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670 Episoden
3 Minuten
Vor zwei Wochen habe ich noch gesagt, mir sind Aktienrückkäufe lieber als Dividenden. Und dazu stehe ich nach wie vor und kann deshalb Buffett´s heftige Kritik der Politik in seinem jüngsten Aktionärsbrief verstehen. Unternehmenssteuern ja, Verteuerung von Aktienrückkäufen nein. Die machen Sinn, sofern die Bosse die Aktien natürlich zu einem vernünftigen und nicht überteuerten Preis oder zur Kurspflege zurückkaufen. Wie auch immer, es überlegen einige US-Unternehmen bereits bei einer Vervierfachung der Aktienrückkaufsteuer doch auf Dividendenauszahlungen umzustellen. Das könnte den US-Dividenden und den dazu gehörigen Aktien eine Sonderkonjunktur bescheren. Dividenden-Aktien sind wegen der Rezessionssorgen generell hoch im Kurs, weil sie meist solidere und kapitalkräftigere Unternehmen sind und ihre Kurse weniger schwanken.  Laut Fondsriese Franklin Templeton sind globale Aktien 2022 um 18 Prozent eingebrochen, Dividendenzahler mit Qualitätsfokus verloren „nur“  knapp zehn Prozent. In Europa haben entsprechende Dividendenpapiere nur um 1,3 Prozent, der Gesamtmarkt um 9,5 Prozent 2022 nachgegeben. Doch weil der Preis von Qualität heiß ist, sollte man ihn sich jetzt zwei Mal durchrechnen. Man sollte sich auch nicht von der Höhe der Dividende blenden lassen, sondern sich anschauen, wie nachhaltig ausgeschüttet wird und ob in der Vergangenheit die Dividende vielleicht auch gesteigert werden konnte. Vor allem aber sollte das Unternehmen die Ausschüttungen aus dem Cashflow bezahlen, also sich leisten können. Durch die neue US-Steuer auf Aktienrückkäufe werden wohl weitere Qualitätstitel zum Dividendenzahler. Man stelle sich nur vor, Apple hätte die Summe, die sie im Vorjahr für Aktienrückkäufe ausgab ausgeschüttet: 90 Milliarden US-Dollar ...


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Unsplash/Anne Nygard
4 Minuten
Erst einmal vielen herzlichen Dank für Eure zahlreichen Kommentare zur Börsenminute-Folge „Lust auf Langeweiler statt Glamour Stocks“, wo ich ein paar gut gehende Langeweiler-Aktien aus meinem persönlichen Portfolio vorgestellt habe. Eine Hörerin bemerkte, dass ich doch bestimmt auch Aktien im Depot habe, die in der Verlustzone sind. Ja, natürlich. Eine davon ist etwa Adidas, wo ich sogar zweistellig im Minus bin. Ja und was mache ich da? Nicht wegschauen. Ich knüpfe mir die Aktie vor und schaue mir zunächst an, wie sich die Konkurrenz im Vergleich entwickelt hat. Auch Nike und erst recht Puma sind im Minus – also offenbar kein gutes Umfeld für die alten hochpreisigen Sportmarken. Und warum? Vor allem, weil ihnen mit China ein wichtiger Markt weggebrochen ist. Nicht nur wegen Chinas Covid-Politik, auch weil im Top-Marken-Segment bei Sportschuhen chinesische Marken erfolgreich vorgedrungen sind. Die Chinesen Xtep, Anta oder Peak sind den westlichen Platzhirschen zwar auf den Fersen. Doch ich glaube nicht, dass sie Adidas, Nike, Puma & Co so schnell überholen werden.


Der Einbruch in China erklärt allerdings noch nicht warum Adidas überdurchschnittlich schlecht im letzten Jahr performte. Da kam noch die Trennung von ihrem Markenbotschafter Rapper Kanye West nach dessen antisemitischen Entgleisungen hinzu. Der Ausstieg aus der Yeezy-Designschuh-Kooperation soll Adidas kolportierte 250 Millionen US-Dollar kosten. Doch das dürfte Adidas zumindest nicht dauerhaft belasten. Das wird der neue Adidas-Chef Björn Gulden – von Puma kommend – schon wieder richten. Von ihm erwarte ich mir ohnehin noch Rückenwind für die Adidas-Aktie. Fazit: Trotz zweistelliger Verluste glaube ich noch an Adidas, auch wenn die Ratingagentur S&P die Kurz- und Langfristbonität des Unternehmens aus den genannten Gründen herabgestuft hat. Also bleibt Verlustbringer Adidas voerst in meinem Depot. Wenn ich mir unsicher bin, ob ich an einem Verlustbringer festhalten soll, dann mache ich es wie Warren Buffetts Companion Charly Munger: „invert, always invert.“ Nimm die konträre Position ein. Argumentiere für Dich, warum Du beispielsweise Adidas aus dem Portfolio schmeißen solltest oder warum Du den deutschen Sportschuhproduzent nicht kaufen würdest. Wofür kannst Du schlüssiger argumentieren? Pro oder Contra? Für mich eindeutig noch pro Adidas. Die nächste Fußball-EM und WM kommen bestimmt, die nächste Folge der GELDMEISTERIN ebenso. Ich hoffe wir hören uns schon am Wochenende wieder.


