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Episoden

46 Minuten
Schon im 16. Jahrhundert floss Silber aus den Minen von Potosí über Acapulco und Manila nach China. Heute liefert Lateinamerika Soja, Kupfer und Lithium, und chinesische Unternehmen betreiben Häfen, Stromnetze und Autowerke in der Region.

Julia und Klaus sprechen über die lange Geschichte dieser Beziehung, über den Hafen Chancay in Peru, BYD in Brasilien und den Streit um die Häfen am Panamakanal. Sie fragen, ob Lateinamerika gegenüber China mit einer Stimme spricht, wie der Druck aus Washington wirkt und was das EU-Mercosur-Abkommen ändert. Zum Schluss geht es darum, was das für deutsche Unternehmen heißt, die in Brasilien, Chile oder Mexiko auf chinesische Wettbewerber treffen.

Links:

EU-Kommission: Vorläufige Anwendung des EU-Mercosur-Abkommens: policy.trade.ec.europa.eu/eu-trade-relationships-country-and-region/…/factsheet-provisional-a…t-goods-and-services_en

Folge 31 (Neue Seidenstraße) und Folge 61 (Sonderwirtschaftszonen): https://www.cidw.de/podcast

Fragen und Themenvorschläge: china-ungeschminkt@cidw.de
47 Minuten
Deutsche Unternehmen in China planen für 2027 mit Lohnerhöhungen von unter drei Prozent. 2016 waren es noch über sieben.

Julia spricht mit Oliver Oehms von der Deutschen Handelskammer in China (AHK Greater China) über den neuen Labor Market & Salary Report der Kammer. Sie diskutieren unter anderem: Warum beschäftigen immer weniger deutsche Unternehmen in China überhaupt noch Deutsche, und was bedeutet das für die Zentralen zu Hause? Warum verändert KI in deutschen Fabriken in China bisher kaum Stellen? Und wie lange wird dort wirklich gearbeitet? Von „996" ist jedenfalls wenig zu sehen.

Links:

Labor Market & Salary Report 2026/27: Labor Market & Salary Report 2026/27

AHK Greater China: https://china.ahk.de

Fragen und Themenvorschläge: china-ungeschminkt@cidw.de
50 Minuten
In dieser Folge nehmen Klaus und Julia Chinas Sonderwirtschaftszonen unter die Lupe. Sie analysieren, wie aus vier Experimentierzonen 1980 der Aufstieg von Shenzhen wurde, warum die Nachbarstadt Shantou mit denselben Privilegien bis heute arm blieb, und was das Zwei-Linien-Modell in Hainan bedeutet. Am Ende die praktische Frage: Lohnt sich Hainan für deutsche Unternehmen – oder ist es vor allem ein politisches Schaufenster?
38 Minuten
Julia und Klaus sprechen über (Natur-)Katastrophen und die Frage, wie der chinesische Staat damit umgeht. Zunächst zeigen sie, warum Katastrophenschutz in China seit dem „Mandat des Himmels" immer auch eine Machtfrage ist. Vom Erdbeben in Tangshan 1976 spannen sie den Bogen zum Beben von Wenchuan 2008 – dem Wendepunkt, der offenlegte, warum das System umgebaut werden musste. Mit dem neuen Katastrophenschutz-Ministerium von 2018 wurde die Wende von der Rettung zur Vorsorge, zu Frühwarnsystemen, Zielwerten und KI vollzogen. Anschließend fragen sie kritisch, wo es hakt: zwischen Zentrale und Provinz, bei Transparenz und vertuschten Opferzahlen wie bei der Flut in Zhengzhou 2021. Abschließend geht es um Chinas Rolle im internationalen Katastrophenschutz.
32 Minuten
In dieser Folge spricht Julia über die Privatwirtschaft in China, das oft unterschätzte Rückgrat der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Über 58 Millionen private Unternehmen erwirtschaften mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und stellen rund 80 Prozent der städtischen Beschäftigung. Dabei gab es vor 45 Jahren de facto noch gar keine Privatwirtschaft.

Sie zeichnet zunächst nach, wie diese Dynamik überhaupt entstanden ist: von der Enteignung nach 1949 über Deng Xiaopings Reformpolitik und das „Wenzhou-Modell" bis zum heutigen Spannungsverhältnis zwischen Staat und Privatwirtschaft unter Xi Jinping. Im zweiten Teil analysiert sie anhand von vier Unternehmen – JD.com, Hengli Group, Luckin Coffee und Transsion – die vier Muster, nach denen chinesische Privatunternehmen geführt werden: Marktnähe, Geschwindigkeit, Wettbewerb und Systemverständnis. Anschließend wirft sie einen Blick auf das Selbstverständnis chinesischer Führungskräfte und ihre Lektüre. Abschließend stellt sie vor, was deutsche Unternehmen, insbesondere KMU, konkret daraus lernen können.
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Über diesen Podcast

China selbst präsentiert sich als starker Player auf der Weltbühne. Westliche Kritiker stellen China gerne als aggressiven Akteur dar. Beides stimmt, aber das sind nur zwei Facetten - vielleicht sogar konstruierte Masken - von China. In Wirklichkeit hat China viele Gesichter, positive wie negative, junge wie alte, schöne und hässliche. Es gibt das Gesicht des Reichtums und der Armut, das Gesicht der erfolgreichen Privatunternehmen und der ineffizienten Staatsunternehmen, das Gesicht der gut ausgebildeten Kader und der armen Wanderarbeiter, das Gesicht der Innovation und das der Korruption, das Gesicht des Feminismus, das Gesicht der liberalen Jugend und viele andere. Sie alle gehören zu China und machen es für uns so kompliziert, mit China umzugehen. Klaus Mühlhahn, Anja Blanke und Julia Haes möchten mit euch einmal pro Monat einen Blick hinter die Maske werfen und Chinas Gesichter ungeschminkt kennenlernen. Wir werden in den kommenden Folgen u.a. über gefallene (korrupte) Politiker, Sportstars, Unternehmer, Frauenrechtlerinnen und (Umwelt-) Aktivisten, Karrieristen und Idealisten sprechen. Denn nur wenn wir China in all seinen Facetten kennenlernen und nicht mehr nur in Schubladen denken, können wir gute Entscheidungen treffen und den richtigen Umgang mit China finden.
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„China ungeschminkt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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