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Episoden

1 minute
Zu den Bremer Hospiztagen im Oktober sind Rainer Bensch und Simon Zeimke für „Bremen, aber gesund!“ unterwegs. Sie besuchen das Hospiz Brücke in Bremen-Walle, das erste stationäre Hospiz in Bremen. Es ist seit 2002 in Betrieb und in einer alten Villa untergebracht. Zu Gast sind Susanne Behrens, Geschäftsführerin der Bremer Hände gemeinnützige GmbH, Hospizleiterin Vanessa Weber und ihre Stellvertreterin Kerstin Schäfer. Zuerst geht es um das Haus selbst. Der Träger, früher die „Zentrale für private Fürsorge“, arbeitet seit über 125 Jahren in Bremen und betreibt neben der Brücke das Hospiz Sirius in Arsten. Vanessa Weber erklärt, warum das Team in Privatkleidung arbeitet, warum es keine feste Tagesstruktur und keine festen Besuchszeiten gibt und warum sie jeden Menschen vor dem Einzug in der Klinik oder zu Hause besucht. Kerstin Schäfer erzählt, warum die Menschen in der Brücke Gäste heißen und nicht Patienten. Sie erklärt, was Symptomlast bedeutet und wie das Team Schmerzen, Luftnot und Angst lindert – mit Medikamenten, Pflege und Komplementärpflege. Der wichtigste Grundsatz: Niemand bleibt allein. Auch die Angehörigen werden begleitet, etwa wenn ein Mensch am Lebensende nicht mehr essen mag. Außerdem geht es um das Team: Pflegekräfte, die oft allein im Haus Verantwortung tragen, eine tägliche Teamrunde, Supervision und den wachsenden Druck, freie Stellen zu besetzen. Und was wünschen sich Menschen am Lebensende am meisten? Die häufigste Antwort, die Vanessa Weber bei ihren Besuchen hört, ist: Ruhe. Susanne Behrens erklärt, wie Hospize finanziert werden. Die Krankenkassen zahlen 95 Prozent der Kosten, die restlichen fünf Prozent müssen über Spenden aufgebracht werden. Vorhaltekosten sind nicht durchgängig gedeckt, und Ausgaben wie Hitzeschutz müssen ebenfalls aus Spenden bezahlt werden. Die Versorgung in Bremen sieht sie auf einem guten Weg: Die Zahl der Hospizbetten hat sich in zehn Jahren auf 32 verdoppelt. An die Politik richtet sie zwei Wünsche, eine stabile Finanzierung und den Erhalt des Bremer Modells in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), das der neue Bundesrahmenvertrag nicht vorsieht. Zum Schluss geht es um die Bremer Hospiztage mit Hausführung und Letzte-Hilfe-Kurs im Hospiz Brücke, um das „Fest der Lebenden und der Toten“ für trauernde Angehörige und um einen würdevollen Abschied: Wer in der Brücke stirbt, verlässt das Haus im Sarg, und die zuständige Pflegekraft begleitet ihn bis zur Tür. Ist Hospizarbeit ein Traumberuf? Für das Team der Brücke ist die Antwort ein klares Ja.
1 minute
In dieser Folge von „Bremen, aber gesund“ begrüßen Rainer Bensch und Simon Zeimke Prof. Heinz Lohmann, Gesundheitsunternehmer, langjähriger Kenner der Krankenhauslandschaft und prägende Stimme der deutschen Gesundheitswirtschaft. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum die Medizin heute moderner ist als je zuvor, die Organisation des Gesundheitswesens aber vielfach noch in alten Strukturen festhängt. Lohmann beschreibt, wie medizinischer Fortschritt, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und minimalinvasive Verfahren die Versorgung grundlegend verändern – und warum Krankenhäuser deshalb neu gedacht werden müssen. Ein zentrales Thema ist die Krankenhausreform. Lohmann plädiert für eine klare Konzentration hochkomplexer Medizin und zugleich für eine stärkere Dezentralisierung der Grundversorgung. Krankenhäuser müssten nicht einfach geschlossen, sondern modernisiert und neu definiert werden: so stationär wie nötig, so ambulant wie möglich. Auch die Ambulantisierung spielt eine große Rolle. Die alte Trennung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung sei überholt und behindere bessere Patientenwege. Lohmann fordert Finanzierungsmodelle, die Wandel belohnen, Ergebnisqualität stärker berücksichtigen und Investitionen in moderne Versorgung ermöglichen. Daneben geht es um Eigenverantwortung, Prävention und die Rolle der Patientinnen und Patienten. Lohmann sieht Chancen darin, dass Menschen durch digitale Tools, KI und neue Angebote stärker zu aktiven Gestaltern ihrer Gesundheit werden. Zugleich warnt er vor einem Staat, der zu viel verspricht und dadurch Eigenverantwortung schwächt. Zum Abschluss spricht Lohmann über Kunst, Kreativität und Unternehmertum als Quellen für Innovation. Sein Fazit: Das Gesundheitswesen braucht mehr Mut, mehr Offenheit für Veränderung und den klaren Willen, alte Strukturen nicht länger künstlich am Leben zu halten.
