Podcaster
Episoden
17.07.2026
1 Stunde 32 Minuten
Der Gast dieser Folge ist ein Phänomen, denn die Person, um die es heute geht erschafft mit einem bemerkenswerten Sinn für Ästhetik einen ganz eigenen, kreativen Kosmos zwischen Musik, Performance und Mode in dem es vor allem um eines geht: kompromisslose Selbstentfaltung. Der Mensch den ich diesmal treffen durfte heißt mit bürgerlichem Namen Peer Liening-Ewert und in unserem Gespräch fiel der Satz: „Ich liebe es, lebendig zu sein.“ Aus meiner Sicht ist das auch eigentlich die Blaupause für Peers gesamte künstlerische Arbeit und auch seine Persönlichkeit. Unter dem Künstlernamen Lie Ning entstehen Songs zwischen Indie, Soul und R’n’B, die atmosphärisch dicht, aber gleichzeitig tanzbar, leicht und lebensbejahend daherkommen. Hört man aber genauer hin, entdeckt man in den Texten eine Ernsthaftigkeit und bisweilen auch Schwere, die man inhaltlich gar nicht erwartet. „An den meisten Tagen wache ich mit dem Wunsch auf, die Schönheit, die ich im Leben finde, mit anderen zu teilen. Aber wenn der Stift das Papier berührt, schleicht sich die Last der Welt ein.“ Es geht um zwischenmenschliche Dynamiken, Zugehörigkeit, Identität, Selbstfindung und um die persönlichen Erfahrungen als Queere Schwarze Person, deren bloße Existenz in dieser Gesellschaft schon zum Politikum wird. In Berlin geboren und aufgewachsen, kann Lie Ning bereits auf zahlreiche Veröffentlichungen und eine beeindruckende Karriere zurückblicken, dennoch hat Peer Deutschland inzwischen verlassen und einen Neuanfang in London gewagt, unter anderem deshalb, weil sich Deutschland einfach nicht mehr sicher anfühlt. Entstanden ist ein sehr persönliches Gespräch in dem wir über seine ungewöhnliche Kindheit in einem alternativen Hausprojekt sprechen, über die ersten Schritten in einer Musikindustrie, mit der Peer zunächst eigentlich gar nichts zu tun haben wollte, und über der Suche nach dem eigenen künstlerischen Ausdruck, gegen viele Widerstände. Außerdem reden wir über die neue EP BULLFIGHT die gerade erschienen ist, und natürlich über die Beweggründe für den Umzug und Peers neues Leben in London. Eine Triggerwarnung vorab: In dieser Episode spielen Rassismus und rassistische Diskriminierung eine Rolle - wenn dich dieses Thema in besonderer Weise betrifft, dann pass beim hören bitte auf dich auf.
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16.11.2025
1 Stunde 49 Minuten
Ein „Has-been“ ist jemand, der mal berühmt war. Die Vergangenheitsform impliziert, dass das nicht mehr so ist. Um sich diese Selbstbezeichnung zu geben, braucht es nicht nur eine große Portion Selbstironie, sondern auch eine zeitliche und emotionale Distanz zu dem, was gewesen ist. Malte Huck veröffentlichte im Februar diesen Jahres unter dem Namen BEACHPEOPLE mit „has-been“ sein erstes Album als Solokünstler und ist zugleich mein Gast in dieser Folge. Fünf Jahre ist sein Ausstieg als Bassist bei AnnenMayKantereit her – nicht viel Zeit, gemessen an einem Menschenleben. Aber genug, um einen Neuanfang zu machen. Dass es den brauchte, wurde Malte etwa ein Jahr zuvor auf einer Reise durch die USA und Mexiko klar. Die EP »I’ll be gone for a little while« von 2022 war das erste Lebenszeichen als BEACHPEOPLE und stilistischer Vorbote auf das Album, für das die Arbeit Ende 2023 in Österreich am Wolfgangsee begann und das nun dieses Jahr im Februar erschienen ist. Auf knapp 36 Minuten Spiellänge ist „has-been“ ein sehr persönliches Archiv der bisherigen Lebensstationen und auch damit verbundenen Abschieden geworden – den von der Band, die ihn auf die größten Bühnen des Landes gebracht hat. Den von seinem Freund Julian alias Lord Folter, der 2023 starb und dem 7 Sekunden Stille gewidmet sind. Den von alten Selbstentwürfen, alten Abhängigkeiten, alten Ideen davon, wie das Leben hätte aussehen sollen oder müssen. Erst vor ein paar Wochen hat Malte die letzten Konzerte seiner Has-been-Tour gespielt. In den sozialen Netzwerken hat er angekündigt: „Diese Tour wird die letzte Gelegenheit sein, unser Album in Gänze und Originalreihenfolge hören zu können. Ich werde danach für geraume Zeit erstmal nicht live spielen – und wenn’s dann wieder losgeht, steht bestimmt ein neues Kapitel an.