Schönes Wochenende wünscht Podcast-Host Julia Kistner


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Unsplash/rommel_devila
3 Minuten
Dem einen oder anderen mögen noch die Kurskorrekturen des Vorjahres so in den Knochen liegen, dass sie das Gefühl haben, die Aktienmärkte seien immer noch günstig. It depends. Tatsächlich haben aber die meisten Börsen schon wieder kräftig seit Jahresbeginn zugelegt und sind gar nicht mehr so günstig. So hat sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 von 15 im Oktober 2022 auf aktuell 18,6 erhöht und gleichzeitig sind die Anleiherenditen gestiegen. Das bedeutet, dass die Aktienprämien, also die Überrendite von Aktien gegenüber als sicher geltende Staatsanleihen so niedrig sind wie seit 2009 nicht mehr.  Das lässt sich nur so erklären, dass die Anleger in den USA auf Zinssenkungen spekulieren, was die Aktienmärkte beflügeln würde. Entsprechend euphorisch greifen sie auch schon wieder bei spekulativen Wachstums- und Technologieaktien zu, die stark fremdfinanziert sind und daher von Zinssenkungen profitieren würden.  Wie hervorragend wieder Wachstums- und Technologieaktien laufen zeigt auch die überdurchschnittlich gute Entwicklung von Kathy Wood´s populären, 2022 stark gebeutelten Arch Innovation ETF, der genau in solche Werte investiert. Der konnte seit Jahresbeginn fünf Mal so stark zulegen wie der S&P 500. Ich komme mir hier vor wie ein Geisterfahrer, weil ich nicht mit einer Zinssenkung rechne. Wenn sich doch die Konjunktur gerade erholt, welchen Grund hätte da die US-Notenbank FED, die Zinsen wieder zu senken?  Noch dazu wenn die Inflation weiterhin hoch bleibt? Hinterlasst mir doch bitte ein Kommentar, mit welcher Zinsentwicklung ihr rechnet, ob ich mit meiner Meinung alleine unterwegs bin oder gar falsch fahre. 


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Unsplash/ji Ying
4 Minuten
Es kam wie es kommen musste. Nicht alles was grün deklariert wird ist es auch. Noch schlimmer: das muss es auch gar nicht sein, weil die EU keine eindeutigen rechtlich bindenden ökologischen und sozialen Kriterien vorschreibt. Seit 2021 müssen in der EU die Fondsanbieter zwar ihre Produkte hinsichtlich deren Nachhaltigkeit klassifizieren. Allerdings dürfen sie die Einstufung selbst vornehmen. So berücksichtigen etwa Artikel 8- Fonds Nachhaltigkeitskriterien. Sie müssen aber nicht wie Artikel 9-Fonds genaue Kriterien erfüllen. Mit der Genauigkeit und Vergleichbarkeit der Produkte ist es ohnedies so eine Sache, da die Fondsgesellschaften ja die Einstufung ihrer Produkte nämlich selbst vornehmen.  Obendrein gelten Atomkraft und Erdgas für Brüssel als nachhaltige Energieträger.


Wie genau die Fondsgesellschaften es mit der Selbstbeurteilung nehmen hat sich jetzt die Arbeiterkammer Oberösterreich zusammen mit der Plattform Cleanvest  bei den insgesamt 180 nachhaltigen Aktien- , Anleihen- und Mischfonds in Österreich genauer angeschaut. Fazit: Fünf der zehn nachhaltigsten Fonds waren auch mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet, das offensichtliche als Gütesiegel taugt .


Die maximalen Nachhaltigkeitspunkte erzielte nur der Anleihenfonds IQAM SRI SparTrus M. Weit vorne liegen auch noch der Schoellerbank Vorsorgefonds, Amundi Mündel Bond und Amundi Mündel Rent, sowie Erste Bond Euro Mündelrent und der Raiffeisen Österreich Rent. Unter den nachhaltigen Aktienfonds führten in Punkto Nachhaltigkeit  der WWF Stock Environment, der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum, der 3 Banken Menst & Umwelt Aktienfonds, der Excellent ESG European Equity Fund sowie der fair-finance equity global . Wem das zu schnell ging, dem habe ich die Fonds in die Shownotes gepackt.


Die Autoren der Analyse kritisieren, dass leider nicht alles Fonds so grün sind wie sie versprechen, und das ist sogar möglich, ohne gegen EU-Recht zu verstoßen. Negatives Beispiel ist hier der vorletzte Fonds im AK-Ranking, der Erste Bond Dollar Corporate. Er wirbt in seinem Factsheet mit ökologischen und sozialen Faktoren bei der Wertpapierselektion. Tatsächlich enthielt der Anleihenfonds zum Erhebungszeitpunkt auch Anteile der Öl- und Gas-Konzerne Enel SpA, ExxonMobil und Royal Dutch Shell. Zusätzlich fanden sich eine Reihe von Automobilherstellern wie Daimler oder Fluggesellschaften wie Delta Air Lines im Portfolio. Fazit: Wo grün draufsteht muss nicht grün drin sein, man muss gerade bei grünen Fonds ins Factsheet schauen.


