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Genug von Jahresrückblicken schon Anfang Dezember? Kann ich verstehen. Umso origineller und aussagekräftiger finde ich, was sich da das von mir sehr geschätzte Magazin Economist angeschaut hat. Nämlich welche der 500 größten US-amerikanischen Unternehmen seit dem 1.1. 2020, also mehr oder weniger seit der Pandemie die Nase vorne haben. Die die schwierige Pandemiezeit, die geopolitischen Turbulenzen, Liefer- und Rohstoffengpässe und auch die Inflation am besten gemeistert haben.


Eine Charteinstellung mit dreijährigen, also längerem Zeithorizont tröstet auch über die schlechte Performance in diesem Jahr weg.  Denn während der US-Leitindex S&P 500 seit Jahresbeginn knapp 18 Prozent verlor, hat er in den letzten drei Jahren, konkret ab 1.1.2020 immer noch 23 Prozent zugelegt. Wobei der am besten performende Branche - natürlich auch wegen des besonderen  Öl- und Gasnotstands 2022  – der Energiesektor war, gefolgt von der IT-Branche.  Zwischen den Technologieunternehmen  gab es allerdings große Performance-Unterschiede: Während Meta seinen Wert halbierte stieg die Apple-Aktie in den letzten drei Jahren. Und während die Aktie des Chipherstellers Nvidea um 166 Prozent zulegte sackte Intel ab. Trotz oder auch wegen der Pandemie hat sich auch der Gesundheitssektor sehr gut entwickelt. Im Ranking der Top-Performer liegt etwa der US-Vaccine-Konzern Moderna an zweiter Stelle. Der Aktienkurs von Moderna stieg in den letzten drei Jahren um 800 Prozent. Wer hier als Sieger Tesla vermutet hätte, liegt nicht ganz falsch. Elon Musk ´s Cash Cow konnte immerhin in den letzten drei Jahren rund 550 Prozent zulegen. Gut durch die Inflation kam auch die Basiskonsum-Branche, Hersteller von Produkten des täglichen Lebens. Eingebüßt haben Produzenten von langlebigen Produkten wie Autos, Haushaltsgeräte etc. Den stärksten Kursrückgang findet man jedoch bei Immobilien-Unternehmen, Banken oder auch bei Kommunikationsdienstleistungen. Durch die Pandemie sind natürlich auch Kreuzfahrtlinien wie Carnival unter Wasser. Carnival Corporation hat in den letzten drei Jahren 60 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Und welche Trends halten jetzt an? Viele Kapitalmarktstrategen sehe die IT-Branche in strukturellen Problemen. Viele sind so groß geworden, dass ihnen die Kosten über den Kopf wachsen. Amazon hat 2023 einen doppelt so hohen Kapitalbedarf wie ExxonMobil. Meta hat schon sehr viel Geld in seine virtuelle Plattform gesteckt. Auch die Margen von Netflix sind durch die hohen Content-Ausgaben geschrumpft. Was lernen wir daraus:  New Economy ist vielfach zur Old Economy geworden, mit allen Vor- und Nachteilen. Persönlich finde ich, dass die IT-Flaggschiffe weiterhin in ein Portfolio gehören und dass man hier auch gute Einstiegschancen bei renommierten Namen findet. Ins Depot gehören aber auch die alten Klassiker – die frühere Old Economy, die ebenso um  technologischem Fortschritt  bemüht ist und dabei oftmals sehr erfolgreich ist. Ich denke da  an ABB, Siemens, die deutschen Autobauer oder auch John Deere und den japanischen Maschinenbauer Kubota. Allen HörerInnen in Österreich wünsche ich einen erholsamen, Shopping-stressfreien Marienfeiertag …


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung, sondern nur um die persönliche Meinung der Autorin.


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Foto: unsplash/ivana_cajina
3 Minuten
Dass die Rezession kommt ist kein Geheimnis. In Europa und höchstwahrscheinlich auch in den USA. Das ist auch schon in den Börsenkursen eingepreist. Die Frage ist allerdings, ob der Wirtschaftseinbruch im ersten Quartal auch genug eingepreist ist. Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege von JP Morgan Asset Management meint nein. Eingepreist sei nur eine leichte Rezession, weshalb die Analystengemeinde sogar noch von steigenden Gewinnerwartungen ausgeht: plus 14 Prozent bei Banken, plus 15 Prozent beim zyklischen Konsum und auch für die Industrie rechnen die routinierten Börsianer mit einem zweistelligen Gewinn-Wachstum. Das setzt natürlich voraus, dass sich die Konjunktur nach einer kleinen Delle  schon bald wieder erholt und dann die Zykliker – nomen est omen – als Erste und am stärksten davon profitieren würden. Gewinnrevisionen im ersten Quartal 2023 könnten allerdings den Weg nach oben limitieren, warnt JP Morgan-Experte Galler.  