“ Kurz vor dieser Tour haben wir uns noch einmal getroffen, um über Has-been zu sprechen. Fast drei Stunden saßen wir in der Abenddämmerung in seiner Küche – und ich hatte viele Fragen: Über Maltes Weg zur Musik, seine Zeit bei AnnenMayKantereit, die Schattenseiten des Erfolgs, seinen Ausstieg aus der Band und die Herausforderungen, denen er jetzt als Indie-Artist gegenüber steht. Wie ist es, wenn man als Bassist plötzlich zum Leadsänger wird? Wie hat die Trauer um viel zu früh verstorbenen Freund sein Album beeinflusst? Maltes Offenheit hat mich wirklich beeindruckt und bewegt. Viele seiner Gedanken über Musik, Kunst und das Leben finde ich so wertvoll, dass ich unser Gespräch nur minimal gekürzt habe. Ich hoffe, ihr könnt aus dieser Folge genauso viel mitnehmen wie ich. Viel Freude beim Hören.
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03.07.2025
1 Stunde 39 Minuten
Es war im Oktober 2011, als ich Christian Friedel das erste Mal in einem kleinen Club als Sänger auf der Bühne erlebte. Ich weiß noch, dass ich schon damals ziemlich beeindruckt von seinen Fähigkeiten war – ohne zu ahnen, was da noch alles von ihm kommen würde. Denn Christians Kreativität zeigt sich in vielen unterschiedlichen Formen, und seine Karriere, die damals noch am Anfang stand, hat anschließend rasant an Fahrt aufgenommen. In erster Linie ist er Schauspieler, denn das hat er in München studiert. Erste Theaterengagements führten ihn im Anschluss an verschiedene Häuser und schließlich auch ans Staatsschauspiel Dresden, wo er bis heute lebt – und unter anderem von 2012 bis 2019 vor ausverkauftem Haus in Shakespeares »Hamlet« zu sehen war. Seit seinem Debüt in Michael Hanekes oscarnominiertem Film »Das weiße Band« steht er allerdings auch regelmäßig vor der Kamera. Für die Titelrolle in Oliver Hirschbiegels »Elser – Er hätte die Welt verändert« erhielt Friedel den Metropolis-Preis und war sowohl für den Deutschen als auch für den Europäischen Filmpreis als bester Schauspieler nominiert. Christian ist außerdem Ensemblemitglied in der vielbeachteten Fernsehserie »Babylon Berlin«. Mit Jonathan Glazer drehte er 2021/2022 den Spielfilm »The Zone of Interest«, der seine Weltpremiere 2023 im Wettbewerb bei den Filmfestspielen in Cannes feierte und außerdem mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde. Zuletzt war er in der dritten Staffel von »The White Lotus« zu sehen, die im Februar dieses Jahres Premiere feierte. Neben der Schauspielerei ist er Leadsänger und Komponist der Artpop-Band »Woods of Birnam«, die seit ihrer Gründung auch immer wieder interdisziplinäre Großprojekte produziert. Bislang sind sechs Alben erschienen, und zahlreiche Theater- und Filmmusiken entstanden – unter anderem für »Babylon Berlin« oder für die oben genannte Theaterinszenierung von Shakespeares »Hamlet«. Als Theaterregisseur inszenierte er unter anderem am Deutschen Theater Göttingen und am Staatsschauspiel Dresden. Ihr ahnt es bereits: Ich hatte schon lange den Wunsch, eine Folge mit Christian aufzunehmen – und eine Menge Fragen, als ich ihn in seiner neuen Wohnung in Dresden besucht habe. In dieser Folge reden wir über das Puppentheater seiner Kindheit, über Stimme und Sprache im Schauspiel, über intensive Rollen – und darüber, wie man es schafft, sie im Anschluss wieder loszulassen. Herausgekommen ist ein sehr ehrliches und intensives Gespräch, aus dem ich unheimlich viel mitgenommen habe. Ich denke – und hoffe –, dass es euch beim Anhören vielleicht ähnlich ergeht. Viel Spaß dabei.
