Podcaster
Episoden
22.01.2026
35 Minuten
Mehlschwalben sind Frühlingsboten. Jedes Jahr fliegen diese
Zugvögel die weite Strecke aus Afrika zurück zu uns – im Fall
dieser Episode nach Höngg bei Zürich. Dort findet die grösste
Population der Stadt ihre alten Nistplätze vor und bezieht sie
unter freudigem Gezwitscher. Früher galten sie als Glücksbringer:
Wo Schwalben nisten, ist das Glück zu Hause. Doch die Realität ist
ernüchternd: Die Mehlschwalbe steht mittlerweile auf der Roten
Liste. In unserer asphaltierten Welt fehlt den Baumeisterinnen der
Mörtel für den Nestbau und das Insektensterben entzieht ihnen die
Nahrungsgrundlage. Hinzu kommt, dass die Verschmutzung von Fassaden
oft zu Konflikten mit HauseigentümerInnen führt. - Diesen
Herausforderungen trotzt Verena Steinmann vom Natur- und
Vogelschutzverein Höngg (NVV). Seit Jahren engagiert sie sich
ehrenamtlich für den Schutz dieser Vögel: Sie berät
HauseigentümerInnen, bringt künstliche Nisthilfen an und sorgt mit
Kotbrettern für saubere Lösungen. Eine Folge über praktischen
Naturschutz mitten im Siedlungsgebiet, die zeigt, wie Mensch und
Vogel im Einklang leben können.
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01.01.2026
33 Minuten
Lichtverschmutzung ist laut BAFU in der Schweiz eine wachsende
Herausforderung: Innert nur 25 Jahren haben sich die
Lichtemissionen fast verdoppelt. Unsere Städte erhellen die Nacht
oft weit über das nötige Mass hinaus – mit fatalen Folgen für die
Biodiversität, die Flora und Fauna sowie unsere eigene Gesundheit.
In dieser Folge erfahren wir vom Forscher Nitin Bathla (Universität
Zürich), warum nächtliche Beleuchtung nicht nur ein technisches
oder ökologisches Problem ist, sondern eine zutiefst soziale
Dimension hat. Im Forschungsprojekt „Spotlight“ nähert er sich und
seine KollegInnen der Nacht aus einer transdisziplinären
Perspektive. - Dabei ist Zürich eigentlich eine Pionierin: Mit dem
bereits vor über 20 Jahren lancierten Plan Lumière versucht die
Stadt, das nächtliche Licht strategisch zu steuern. Das Ziel ist
eine Balance zwischen funktionaler Sicherheit, Ästhetik und dem
Schutz der Dunkelheit. Ich besuche mit Nitin Bathla zwei markante
Un-Orte des postindustriellen Zürichs: den Bahnhof Hardbrücke und
den Turbinenplatz. Wir besprechen, warum manche Orte trotz
Flutlicht „unbehaglich“ wirken, wie eine gerechtere Beleuchtung der
Zukunft aussehen könnte und wir hören ein mutmachendes Beispiel
über die Förderung von Leuchtkäfern.
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11.12.2025
36 Minuten
Das "Insektensterben" geistert seit Jahren durch die Medien. Doch
wo stehen wir heute, im Jahr 2025, wirklich? - Ich spreche mit dem
Entomologen Roman Graf über Realität oder Hype. Er bestätigt, dass
viele Anzeichen auf ein anhaltendes Insektensterben hindeuten. Zwar
ist die Landwirtschaft aufgrund intensiver Nutzungsmethoden in der
Verantwortung, doch auch wir Konsument:innen tragen Mitschuld durch
den Kauf von Billigst-Lebensmitteln. Auf der Luzerner Allmend
begeben wir uns mit Roman Graf auf die Suche nach Lebensräumen, die
Hoffnung wecken. Denn: Stark durchgrünte Quartiere, naturnahe
Gärten und Parks bieten Insekten überraschenden Artenreichtum,
während versiegelte Innenstädte Insektenwüsten bleiben. Wir
sprechen über die Fragen: Wie können wir als Stadtbewohner:innen
aktiv werden, um diese wertvollen Lebewesen, zu unterstützen? -
Hören Sie rein in diese Episode, um zu erfahren, was jeder Einzelne
gegen das Sterben der Insekten und für diese stillen Helfer tun
kann.
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20.11.2025
35 Minuten
Pilze sind unsere unerwarteten Helden im Kampf gegen die
Klimakrise! Sie sind nicht nur das intelligente, vernetzte Reich
unter unseren Füssen, sondern bieten auch innovative Lösungen: Sie
können u.a. ölbasierte Materialien wie Styropor ersetzen und damit
aktiv beim Klimawandel helfen. - Dabei sind Pilze weder Pflanze
noch Tier, sondern eine eigene Kategorie des Lebens, über die wir
noch viel zu wenig wissen. Meine Faszination ist gross – vielleicht
weil sie eine ursprüngliche Form der Vernetzung und Intelligenz
repräsentieren, die wir als Menschen neu entdecken und kultivieren
müssten. Ob als Nahrung, Medizin oder bei der Heilung psychischer
Krankheiten, Pilze berühren zentrale Bedürfnisse der Menschheit.
