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  3. Nicht wahr, aber nutzbar - der Systemische Psychotherapie-Podcast Podcast

Episoden

56 Minuten
In der aktuellen Folge des systemischen Psychotherapie-Podcasts „Nicht wahr, aber nutzbar“ sprechen Enno und Sebastian mit Dr. Rudolf Klein, dem führenden Experten für systemische Therapie bei Alkoholabhängigkeit. Rudolf blickt auf über 46 Jahre Praxiserfahrung zurück und teilt faszinierende Einblicke in die Entwicklung und Praxis der Suchttherapie. Er erklärt, warum er sich im Laufe seiner Karriere von starren Settings und der strikten Abstinenzforderung als unabdingbare Voraussetzung für eine Therapie gelöst hat, um Hürden für Klient:innen abzubauen.

Highlights dieser Episode:

Zwei Muster der Abhängigkeit: Rudolf beschreibt die Unterschiede zwischen sozial integrierten Klienten und Menschen, die aus allen Bezügen herausgefallen sind, und wie diese Ausgangslagen völlig unterschiedliche therapeutische Haltungen erfordern.

Existentielle Fragen & therapeutische Neugier: Erfahre, warum chronifizierte Sucht oft mit dem Verlust von Zukunftsperspektiven einhergeht und wie Therapeuten durch "Neugierde-Vorschüsse" Klienten dabei helfen können, sich existenziellen Fragen zu stellen ("Wer bin ich geworden? Wer will ich nicht mehr sein?").

Paardynamik & „Haarrisse“: Warum der Glaube von Angehörigen, dass ohne den Alkohol "alles wieder gut" wäre, ein Trugschluss ist. Rudolf zeigt auf, wie Alkohol oft tiefere Konflikte (Haarrisse) in Beziehungen verdeckt und wie man durch Einzel- und Paargespräche wieder eine kommunikative Augenhöhe herstellt.

Alternativen zur Selbstregulation: Wie Klienten durch körperliche Aktivierung (z.B. Laufen oder der Einsatz von Chilischoten) neue Wege finden können, sich selbst zu regulieren und mit dem Suchtdruck umzugehen.

Tipps für Therapeut:innen: Rudolf rät angehenden Therapeut:innen, nicht zu „methodengläubig“ zu sein, sondern sich intensiv mit dem Phänomen des Menschen hinter der Sucht auseinanderzusetzen und Rückfälle als wertvolle Lernchancen zu begreifen.

Eine tiefgründige, lehrreiche und inspirierende Folge für alle, die in der Beratung und Therapie tätig sind oder tiefere Einblicke in die systemische Arbeit mit Suchtphänomenen gewinnen möchten.

Fragen und Anregungen wie immer sehr gerne an: nwan@gmx.de
57 Minuten
Frisch beflügelt vom PiA-Festival holen Enno und Sebastian eine echte "Rarität" an das Mikrofon: Prof. Dr. Corina Aguilar-Raab, Lehrstuhlinhaberin an der Universität Mannheim und eine der ganz wenigen Stimme(n) der Systemischen Therapie an staatlichen Universitäten.

Gemeinsam tauchen sie tief in die Frage ein, was menschliche Verbindungen im Kern zusammenhält. Corina zeigt, wie sich Beziehungsqualität und echtes Wir-Gefühl mit dem von ihr mitentwickelten EVOS-Fragebogen wissenschaftlich greifen lassen – und warum die Beziehung oft der eigentliche Schlüssel zur Heilung ist, wie eindrucksvolle Daten aus der Paarforschung bei Depressionen belegen.

Doch damit nicht genug: Sie werfen einen gewagten Blick hinter die Kulissen der akademischen Welt. Corina bezieht klar Stellung zum dringenden Reformbedarf im Psychotherapiestudium und plädiert mutig für mehr wirkliche Verfahrensvielfalt und echte Praxisnähe.

