Podcaster
Episoden
18.03.2026
39 Minuten
Folge 66: Wer darf in unsere Gesundheitsdaten schauen und wer schützt uns, wenn es schiefgeht? Was wie ein technisches Detail klingt, ist längst eine politische Machtfrage: Daten können Versorgung verbessern und Forschung voranbringen, aber sie können auch Druck erzeugen – wenn aus „freiwillig“ in der Praxis „verpflichtend“ wird, wenn „anonymisiert“ als Beruhigung dient oder wenn Menschen nach Profilen behandelt werden statt nach Bedürfnissen. Barbara Prainsack spricht über ihr Buch Datenschlussverkauf und darüber, warum Daten keine Privatsache sind, sondern Infrastruktur – also etwas, das Regeln, Kontrolle und demokratische Verantwortung braucht. Im Fokus stehen Gesundheitsdaten als härtester Testfall: Was ist sinnvolle Nutzung im Interesse der Allgemeinheit, wo beginnt unzulässige Verwertung, und wer muss in einer Demokratie „Nein“ sagen können? Thema sind aber auch Sekundärnutzung für Forschung und Planun, und wir schauen auf Freiwilligkeit im Alltag – also darauf, ob Wahlfreiheit real ist, oder ob sie oft nur theoretisch bleibt.
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02.02.2026
51 Minuten
Folge 65: Wie unterrichtet man politische Bildung, wenn Konflikte längst im Klassenzimmer angekommen sind und Debatten sofort kippen können? Was ist daran schon gut erforscht, was ist eher Erfahrung und Bauchgefühl und was wird gerade neu entwickelt und erprobt, um Lehrkräfte im Alltag besser abzusichern? Philipp Mittnik erklärt im Gespräch mit Tina Schmiedhofer, welche Ansätze in der politischen Bildung heute als tragfähig gelten, wo die blinden Flecken liegen und welche didaktischen Entscheidungen darüber bestimmen, ob Unterricht aufklärt. Es geht um die Ermutigung gerade für Lehrerinnen, weil die sich diesen Themen seltener annehmen. Thema sind auch aktuelle Konflikte, Gesprächsführung unter Spannung und die Frage, wie man Fakten klärt, ohne Emotionen zu ignorieren. Und auch die Fragen, was Lehrkräfte wirklich können müssen, damit politische Bildung wirkt und wie ein eigenes Fach Demokratie aussehen könnte, das politische Bildung ergänzt und stärker auf demokratische Praxis zielt, werden in dieser Folge besprochen.
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12.01.2026
48 Minuten
Folge 64: Was ist aus den Menschen geworden, die 2015 am Wiener Westbahnhof ankamen – mit Plastiksackerln, Rucksäcken und „Refugees welcome“-Transparenten über den Köpfen? Und was hat sich seither in Europa verändert: bei den Zahlen, den Asylsystemen und unserer Bereitschaft, Menschen aufzunehmen? Kristof Bender, stellvertretender Vorsitzender der European Stability Initiative, erklärt, wie die Migrationslage in Europa heute tatsächlich aussieht, was der große Asylbeschluss der EU vom 18. Dezember bedeutet und wo Werte, Menschenrechte und harte Deals mit Drittländern aneinandergeraten. Ein Gespräch über rote Linien, die Europa nicht überschreiten darf, und darüber, wie eine Migrationspolitik aussehen könnte, die 2036 geordneter, fairer und menschlicher ist als heute.
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07.11.2025
1 Stunde 12 Minuten
Folge 63: Wie viel Druck hält eine Generation aus, die funktionieren soll, bevor sie überhaupt weiß, wer sie ist? Die Psychologin Caroline Culen und der Journalist Golli Marboe schauen hin – dorthin, wo’s weh tut: zu Mobbing und Leistungsdruck, zu Körperbildern, Ängsten, Handysucht und der stillen Erschöpfung vieler junger Menschen. In ihrem Buch „Jugend unter Druck“ verbinden sie Psychologie und gelebtes Leben, Forschung und Familienalltag, Praxis und persönliche Wunden. Culen spricht als Expertin und Mutter von vier Kindern, Marboe als Vater, Großvater – und als jemand, der weiß, was es heißt, ein Kind durch Suizid zu verlieren. Ein Gespräch über den Mut, hinzuschauen, über Eltern, die keine Superheld:innen sein müssen, über Schulen, die mehr sein sollten als Notenfabriken, über Kinder, die lernen dürfen, anders zu sein – und Erwachsene, die endlich lernen müssen, das auszuhalten.
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24.10.2025
47 Minuten
Folge 62: Inna Shevchenko wurde als Mitglied der ukrainischen Bewegung Femen weltbekannt. Internationale Aufmerksamkeit erregte sie 2012, als sie in Kyjiw ein Holzkreuz fällte – ein Akt, der zum Symbol für den radikalen Widerstand gegen religiös legitimierte Unterdrückung wurde. Ihre feministische Religionskritik bringt sie nun mit der Dokumentation „Girls & Gods“ einem breiten Publikum näher. Unter der Regie von Verena Soltiz und Arash T. Riahi untersucht der Film die Stellung von Frauen in den drei abrahamitischen Religionen. Shevchenko spricht dabei mit reformorientierten und institutionskritischen Gruppen innerhalb der Glaubensgemeinschaften, Konvertitinnen und Apostatinnen, oft Frauen, die aus dem fundamentalistischen Kern ihrer Religion ausbrechen oder flüchten mussten.
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Über diesen Podcast
Der Materie Podcast - dein Deep Dive in die großen und kleinen
Themen der österreichischen politischen Debatte. Von
Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und Bildung über Wirtschaft,
Wissenschaft und Medien besprechen wir detailliert politische
Fragen mit unseren Gästen - stets mit dem Ziel, den politischen
Diskurs in Österreich zu fördern. Materie ist das Magazin des NEOS
Parlamentsklubs.
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