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Franko-viel - Der Frankreich-Podcast Archiv

120 Episoden
1 Stunde 17 Minuten
Jean-Jacques Goldman hat mehr als 30 Millionen Tonträger verkauft und Songs geschrieben, die in Frankreich fast jeder kennt. Warum ist er in Deutschland trotzdem kaum bekannt? Andreas Noll spricht mit dem Kenner französischer Musik Gerd Heger (Monsieur Chanson) über Goldmans jüdische Familiengeschichte mit Wurzeln in München und Polen, seinen Weg vom Gospel zur Popmusik und seine Lieder für Céline Dion, Johnny Hallyday, Patricia Kaas und unzählige weitere Künstler. Ein Gespräch zum 75. Geburtstag des Künstlers (11.10.) über musikalische Größe, Solidarität und einen Künstler, der sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht, ohne aus dem Gedächtnis Frankreichs zu verschwinden.
53 Minuten
Marine Le Pen hat den Rassemblement National aus der politischen Isolation geführt – aber wie grundlegend hat sich die Partei verändert? Andreas Noll und Jakob Ross diskutieren den Bruch mit Jean-Marie Le Pen, die Abkehr vom Frexit und Jordan Bardellas Rolle bei der Ansprache neuer Wählerschichten. Sie fragen, warum Teile der klassischen Rechten inzwischen Bündnisse suchen, wo der politische Kern unverändert bleibt und welche Grenzen die Normalisierung hat.
56 Minuten
Sie wollen Macron beerben - und sich zugleich von ihm lösen. Gabriel Attal und Édouard Philippe stehen vor einem Dilemma: Wie verspricht man einen Neuanfang, wenn man die bisherige Politik selbst mitgestaltet hat? Andreas Noll und Frankreich-Experte Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik fragen, was vom Macronismus bleiben kann: seine europäische Idee, das Versprechen einer Politik jenseits von links und rechts oder vor allem Wähler, Parteistrukturen und Regierungspersonal. Warum setzt Attal auf die Vereinigten Staaten von Europa? Wie weit rückt Philippe nach rechts? Und welche Rolle spielt Macron selbst im Streit um seine Nachfolge? Im Élysée-Radar geht es um Bruno Retailleaus Rentenpläne und Jean-Luc Mélenchons Vorstoß gegen hohe Spritpreise. Außerdem: Warum Frankreich so viele Präsidentschaftsbewerber hervorbringt – und weshalb es sich lohnt, schon jetzt genauer hinzuschauen.
48 Minuten
Papst Leo XIV. reist in dieser Woche nach Frankreich – in ein Land, das wie kaum ein anderes für die Trennung von Kirche und Staat steht. Gleichzeitig lassen sich wieder mehr Erwachsene katholisch taufen, Wallfahrten ziehen Tausende junge Menschen an und katholische Identität spielt auch in politischen Debatten eine neue Rolle.
1 Stunde 11 Minuten
September 1926: Nur acht Jahre nach dem Ersten Weltkrieg treffen sich die Außenminister Gustav Stresemann und Aristide Briand heimlich im französischen Thoiry. Fast fünf Stunden lang verhandeln sie über einen großen Deal: Deutschland bietet Frankreich finanzielle Hilfe - im Gegenzug sollen zentrale Folgen des Versailler Vertrags früher beseitigt werden. Der Plan scheitert. Doch das „Wunder von Thoiry“ zeigt, wie weit die deutsch-französische Verständigung damals bereits gekommen war.
53 Minuten
2027 wählt Frankreich einen neuen Präsidenten - doch womöglich steht weit mehr auf dem Spiel als die Nachfolge Emmanuel Macrons. Andreas Noll und Jacob Ross fragen zum Auftakt von „Machtkampf um den Élysée“: Funktioniert die politische Ordnung der Fünften Republik noch?