Ein packender Mix aus Wissenschaft, Verbundenheit und persönlichen Aha-Momenten über das, was das systemische Paradigma im Leben wirklich verändert. Jetzt reinhören und mitdenken!

Anregungen und Kritik wie immer gerne an nwan@gmx.de
1 Stunde
In dieser sommerlichen Episode des „systemischen Psychotherapie Podcasts "Nicht wahr, aber nutzbar“ begrüßen Enno und Sebastian einen ganz besonderen Ehrengast: Dr. Wilhelm Rotthaus. Wilhelm Rotthaus ist ein echter Pionier der deutschen systemischen Therapie, insbesondere für den Bereich der Kinder-, Jugend- und Familientherapie. Sein Lebenslauf ist faszinierend und unkonventionell: Er studierte zunächst Medizin, verlor jedoch die Lust daran und arbeitete stattdessen für mehrere Jahre erfolgreich als Musiker. Später kehrte er in die Medizin zurück und entschied sich ganz bewusst für die Kinder- und Jugendpsychiatrie, da er dort das größte Potenzial für Veränderungen sah. Er arbeitete ab Mitte der 1970er Jahre in einer großen Klinik in Viersen, wo er als Chefarzt maßgeblich daran beteiligt war, stationäre Familientherapie-Konzepte zu etablieren. Zudem war er der Gründungsvorsitzende der DGSF und ist bis heute (mit über 80 Jahren) als erfahrener Supervisor u.a. in Psychotherapieausbildungen und bei Approbationsprüfungen tätig. Gemeinsam mit Sebastian gibt er die „Störungsspezifische Reihe“ im Carl-Auer Verlag heraus.

Er nimmt uns mit in die 70er und 80er Jahre, als er begann, Ideen der strukturellen Familientherapie in den stationären Klinikalltag zu integrieren. Im Zentrum des Gesprächs steht seine tiefgreifende, wertschätzende Haltung gegenüber Eltern: Anstatt Eltern als die Verursacher der Probleme ihrer Kinder abzustempeln, würdigte er sie stets als die wahren Expertinnen und arbeitete nach der Grundüberzeugung, dass alle Eltern gute Eltern sein wollen. Er teilt viele praktische Beispiele, wie man z.Bsp. durch Settingwechsel und radikale Allparteilichkeit blockierte Beziehungen in Familien wieder in Bewegung bringt.

Weitere konkrete Buchtitel aus seiner Feder werden in dieser speziellen Podcastfolge nicht namentlich genannt, allerdings erwähnt er selbst, dass er im Laufe seiner Karriere viel Fachliteratur zu systemischen Grundhaltungen publiziert hat.

Bleibt unbedingt bis zum Schluss dran, denn am Ende derFolge gehen Enno und Sebastian in ein spannendes "Reflecting Team".
56 Minuten
In dieser Folge begrüßen die Hosts Enno und Sebastian drei besondere Gäste: die systemischen Psychotherapeutinnen (teils in Ausbildung) Luisa Reich, Shady Tonn und Sunnyi Hänel.

Im Zentrum des Gesprächs steht ein spannendes Pionierprojekt: Die drei Kolleginnen haben ein besonderes Therapiekonzept im Mehrpersonensetting für Erwachsene entwickelt und umgesetzt. Angelehnt an die Multifamilientherapie haben sie in der Ausbildugsambulanz Klientinnen, die in einer Paarbeziehung leben, eingeladen, gemeinsam mit Partnerin bzw. Partner an einer systemischen Gruppentherapie teilzunehmen.

In dieser Folge erfährst du:

Die Rahmenbedingungen: Wie die Arbeit als Co-Therapeutinnen in einer Gruppe mit bis zu fünf Paaren funktioniert.

Herausforderungen & Dynamiken: Wie die Therapeutinnen die Teilnehmergewinnung über gemeistert haben und wie sie mit der Gruppendynamik sowie der Frage nach der "Indexperson" (der Person mit der Diagnose) umgegangen sind.