41 Minuten
In dieser Episode von "Bremen aber gesund" sprechen wir mit Judith Borsch, der neuen Geschäftsführerin der Bremer Krankenhausgesellschaft, über die aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen im Gesundheitswesen. Judith bringt ihre umfassende Erfahrung im Bereich Gesundheit und Gesundheitspolitik mit, die sie in verschiedenen Funktionen in Bremen gesammelt hat. Der Podcast behandelt die anstehenden Krankenhausreformen, die sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene implementiert werden sollen, und beleuchtet die Ziele und Herausforderungen, die mit diesen Reformen verbunden sind. Zentrale Themen unserer Diskussion sind die Ziele des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) und die Notwendigkeit einer wirtschaftlich nachhaltigen Krankenhausversorgung. Judith erklärt, dass die Reformen darauf abzielen, die Anzahl der Krankenhausstandorte zu optimieren und gleichzeitig die Qualität und Effizienz in der Patientenversorgung zu steigern. Es wird dargelegt, dass die bisherigen Strukturen in Deutschland oft zu kleinteilig sind und nicht mehr mit den steigenden Anforderungen und dem Fachkräftemangel Schritt halten können. Die Gesprächsteilnehmer beleuchten die Rolle der Bundes- und Landespolitik und erörtern, wie wichtig es ist, dass bei der Umsetzung der Reformen die Stimmen der Bürger gehört werden. Judith äußert ihre Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung der Reformen, insbesondere wenn es um die neue Gesetzgebung geht, die oft theoretisch bleibt und nicht den Bedürfnissen der Patienten oder der Krankenhäuser gerecht wird. Zudem wird die Problematik der Bürokratie thematisiert, die die Gesundheitsfachkräfte stark belastet. Judith spricht offen über die Herausforderungen, die in Bezug auf die Dokumentationspflichten bestehen, und fordert eine Vereinfachung des Systems, um den Fokus wieder mehr auf die Patientenversorgung legen zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt in dieser Episode ist die Diskussion über die Patientensicht und die Notwendigkeit einer Reform der Notfallversorgung. Judith und Rainer Bensch stimmen darin überein, dass eine Reform notwendig ist, um die Ressourcen effektiv zu nutzen und sicherzustellen, dass Patienten mit akuten Bedarf vorrangig behandelt werden. Dabei wird betont, wie die Kommunikationsstrukturen zwischen den Krankenhäusern in Bremen schon jetzt verbessert wurden und wie wichtig Kooperationen sind, um Patienten bestmöglich zu versorgen. Die Episode schließt mit einer positiven Note, in der Judith betont, dass trotz der Herausforderungen sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene der Wille zu spüren ist, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Qualität der Gesundheitsversorgung in Bremen und Bremerhaven zu verbessern. Es wird deutlich, dass alle Beteiligten sich um eine zukunftsfähige, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung bemühen und mit Optimismus in die Zukunft blicken.