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16.03.2025
1 Stunde 35 Minuten
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich treffe immer wieder auf Menschen, die mir sagen, sie seien nicht »multitaskingfähig«, demnach also nicht in der Lage, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. In dieser Episode ist eine Solokünstlerin zu Gast, auf die das so gar nicht zutrifft. Sandra Lötzsch aka KID BE KID hat nicht nur viele Fähigkeiten – sie kombiniert sie auf der Bühne auch noch zu einem sensationellen Sound. Gesang, Klavier und Synthesizer treffen auf Beatboxing und rhythmische Virtuosität – alles live und in Echtzeit, ohne Loops, Backingtracks und Computer. Dabei entsteht nicht weniger als ein explosives Feuerwerk, bei dem man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt und das sich mit Worten wirklich schwer beschreiben lässt. Zwei Longplayer und eine EP sind bereits erschienen, ihr letztes Album trug den Titel »Truly a lifegoal but no ice cream« und wurde 2023 auf dem Label »Fun in the Church« veröffentlicht. Damit begeisterte sie nicht nur die Presse, sondern auch ein breites nationales und internationales Publikum auf Konzerten und renommierten Festivals. KID BE KID ist einzigartig und damit unverwechselbar – damit hat sie etwas erreicht, wonach andere Musiker*innen ein Leben lang suchen. Genau darüber wollte ich mit ihr sprechen, denn was wir auf der Bühne sehen, ist das Resultat eines langen, mitunter steinigen Weges, viel Beharrlichkeit und kreativer Experimentierfreude. Ich bin nach Berlin gereist und habe mit Sanni über ihre musikalische Evolution gesprochen – und ja, ich weiß, das ist ein großes Wort. Wikipedia sagt, es kommt aus dem lateinischen evolvere und ist in etwa mit „ausrollen“ und „entwickeln“ zu übersetzen, ist also gar nicht so unpassend. In einem langen Gespräch haben wir Sannis persönliche und musikalische Entwicklung mal ganz von vorne »ausgerollt« und damit den Weg zu ihrem eigenen Sound nachgezeichnet. Wir sprechen über die klassische Musik ihrer Kindheit, ihre heimliche Leidenschaft für Popmusik, chaotische erste Gigs als Soloartist und wie einen vermeintliche Schwierigkeiten manchmal auf die richtige Spur bringen. Viel Spaß mit dieser Folge.