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Foto: Unsplash
3 Minuten
Glamour ist nicht meins und ebenso wenig Glamour-Aktien. Damit meine ich nicht Luxusaktien. Die habe ich mit L´Oréal und mit LVMH , der Moët Hennessy – Louis Vuitton SE ja selbst in meinem persönlichen Langfristportfolio und ich bin angesichts der Entwicklung beider Aktien natürlich sehr happy darüber. Ich meine mit Glamour Stocks auch nicht ausschließlich das, was die Amerikaner darunter verstehen: nämlich hoch spekulative Aktien. Die sind schon gar nicht meins.  Nicht meins sind aber auch populäre Meme-Aktien wie derzeit immer noch Gamestop, AMC oder Blackberry.  Die fallen nämlich schon durch mein ersten Filter Gewinn je Aktie  oder Earnings per Share, weil sie nämlich gar keinen Gewinn machen.  Und wichtiger als der aktuelle Gewinn eines Unternehmens ist mir natürlich als Langfristanleger  ein weiterer Filter, der Cashflow je Aktie, also die Zahlungsströme die aus einem Unternehmen rein und raus fließen, wo fiktive Ausgaben wie Abschreibungen oder auch Rückstellungen, nicht wie in der Kennzahl Gewinn enthalten sind. Cash Flow zeigt bekanntlich die tatsächliche Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens , das was es in einer Periode erwirtschaftet hat. Daneben verwende ich noch ein paar andere Filter, die ich natürlich je nach Branche oder Entwicklungsstadium des Unternehmens unterschiedlich streng ansetze. Aber -  wenn ich in meine Portfolio  schaue, dann sind es gerade die Langeweiler wie Munich Re, Vinci , Coca Cola, Nestlé, John Deere, Walmart  oder auch LVMH die das schwierige Börsenjahr 2022  hervorragend meisterten und die mir langfristige bisher  am meisten Freude bereiten.  Das sind und sollen wahrscheinlich nicht eure Favoriten sein, was ich Euch diesmal nur wärmstens ans Herz lege: Nicht von Modethemen vernebeln lassen, sondern die Kandidaten wie bei AI derzeit nochmals durch die eigenen Filter laufen lassen. Microsoft in dem Beispiel, würde bei mir natürlich bestehen, deshalb bleiben sie auch schön in meinem Portfolio ... 


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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2 Minuten
Sehr tragisch, in dieser Wintersaison gab es in Österreich bereits 18 Lawinentote. Davon waren 17 Opfer männlich, meldet der Österreichische Alpenverein. Das läge nicht daran, dass weniger Frauen auf Touren sind, sondern am unterschiedlichen Risikoverhalten. Frauen entscheiden defensiver, nehmen Warnungen ernst, unterlägen weniger leicht der „Illusion der Kontrolle“. Erinnert das nicht sehr stark an das Kapitalmarktverhalten? Jedenfalls könnte Michael Larcher, Leiter der Abteilung Bergsport im Alpenverein, diese und folgende Worte in ORF-Online ebenso an Investoren auf der Invest Stuttgart oder dem Fondskongress in Wien richten: „Es sind etwa starke Emotionen wie Euphorie oder der Erwartungs- und Erfolgsdruck innerhalb einer Gruppe, die Menschen zu einem gesteigerten Risikoverhalten verleiten. Auch „gefährliche Routine“ und die „Verlockung der seltenen Gelegenheit“ würden eine Rolle spielen. Wie wahr, wie wahr.


Apropos Gelegenheit: Nach der Talfahrt 2022  sind der deutsche DAX und der österreichische ATX seit Jahresbeginn stolze 11 Prozent, der Schweizer SMI um 2,7 Prozent,  der S&P 500 um rund 8,5 Prozent und der vergleichbare Stoxx Europe 600 um zirka  8,8 Prozent gestiegen.  Weiterhin guten Risikoappetit! 


#Lawinentote #Bersport #Fondskongress #Risikoverhalten #YTD #S&P500 #StoxxEurope600 #ATX #DAX #Risiko #InvestStuttgartv #Fondskongress #ÖsterreichischerAlpenverein #Michael Larcher #Tour #Kapitalmarktverhalten #investment


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


Foto: unsplash/loic-ansermoz
3 Minuten
Ein Unternehmen kann seine Aktionäre auf zwei Art und Weisen verwöhnen: Entweder, er schüttet Dividenden aus oder er kauft seine Aktien zurück und erhöht so den Wert jeder Einzelaktie. Während europäische Börsennotierungen eher mit Dividenden um sich werfen sind in den USA Aktienrückkäufe üblicher. Deshalb hat hier Präsident Joe Biden auch eine sprudelnde Geldquelle für das US-Budget entdeckt. Die erst im Jänner eingeführte Steuer auf Buy backs von einem Prozent auf den Verkehrswert will er vervierfachen. Ich kann mir das bildhaft vorstellen. Da sitzt Sleepy Joe als men with the smiling face vor seinem Rechenschieber und errechnet, dass alleine Apple 2022 für seine Aktienrückkäufe um 90 Milliarden US-Dollar ihm 3,6 Milliarden US-Dollar Steuern hätte überweisen müssen, Meta für seine Aktienrückkäufe 1,6 Milliarden US-Dollar, Chevron drei Milliarden US-Dollar und so weiter und so fort.