Jedenfalls erholt sich ein Aktienmarkt normalerweise am Ende einer Rezession und nicht am Anfang – das spricht dafür, dass wir gerade nicht mehr und nicht weniger als  eine Jahresend- und Bärenmarktrally sehen und hier auch schon das Ende. Somit ist derzeit beim Investieren keine Eile geboten - dies ist natürlich keine Anlage-Empfehlung, sondern nur meine persönliche Meinung.  Das wir noch nicht den Boden erreich haben, dafür spricht auch der aktuelle Stand des S&P 500. Der prominente US-Leitindex hat im Schnitt  – von der Finanzkrise 2008 einmal abgesehen - in jeder Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs etwa um 24 Prozent  nach unten korrigiert. Derzeit beläuft sich das Minus des S&P 500 vom Höchststand bis zum aktuellen Wert erst auf rund 17 Prozent. Da ist also noch Platz nach unten. Doch Vorsicht, Timing funktioniert in den seltensten Fällen.  Wenn man von einem börsennotierten Unternehmen, dessen Bilanzen und Geschäftsmodell langfristig überzeugt ist, ist jeder Einstiegszeitpunkt der Richtige. Tilmann Galler ist übrigens am Sonntag zu Gast bei meinem Podcast GELDMEISTERIN 


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Foto: unsplash/ivana_cajina
3 Minuten
Ich berichte es  nur ungerne, aber es ist leider traurige Gewissheit. Laut Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri haben Rüstungerzeuger im Vorjahr  599 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Hätten wir nicht Corona gehabt, wären es noch mehr gewesen, so das Institut.  


Mehr als die Hälfte der Rüstungsausgaben, insgesamt 299 Milliarden Dollar fließt in die Kasse von 40 US-Unternehmen. Allein der Konzern Lockheed Martin setzte im Vorjahr 60,3 Milliarden Dollar um. An zweiter Stelle bei den Rüstungsausgaben findet man China, gefolgt von Großbritannien. Japan will seine Verteidigungsausgaben bis 2027 verdoppeln. Aber auch Europa rüstet auf: Unter den 100 größten Militär-Ausstattern findet man 27 europäische Unternehmen, die zusammen 123 Milliarden US-Dollar im Vorjahr umsetzten, das sind immerhin 4,2 Prozent mehr  gegenüber dem Jahr 2020. Die größten deutschen Waffenproduzenten sind Rheinmetall, ThyssenKrupp, die von großen Aufträgen der Marine profitieren, Hensoldt und das Unternehmen Diehl. 


Ich finde, man muss als Anleger nicht bei jedem fragwürdigen Geschäft von Lockheed Martin, Rathyon Technologies, Boing, Airbus, BAE Systems etc. mitschneiden oder mit entsprechenden US-Themenfonds und ETFs aufrüsten.  Es gibt doch auch friedliche Unternehmen, die schöne Gewinne abwerfen wie eine PepsiCo, eine McDonald´s, eine John Deere-Aktie oder die Agro-Aktien Archer Daniels Midland, die seit Jahresbeginn über 50 Prozent zulegte, ebenso wie die PNE Wind AG. Positiv sind auch eine Novo Nordisk , eine Apple, Microsoft und so weiter und so fort. Denn ich finde man sollte sich auch als Anleger mehr dafür einsetzen ohne Waffen Frieden zu schaffen.  Bei Fonds verspricht  zum Beispiel das österreichische Umweltzeichen, dass man nicht in kontroverse Waffen investiert. Einen friedlichen Advent wünscht Julia Kistner


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Foto: unsplash/siverdale





2 Minuten
Wer sich als nachhaltig denkender Investor demotivieren lassen möchte, der führt sich die jüngste Studie von Christoph Schürmann vom Flossbach von Storch Research Institute zur Gemüte. ESG  - Environment, Social Responsability und Gorvernance - ist für die Fondsbranche auch ein gutes Verkaufsargument. Grün soll auch die Kurse beflügeln. Dem war in in den letzten 18 Jahren aber nicht so, wie  Schürmann´s  Vergleich des S&P Clean Energy Index gegenüber dem S&P Oil & Gas Exploration & Production Select Industry Index zeigt. Der Öl-Index ist um das 4,5-fache des Clean Energy-Index gestiegen. Aber gerade hier kann man argumentieren, dass man nicht von vergangenen Entwicklungen auf zukünftige schließen kann. Zumal auch in den Köpfen der Anlegern die Energiewende angekommen ist. 