Kreative systemische Methoden: Spannende und praxisnahe Einblicke in die genutzten Techniken. Erfahre, wie die Gruppe beim Tetralemma als Stellvertreter für ein Paar agierte, wie Ist- und Ziel-Skulpturen bei stillen Konflikten gestellt wurden, wie Paare ihr „Problem als Tier“ externalisierten und wie ein gemeinsames Musikstück zur Ressourcenstärkung genutzt wurde.

Learnings & Tipps: Die Gäste reflektieren, wie diese Erfahrung ihre Leidenschaft für Gruppentherapien neu entfacht hat und geben wertvolle Tipps (wie rechtzeitige Planung und die Wahl der richtigen Co-Therapie-Begleitung) für Psychotherapeut:innen, die ähnliche Projekte wagen möchten.

Außerdem in dieser Folge: Kurze Updates zum Start des neuen Projekts „finde-super.vision“ und dem anstehenden Pia Festival vom 17. bis 19. Juli in der Nähe von Darmstadt.
58 Minuten
Heute nehmen sich Enno und Sebastian ausnahmsweise mal wieder zu zweit Zeit für ein hochspannendes und facettenreiches Thema.

Der konkrete Anlass für diese Folge ist der Launch ihres neuen Portals www.finde-super.vision, auf dem Supervisor:innen sich präsentieren und gefunden werden können.

Passend dazu tauchen Enno und Sebastian tief in die Welt der Supervision ein.

Das erwartet euch in dieser Episode:

Ausbildungssupervision vs. Teamsupervision:

Warum die Supervision von Psychotherapeut:innen in Ausbildung (PiA) durch die geteilte Behandlungsverantwortung eine ganz eigene Dynamik und oft auch eine stärkere Rollenverschiebung mit sich bringt.

Der Blick auf sich selbst:

Wie Therapeut:innen eigene Unsicherheiten und Reaktionen auf Klient:innen reflektieren und wie Supervisor:innen dabei helfen, blinde Flecken wertschätzend aufzudecken.

Interventionen und Kniffe:

Sebastian teilt seine Methode, nach dem „momentan gefühlten Alter“ zu fragen, um Supervisand:innen wieder in ihre Kraft zu bringen.

Enno verrät, warum er am liebsten mit überraschenden Metaphern-Fragen (wie z.B. „Wenn ihre Stimmung eine Eissorte wäre...“) in die Sitzungen startet.

Wenn es knifflig wird:

Wie geht man als Supervisor:in damit um, wenn Teams unmotiviert „Alibi-Fälle“ als Notlösung präsentieren, wenn über abwesende Kolleg:innen gesprochen werden soll oder wenn die Leitungsebene die offene Kommunikation im Team hemmt?

Die Kraft der Live-Supervision:

Beide Hosts sind riesige Fans der Live-Supervision direkt mit den Klient:innen. Enno teilt ein eindrückliches Highlight von einer Station, bei der eine solche Supervision für einen echten Durchbruch gesorgt hat

Termin-Hinweis:

Vom 17. bis 19. Juli findet wieder das PiA-Festival in der Nähe von Darmstadt statt. Entspannte Anreise am Freitag inklusive!

Anmeldung auf https://piafestival.de
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Über diesen Podcast

Sebastian Baumann und Enno Hermans diskutieren praxisbezogen und immer wieder mit spannenden Gäst:innen über aktuelle Entwicklungen und Themen der Systemischen Psychotherapie. Einblicke in die therapeutische Praxis und Auseinandersetzung mit relevanten Aspekten für die Zielgruppe der Systemischen Psychotherapeut:innen (auch in Ausbildung). Weitere Infos und Materialien: www.nwan-podcast.de Kontakt: nwan@gmx.de
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„Nicht wahr, aber nutzbar - der Systemische Psychotherapie-Podcast“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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