Mir sind trotz allem Aktienrückkäufe lieber,als Dividenden, weil ich einfach mehr den Eindruck habe, dass das Unternehmen an sich glaubt und vor allem weil ich keine  27,5 prozentige Steuer auf die Ausschüttungen zahlen muss. Bei Deutschen Aktien beträgt die Quellensteuer für mich sogar 38,875 Prozent und bei Schweizer Aktien unglaubliche 47,5 Prozent, weil ich zu bequem bin, mir die zu viel bezahlte Quellensteuer umständlich beim Finanzamt im Ausland zurückzuholen. Aktienrückkäufe sind mir auch deshalb lieber, weil die Börse hier keinen Automatismus erwartet. Reduziert oder kappt ein Unternehmen hingegen seine Dividenden, kann ich als Sahnehäubchen dann hier auch noch Kursrückgänge erwarten. Generell ist mir aber lieber, die Unternehmen kaufen Aktien zurück oder schütten Dividenden aus, bevor sie aus Verzweiflung wohin mit dem Cash sündteure und unsinnige Übernahmen tätigen. Es ist für mich auch sehr ok, wenn sie mit Aktienrückkäufen Mitarbeiteroptionen finanzieren oder sie als Währung für geplante Akquisitionen einsetzen wollen. Weder eine Freundin von Aktienrückkäufen noch von Dividenden bin ich allerdings, wenn sie zur Kurspflege über Schulden finanziert werden und Aktien, koste es, was es wolle, zu überhöhten Preisen zurückgekauft werden. Das stört mich weit mehr als eine Aktienrückkaufsteuer…


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Unsplash/ekaterina_shevche


3 Minuten
Nicht ich persönlich, aber wohl sehr viele institutionelle Investoren kehren dem US-Aktienmarkt offenbar gerade den Rücken.  Dies, obwohl der US-Leitindex S&P 500 aktuell noch ein anderes Bild zeigt: Seit Jahresbeginn hat der Index der 500 größten Unternehmen der USA immerhin schon 8,2 Prozent zugelegt. Laut Fondsdatenbank Lipper haben die Investoren in den letzten sechs Wochen netto 31 Milliarden US-Dollar aus US-Aktien-Fonds und -ETFs. Das ist der größte Exodus seit 2016. Und wohin ist das Geld geflossen? Fast die gleiche Summe ist in Anleihefonds geflossen, nämlich 32 Milliarden Dollar, wobei das Geld auch aus den Cash-Depots stammt. Offenbar ist auch einiges Kapital in Richtung Europa geflossen, weil der Dollar schwächelt und europäische Aktien  auch noch niedriger bewertet sind und vor allem auch, weil sich doch abzeichnet, dass die US-Wirtschaft krisenresistenter ist, als angenommen und daher sich FED-Notenbankpräsident Jerome Powell jetzt wieder Spielraum für weitere Zinserhöhungen hat.  Was mache ich daraus? Als Langfristanleger sollte einem solche temporären Verschiebungen nicht gleich zum Handeln verlassen. Aber man kann sich durchaus seine US-Aktien im Portfolio anschauen, ob man hier nicht zumindest teilweise Gewinnmitnahmen realisieren  möchte, vorausgesetzt man hat bessere Aktien auf seiner Wunschzettel, in die man alternativ investieren möchte oder man will sich mit dem Geld einfach mal wieder etwas Schönes gönnen. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ihr Euch den regelmäßigen Genuss dieses Podcast Börsenminute und vielleicht auch der GELDMEISTERIN gönnt und mir vielleicht auch einmal eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Damit unterstützt ihr automatisch mein Fortkommen im Podcastranking. 


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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3 Minuten
Wenn Europa vielleicht doch nicht so tief in die Rezession rutscht und im Frühling schon das zarte Konjunkturpflänzchen blüht, ja dann sind die zyklischen Industrieunternehmen doch mit die ersten, die sich erholen sollten. Und das Beste, wenn auch nicht das Nachhaltigste ist: Gerade diegibt es noch richtig günstig. Nehmen wir BASF her. Gut, die europäische Chemiebranche leidet besonders unter den exorbitant hohen Energiekosten in Europa. Aber BASF haben ja auch Produktionen in den USA und anderswo auf dem Globus. Auch traue ich dem erneuerbaren Energiesektor schon zu, dass sie in absehbarer Zeit auch wettbewerbsfähigeren und genügend Strom erzeugen können, sei es grüner Wasserstoff aus Namibia, der dann nach Europa geschifft wird. Zudem besitzt BASF durch seine 67-prozentige Beteiligung an Wintershall Dea AG im Gegensatz zur Konkurrenz große Öl- und Gasvorkommen. Der Preis der BASF-Aktie ist trotz allem auf das nur noch Siebenfache des Gewinns gesunken.