Weshalb man auch bei einem starken grünen Commitment  gerade bei der Branche Erneuerbare Energien die Bilanzen der Unternehmen genau unter die Lupe nehmen sollte ist, weil ihr Schulden in Relation zu den Erlösen – typisch für junge Wachstumsunternehmen – viel ungünstiger ist als die der alteingesessenen Ölmultis, was bei steigenden Zinsen ein Risiko ist. Umso mehr, als der Investitionsbedarf dieser vergleichsweise jungen Branche deutlich höher ist. Aber es gibt auch solide finanzierte, alteingesessene Flaggschiffe wie ABB und Siemens, die Anlegern mehr Sicherheit bieten und dennoch bei neuen Energien und Technologien mitmischen. Mehr dazu in meinen Gespräch mit Union Investment-Chefstratege Benjardin Gärtner am Sonntag im Podcast GELDMEISTERIN. Ich hoffe wir hören uns am Sonntag. 


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 Foto: unsplash/andreas_gucklhorn
3 Minuten
Die deutschen Hörer:innen haben es mit der Steueroptimierung zu Jahresende  mal nicht ganz so eilig wie die österreichischen. Die Deutschen dürfen nämlich die Wertpapierverluste vortragen und dann mit den Gewinnen in den Folgejahren verrechnen. Das lässt die österreichische Finanz nicht zu. In der Alpenrepublik können nur Wertpapiergewinne und Verluste aus demselben Jahr gegenverrechnet werden. Dafür dürfen in Österreich die Verluste und Gewinne nicht nur aus ein und derselben Einkunftsart ausgeglichen werden, sondern man kann zum Beispiel Verkaufsverluste bei Aktien auch mit Dividenden oder auch mit Zinsgewinnen bei Anleihen gegenverrechnen. Zinserträge auf Sparbücher  kann man übrigens auch in Österreich nicht Wertpapierverlusten gegenrechnen.


Realisierte Gewinne aus Wertpapierverkäufen werden in Österreich mit 27,5 Prozent besteuert. In Deutschland beträgt die KESt zwar nur 25 Prozent, inklusive Soli und Kirchensteuer liegt hier die tatsächliche Steuerbelastung aber auch zwischen 26,38 und 27,99 Prozent. Nachdem das heurige Börsenjahr nicht so brillant verlaufen ist, habt ihr   wahrscheinlich nicht so viele Aktien mit Gewinn verkauft, mit denen ihr etwaigen realisierten Verlusten heuer ausgleichen könntet. Aber dennoch macht es Sinn, bie Deinem Broker einmal Deinen KEST-Bericht anzuschauen, ob Du irgendwelche Gewinne oder Dividenden heuer schon verkestet hast . Mein Tipp wäre dann zu schauen, ob Du irgendwelche Leichen im Depot hast, die sich von ihren kapitalen Stürzen wohl nie wieder erholen werden, da ihr Geschäftsmodell womöglich nicht mehr funktioniert. Solche Depot-Leichen können Dir zumindest noch durch einen Verkauf dazu dienen, von Deiner bezahlten Kapitalertragssteuer wegen der gegenverrechneten Verluste wieder etwas zurückzubekommen.  Den Ausgleich macht die Depotbank automatisch für Dich. Es sei denn, Du hast mehrere Depots bei verschiedenen Instituten oder etwa ein Gemeinschaftsdepot mit Deiner besseren Hälfte. Dann musst Du bei den Banken Bescheinigungen über den Verlustausgleich anfordern und den Ausgleich der Verluste und Gewinne auf verschiedenen Konten über die Steuerveranlagung selbst vornehmen.  Die jährliche Dokumentation Deines Depotvermögens inklusiver erfolgter Transaktionen musst Du übrigens in Österreich selbständig durchführen, wenn Du etwa bei einem deutschen Broker ohne rot-weiß-roter Niederlassung ein Depot hast. Der bekannteste ist hier wohl Trade Republic. Auch wenn die deutschen Broker Dir hier vielfach Hilfestellung geben, die Berechnung für die Einkommensteuer bleibt mühsam.


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Foto: unsplash/Markus Spiske
3 Minuten
Man mag es kaum glauben, aber die akkurat recherchierenden Kollegen des Handelsblatts haben hochgerechnet, dass die 40 Deutschen DAX- Unternehmen im Frühjahr 2023 nochmals um sechs Prozent mehr, insgesamt 54 Milliarden Euro an Ihre Anleger ausschütten werden und die Dividendenrenditen bis zu acht Prozent betragen werden. Das hat natürlich auch mit den gefallenen Aktienkursen zu tun, zumal die Dividendenrendite ja nichts anderes ist als die Dividende geteilt durch den Aktienkurs multipliziert mit 100, angeben in Prozent. 


