Neues aus der Alten Welt
Der Podcast für den antiken Mittelmeerraum - Hier kommt aktuelle Forschung ins Gespräch!
Podcaster
Episoden
02.02.2026
1 Stunde 5 Minuten
Was verraten Übersetzungen über Kultur und Geschichte?
Der Werdegang von Dr. Philip Bockholt, Juniorprofessor am Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, ist geprägt von zahlreichen Stationen in verschiedenen Ländern des östlichen Mittelmeerraums. Kein Zufall also, dass er sich in der von ihm geleiteten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TRANSLAPT, kurz für „Translation: Arabic-Persian-Turkish", intensiv mit Übersetzungsprozessen befasst. Natalie und Christoph fragen ihn, wie Übersetzungen kulturelle Prozesse spiegeln. Und weshalb gerade osmanisch-türkische Übersetzungen aus dem Arabischen und Persischen entscheidende Einblicke in die geistesgeschichtlichen Entwicklungen zwischen 1400 und 1750 ermöglichen. Eine spannende Einsicht in interdisziplinäre Forschung und transregionalen Wissenstransfer.
Der Werdegang von Dr. Philip Bockholt, Juniorprofessor am Institut für Arabistik und Islamwissenschaft, ist geprägt von zahlreichen Stationen in verschiedenen Ländern des östlichen Mittelmeerraums. Kein Zufall also, dass er sich in der von ihm geleiteten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe TRANSLAPT, kurz für „Translation: Arabic-Persian-Turkish", intensiv mit Übersetzungsprozessen befasst. Natalie und Christoph fragen ihn, wie Übersetzungen kulturelle Prozesse spiegeln. Und weshalb gerade osmanisch-türkische Übersetzungen aus dem Arabischen und Persischen entscheidende Einblicke in die geistesgeschichtlichen Entwicklungen zwischen 1400 und 1750 ermöglichen. Eine spannende Einsicht in interdisziplinäre Forschung und transregionalen Wissenstransfer.
Mehr
22.12.2025
43 Minuten
Haben Aliens die Pyramiden gebaut? Mit solchen Fragen sieht sich die Ägyptologie tatsächlich konfrontiert. In dieser Episode erklärt Dr. Manon Yvonne Schutz vom Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Münster, woher solche Vorstellungen stammen – und wie die Wissenschaft ihnen fundiert begegnet.
Gleichzeitig macht sie die Menschen hinter den Monumenten greifbar: jene, die vor über 3.000 Jahren im Alten Ägypten lebten. In ihrer Dissertation erforscht sie das alltägliche Leben anhand von Betten im Grabkontext und zeigt dabei, warum bereits der Begriff „Alltag“ komplexer ist, als er zunächst erscheint.
Außerdem werfen Pina und Kim gemeinsam mit ihr einen Blick auf die sogenannten „Kleinen Fächer“. So wird am Beispiel der Ägyptologie die beeindruckende Vielfalt eines vermeintlich „kleinen“ Fachs sichtbar – einer Disziplin, die angesichts von KI und Pseudowissenschaft vor großen Herausforderungen steht, zugleich aber genau die Werkzeuge besitzt, um diesen wirksam zu begegnen.
Gleichzeitig macht sie die Menschen hinter den Monumenten greifbar: jene, die vor über 3.000 Jahren im Alten Ägypten lebten. In ihrer Dissertation erforscht sie das alltägliche Leben anhand von Betten im Grabkontext und zeigt dabei, warum bereits der Begriff „Alltag“ komplexer ist, als er zunächst erscheint.
Außerdem werfen Pina und Kim gemeinsam mit ihr einen Blick auf die sogenannten „Kleinen Fächer“. So wird am Beispiel der Ägyptologie die beeindruckende Vielfalt eines vermeintlich „kleinen“ Fachs sichtbar – einer Disziplin, die angesichts von KI und Pseudowissenschaft vor großen Herausforderungen steht, zugleich aber genau die Werkzeuge besitzt, um diesen wirksam zu begegnen.
