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  3. Für immer anders – und total normal. Der Podcast für Geschwister von Menschen mit Behinderung Podcast

Episoden

54 Minuten
Nein sagen? Einfach mal chillen, andere machen lassen? Konflikte aushalten? Das fällt vielen Erwachsenen Geschwistern ganz schön schwer. Wir sind es gewohnt, zu wuppen und zu powern, und nicht wenige von uns landen irgendwann im Burnout. Nicht immer, aber doch immer wieder hat das mit Parentifzierung zu tun.

Was das ist, wie das passiert, und was es mit den betroffenen Kindern macht – in der Kindheit und später im Erwachsenenleben – das schaue ich mir mit der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Dorina Kunzweiler-Holzer an. Wir sprechen über Hochsensibilität und James Bond, über das innere Kind, das am Rad dreht und darüber, was dieses Kind heute braucht. Über die Auswirkungen von Parentifzierung, damals und heute, auf Partnerschaft, Elternschaft und auch das Verhältnis zu den eigenen Eltern.

Eine Folge mit viel Humor und Lebenserfahrung, und mit Tipps auch und gerade für Eltern. Meine Erkenntnis: Es muss ein anderer Hamster her!

Shownotes:

Jana Hauschild: Das ewig hilfreiche Kind. Wenn Kinder die Elternrolle übernehmen und wie sie sich als Erwachsene von der Last befreien. Beltz, 2026

Nivida Chandra: Parentifizierung: zu früh erwachsen. Psychologie Heute 2/2023

Johannes Faupel: Selbsthilfe im Erwachsenenalter. Parentifizierung erkennen und auflösen. Exponere Publishing, 2023

Jesper Juul: Nein aus Liebe. Klare Eltern – starke Kinder. Beltz, 2014

und natürlich, last but not least: Das Geschwisterbuch „Anders. Für immer“ erscheint am 2. November 2026. Hier könnt ihr es vorbestellen! https://www.droemer-knaur.de/buch/dunja-batarilo-anders-fuer-immer-9783426570500 (oder, noch besser: Bei der Buchhändlerin eures Vertrauens… :-))
44 Minuten
Darüber, dass sein schwerstmehrfachbehinderter Bruder Marcel ein Bedürfnis nach Sexualität haben könnte, hatte Sascha (52) schon lange nachgedacht. „Mir war klar: Ich unterstütze ihn da gern, aber eine aktive Rolle will ich da nicht spielen“, erinnert sich Sascha. Dann kam ein Anruf von Marcel (heute 49): „Ich will Sex!“ – und alles kam anders. Eine Gespräch über die natürlichste Sache der Welt, und darüber, wie unsere Geschwister an ihr teilhaben können. Über Tantra Massagen und professionelle Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung – und über im Endeffekt gar nicht soooo fruchtbar peinliche Momente. Wie das war? „Super“, findet Marcel. Das Fazit der beiden Brüder: „Einfach machen“. 

Shownotes

wer Marcel und Sascha besser kennenlernen will, wird auf Saschas Blog fündig:

https://erwachsene-geschwister.de/sascha-und-marcel/

Das hier ist der Film über Sascha und Marcel aus dem Jahr 2014:

https://erwachsene-geschwister.de/sascha-und-marcel/

mehr zum Thema „Sexuelle Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung“:

 

zum Gucken

(K)ein besonderes Bedürfnis“

"Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern“

 

zum Hören:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/sexualitaet-von-menschen-mit-geistiger-behinderung-immer-noch-ein-tabu-dlf-kultur-0cdd3d47-100.html

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/sexualassistenz-sex-und-naehe-fuer-menschen-mit-behinderung?x-craft-preview=10e3904583316a6e4606e7b7ec65fb750bb86d07d8296500fc46be08bc17049dxcxobsbtur

zum Lesen:

Sexualassistenz, Sexualbegleitung, Sexuwiebitte…?

https://www.enableme.de/de/artikel/sexualbegleitung-2384

 

Diese Folge wurde gefördert von der Selbsthilfegruppe erwachsene-geschwister.de,

über die krankenkassenindividuelle Projektförderung der AOK. Vielen Dank!

Und herzlichen Dank auch an the one and only Chris Wehsner, für Schnitt Produktion!