42 Minuten
Seit 2016 läuft Bernd Hüttemann von Berlin aus auf dem Jakobsweg Richtung Santiago de Compostela. Rund 2.700 Kilometer hat er inzwischen zurückgelegt, in diesen Tagen startet er von Toulouse aus zu seiner nächsten Etappe.
44 Minuten
Die Tour de France ist weit mehr als das bekannteste Radrennen der Welt. Sie zeigt drei Wochen lang ein sorgfältig inszeniertes Frankreich aus Schlössern, Dörfern und spektakulären Landschaften und bringt Generationen am Straßenrand zusammen. Tour-Experte Stephan Klemm erklärt, wie aus einem Radrennen ein nationales Ritual, ein gigantisches Volksfest und eine globale Werbeshow für Frankreich geworden ist.
42 Minuten
Marine Le Pen ist erneut verurteilt worden, darf aber wieder für das Präsidentenamt kandidieren. Ganz frei ist sie dennoch nicht: Ihr drohen Hausarrest und eine elektronische Fußfessel. Mit dem Gang vor den Kassationsgerichtshof setzt sie nun auf Zeit. Kann ihre Kandidatur noch scheitern?
56 Minuten
Historiker, französischer Patriot und Kämpfer der Résistance: Emmanuel Macron hat Marc Bloch in das Pariser Panthéon aufgenommen. Mit Klaus Oschema, dem Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris, sprechen wir über Blochs Leben, sein Verhältnis zu Deutschland und die Frage, wie aktuell sein Denken heute noch ist.
49 Minuten
Deutschland gegen Frankreich: Das klingt nach Sevilla 82, Schumacher gegen Battiston - und seit Florian Wirtz auch nach dem schnellsten Tor der deutschen Länderspielgeschichte. Mit Historiker Philipp Didion sprechen wir über mehr als 100 Jahre deutsch-französische Fußballgeschichte: Rivalität, Versöhnung, Stadien, Fans und Politik.
51 Minuten
Chansons sind in Frankreich mehr als Musik: Sie sind Gedichte, Erinnerungsorte, politische Interventionen und manchmal sogar nationale Selbstbeschreibung. In dieser Folge sprechen wir mit dem Journalisten und Buchautor Christoph Sator über sein Buch „La Vie en Rose. Frankreich in einhundert Chansons“ - und darüber, was Lieder von Piaf, Brel, Vian, Barbara, Goldman, Aya Nakamura oder Angèle über Frankreich erzählen.
50 Minuten
1936 verspricht Léon Blum 40-Stunden-Woche, Tarifverträge und bezahlten Urlaub. 90 Jahre später sprechen wir mit dem Historiker Matthias Waechter über den Mythos Volksfront - und darüber, warum Frankreich seine Gegenwart oft nur aus der Geschichte heraus versteht.
52 Minuten
Oradour-sur-Glane steht bis heute für die deutsche Gewalt in Frankreich. Aber das Massaker war kein isolierter Ausbruch. Der Historiker Peter Lieb erklärt, wie Besatzung, Ideologie, Vergeltungslogik und Partisanenbekämpfung 1944 ineinandergriffen - und warum die Résistance militärisch begrenzt, politisch aber enorm wichtig war.
47 Minuten
Pfiffe statt Applaus: Nach dem zweiten Wahlgang der französischen Kommunalwahlen kam es in mehreren Städten zu tumultartigen Szenen in den Rathäusern. Abgewählte Bürgermeister wurden ausgebuht und beleidigt. Politiker mehrerer Lager sprechen von einem demokratischen Skandal. Doch hinter den Bildern vom Wahlabend steckt mehr als nur lokaler Frust. Die Kommunalwahl zeigt, wie tief Frankreich politisch zersplittert ist - und wie stark bereits jetzt alles auf die Präsidentenwahl 2027 zuläuft. Welche Rolle spielen die wiedererstarkten Sozialisten und Konservativen? Wie stark sind Rassemblement National und La France Insoumise wirklich? Und kann aus der zerfallenden politischen Mitte überhaupt noch einmal ein präsidentschaftsfähiges Lager entstehen?