Etwa die Hälfte der DAX-Konzerne dürfte die Dividende erhöhen, darunter zählt das Handelsblatt die Deutsche Bank, die Deutsche Börse, Post und Telekom auf. Mit insgesamt 13,5 Milliarden Euro ein Viertel der gesamten DAX-Dividenden schütten allerdings die drei Autobauer BMW, VW und Mercedes aus. Dividendenregen bringt Segen – wie man es nimmt. Man fragt sich schon, weshalb deutsche Unternehmen, statt mit ihren Gewinnen in die E-Mobilität oder andere alternative Antriebe zu investieren das Geld lieber an ihre doch hoffentlich langfristig investierten Aktionäre verteilen.  Wie auch immer, wer sich für Dividendenzahler interessiert und hier einmal einen guten Überblick bekommen möchte, welche Unternehmen gut und gerne ausschütten der schaut sich  auf den Plattformen des Fondsportals von Morning Star und für ETFs auf jusetf.com die Factsheets zu den Fonds  und hier deren zehn Fondsschwergewichte an. Grundsätzlich sind die europäischen Unternehmen die fleißigeren Dividendenzahler, was damit zu tun hat, dass es für US-Konzerne steuerlich günstiger ist, Aktien zurückzukaufen als Dividenden auszuschütten. In beiden Fällen eine schöne zusätzliche Bescherung für die Aktionäre. 


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Foto: Unsplash/moritz_Knoringer


2 Minuten
Die Inflation, die man beim täglichen Einkauf schmerzhaft spürt, muss ja irgendwo herkommen. Woher, findet man unschwer raus, wenn man sich die Margenentwicklung der Konsumgüter-Industrie anschaut. Die Gutmann KAG hat mir da die Recherche abgenommen und hat sich die durchschnittlichen Absatz- und Preisentwicklungen bei den Basiskonsumgüter-Konzernen Nestlé, Unilever, P&G, Kimberly-Clark, Reckitt-Benckiser, Henkel, Pepsico und Coca-Cola angeschaut. Und das ist wirklich augenöffnend. Seit dem 2. Quartal des Vorjahres haben die Konsumgüter-Multis ihre Preise kräftig angehoben: plus drei Prozent in Q 2 und Q3 im Jahr 2021, dann plus 4,3 Prozent in Q4 des Vorjahres. Seit Beginn dieses Jahres wird es dann noch bunter: Während die Konsumgiganten ihre Preise noch kräftiger anheben, geht der Absatz nicht ganz so stark zurück, so dass die Basiskonsumgüter-Hersteller unterm Strich trotz rückläufiger Verkaufsvolumen mehr verdienen konnten. Besonders krass ging die Preis- und Absatzentwicklung im letzten Quartal auseinander: Während bei den genannten Basiskonsum-Markenartiklern die Absätze in Q3/22 um 1,9 Prozent zurückgingen, erhöhten sie die Preise um 11,2 Prozent! Solche Dauer-Margen-Kaiser - auch wenn das nur willkürlich gewählte Beispiele sind – sind stabile Anker im persönlichen Portfolio und zahlen obendrein oftmals noch großzügige Dividenden aus.


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Foto: Unsplash/dave Goudrea
3 Minuten
Wenn ich vom deutschen Weihnachtswunder spreche, dann ist unschwer zu erkennen, dass ich nicht die aktuellen schwarz-rot-goldenen WM-Ergebnisse in Quatar meine. Eigentlich habe ich mich ja schon dazu entschieden, der FIFA zu Liebe über die Weltmeisterschaft einen Mantel des Schweigens zu breiten. Wie auch immer:  nach dem verpatzten WM-Auftakt der Deutschen mit 1:2 gegen Japan wirken die neuen Wirtschaftsprognosen des ifo-Instituts wahrscheinlich wie Balsam auf die verletzte deutsche Fußballseele: Denn laut dem in Deutschland am meisten beachteten Geschäftklima-Index geht es von einer sehr niedrigen Erwartungshaltung aus wieder bergauf. Das gilt für das verarbeitende Gewerbe ebenso wie für den Handel, dem Dienstleistungsunternehmen als auch fürs Baugewerbe. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist von 84,5 Punkten im Oktober auf 86,3 Punkte im November gestiegen. Und wenn schon die deutschen Betriebe postiver in die Zukunft blicken, dann könnte ja auch die Rezession geringer ausfallen als erwartet. Sollte es nach dem verflixten vierten Rezessions-Quartal 2022 dann 2023 mit der Konjunktur wieder zart bergauf gehen, ja dann reagieren vor allem die Kurse von zyklischen, weil eben konjunktur-sensitiven Werten positiv auf die besseren Nachrichten.  Nutzniesserinnen sind  vor allem die deutsche Chemie- und Autobranche und der Maschinenbau. Und tatsächlich hat der deutsche Leitindex positiv auf den ifo-Index reagiert: Eine BASF, Bayer, Beiersdorf, Siemens Energy, Continental, Autowerte wie Porsche oder BMW - sie alle waren deutlich im Plus neben den WM-Gewinnern Puma und Adidas, womit wir wieder mit dem leidlichen Thema enden: Dem Spektakel in Quatar. Ich finde, dass die Welt auf eine Weltmeisterschaft  im umstrittenen Wüstenstaat  nicht gewartet hat. Was zur Unterhaltung und Finanzbildung aber tatsächlich beiträgt ist die Geldmeisterin, jeden Sonntag neu im Gespräch mit cleveren Investmentprofis, zu hören fast überall wo es Podcasts gibt, auf YouTube, Spotify und www.geldmeisterin.com. Ich hoffen wir uns am Sonntag wieder. Viel Anlageerfolg wünscht Podcast-Host der Börsenminute, der GELDMEISTERIN und von AUF TRAB Julia Kistner.