Auch die Schweizer ABB-Aktie klettert gerade erst wieder langsam nach oben, ist weniger wert als vor einem Jahr obwohl der Energie- und Automationstechnikkonzern sicher führend in boomenden Branchen ist mit seinen Industrie-Robotern und E-Auto-Ladestationen. Der Mischkonzern Siemens ist sicherlich auch nach vor weltweit in der Automatisierung und Technologie führend, Analysten haben den Konzern der in den letzten drei Monaten allerdings schon 30 Prozent zulegte mehrheitlich auf Kauf eingestuft. Auch Bahn-Ausrüster Alstom sehen Analysten als Kaufgelegenheit wegen des guten operativen Ergebnisses. In die Gewinn-Zone sind die Franzosen deshalb noch lange nicht gefahren. Doch alles in allem, europäische Zykliker sind – das ist meine ganz persönliche Meinung – jetzt am Zug.


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Unsplash/Daniel_Abada
2 Minuten
Wahnsinn, wie aktiv die Shareholder-Aktivisten aktuell sind. Letzte Woche habe ich erst von der US-amerikanischen Investmentfirma Hindenburg berichtet, die durch ihre Bilanzfälschungsvorwürfe gegen Gautam Adani und seine Adani Group die ganze indische Börse zum Beben brachte. Jetzt wurde der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann auf Druck einflussreicher Investorenrebellen wie Capital Partners und Bluebell Capital frühzeitig durch den ehemaligen Roche-Manager Bill Anderson ersetzt. Warum die Shareholder-Aktivisten momentan so um sich schlagen? Ganz klar, weil die Aktienkurse vieler Flaggschiffe derzeit sehr niedrig sind und die professionellen Quertreiber sich da jene Firmen vornehmen, wo sie glauben, mit einem besseren Management schnell einmal viel Gewinnpotenzial heben zu können. Die Bayer-Aktie befand sich seit Jahren im Sinkflug und es ist Werner Baumann, der die unsägliche Übernahme von Monsanto mit Milliardenklagen wegen vermuteten Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat und die Monsanto-Altlasten durch die Chemikalie PCB zu verantworten hat. Da der neue Bayer-Chef aus der Pharmabranche stammt, werten die Aktionäre dies als positiven Hinweis, dass die problematische Agrarsparte abgespalten werden könnte. Also, wenn irgendwo die Finanzhaie anbeißen oder Heuschrecken einfallen, dann selten ohne Grund und man kann sich zumindest an deren Versen heften und sich vom Unternehmen selbst ein Bild machen oder auch von den Shareholder-Aktivisten, ob sie nicht doch nur Shortseller sind …


Schönes Wochenende mit der neuen Podcastepisode der GELDMEISTERIN über Kunst als Investment wünscht Julia Kistner, die sich sehr freuen würde, wenn ihr die Podcasts DIE BÖRSEMINUTE und GELDMEISTERIN  abonnieren, weiterempfehlen, liken würdet. Herzlichen Dank!


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Unsplash/hanza-balg
4 Minuten
Keine Sorge, natürlich haben auch Österreich-Aktien ihre Berechtigung im Portfolio, ebenso wie deutsche oder Schweizer Aktien. Man sollte nur bei aller Liebe zum Heimatland und deren fabelhaften Unternehmen diese nicht in Relation zum Weltmarktanteil übergewichten. Warum stattdessen nicht einen Teil auf der anderen Hälfte der Weltkugel investieren, in Australien zum Beispiel. Australien profitiert gerade sehr stark von der Öffnung Chinas und vor allem von Chinas wieder größeren Appetit auf Rohstoffen. 


Im Leitindex der australischen Börse, dem ASX 200  sind neben den großen Minenaktien auch viele renommierte australische Banken enthalten, die auch Profiteure von den steigenden Zinsen sein sollten. Erst am Dienstag hat die australische Notenbank die Leitzinsen zum neunten Mal in Folge erhöht. Die Zinsen sind dort jetzt auf dem höchsten Niveau seit September 2012. Klingt viel, die Leitzinsen in Australien sind mit 3,35 Prozent aber immer noch niedriger als etwa in China (3,65%), Großbritannien (4%), Kanada (4,5%), USA (4,75 %) oder gar Brasilien mit 13,75 Prozent. Das Zins-Schlusslicht unter den großen Wirtschaftsräumen ist immer noch die Eurozone mit drei Prozent.  Das zeigt, wo man noch etwas erwarten kann.   