Ist es Zufall, dass gerade jetzt in Rio de Janeiro das erste
Pilzmuseum entsteht, das "Central dos Cogumelos"? Ausserdem ist
Brasilien ein Land mit einer kulturell verwurzelten Pilzkultur. -
Zu Gast ist für einmal mein alter Freund Tomi Streiff, der
Filmemacher und Co-Initiant dieses einzigartigen Projekts im alten
Hafenviertel von Rio. Tomi, ursprünglich aus Basel, lebt
mittlerweile mit seiner Frau und Mit-Initiantin Jane in der
brasilianischen Metropole. In dieser Folge sprechen wir darüber,
warum die Pilzkultur in Brasilien eine besondere Rolle spielt und
warum es heute dringender denn je ein Pilzmuseum braucht, um das
Potenzial des Pilzreichs sichtbar zu machen. P.S. Das Pilzmuseum in
Rio sucht noch UnterstützerInnen. Den Link dazu findet man hier:
["Central dos
Cogumelos“](https://www.youtube.com/watch?v=L9ZBDCUW_B4)
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30.10.2025
36 Minuten
Schweizer Wohngenossenschaften wie die Geho in Zürich bieten einen
einzigartigen "dritten Weg" des Wohnens: Mieten auf reiner
Kostenbasis, ganz ohne Gewinnstreben. Doch Genossenschaften können
noch mehr – sie können zu Orten für die Artenvielfalt in der Stadt
werden. - In dieser Episode besuche ich den Hofgarten an der
Hofwiesenstrasse in Zürich, der Nachhaltigkeit und biodiverse
Gartenbewirtschaftung fest in den Statuten verankert hat. Hier
haben sich Mieter:innen und Management in einem iterativen Prozess
auf einen gemeinsamen Weg geeinigt. Ich spreche mit dem Gärtner
Simon Reimann, der das Areal Stück für Stück in eine lebendige,
naturnahe Landschaft verwandelt. Doch dieser Wandel ist nicht immer
einfach: Wo Asthaufen als wertvolle Biotope entstehen, stösst das
auch mal auf Kritik. Der Co-Geschäftsführer Boris Deister
berichtet, wie wichtig Kommunikation in diesem Prozess ist und wie
der Hofgarten heute als erfolgreiches Beispiel für nachhaltiges
Zusammenleben in einer sonst auf Rendite getrimmten Stadt genossen
wird. Höre, wie das grosse Potenzial von Wohngenossenschaften
genutzt werden kann, um überall in der Schweiz die Artenvielfalt zu
fördern und Wohnraum zukunftsfähig zu gestalten.
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Über diesen Podcast
Hallo, ich bin Claudia von „Die Natur und die Stadt“. Dieser
Podcast gibt der Natur in der Stadt durch die vielen Menschen, die
sich um sie kümmern, eine Stimme. Wenn möglich, gehe ich mit meinen
Interviewpartner*innen vor Ort und lasse sowohl begeisterte
Hobbyist*innen wie auch Fachleute und Wissenschaftler*innen zu Wort
kommen. Ich beleuchte mit ihnen vier zentrale Fragen: 1. Wie geht
es der Natur in der Stadt - auf dem Hintergrund von Klimawandel und
Schwund der Artenvielfalt? 2. Welche Ökosystemleistungen erbringt
die Natur gegenüber der Stadt und ihren Menschen? Wie können etwa
Natur-basierte Lösungen für die Folgen des Klimawandels genutzt
werden? 3. Wie sieht eine zukunftsfähige Beziehung von Natur,
Mensch und Stadt aus? 4. Was ist eine Grüne Stadt oder wie kann sie
eine werden? Ich gebe alle drei Wochen eine Newsletter raus.
Schreibe regelmässig auch Blog-Beiträge auf natureandthecity.ch.
Auf Social Media folgen: YouTube, Facebook, Instagram und LinkedIn.
Ab 2026 wird Die Natur und die Stadt auch als Videocast auf YouTube
erhältlich sein. Bitte beachten: Die meisten Episoden sind auf
Schweizerdeutsch! Finanziert wird der Podcast im Moment durch mich.
Die kommende Staffel 4 ab 2026 wird unterstützt durch Swisslos, die
Christoph Merian Stiftung, die Ernst Göhner Stiftung, das IWB und
meinen Eigenleistungen.
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