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Foto: Unsplash/soccer








5 Minuten
Ein Hörer wollte wissen wie und wo man überhaupt Anleihen kauft. Seine Frage ist sehr berechtigt. Denn da beginnt schon die Diskriminierung der Kleinanleger. Anleihen kauft man so wie Aktien in der Regel nicht direkt vom Staat oder dem Unternehmen, sondern über die Börse, also auf dem Sekundärmarkt.  Doch während an der Börse auch Kleinanleger:innen alle Aktien kaufen können - vielleicht mit einigen wenigen Ausnahmen wie die Sprüngli-Aktie, wo man für das Stück stolze 99.800 Franken berappen muss. Oder der A-Aktie von Berkshire Heathaway, die aktuell 476.880 US-Dollar kostet. Hingegen können Kleinanlegerinnen von den tausenden börsennotierenden Anleihen am Markt wenn es hochkommt 20 Prozent erwerben. Das hat zwei Gründe: Wenn Unternehmen Anleihen auch für Privatanleger:innen auflegen wollen, müssen sie umfangreiche Informationsblätter, sogenannte PRIIPS erstellen. Den Aufwand sparen sich die meisten Unternehmen. Zum anderen muss es zu jeder Anleihe in der EU ein kostspieliges Verkaufsprospekt geben, außer die Stückelung beträgt mindestens 100.000 Euro. Also legen Unternehmen, die ihre Papiere ohnedies bei Fonds, Pensionskassen und Versicherungen unterbringen gleich Tranchen in sechsstelliger Höhe auf, die für Kleinanleger nicht erschwinglich sind.  Daraus könnte man schließen, dass Unternehmen und Staaten nur dann Anleihen für Private auflegen, wenn sie ihre Papiere sonst nicht an die Frau oder den Mann bringen.  Erschwerend für die Privatanleger:in kommt die für sie sehr mühsame Suche nach der passenden Anleihe hinzu. Man kann sich zwar mit den Suchfunktionen der Börsen und Finanzplattformen durch das riesige Anleiheangebot mit verschiedensten Stückelungen, verschiedensten Kursen  und unterschiedlichsten Laufzeiten kämpfen. So grenzt man das Mega-Angebot zumindest etwas ein.  Allein in Wien sind rund 12.800 Anleihen, an der Börse Stuttgart über 21.000 verschiedene Schuldverschreibungen notiert. Man kann in der Regel aber nicht filtern, welche der Anleihen auch Kleinanlegern zur Verfügung stehen. Jetzt kann man argumentieren, man kann sich ja einen Anleihen-ETF als Privatinvestor kaufen kann. Doch auch das ist komplexer als bei Aktien. Bei ETFs werden naturgemäß jene Aktien oder Anleihen mit großer Marktkapitalisierung stärker gewichtet. Bei Anleihen macht das aber wenig Sinn, dass man in die größten Anleiheemissionen stärker gewichtet ist.  Große Schuldner sind nicht unbedingt ausfallssicherer. Bei Anleihefonds bevorzuge ich deshalb sogar gemanagte Fonds, was ich bei Aktien selten tue. Was für den Kleinanleger auch noch erschwerend hinzu kommt ist, dass die Anleihenmärkte nicht so liquide sind wie Aktienmärkte und man nicht jederzeit so leicht aussteigen kann und oftmals Geld verliert, wenn man die Anleihe nicht bis zum Ende der Laufzeit behält. Auch können Private über ihren Diskontbroker oftmals Aktien schon recht günstig kaufen, für Anleihen sind die Gebühren aber nicht so günstig, weil sie darauf nicht spezialisiert sind. Nicht, dass Anleihen nicht auch im Portfolio des Privatanlegers seine Berechtigung haben, sei es in Reinform oder auch als Bestandteil eines Fonds. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Anleihen nicht weniger komplex, wenn nicht komplexer als Aktien sind, da der Ertrag nicht ihre Verzinsung alleine, sondern die Rendite ist. Die setzt sich aus dem Kursgewinn oder womöglich dem Kurs-Verlust bei Verkauf vor Endfälligkeit bzw. bei einem Kaufkurs über dem Nennwert und der Verzinsung zusammen. Auch finde ich, dass man Privatanleger mit den umfangreichen Dokumentationspflichten weniger schützt als diskriminiert. Weil man ihnen damit auch ein sehr großes Stück des Anleihe-Kuchens vorenthält.  