Aber zurück zu Australien:  Es tut sich auch einiges auf Unternehmensebene. Newmont, einer der größten Goldproduzenten der Welt, will sich den australischen Konkurrenten Newcrest aus Melbourne für rund 17 Milliarden Dollar im zweiten Anlauf einverleiben. Newcrest istwegen steigender Kosten, zu wenig ergiebigen Lagerstätten und wegen des volatilen Goldpreises auf Partnersuche. Eine solche Übernahme sollte den Minenkonzern aus Melbourne beflügeln. Newcrest besitzt vier der fünf größten Goldminen in Australien, daher muss dem Megadeal auch erst noch Australien zustimmen. Kurz um, wer aktuell in Minenaktien und Banken Potenzial sieht, kann sich ja einmal nach einem Fonds auf den australischen ASX 200 umschauen. Allerdings ist erstens der ASX 200 momentan bereits auf seinem 6-Monats-Hoch. Die Idee hatten offensichtlich schon andere. Zweitens gibt es keine große Auswahl an Exchange Traded Funds auf den australischen Leitindex: Es gibt ein Produkt von der Deutschen Bank-Tochter Xtrackers, (Xtrackers S&P ASX 200 UCITS ETF). Dieser Passiv-Fond hat zwar in Deutschland, aber nicht in der Schweiz und Österreich eine Vertriebszulassung. Bleibt den Zuhörer:innen aus den Alpenrepubliken nur das Produkt der Black Rock-Tochter ishares, den iShares MSCI Australia UCITS ETF USD, also in US-Dollar, der Erträge reinvestiert, nicht ausschüttet. Bei den Australien- ETFs empfiehlt sich in jedem Fall im Factsheet nachzuschauen, in welche Schwergewichte der Fonds investiert, ob das auch wirklich das ist, worin man veranlagen möchte. Wer etwas breiter gestreut den Aufschwung auf der Südhalbkugel mitnehmen möchte, kann auch in einen ETF Pacific oder ETF Asia Pacific investieren – mit oder ohne Japan.


Und vielleicht könntet ihr sogar die Podcast DIE BÖRSEMINUTE und GELDMEISTERIN   abonnieren, weiterempfehlen, liken. Das wäre fein, ich würde mich freuen - Eure Julia Kistner


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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3 Minuten
In den USA geht es gerade einigen Promis an den Kragen mit Sammelklagen wegen Kryptowährung. So warben Football-Star Tom Brady und seine damalige Frau Gisele Bündchen als Markenbotschafter für die gecrashte Kryptobörse FTX. Popikone  Madonna, Rapper Eminem  und Tennisstar Serena Williams warben für die NFT-Kollektion Bored Ape Yacht Club und sollen so die Preise in die Höhe getrieben haben. Sie sollen bezahlt worden sein, damit sie dem Bored Ape Yacht Club beigetreten sind, aber so getan haben als ob sie das aus eigener Anlageüberzeugung machen.  Kim Kardashian pries Emax-Token auf Instagram an. Gegen sie alle richten sich jetzt Sammelklagen von Krypto-gebeutelten Anlegern, die sich durch die Werbung der Promis in die Irre geführt sehen. Sie sollen gegen das Wertpapier- und Verbraucherschutzgesetz Floridas bzw. anderer US-Bundesstaaten verstoßen haben. Weil sie eben nicht ausreichend offengelegt haben,  dass sie  dafür Geld bekommen haben und weil sie die FTX-Produkte nicht ausreichend geprüft hätten.  Ob die Kläger damit in den USA durchkommen, bleibt abzuwarten. In Europa gibt die Rechtslage diesbezüglich jedenfalls deutlich weniger her. Nach dem Platzen der Dot.com-Blase wurde zum Beispiel Anwalt´s Liebling, der verstorbenen Schauspieler Manfred Krug vergeblich geklagt, weil er für die Tekekom-Aktie als Volksaktie warb, die Tausenden Anlegern hohe Verluste bescherte.


Zu wessen Gunsten die Sammelklagen auch immer ausgehen: Traue besser keinem berühmten Schauspieler, Sportler, Musiker oder Finfluencer automatisch zu auch Profi in Sachen Finanzen zu sein. Traue da lieber Deinem eigenen gesunden Anlegerverstand und nimm Dir die Zeit, die Zahlen, Daten, Fakten und vor allem die Profitabilität börsennotierter Unternehmen zu checken,  bevor Du aus einer Laune heraus in sie investiert, meint Börsenminute-Podcasthost Julia Kistner, die weder Promi- noch Profitipps  sondern nur ihre ganz persönlichen Meinung kundtut – was ihr daraus macht, ist ganz alleine Eure Sache. 