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01.11.2024
1 Stunde 20 Minuten
Mein heutiger Gast ist einer, dessen Werdegang ich schon ziemlich lange verfolge: Erik Leuthäuser, den der Mannheimer Morgen als »glänzenden jungen Sänger« bezeichnet »der als die kommende Stimme im deutschen Jazz gilt.« Das ist nur eine von unzähligen Lobeshymnen aus der Presse, denn Erik – gerade mal 28 Jahre alt – kann bereits auf eine beeindruckende Karriere zurückschauen. Während meiner Recherche ist bei mir wirklich der Eindruck entstanden, dass sich Eriks Leben eigentlich nur in Superlativen ausdrücken lässt. Schon während seines Jazzgesangsstudiums und bis zum heutigen Tage gewann er national und international zahlreiche Wettbewerbe - zu viele um sie hier alle aufzuzählen. Ähnlich verhält es sich mit der Liste der Musiker*innen, mit denen er bereits zusammengearbeitet hat, unter anderem z.B. als Backroundsänger für Quincy Jones, George Benson, Dee Dee Bridgewater und Jacob Collier. Im April diesen Jahres ist sein sechstes Album erschienen und im Grunde ist Erik als Musiker und Pädagoge permanent unterwegs: In über 30 Ländern hat er bereits Konzerte gespielt. Was mich allerdings am meisten fasziniert, ist, wie viele unterschiedliche, vermeintlich kontrastierende Welten Erik scheinbar mühelos in sich vereint. Sein Weg führte ihn von seinem musikalischen Elternhaus in der Provinz Freital, über das Landesgymnasium für Musik in Dresden und zwei Musikhochschulen nach Berlin. Hier ist er als Grenzgänger zwischen Jazz und experimenteller Popmusik unterwegs, seine Musik funktioniert Solo mit Loops und Electronics aber auch im Bandkontext. Er schreibt Songs auf deutsch, die inspiriert sind von seinen Erfahrungen als junger schwuler Mann in der Großstadt. Bei allem was er macht ist Erik vor allem eines: authentisch, bisweilen schonungslos ehrlich und vor allem sehr offen. Auf Instagram macht er nicht nur auf seine Musik, sondern auch auf den Onlyfans-Kanal aufmerksam. Im April ist sein Konzeptalbum »Sucht« erschienen, dass sich mit dem Thema Drogenabhängigkeit aus queerer Perspektive auseinandersetzt. Auf seinem Weg von Dresden nach Berlin hat Erik mich in Leipzig besucht und wir sprachen dabei über seine Geschichte, seine Musik und wie sein Drogenkonsum während der Pandemie plötzlich zum Problem wurde. Noch ein Disclaimer vorab: In dieser Folge sprechen wir über Methaphetamin (umgangssprachlich auch »Chrystal Meth« genannt), Kokain und den gebrauch von Substanzen vor allem im sexuellen Setting, genannt »Chemsex«. Wir haben dabei keinen aufklärerischen Auftrag, noch vermitteln wir medizinisches oder therapeutisches Fachwissen. Erik berichtet einfach von seinen persönlichen Erfahrungen. Sollte euch dieses Thema in besonderer Weise betreffen, dann passt bei dieser Folge bitte auf euch auf. In den Shownotes findet ihr Anlaufstellen für Menschen, die mit einer Suchtproblemtik akut Hilfe suchen.
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Über diesen Podcast
Mein Name ist JANDA. Ich bin Künstlerin. Musikerin.
Singer/Songwriterin. Als Tochter einer Sängerin fasziniert mich
das Singen schon seit meiner Kindheit. Aber erst als ich mich dazu
entschloss, selbst Musikerin zu werden, begriff ich die
Komplexität dieses Instrumentes. Wir hören nicht »einfach nur«
eine Stimme. Wir hören eine Persönlichkeit, eine ganz eigene
Geschichte, die sich im Klang manifestiert. Es ist das sogenannte
»Alleinstellungsmerkmal«, das eine:n Künstler:in von der Masse an
Veröffentlichungen abhebt und sie unverwechselbar macht. So divers
wie der Klang einer Stimme im Pop sind auch die Biografien der
Sänger:innen des Genres. In meinem Podcast möchte ich mit
professionellen Künstler:innen über ihre Geschichte sprechen: Wer
oder was hat sie dazu gebracht, zu singen? Wie findet man seinen
eigenen Sound? Was für Hürden begegnen einem auf dem Weg zur
professionellen Sänger:in? Wie geht man mit Schreibblockaden,
Bühnenangst, Erfolgsdruck und Stress um? In meinem Podcast treffe
ich spannende Persönlichkeiten der Popkultur und spreche mit ihnen
über alles, was mit dem Thema Stimme zutun hat.
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