Mehr
17.11.2025
45 Minuten
Auf den Spuren einer jahrtausendealten Wissenswelt Äthiopiens und Eritreas
Im Hochland von Eritrea und Nordäthiopien begegnet man einer Manuskriptkultur, die ununterbrochen seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. besteht. In diesen Handschriften steckt ein Wissensschatz, der in seiner Vielfalt und Tiefe weltweit kaum ein zweites Mal zu finden ist – das sogenannte „bāḥra ḥassāb“. An der Universität Münster erforscht eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Dr. Daria Elagina dieses außergewöhnliche Erbe.
Kim und Christoph stellen die junge Wissenschaftlerin vor und erfahren dabei, welche Überlieferungen in dem Korpus „bāḥra ḥassāb“ gesammelt sind und wie sich darin die kulturellen Begegnungen der Region widerspiegeln. Wie hellenistische, arabische und europäische Ideen darin aufgenommen, umgeformt und in eine lokale Wissenskultur integriert wurden, die bis heute lebendig ist, erfahrt ihr in dieser Folge.
Im Hochland von Eritrea und Nordäthiopien begegnet man einer Manuskriptkultur, die ununterbrochen seit dem 1. Jahrtausend v. Chr. besteht. In diesen Handschriften steckt ein Wissensschatz, der in seiner Vielfalt und Tiefe weltweit kaum ein zweites Mal zu finden ist – das sogenannte „bāḥra ḥassāb“. An der Universität Münster erforscht eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe unter der Leitung von Dr. Daria Elagina dieses außergewöhnliche Erbe.
Kim und Christoph stellen die junge Wissenschaftlerin vor und erfahren dabei, welche Überlieferungen in dem Korpus „bāḥra ḥassāb“ gesammelt sind und wie sich darin die kulturellen Begegnungen der Region widerspiegeln. Wie hellenistische, arabische und europäische Ideen darin aufgenommen, umgeformt und in eine lokale Wissenskultur integriert wurden, die bis heute lebendig ist, erfahrt ihr in dieser Folge.
Mehr
26.10.2025
1 Stunde 34 Minuten
How to write a history of becoming in Antiquity?
This is the fundamental question that Miguel John Versluys, Professor of Classical & Mediterranean Archaeology at Leiden University in the Netherlands, has since over a decade taken as a basis to thought-provokingly scrutinise the notion of 'cultural containers' which has for long dominated academic outlooks on intercultural encounters not only in Classics.
In this episode, Timo and Felix join Miguel John Versluys on an intellectual journey that ultimately concerns everything, but more specifically takes them from the heart of the Roman Empire, the city of Rome and the region of Latium themselves, via its fringes, like Commagene and Nemrut Dağı in modern-day Turkey, to the whole wide world beyond. Following in the footsteps of Miguel John Versluys' own intellectual biography, we explore the importance of 'Egypt' for Roman material culture and the 'in-betweenness' of the late Hellenistic Kingdom of Commagene to then discuss the academic prospects of material culture studies and the concept of interconnectivity, which form the two cornerstones of Miguel John Versluys' own research.
What emerges is the picture of a circum-Mediterranean world in Antiquity that became increasingly tied to other societies in Afro-Eurasia from 500 BCE onwards, not unlike our own contemporaneous globalised world, and which witnessed an explosion of the sheer number of 'things' people used. Speaking of 'global dynamics' in Antiquity thus concerns a very integral part of human history and human society. But how does one integrate these ideas into archaeological practice, and what is meant by 'deep history'?
Tune in on this episode to find answers to these questions and many more!
This is the fundamental question that Miguel John Versluys, Professor of Classical & Mediterranean Archaeology at Leiden University in the Netherlands, has since over a decade taken as a basis to thought-provokingly scrutinise the notion of 'cultural containers' which has for long dominated academic outlooks on intercultural encounters not only in Classics.
