pina und Kim gemeinsam mit ihr einen Blick auf die sogenannten „Kleinen Fächer“. So wird am Beispiel der Ägyptologie die beeindruckende Vielfalt eines vermeintlich „kleinen“ Fachs sichtbar – einer Disziplin, die angesichts von KI und Pseudowissenschaft vor großen Herausforderungen steht, zugleich aber genau die Werkzeuge besitzt, um diesen wirksam zu begegnen.
Gleichzeitig macht sie die Menschen hinter den Monumenten greifbar: jene, die vor über 3.000 Jahren im Alten Ägypten lebten. In ihrer Dissertation erforscht sie das alltägliche Leben anhand von Betten im Grabkontext und zeigt dabei, warum bereits der Begriff „Alltag“ komplexer ist, als er zunächst erscheint.
Außerdem werfen Pina und Kim gemeinsam mit ihr einen Blick auf die sogenannten „Kleinen Fächer“. So wird am Beispiel der Ägyptologie die beeindruckende Vielfalt eines vermeintlich „kleinen“ Fachs sichtbar – einer Disziplin, die angesichts von KI und Pseudowissenschaft vor großen Herausforderungen steht, zugleich aber genau die Werkzeuge besitzt, um diesen wirksam zu begegnen.
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17.11.2025
45 Minuten
Auf den Spuren einer jahrtausendealten Wissenswelt Äthiopiens und Eritreas
Im Hochland von Eritrea und Nordäthiopien begegnet man einer Manuskriptkultur, die ununterbrochen seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. besteht. In diesen Handschriften steckt ein Wissensschatz, der in seiner Vielfalt und Tiefe weltweit kaum ein zweites Mal zu finden ist – das sogenannte „bāḥra ḥassāb“. An der Universität Münster erforscht eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Dr. Daria Elagina dieses außergewöhnliche Erbe.
Kim und Christoph stellen die junge Wissenschaftlerin vor und erfahren dabei, welche Überlieferungen in dem Korpus „bāḥra ḥassāb“ gesammelt sind und wie sich darin die kulturellen Begegnungen der Region widerspiegeln. Wie hellenistische, arabische und europäische Ideen darin aufgenommen, umgeformt und in eine lokale Wissenskultur integriert wurden, die bis heute lebendig ist, erfahrt ihr in dieser Folge.
Im Hochland von Eritrea und Nordäthiopien begegnet man einer Manuskriptkultur, die ununterbrochen seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. besteht. In diesen Handschriften steckt ein Wissensschatz, der in seiner Vielfalt und Tiefe weltweit kaum ein zweites Mal zu finden ist – das sogenannte „bāḥra ḥassāb“. An der Universität Münster erforscht eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Dr. Daria Elagina dieses außergewöhnliche Erbe.
Kim und Christoph stellen die junge Wissenschaftlerin vor und erfahren dabei, welche Überlieferungen in dem Korpus „bāḥra ḥassāb“ gesammelt sind und wie sich darin die kulturellen Begegnungen der Region widerspiegeln. Wie hellenistische, arabische und europäische Ideen darin aufgenommen, umgeformt und in eine lokale Wissenskultur integriert wurden, die bis heute lebendig ist, erfahrt ihr in dieser Folge.
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26.10.2025
1 Stunde 34 Minuten
How to write a history of becoming in Antiquity?
This is the fundamental question that Miguel John Versluys, Professor of Classical & Mediterranean Archaeology at Leiden University in the Netherlands, has since over a decade taken as a basis to thought-provokingly scrutinise the notion of 'cultural containers' which has for long dominated academic outlooks on intercultural encounters not only in Classics.
In this episode, Timo and Felix join Miguel John Versluys on an intellectual journey that ultimately concerns everything, but more specifically takes them from the heart of the Roman Empire, the city of Rome and the region of Latium themselves, via its fringes, like Commagene and Nemrut Dağı in modern-day Turkey, to the whole wide world beyond. Following in the footsteps of Miguel John Versluys' own intellectual biography, we explore the importance of 'Egypt' for Roman material culture and the 'in-betweenness' of the late Hellenistic Kingdom of Commagene to then discuss the academic prospects of material culture studies and the concept of interconnectivity, which form the two cornerstones of Miguel John Versluys' own research.
What emerges is the picture of a circum-Mediterranean world in Antiquity that became increasingly tied to other societies in Afro-Eurasia from 500 BCE onwards, not unlike our own contemporaneous globalised world, and which witnessed an explosion of the sheer number of 'things' people used. Speaking of 'global dynamics' in Antiquity thus concerns a very integral part of human history and human society. But how does one integrate these ideas into archaeological practice, and what is meant by 'deep history'?
Tune in on this episode to find answers to these questions and many more!
This is the fundamental question that Miguel John Versluys, Professor of Classical & Mediterranean Archaeology at Leiden University in the Netherlands, has since over a decade taken as a basis to thought-provokingly scrutinise the notion of 'cultural containers' which has for long dominated academic outlooks on intercultural encounters not only in Classics.
In this episode, Timo and Felix join Miguel John Versluys on an intellectual journey that ultimately concerns everything, but more specifically takes them from the heart of the Roman Empire, the city of Rome and the region of Latium themselves, via its fringes, like Commagene and Nemrut Dağı in modern-day Turkey, to the whole wide world beyond. Following in the footsteps of Miguel John Versluys' own intellectual biography, we explore the importance of 'Egypt' for Roman material culture and the 'in-betweenness' of the late Hellenistic Kingdom of Commagene to then discuss the academic prospects of material culture studies and the concept of interconnectivity, which form the two cornerstones of Miguel John Versluys' own research.
What emerges is the picture of a circum-Mediterranean world in Antiquity that became increasingly tied to other societies in Afro-Eurasia from 500 BCE onwards, not unlike our own contemporaneous globalised world, and which witnessed an explosion of the sheer number of 'things' people used. Speaking of 'global dynamics' in Antiquity thus concerns a very integral part of human history and human society. But how does one integrate these ideas into archaeological practice, and what is meant by 'deep history'?
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Über diesen Podcast
In diesem Podcast stellen Studierende der Altertumswissenschaften
aktuelle Forschungen aus der Universität Münster und anderen
Universitäten vor. Womit beschäftigen sich ProfessorInnen in der
Alten Geschichte? Wie laufen Ausgrabungen ab? Sind Theologen auch
Kulturwissenschaftler? Und was kann uns die Beschäftigung mit der
Antike in der heutigen Zeit bringen? Entdecke mit uns die vielen
Facetten der Vergangenheit und lerne Neues aus der Alten Welt!
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