Dies ist keine Anlageempfehlung, nur die persönliche Meinung der Autorin, die keine Haftung für Gesagtes und Geschriebenes dieser Episode der Börsenminute übernimmt.


#Anleihen #Kleinanleger #PRIIP #Rendite #Zinsen #Fonds #ETF #Anlage


Foto: Unsplash/ ben-white
2 Minuten
Ein Hörer der Börsenminute hat auf die gestrige Folge reagiert, wo ich auf die Bedeutung von CEO´s für die Entwicklung eines Unternehmens hingewiesen habe. Er hat noch ein wunderbares Beispiel gebracht, nämlich Apple. Zum Wachstum hat Gründer Steve Jobs zehn Prozent beigetragen. 90 Prozent des Wachstums von Apple erfolgte unter dem Vorstand Tim Cook, der seine Sache nach wie vor gut macht. Wie wahr. 


Jetzt aber zum eigentlichen Thema dieser Börsenminute-Episode. Soll man Anleihen jetzt kaufen oder besser noch nicht? Wie ihr merkt lässt mich das Anleihethema nicht los, obwohl ich grundsätzlich eher Aktien bevorzuge, weil ich zugegeben hier mehr Anlegererfahrung mitbringe. Daher habe ich einen echten Bond-Experten gefragt, ob man jetzt schon einsteigen oder noch warten sollte: Guillermo Felices, Global Investment Anleihestratege bei PGIM, dem Investmentarm des US-Versicherers Prudential. Kommt darauf an, für welche Anleihen ich mich konkret interessiere, meinte Guillermo. Wenn man in sichere Staatsanleihen, speziell US-Anleihen investieren möchte, könne man schon einsteigen. Renditen von vier Prozent seien attraktiv. Ich halte dagegen, dass hier ein Dollarverlust droht.  


Unternehmensanleihen haben zwar in Vorwegnahme einer Rezession schon den Aufpreis bei den Renditen zu sicheren Staatsanleihen erhöht, doch diese Spreads könnten sich noch weiter ausdehnen. Hier sollte man sich in noch gedulden, speziell bei riskanten Hochzinsanleihen. Bestgeratete europäische Unternehmensanleihen seien jetzt schon attraktiv. 


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Foto: Unsplash/im mosholder


3 Minuten
So narrisch werde ich diesmal gar nicht. Sollte man die WM in Katar, deren Bautätigkeiten viel zu viele Menschenleben gekostet haben nicht ganz boykottieren? Um damit vor allem gegen die FIFA zu protestieren?  Geld darf bei Fußball eine Rolle spielen, ohne Sponsoren fänden solche Events ja nicht statt. Aber doch nicht wider aller guten Sitten und Menschenrechte! Eine WM ist eben mal ein Mega-Katalysator für Sponsoren wie Coca Cola, Nike, Adidas und Co. Adidas rechnet trotz allem mit einem Umsatzschub von 400 Millionen Euro. Und eine WM hilft in der Regel auch den Aktienkursen der Sponsoren. Tatsächlich hat Adidas im letzten Monat um knapp 23 Prozent zugelegt, ist auf sechs Monate vor allem auch wegen der schlechten China-Geschäfte, voller Läger und der Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Rapper Kanye West, wegen seine scheußlichen Kommentare  immer noch über 27 Prozent im Minus. Coca Cola ist im letzten Monat mit über neun Prozent im Plus, Nike mit über 19 Prozent.  Mit dem Ball rollt offensichtlich auch der Riyal für die Sponsoren. Wo hingegen in Europa die Begeisterung der Fans sich offenbar in Grenzen hält, was ich von mir bestätigen kann. Laut einer Umfrage unter 1000 Deutschen der Uni Hohenheim will man  deutlich weniger Fußball schauen als bei anderen Weltmeisterschaften: Im Schnitt wollen die Befragten nur zehn Minuten ihrer Arbeitszeit für die WM in Katar verwenden. So profitieren zumindest die deutschen Firmen vom WM-Boykott. Ob sich die WM für Katar rechnet?  Imagemäßig ist sie kein Erfolg. Und auch wenn der reiche Wüstenstaat sich das locker leisten kann: Die WM in Katar kostet laut Expertenschätzungen 22 Milliarden US-Dollar und hinterlässt acht Stadien, die man wohl nicht mehr brauchen wird. Zum Vergleich: Die WM in Russland verschlang geschätzte 12 Milliarden US-Dollar. Noch mal kurz zum Sponsor Adidas zurückkommend: da hat natürlich auch ein Wechsel an der Unternehmensspitze knapp zwei Wochen vor der WM die Adidas-Aktie beflügelt Mit 1.1. 2023 sitzt Puma-Chef Biörn Gulden auf dem Adidas-Chefsessel. Übrigens auch bei Disney gab es eine Wachablöse. Der langjährige Konzernboss Bob Iger kehrt zu Disney zurück umd übernimmt noch mal für zwei Jahre die Führung des Unterhaltungsriesen. Die Aktie war gleich einmal knapp sechs Prozent im Plus. Morgan Stanley bekräftig seine Kaufempfehlung für Disney. Der CEO eines Unternehmens ist somit nicht unwichtig. Es lohnt sich ab und zu in Hauptversammlung hineinzuschauen, die man oftmals auch online  auf der Webseite des Unternehmens  nachschauen kann. 