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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6 Minuten
Wenn es schon einmal etwas Erfreuliches zu berichten gibt, dann tue ich das doch gerne. Am Montag wurde der neue Sentix-Konjunkturindex veröffentlicht und fast überall schaut es positiver als angenommen aus. Der Index misst allerdings nicht die tatsächlichen Konjunkturindikatoren, sondern spiegelt die Wirtschaftslage wieder, wie sie von den rund 4000 befragten Investoren aus 20 Ländern wahrgenommen wird.  Ob in den USA, Japan, Euro-Land, Deutschland, Lateinamerika oder global – gefühlt befindet man sich „nur“ in einer Stagnation und nicht wie ursprünglich für dieses Quartal befürchtet in einer Rezession. Zur guten Stimmung tragen im Euro-Land vor allem das Ausbleiben der Energiekrise und die guten Unternehmensdaten bei. Nur in Österreich und Osteuropa fühlt sich die Wirtschaftslage laut Barometer noch wie eine Rezession an. Vielleicht drückt ja auch die Inflation auf die Stimmung der Investoren, die im Jänner in Österreich mit 11,1 Prozent doch deutlich höher ausfiel als im Euroland mit 8,5 Prozent laut Eurostat. Schlechter ist die Stimmung nur in Schweiz, wo man sich im Konjunkturabschwung sieht. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse argumentiert ähnlich wie Österreichs befragte skeptische Investoren: Ukraine-Krieg, hohe Inflation, Folgen der Corona-Pandemie und vor allem der Fachkräftemangel drücken die Anlegerlaune.


Im Aufschwung mit dem positivsten Sentiment seit einem Jahr sieht man sich in Asien ex Japan. Hier beflügelt die Abkehr der chinesischen Zentralregierung von der Null Covid-Politik die Phantasie der Anleger.  Und oftmals ist nun einmal die Wahrnehmung kapitalmarktrelevanter als die nackten Zahlen, Daten Fakten. Das schlägt dann aber leider auch schnell in die Gegenrichtung. Die Bank of America warnt, dass die geringere Inflation nur temporär ist, sie dann zurückkommt und wir an den Kapitalmärkten in den nächsten zwei Wochen den Höhepunkt sehen werden. Man solle beim S&P 500 bei über 4200 Punkten langsam die Reißleine ziehen. Am Montag  gegen Handelsschluss lag der S&P 500 bei 4111 Punkten. Ich persönlich meine: solche Meldungen sollten man nicht wegschieben, sondern einfach mal durchrechnen, was so ein Szenario, das nicht eintreffen muss, für die eigene, langfristige Investmentstrategie bedeuten würde, ob dann tatsächlich kurzfristig Handlungsbedarf bestünde. Wahrscheinlich nicht…


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: unsplash/mark Adriane
4 Minuten
Wie das Kaninchen vor der Schlange schauen wir gerade auf die Bilanzen der amerikanischen Konzerne. Bis Mitte Februar wird die Hälfte der im S&P 500 vertretenen Unternehmen auch Bilanz gelegt haben und die meisten entsprechen auch den Erwartungen der Analysten. Bisher konnten etwa zwei Drittel der Unternehmen, die ihre Zahlen schon veröffentlicht haben auch die Prognosen übertreffen. Das ist etwas mehr als im historischen Durchschnitt haben die Strategen der Fondsgesellschaft LGIM erhoben. Doch die aktuellen Bilanzen sind ja erst die halbe Miete. Interessiert die Börse doch viel mehr der Ausblick der Unternehmen, weil sie ja immer sechs bis zwölf Monaten vorausschaut. Und da geht der Konsens der Analysten 2023 von einem Rückgang der Gewinne um zwei Prozent aus. LGIM rechnet im zweiten Quartal 2023 mit einer Rezession in den USA und einem Rückgang der Erträge um 20 bis 25 Prozent, die die Analysten noch nicht am Bildschirm hätten.


Langfristanleger sollten ohnehin nicht nur die Quartalergebnisse im Auge behalten, sondern ob ein Unternehmen auch nachhaltig agiert, damit es langfristig Investierbar und finanzierbar bleibt.


Nehmen wir beispielsweise den Lebensmittelkonzern Mondelez, zu dem auch die Marke Milka gehört. Er hat am 31.1. mit seinen Bilanzen alle Erwartungen übertroffen hat. Sein Umsatz stieg im vierten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,5 % auf 8,7 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich auf bereinigter Basis um 2,8 % auf 0,73 US-Dollar. Darüber freuen sich natürlich auch Langfristanleger. Nur die sollten auch auf die Nachhaltigkeit des Lebensmittelkonzerns achten, um nicht irgendwann böse Überraschungen mit dem Wert zu erleben. Etwa Investoren-Boykotte oder auch die Nicht -Investierbarkeit von Mondelez für nachhaltige Fonds. So ist Mondelez, zu dem unter anderem Milka gehört neben Lindt&Sprüngli beispielsweise bei der ESG-Analyse des deutschen Fondsriesen Union-Investment eines der Schlusslichter. Zum einen, weil ihre Initiativen etwa in den Bereichen kritische Lieferketten (unter anderem bei Kakao) und Verpackungsmüll bisher unzureichend sind. Zum anderen, weil ihre Produkte nicht mit dem ESG-Kriterium der Vereinten Nationen „Gesundheit“ konform sind – Stichwort Diabetes und Übergewicht. Weitere Ergebnisse, welche Lebensmittel-Multis nachhaltig mehr oder weniger gut abschneiden, liefert die Union Investment-Studie, zu der ich in den Shownotes verlinke. Soviel vorweg: Danone ist ein Musterschüler mit seiner Soja-Produktmarkt Alpro : file:///Users/julia/Downloads/20230118_Analyse_Nachhaltigkeit%20von%20Lebensmittelkonzernen.pdf