In this episode, Timo and Felix join Miguel John Versluys on an intellectual journey that ultimately concerns everything, but more specifically takes them from the heart of the Roman Empire, the city of Rome and the region of Latium themselves, via its fringes, like Commagene and Nemrut Dağı in modern-day Turkey, to the whole wide world beyond. Following in the footsteps of Miguel John Versluys' own intellectual biography, we explore the importance of 'Egypt' for Roman material culture and the 'in-betweenness' of the late Hellenistic Kingdom of Commagene to then discuss the academic prospects of material culture studies and the concept of interconnectivity, which form the two cornerstones of Miguel John Versluys' own research.
What emerges is the picture of a circum-Mediterranean world in Antiquity that became increasingly tied to other societies in Afro-Eurasia from 500 BCE onwards, not unlike our own contemporaneous globalised world, and which witnessed an explosion of the sheer number of 'things' people used. Speaking of 'global dynamics' in Antiquity thus concerns a very integral part of human history and human society. But how does one integrate these ideas into archaeological practice, and what is meant by 'deep history'?
Tune in on this episode to find answers to these questions and many more!
Mehr
21.07.2025
57 Minuten
Kriegsführung in der Antike – ein Thema angesichts aktueller Konflikte?
In dieser Episode stellt der Althistoriker Dr. Marian Helm seine Dissertation „Kampf um Mittelitalien“ vor. Darin rückt er das 4. Jahrhundert v. Chr. in den Fokus – für ihn eine Schlüsselphase auf dem Weg Roms zur Großmacht. Gemeinsam mit Kim und Nikola beleuchtet er ausgewählte Stationen dieser Entwicklung, die alles andere als geradlinig verlief.
Darüber hinaus berichtet Marian Helm über die von ihm mitorganisierte transkontinentale Tagung War in the Ancient World International Conference (WAWIC), die im Mai 2025 zeitgleich in Münster und Duluth (USA) stattfand. Thematisiert wurden auf der Konferenz neben klassischen Inhalten auch die Rolle von Frauen im Krieg, Konflikte in der Steppe sowie das Schicksal von Deserteuren.
Abschließend gehen wir den Fragen nach, ob die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit „Krieg“ in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit eine neue Bewertung erfährt – und inwiefern die Forschung dieses Thema in einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs einbetten muss.
In dieser Episode stellt der Althistoriker Dr. Marian Helm seine Dissertation „Kampf um Mittelitalien“ vor. Darin rückt er das 4. Jahrhundert v. Chr. in den Fokus – für ihn eine Schlüsselphase auf dem Weg Roms zur Großmacht. Gemeinsam mit Kim und Nikola beleuchtet er ausgewählte Stationen dieser Entwicklung, die alles andere als geradlinig verlief.
Darüber hinaus berichtet Marian Helm über die von ihm mitorganisierte transkontinentale Tagung War in the Ancient World International Conference (WAWIC), die im Mai 2025 zeitgleich in Münster und Duluth (USA) stattfand. Thematisiert wurden auf der Konferenz neben klassischen Inhalten auch die Rolle von Frauen im Krieg, Konflikte in der Steppe sowie das Schicksal von Deserteuren.
Abschließend gehen wir den Fragen nach, ob die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit „Krieg“ in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit eine neue Bewertung erfährt – und inwiefern die Forschung dieses Thema in einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs einbetten muss.
Mehr
Über diesen Podcast
In diesem Podcast stellen Studierende der Altertumswissenschaften
aktuelle Forschungen aus der Universität Münster und anderen
Universitäten vor. Womit beschäftigen sich ProfessorInnen in der
Alten Geschichte? Wie laufen Ausgrabungen ab? Sind Theologen auch
Kulturwissenschaftler? Und was kann uns die Beschäftigung mit der
Antike in der heutigen Zeit bringen? Entdecke mit uns die vielen
Facetten der Vergangenheit und lerne Neues aus der Alten Welt!
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.