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Foto: Unsplash/Bruno Aguirre
3 Minuten
Wenn ich in den USA bin, dann gehe ich lieber in den Walmart als zum Target. Walmart bietet mir eine größere und originellere Auswahl von dem, worauf die Amerikanerin im täglichen Leben so abfährt, was sie isst und wie sie ist. Wenn man die aktuellen Zahlen von Walmart und Target vergleicht, spricht ebenso alles für meinen Lieblingsmarkt. Während Walmart mit einem Umsatzwachstum im dritten Quartal von neun Prozent am Dienstag deutlich bessere Ergebnisse lieferte als erwartet und die Aktie leicht zulegte, brach die Aktie des Konkurrenten nach Warnungen von Umsatzrückgängen im Weihnachtsquartal um mehr als 13 Prozent ein. Seit Jahresbeginn stieg die Walmart-Aktie um zwei Prozent, während die Target-Aktie knapp ein Drittel ihres Werts verlor. Wie kann das in ein und derselben Branche sein? Weil man eben – wenn man sich schon auf Einzelaktien statt auf Fonds und ETFs fokussiert – die Unternehmen genau unter die Lupe nehmen sollte. Dann erkennt man auch große Unterschiede. Walmart verdient die Hälfte seiner Umsätze mit Lebensmittel, auf die man auch in schlechten Zeiten nicht so leicht verzichten kann. Bei Target macht dieses Segment nur 20 Prozent aus, man macht den Großteil seines Umsatzes mit langlebigeren Konsumgütern wie PCs, Spielzeug oder Kaffeemaschinen, auf die man notfalls verzichten und den Kauf verzögern kann. Hier hilft, sich immer anzuschauen, was die Benchmark oder Messlatte für das jeweilige Unternehmen ist. Bei Walmart ist es etwa der MSCI  World Consumer Staples Index mit minus 11 Prozent seit Jahresbeginn. Für Target ist es der MSCI Consumer Discretionary Index mit minus 30,5 Prozent.  Das macht den Unterschied, sowie das Bauchgefühl, dass Walmart mit seinem Online- und Abholservice mehr den Zeitgeist trifft. Und dass mit der Beilegung des Streits um Schmerzmittelmissbrauch, das in Walmart-Märkten verkauft wird, der Retail-Gigant nun auch entgültig die Bilanzen mit 3,1 Milliarden US-Dollar Schadensersatz bereinigt hat. Klingt viel, entspricht aber „nur“ einem Viertel bis einem Fünftel eines durchschnittlichen  Walmart-Outlets.


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Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung. Denn handelt sich weder um eine Steuer-, Rechts- noch Finanzberatung, sondern nur um die persönliche Meinung der Autorin.


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Foto: Unsplash/marques_Thomas
3 Minuten
Um nochmals auf mein Gespräch mit Investorenlegende Jim Rogers zurückzukommen, der nach wie vor auf fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle und Uran setzt. Und das, sagt er, solange erneuerbare Energien nicht ohne gestützte Preise oder sonstige staatliche Förderungen wettbewerbsfähig sind. Grundsätzlich hat er ja Recht. Egal ob es sich um Green Energy- oder sonstige Technologie-Unternehmen handelt: am Ende sollte das Geschäftsmodell auch Gewinne abwerfen. So sehr ich Jim schätze, aber was die Wettbewerbsfähigkeit von Alternativenergien betrifft, glaube ich, ist er nicht auf dem allerneuesten Stand der Technik. Sicherheitshalber erkundigte ich mich beim Nachhaltigkeits-Expterten der Erste Group, Walter Hatak, der meine Vermutungen mit einer Studie der International Renewable Energy Agency IRENA bestätigte. Demnach sind die Kosten für Strom aus Photovoltaik (PV) zwischen 2010 und 2020 um 85 Prozent gesunken. Auch sind die Betriebskosten von 800 GW bestehender Kohlekapazität höher als die von neuen Solar-PV- und Onshore-Windkraftwerken. Der Ersatz dieser Kohlekraftwerke würde die jährlichen Systemkosten um 32 Milliarden US-Dollar pro Jahr senken und die jährlichen CO2-Emissionen um etwa drei Gigatonnen CO2 reduzieren. Grüne Energie ist also durchaus schon wettbewerbsfähig, es lässt sich damit Geld verdienen. Trotz allem wäre ich derzeit vorsichtig mit Green Energy-Investments, etwa über Branchen-ETFs. Denn sollte sich die Wirtschafts- und geopolitische Lage noch mehr zuspitzen, dann werden Anteile an solcher Themenfonds, in die viele junge Anleger investiert sind, sehr gerne verkauft und die Fonds müssen entsprechend Aktien von Unternehmen verkaufen, die nicht unbedingt ganz so liquide sind. Meine ganz persönliche Meinung ist: Gerade in Zeiten der Unsicherheit ist es besser trotz allem nicht nur mit einem spezialisierten Fonds auf eine einzige Branche zu setzen, sondern in einen über Branchen und Regionen breit gestreuten Aktienfonds zu investieren, der nicht unter 150 Millionen Fondsvolumen hat, aber auch kein Schlachtschiff mit vielen Milliarden Euro Fondsvermögen ist, damit man jederzeit möglichst schmerzfrei ein- und auch wieder aussteigen kann.