Wie immer: Wenn ihr Fragen, Wünsche, Anregungen habt oder selbst gern mal über ein Thema sprechen wollt – dann schreibt mir gern, und zwar an: erwachsenegeschwister@online.de.

Bis bald mal wieder, 

eure Dunja
48 Minuten
Astrids kleiner Bruder war schwerst mehrfach behindert, er starb noch als Kind. Wie sehr das Aufwachsen mit ihm sie geprägt hat, kann sie heute nur erahnen – ihre Eltern kann sie nicht mehr fragen, denn auch sie sind seit Jahren tot. In diesem Gespräch machen wir uns auf die Suche nach dem, was war. Wir loten wir das Echo aus, das noch immer widerhallt, stellen Fragen an das Leben und das Sterben und das, was bleibt.

Beim erneuten Hören dieses Gespräch kam mir dieses Gedicht in den Sinn:

Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.

Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,

ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.

Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!

Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

(Erich Kästner)
40 Minuten
Felix, 32, Bruder eines Mannes mit Spastik, macht sich Sorgen. Und ich mir auch. Die AfD könnte bald schon an der Regierung beteiligt sein. Was bedeutet das eigentlich für Menschen mit Behinderung? Und damit auch für uns als Angehörige?

Rechtes Gedankengut, rechte Gewalt – was hat das mit unseren Geschwistern zu tun? Jede Menge, leider. Wer glaubt, die Bedrohung von rechts außen wäre mit dem Ende der Nazi-Diktatur aus der Welt, der irrt. Menschen mit Behinderung sind anders, und das läuft dem rechten Rand schlecht rein. Da ist Björn Höcke, der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Vorsitzende der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, der schon 2023 im MDR-Sommerinterview das Thema Inklusion „ein Ideologieprojekt“ nannte, von dem deutsche Schulen „befreit werden" müssten. Da sind unbekannte Täter in Mönchengladbach, die Ziegelsteine mit der Aufschrift „Euthanasie ist die Lösung“ durch die Fensterscheibe eines Wohnheims für Menschen mit Behinderung schmeißen. Da sind viele, viele Gewaltdelikte gegen Menschen mit kognitiven Einschränkungen – und wenig Empörung von Seiten der Zivilgesellschaft. Ich selbst habe lange den gegenwärtigen Rechtsruck nicht so recht ernstgenommen. Das „Nie wieder“ schien mir in Stein gemeißelt, unverrückbar. Diese Überzeugung ist kräftig ins Wackeln gekommen und echter Sorge gewichen.

Diese Folge ist eine wütend-traurig-empörtes Gespräch über Inklusion und Ingnoranz, über Verbrechen von Nazis damals und heute, übers Hin- und Wegschauen und darüber, wo das alles gerade hingeht und vielleicht noch hingehen könnte – wenn wir nicht gegenhalten. Bitte teilen! Bitte drüber sprechen, mit allen, die den gewaltigen Rechtsruck vielleicht immer noch nicht ernst nehmen. Und wählen gehen.

weiterführende Links:

Analyse der Amadeo Antonio Stiftung zu Haltung der AfD in Sachen Inklusion: https://www.idz-jena.de/fileadmin/user_upload/PDFs_WsD15/WsD15_WEB.pdf (S 32 ff.)

Interview mit dem Heimleiter des Wohnheims in Mönchengladbach: https://taz.de/Rechter-Angriff-in-Moenchengladbach/!6013997/

Kluger Gastkommentar in der taz von der Sozialwissenschaftlerin Christiane Leidinger: https://taz.de/Behindertenfeindliche-Uebergriffe/!6016147/

Felix betreibt selbst einen Podcast. In Folge 24 spricht er über das Thema Inklusion in der Arbeitswelt mit Edda Manteufel, der Gründerin des inklusiven Modelabels isociety gesprochen: https://open.spotify.com/episode/5QrWNYc67G5LCZ8jWpz4xN?si=3re7LRFsQ0-EPS-kOY_gNg

Gute Sache: #Zusammenland – Vielfalt macht uns stark. https://cmk.zeit.de/cms/articles/16974/anzeige/zusammenland/neue-kampagne-zusammenland-vielfalt-macht-uns-stark

...und das hier ist das Buch, in dem Jens Lubbadeh – ziemlich dystopisch – ausbuchstabiert, wie eine Übernahme der Macht durch eine rechte Partei aussehen und wohin das führen könnte: https://www.penguin.de/buecher/jens-lubbadeh-der-klon/paperback/9783453320130

