Podcaster
Episoden
19.02.2026
55 Minuten
1958 steht Frankreich am Abgrund: Inflation, Defizite,
Kapitalflucht und kaum noch Devisenreserven. Mit de Gaulles
Rückkehr kommt nicht nur eine neue Verfassung, sondern auch ein
radikaler wirtschaftspolitischer Schnitt: der Plan Pinay–Rueff.
Preise freigeben, Haushalt sanieren, Währung stabilisieren. Das
geschieht nicht, um den Staat zu verkleinern, sondern um ihn wieder
handlungsfähig zu machen. In Folge 99 sprechen wir mit dem
Historiker Matthias Oppermann über den Status des Liberalismus in
Frankreich, die Logik der „Schocktherapie“ von 1958 und darüber,
warum ein neuer „Rueff-Moment“ heute so schwer vorstellbar ist.
Mehr
16.02.2026
51 Minuten
Am 19. September 1946 ruft Winston Churchill in Zürich zur
"Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland" auf - als
erster Schritt zur "Recreation of the European family". Aber nur
sechs Jahre früher, im Juni 1940, liegt auf Churchills Tisch in
London eine Idee, die noch radikaler ist: nicht Partnerschaft,
sondern ein gemeinsamer Staat - eine britisch-französische Union.
Mehr
13.02.2026
54 Minuten
Europa kann sich nur gemeinsam verteidigen. Das sagt René Pleven
schon 1950. Aus dem Schock des Koreakriegs entsteht die Idee einer
europäischen Armee: die Europäische Verteidigungsgemeinschaft
(EVG). Doch obwohl der Vertrag 1952 unterschrieben ist, scheitert
das Projekt 1954 im französischen Parlament - per Verfahrenstrick.
In Folge 97 von Franko-viel ordnen wir Aufstieg, Idee und Scheitern
der EVG ein: von Plevens Londoner Exil und seiner Nähe zu Jean
Monnet bis zu Artikel 38 und der verpassten Europäischen
Politischen Gemeinschaft. Gast ist der Historiker Prof. Dr.
Wilfried Loth (Universität Duisburg-Essen).
Mehr
01.02.2026
48 Minuten
Während in Deutschland das Ideal der maximalen Symbiose herrscht,
hat der mütterliche Kokon in Frankreich ein schnelles
Verfallsdatum. In Folge 4 erkunden wir den kulturellen Grabenbruch
zwischen dem deutschen „Wochenbett-Kokon“ und der französischen
„Boxenstopp-Mentalität“.
Mehr
25.01.2026
42 Minuten
Paris, Herbst 1940: Das Musée du Jeu de Paume wird zum
Hauptquartier des NS-Kunstraubs. Unter den Augen deutscher
Wachposten sortiert der „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“
geraubte Meisterwerke wie Waren. Mitten in diesem System arbeitet
Rose Valland – scheinbar unscheinbar, angeblich ohne
Deutschkenntnisse. Doch sie versteht jedes Wort. Und sie beginnt,
heimlich alles zu dokumentieren. In Folge 96 von Franko-viel
sprechen wir mit der deutsch-französischen Kunsthistorikerin und
Provenienzforscherin Stéphanie Baumewerd (Deutsches Zentrum
Kulturgutverluste) über Rose Vallands Mut, ihre Strategie – und
darüber, warum ihre Notizen bis heute für die Provenienzforschung
wichtig sind.
Mehr
Über diesen Podcast
Unsere Großeltern wollten noch leben wie Gott in Frankreich. Heute
aber verliert der Mythos Frankreich an Glanz: Immer weniger Schüler
lernen Französisch, und auch politisch wirkt das
deutsch-französische Tandem müde. Dabei bleibt klar: Ohne
Frankreich geht in Europa nichts – weder in Politik noch in
Wirtschaft oder Kultur. Der Frankreich-Podcast fragt nach, was
geblieben ist vom alten Mythos – und was Frankreich heute wirklich
bewegt. Für alle, die verstehen wollen, wie unser Nachbar tickt.
Kommentare (0)