40 Minuten
In dieser umfassenden Episode des Gesundheitspodcasts „Bremen aber gesund“, moderiert von Simon Zeimke und Rainer Bench, wird das komplexe Thema der Pflege von Angehörigen entschlüsselt. Die beiden Hosts empfangen Hendrik Dohmeyer, den Gründer der Plattform „Pflege-Dschungel“, die sich der Aufklärung und Information rund um das Pflegesystem widmet. Durch seine persönliche Geschichte – geprägt durch die Pflege seines an Alzheimer erkrankten Vaters – bietet Hendrik einen einzigartigen Einblick in die Herausforderungen, mit denen Pflegebedürftige und deren Angehörige tagtäglich konfrontiert sind. Rainer, selbst erfahrener Pflegeexperte und gesundheitspolitischer Sprecher, und Simon, digitalpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, diskutieren mit Hendrik die Notwendigkeit einer umfassenden Reform des deutschen Pflegesystems. Ein zentrales Thema ist der übergreifende Mangel an Ressourcen in der Pflegebranche und die Ungleichheiten, die durch das bestehende System entstehen. Hendrik thematisiert die Herausforderungen, die durch die Einführung der Pflegegrade entstanden sind, und erklärt, warum diese nicht immer den tatsächlichen Pflegebedarf berücksichtigen. Oft kommt es zu Ungerechtigkeiten, bei denen bereits pflegende Angehörige für eine derartige Belastung nicht die nötige Unterstützung und Anerkennung erhalten. Ein weiterführender Punkt, den die Diskussion beleuchtet, ist das Konzept der „sorgenden Ersatzangehörigen“. Hendrik präsentiert diese innovative Idee, die vorsieht, ehemalige pflegende Angehörige in die professionelle Pflege einzubinden, um den Engpass an Pflegekräften zu lindern. Diese Personen bringen wertvolle praktische Erfahrungen in die Pflege ein, sind emotional betroffen und könnten eine Brücke zwischen professioneller Pflege und Familienpflege bilden. Besondere Betroffenheit und ein Gefühl der Dringlichkeit spiegeln sich in der Diskussion wider, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der uns vor bedeutende Herausforderungen stellt. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den kommenden Jahren dramatisch ansteigen, und ohne geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Pflegesituation wird das System an seine Grenzen stoßen. Zusätzlich werden Themen wie die Wichtigkeit von Prävention und Aufklärung angesprochen. Hendrik hebt hervor, dass Präventionsmaßnahmen für pflegende Angehörige endlich Priorität haben müssen. Sein Konzept zielt darauf ab, Angehörigen in verschiedenen Dimensionen der Gesundheitsförderung Unterstützung anzubieten, um ihre eigene Gesundheit zu verbessern und sie nachhaltig zu motivieren, auch für ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu sorgen. Während der gesamten Episode wird die zentrale Botschaft gut in den Kontext gesetzt: Die Pflege ist mehr als nur eine dienstliche Aufgabe – sie ist eine gesellschaftliche Verantwortung, die als solche wahrgenommen und wertgeschätzt werden muss. Rainer und Simon zeigen sich dankbar für die wertvollen Impulse, die Hendrik mit in die Diskussion bringt und betonen die Notwendigkeit, über die reinen politischen Rahmenbedingungen hinaus, individuelle Ansätze zu fördern, die die unterschiedlichen Situationen pflegender Angehöriger gerecht werden. Diese Episode vermittelt nicht nur tiefergehendes Wissen über die komplexe Thematik der Pflege, sondern inspiriert auch dazu, aktiv an einer Verbesserung des Pflegesystems mitzuwirken. Der Appell, sich stärker für die Belange pflegender Angehöriger und die Integration ihrer Erfahrungen in professionelle Pflegekonzepte einzusetzen, zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch und lädt die Zuhörerschaft ein, sich für positive Veränderungen im Gesundheitswesen zu engagieren.
42 Minuten
In dieser Episode des Gesundheitspodcasts aus Bremen und Bremerhaven gehen die Hosts Simon Zeimke und Rainer Bench gemeinsam mit Lipödem-Coachin Mellani Heidekrüger der Erkrankung Lipödem auf den Grund. Mellani teilt ihre persönliche Erfahrung und beleuchtet sowohl die medizinischen als auch die psychologischen Dimensionen dieser schmerzhaften Fettverteilungsstörung, die viele Frauen betrifft. Rainer berichtet, wie er erst spät mit seiner Diagnose konfrontiert wurde und welche Herausforderungen er auf seinem Weg erlebte. Gemeinsam werden die Themen Stigmatisierung, Aufklärung und das Versagen des Gesundheitssystems in der frühzeitigen Erkennung des Lipödems diskutiert. Mellani und Rainer betonen die Wichtigkeit von Empathie und Sensibilität sowohl aus der Sicht der Ärzte als auch der Gesellschaft gegenüber Betroffenen. Praktische Tipps zu Ernährung und Bewegung, die für die Lebensqualität der Betroffenen relevant sind, werden ebenso angesprochen wie häufige Fehlinformationen über die Erkrankung. Die Rolle von sozialen Medien in der Aufklärung wird hervorgehoben, wobei Mellani ihren Account „Intu Lymphcoach“ empfiehlt. Diese Episode vermittelt nicht nur wertvolles Wissen, sondern auch Hoffnung und das Gefühl, dass Betroffene nicht alleine sind. Die zentrale Botschaft: Das Lipödem ist mehr als ein ästhetisches Problem und verdient mehr Aufmerksamkeit und Mitgefühl.
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„Bremen, aber gesund!“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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