Diese Folge ist im Rahmen eines Projektes der Selbsthilfegruppe Erwachsene Geschwister entstanden und wurde unterstützt durch die krankenkassenindividuelle Selbsthilfeförderung (AOK Rheinland). Vielen Dank an the one and only Chris für die großartige Unterstützung bei der Produktion!
59 Minuten
Früher oder später kommt sie auf viele von uns zu: Die gesetzliche Betreuung unserer Geschwister. Aus vielen Gesprächen weiß ich mittlerweile: Für viele von "uns" ist dieses Thema eines der schwierigsten überhaupt. Große Verantwortung, die man/frau nie haben wolltre, oft viel gefühlter oder realer Erwartungsdruck, diffuses bis konkretes Unbehagen. Um die emotionale Komponente dieser Frage geht es heute eher nicht – dafür aber um ein paar knallharte Fakten: Wie genau sieht diese Verantwortung aus, welche Rollen und Zuständigkeiten gilt es zu klären, und welche Vorbereitungen zu treffen? Wo habe ich Entscheidungsspielraum, und wo nicht? Was passiert, wenn ich einfach schlicht nicht will? Juristin und Anwältin Anna Mehlmann übersetzt für uns von Fachchinesisch ins Deutsche, sie steht Rede und Antwort und gibt Orientierung zu einigen grundlegenden Frage. Gute Betreuung für UNS in diesem Fall!

Themen sind unter anderem

-Betreuungsbereiche (Finanzen, Gesundheit, Personensorge, Aufenthalt…) und wie man sie aufteilen kann

- Ersatz-, Zweit- und Ergänzungsbetreuung

- Kindergeld

- Assistenzleistungen

- Anlaufstellen, die im Berdarfsfall weiterhelfen, wie zum Beispiel Betreuungsvereine und Teilhabe-Beratungsstellen

weiterführende Links:

https://www.kanzleispecialneeds.de/

auf facebook und Insta findet ihr Anna Mehlmann unter kanzleispecialneeds

https://betreuungsvereine-in-aktion.de/ (Betreuungsvereine der Caritas. Es lohnt sich, nach einem Betreeungsverein vor Ort zu suchen, eventuell ist das ein anderer Träger wie AWO etc.)

https://www.teilhabeberatung.de/

Um das Thema Behindertentestament geht es in dieser Folge nicht. Kommt auch irgendwann...

---- ACHTUNG, TERMIN --------

Ihr könnt Anna Mehlmann eure Fragen stellen, in einem Q&A am 5.11.24. Mehr dazu findet ihr bald auf https://blickpunktgeschwister.de/

Wer Raum für die emotionaleren Aspekte dieses Themas sucht, wird ebenfalls hier fündig (27.06.24: "Warten auf Tag X") https://blickpunktgeschwister.de/
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Über diesen Podcast

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland haben eine Schwester oder einen Bruder mit Behinderung. Ganz schön viele – und doch fühlen viele von uns sich mit ihren Erfahrungen sehr allein. Wo stecken eigentlich die anderen "Erwachsenen Geschwister"? Was für Sorgen und Nöte, aber Freuden und Besonderheiten machen ihr Leben aus? Was denken, wissen, fühlen sie – und wo könnten sie Unterstützung gebrauchen? Lasst uns drüber reden, und das immer mehr auch öffentlich. "Für immer anders" ist einer der Versuche, damit anzufangen. Ein Podcast von Dunja Batarilo (Journalistin, Autorin, Schwester)

Kommentare (3)

As
Astrid vor 7 Monaten

Sehr spannend auf diesem Weg zu hören wie es anderen Geschwistern geht. Bisher mochte ich keine Poscasts aber daskönnte sich jetzt ändern.

Sa
Sandra vor 10 Monaten

Ein Podcast über "mein"Thema, das ist so gut! Und die Interviews geben so vieles wieder, was man sonst nirgends findet. Die versteckten emotionalen Aspekte und Infos zu harten Sachthemen wie gesetzliche Betreuung. Vielen Dank!!!

Bi
Birgit vor 3 Jahren

vielen Dank für die neue Folge. Ich habe sie in facebook geteilt.

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„Für immer anders – und total normal. Der Podcast für Geschwister von Menschen mit Behinderung“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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