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Foto: Unsplash/zbynek-burival
2 Minuten
… das ist die neue Devise, der ich etwas in abgeschwächter Form abgewinnen könnte. Was damit überhaupt gemeint ist, hat der gute Starinvestor Warren Buffett so schön verständlich beschrieben: „be greedy when others are fearful - sprich sei gierig, wenn die andern ängstlich sind – also buy the dip – und umgekehrt: be fearful when others are greedy - sell the rip. Sell the rip ist eine beliebte Daytrading-Strategie. Man setzt auf fallende Kurse, was ich als Langfristinvestorin sehr ungerne und sehr sehr selten zum Absichern mache. Schließlich glaube ich ja an das Unternehmen, in das ich investiere. Was ich nur betonen möchte: Buy the dip ist momentan eine sehr gefährliche Strategie. Wir sind nämlich schon mitten in einer Bärenmarkt- und Jahresendrally, in der beispielsweise der Leitindex DAX im letzten Monat bereits über 15,3 Prozent zugelegt hat. Seit Jahresbeginn bedeutet das aber trotz allem noch einen Verlust im DAX von über zehn Prozent. Soll heißen, ich rechne noch nicht mit der allgemeinen Erholung der Märkte, der Bärenmarkt ist noch nicht vorüber und ich würde die aktuellen Kursanstiege weniger nutzen, um jetzt meine Depot neu zu füttern, sondern vielleicht, um den einen und anderen überraschenden Gewinn zu realisieren oder vielleicht sogar, um einen reduzierten Verlust zu realisieren und steuerlich noch 2022 etwaigen Gewinnen gegenzurechnen…


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Foto: Unsplash/mana5280
3 Minuten
Also Tech-Aktien hat es heuer ganz schön zerbröselt. Der Technologie-Index Nasdaq-100 hat seit Jahresbeginn schon 30 Prozent verloren und dafür sind übrigens zu einem Drittel die fünf Tech-Aktien Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft und Meta. Über Meta lässt sich streiten – so meine rein persönliche Meinung – aber die anderen vier haben bestimmt funktionierende Geschäftsmodelle. Vor allem Apple kann auch die Inflation an seinen Kunden weitergeben. Wo ist also der Hund begraben. In der Inflation. So sind letzten Donnerstag die Techaktien nicht wegen guter Geschäftsergebnisse nach oben geschnellt – Amazon und Shopyfy haben 12 Prozent gewonnen, Snowflake 15 Prozent und der Nasdaq Composite Index insgesamt um 7,4 Prozent.   Grund war viel mehr, dass die Konsumentenpreise in den USA nicht so stark wie befürchtet angestiegen sind. Die Inflation liegt jetzt auf Jahresbasis bei 7,7 Prozent nach acht Prozent. Im Monatsvergleich ist die Inflation in den USA nur um 0,3 Prozent gestiegen, erwartet wurden 0,5 Prozent. Was in den nächsten Monaten weiterhin vor allem auf die Kurse der Tech-Aktien drückt, sind die Zinsen. Da hilft auch kein stabiles Geschäftsmodell und auch nicht, dass gar nicht alle Tech-Aktien hohe Verbindlichkeiten in ihren Büchern haben. Apple und Microsoft sitzen auf sehr viel Cash. Analysten stehen allerdings auf dem Standpunkt, dass höhere Zinsen die zukünftigen Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen entwerten.  Auch wenn man nicht direkt in Tech-Aktien oder an der Nasdaq investiert ist, hat man oftmals mehr Tech in seinem Depot, als man glaubt: Im Weltaktienindex MSCI World, der 1600 Aktien in 23 Industriestaaten umfasst machen allein Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft und Meta über zehn Prozent der Index-Gewichtung aus. Im Index der 500 größten US-Aktien, dem S&P 500 gehen sogar 20 Prozent der Marktkapitalisierung des Index auf diese fünf Tech-Aktien zurück.  


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