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  3. Lose Fäden - Ein Mixtape post*migrantischer Geschichte(n) der 90 Podcast

Episoden

56 Minuten
Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit befasst sich diese Folge von “Lose Fäden” mit einer historischen Abstimmung des Bundestags, die das Recht auf Asyl und den Diskurs um Migration in Deutschland auch die folgenden Jahrzehnte nachhaltig verändern sollte: Die Rede ist vom sogenannten Asylkompromiss aus dem Jahr 1993. Laut Patrice Poutrus bedeuteten die Änderungen des GG und des Asylverfahrensgesetzes den Vollzug der deutschen Wiedervereinigung im ethno-nationalistischen Sinne, nämlich “wer deutsch ist und wer nicht” Durch diese Gesetzesänderung wurde die Kriminalisierung von Flucht vorangetrieben und die Grundlage für das menschenverachtende europäische Grenzregime, auch unter Dublin 1 und 2 bekannt, geschaffen. Trotz oder genau wegen dieser de facto Abschaffung des politischen Asyls formierte sich Widerstand unter geflüchteten, migrierten und staatenlosen Menschen. Sie forderten aus einer menschenrechtszentrierten Perspektive ihr Bleiberecht ein und entwickelten unterschiedliche Bündnisse und Strategien, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und Veränderung einzufordern. Neben Patrice Poutrus hören wir in dieser Folge auch von Kien Nghi Ha über die lange Geschichte des Asylrechts. Rudko Kawczinsky und Fatima Hartmann erzählen über die Bleiberechtskämpfe von Rom*nja und Sinti*zze in den 1980er und 1990er Jahren. Außerdem geht es um die Besetzung der TU Berlin von 1992, die Bahareh eingehend recherchiert hat, um die legendäre Tour der Karawane und den Refugee Protest March, der zur Besetzung des Berliner Oranienplatzes führte.
53 Minuten
Feminismus ist spätestens seit der medialen Auseinandersetzung mit der #metoo-Bewegung im öffentlichen Diskurs. Hier geht es darum, Geschlechterungleichheit in allen gesellschaftlichen Bereichen zu skandalisieren. Die Frage, wie Sexismus mit anderen Diskriminierungsformen, z.B. Rassismus, Transfeindlichkeit und Ableismus zusammenwirkt, wird unter dem Begriff “intersektionaler Feminismus” zusammengefasst. Lange bevor der von Kimberlé Crenshaw eingeführte Begriff “Intersektionalität” im deutschen Sprachgebrauch populär wurde, beschäftigten sich politische Gruppierungen und Bewegungen mit der Frage, wie weiblich positionierte Menschen in aller Unterschiedlichkeit zusammenkommen können. Rassifizierte “Frauen” machten die Erfahrung, dass Mehrfachdiskriminierung in der deutschen weißen christlich geprägten “Frauenbewegung” nur randständig behandelt wurde und begannen deshalb v.a. Anfang der 90er eigene Bündnisse jenseits der dominanzgesellschaftlichen Bewegung zu schließen. Diese sind jedoch durchzogen von Rissen, die bis heute noch die Gründung und Spaltung (queer-)feministischer Bewegungen prägen. Wir nehmen den Faden auf und fragen uns, was wir von den Struggles unserer Vorgänger*innen lernen können. Dazu haben wir mit Aktivist*innen von damals gesprochen, über ihre Erfahrungen und Einschätzungen, auch aus der Perspektive einer zeitlichen Distanz. Dabei verwenden wir den Begriff “Frauen” in Anführungsstrichen, weil wir uns auf die Kämpfe, Diskurse und Sprechweise der damaligen Zeit beziehen, wollen aber auch markieren, dass es uns nicht um einen essentialistischen oder transexklusiven “Frauen”-Begriff geht.
8 Minuten
In dieser kurzen Folge erfahrt ihr, wer hinter „Lose Fäden“ steckt, was uns verbindet und was uns motiviert hat, diesen Podcast zu machen. Wir sprechen darüber, wie wir zu unseren Themen und insbesondere auf unsere Gesprächspartner*innen gekommen sind, warum wir das Medium Podcast gewählt haben und was euch in den kommenden Folgen erwartet.
1 Stunde 7 Minuten
In der Regel bezeichnet "Brain Drain" die Abwanderung einer Gruppe hochqualifizierter Arbeitskräfte aus dem globalen Süden in den globalen Norden, die damit eine gesellschaftliche Lücke im “Herkunftsland” hinterlässt. Deutschland erlebt in den vergangenen Jahrzehnten einen Brain Drain der besonderen Art. In den 90ern und 2000er Jahren fand bundesweit eine Abwanderung von BIPoC und jüdischen Wissenschaftler*innen statt, welche die Weiterentwicklung von Teildisziplinen wie post- und dekolonialer Forschung auf hiesige Kontexte und damit den Diskurs in Deutschland massiv zurückgeworfen hat. Die Wissenschaftler*innen besetzen mittlerweile zahlreiche Lehrstühle an renommierten Universitäten im Ausland und forschen dort zu post*migrantischen Themen. Die Folge “Brain Drain” geht der Frage nach, wie es zu dieser Entwicklung kam und wie sie auch heute noch unser Denken über Deutschland als post*migrantische und postkoloniale Gesellschaft prägt.
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Podcast by Lose Fäden
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„Lose Fäden - Ein Mixtape post*migrantischer Geschichte(n) der 90“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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