Mehr dazu auch am kommenden Sonntag in der neuen Folge der GELDEMEISTERIN. Zu Gast sind die ESG-Studienautoren. Ich hoffe, wir hören uns. Eure Julia Kistner


PS: Hinterlasst mir doch ein Kommentar. Und wenn ihr es ganz gut mit mir meint, dann votet doch noch diese Woche beim Ö3 Podcast-Award für die BÖRSENMINUTE oder die GELDMEISTERIN:


https://oe3.orf.at/podcastaward/stories/3030108/


Herzlichst, Euer  Podcast-Host Julia Kistner


Rechtlicher Hinweis: Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.


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Foto: Unsplash /christi Ursea


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Freedom is just another word, for nothing left to lose – ja, vielleicht denkt der reichste Asiat der Welt Gautam Adani bald so wie Janis Joplin. Am Montag sank laut Forbes das Vermögen des bisher drittreichsten Mann der Welt von 119 auf 87 Milliarden Euro. Die US-amerikanische Investmentfirma Hindenburg wirft dem mächtigen Wirtschaftsmagnat aus Indien Jahrzehnte lange Aktienmanipulation und Bilanzfälschung vor. Offshore-Fonds und Briefkasten-Firmen in Mauritius und der Karibik würden erhebliche Aktienpakete des Mischkonzerns halten. Gewinne würden vorgetäuscht, die man nie gemacht hat. Haben wir nicht so etwas ähnliches vor gar nicht allzu langer Zeit bei einem ehemaligen deutschen DAX-Wert mit dem Anfangsbuchstaben W erlebt? 


Zurück zu Gautam Adani: Vom Schulabbrecher zum Selfmademilliardär ist er mit Kohlekraftwerken geworden. Ihm gehört heute unter anderem Mundra, der größte Handelshafen Indiens. Seine Adani-Guppe besitzt auch Flughäfen, Bergbau, Zement- und Speiseölproduktionen und hat gerade erst den letzten unabhängigen indischen Nachrichtensender „ND-TV“ gekauft. Und er kennt natürlich Indiens Premierminister Narendra Modi sehr sehr gut.


Die Investmentfirma Hindenburg wirft seiner Gruppe vor, dass fünf der sieben wichtigsten börsennotierten Adani-Unternehmen ein erhöhtes kurzfristiges Liquiditätsrisiko hätten, somit hoch verschuldet seien. Auch Nepotismus wird angeprangert. Hindenburg selbst macht sich auch nicht immer Freunde. Sie gelten als gefürchtete Shortseller, die von heftigen Anschuldigungen gut leben, weil sie gleichzeitig auf fallende Kurse setzen. Leider ist an den Vorwürfen auch häufig etwa dran. So hat Hindenburg den Elektro-LKW-Hersteller Nikola entlarvt, der bei seinen Produktversprechungen kräftig geflunkert hat.


Die Adani-Gruppe geht jedenfalls in die Offensive: Bei Hindenburg bestünde ein Interessenskonflikt, da sie auf fallende Kurse von Adani wetten. Ja, da ist schon auch was dran. Ich mag diese Shortseller-Burschen persönlich auch nicht, kann mich aber diesmal nicht einmal zurücklehnen und mir den Wirschaftskrimi erste Reihe fußfrei anschauen. Denn ich bin persönlich – wenn auch geringfügig – in einen indischen Aktien-ETF investiert, den es natürlich mit seinen Schwergewichten auch in die Tiefe zieht. Für Investments in einzelne Emerging Markets braucht es nun einmal Nerven, weil man sich eben doch noch nicht die gleichen Börsen- und Transparenzstandards erwarten kann. Vielleicht braucht es dann doch auch länger, bis Indien als nächstes Big Thing zu China wirtschaftlich aufschließen kann. Meine Lehren, die ich daraus ziehe. 1.) breit streuen hilft, was ich Gott sei dank tue. Kein Einzelinvestment übersteigt fünf Prozent meines Portfoliowertes, kein noch so  breit gestreuter Fonds übersteigt zehn Prozent meines Portfolios.– damit meine ich nicht mein geringfügiges Indien-Investment, sondern durchaus mein Kerninvestment in den MSCI All Country World ESG. 2.) Emerging Markets brauchen nicht nur Nerven sondern auch einen langen Zeithorizont. 


Mich würde interessieren, wie ihr über den Kapitalmarkt  Indien denkt. Hinterlasst mir doch ein Kommentar. Und wenn ihr es ganz gut mit mir meint, dann votet doch noch diese Woche beim Ö3 Podcast-Award für die BÖRSENMINUTE oder die GELDMEISTERIN:


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Herzlichst, Euer  Podcast-Host Julia Kistner  


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Foto: Adani Group