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Episoden
25.06.2026
52 Minuten
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde mit der Alliierten Kommandantur in Berlin eine eigene Besatzungsverwaltung etabliert. In ihr verhandelten die Siegermächte USA, das Vereinigte Königreich, Frankreich und die Sowjetunion das politische, wirtschaftliche und kulturelle Tagesgeschäft der Stadt. Dabei galt es immer auch die eigenen Interessen und Vorstellungen voranzutreiben und mit den anderen Besatzungsmächten auszugleichen. 1948 zerbrach die Kooperation mit dem Auszug des sowjetischen Kommandanten, nachdem sich der Ost-West-Konflikt immer weiter verschärft hatte. Anschließend setzte eine Dreimächteverwaltung im Westteil der Stadt die Arbeit der Kommandantur fort. In seiner Dissertation hat Alexander Olenik diese Berlin-spezifische Form der Besatzungsverwaltung untersucht. Im Gespräch mit Jannes Bergmann zeichnet er die Entwicklung der Institution und ihrer Arbeitsweise von den Anfängen im Zweiten Weltkrieg bis zur ‚Erklärung über Berlin‘ 1955 nach und macht deutlich, welchen Einfluss die einzelnen Akteur*innen – nicht nur in der ersten Reihe – im Apparat der Besatzungsverwaltung hatten. Dabei wird klar, welche Rolle die Kommandantur auf dem Weg zu einer Demokratisierung Berlins spielte. Foto: P004–044–002, AlliiertenMuseum
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14.05.2026
42 Minuten
Nach den drei polnischen Teilungen im 18. Jahrhundert verfolgten das Königreich Preußen sowie die Habsburgermonarchie eine jeweils eigene Sprachenpolitik in den von ihnen annektierten Territorien. In den Diskursen über Sprachvermittlung und die Ausgestaltung des Schulwesens zeigten sich oftmals Absichten einer ‚Nationalerziehung‘, sie lassen aber auch die zugrundeliegenden geistigen Strömungen sowie lokalen Traditionen durchscheinen. Benedikt Stimmer, Preisträger des HiKo_21 − Nachwuchspreises 2026, hat die Schul- und Sprachenpolitik der beiden deutschsprachigen Teilungsmächte in den ehemaligen polnischen Gebieten in seiner Dissertation geschichtswissenschaftlich erforscht. Im Gespräch mit Jannes Bergmann gibt er Einblicke in den Wandel des Schulsystems sowie der Bedeutung der (Mutter-)Sprache im 18. Jahrhundert. Er zeichnet die Maßnahmen nach, mit denen Preußen und Österreich die deutsche Sprache vor Ort als Herrschaftsinstrument einzusetzen versuchten, und er zeigt die Veränderungsprozesse im Umgang mit dem Polnischen. Zudem beleuchtet er die Spuren, die diese Politik langfristig im kulturellen Gedächtnis der Polen und Polinnen hinterlassen hat − auch über die Zeit der Teilung hinaus.
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30.04.2026
41 Minuten
Die Geschichte Berlins ist untrennbar mit der Dynastie der Hohenzollern verbunden, die als Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg, preußische Könige und deutsche Kaiser maßgeblich zum Aufstieg der heutigen Metropole an der Spree beitrugen. Unter dem Berliner Dom befindet sich die Hohenzollerngruft, in der viele Mitglieder der Familie ihre letzte Ruhe fanden. Nach zehn Jahren Planung und sechs Jahren Sanierung ist dieser bedeutende Ort nun wieder für Besucher*innen zugänglich. Die Dombaumeisterin des Berliner Doms, Sonja Tubbesing, gibt im Gespräch mit Jannes Bergmann Einblicke in die Geschichte des Bauwerks und der Gruft. Sie spricht über die dort vorhandenen ebenso wie die dort nicht aufgenommenen Bestattungen und beleuchtet die unterschiedlichen Materialien und Gestaltungen der insgesamt 91 Särge. Zudem geht der Blick ins Ausland, wo der Vergleich mit anderen bedeutenden europäischen Grablegen die Besonderheiten der Hohenzollerngruft deutlich werden lässt. Spannend berichtet sie auch von den Maßnahmen der Sanierung und erklärt, welche Schäden vorhanden waren und warum die neu eröffnete Gruft unbedingt einen Besuch wert ist. Foto: Christian Muhrbeck und Boris Streubel
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23.02.2026
1 Stunde 25 Minuten
Bis heute stehen der erste Deutsche Kaiser Wilhelm I. und seine Ehefrau Kaiserin Augusta im Schatten des ‚Eisernen Kanzlers‘ Otto von Bismarck. Drei jüngst erschienene Bücher werfen jedoch neues Licht auf das fast vergessene Monarchenpaar und eine angeblich ausgeforschte Epoche der deutschen Geschichte. Kann wirklich von einer ‚Ära Bismarck‘ gesprochen werden? War Wilhelm I. ein schwacher oder starker Herrscher? Welche Rolle spielte Augusta an seiner Seite? Diesen und anderen Fragen gehen Susanne Bauer, Jan Markert und Frederik Frank Sterkenburgh in ihren Kurzvorträgen nach. Im Anschluss an die Präsentation ihrer auf umfangreichen Quellenrecherchen basierenden Dissertationen diskutieren sie gemeinsam mit Bärbel Holtz unter der Moderation von Daniel Stienen über eine historische Neubewertung von Kaiser, Kaiserin und Hohenzollernmonarchie.
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22.12.2025
49 Minuten
Im Sommer 2026 soll die fünfte und letzte Staffel der Erfolgsserie ‚Babylon Berlin‘ veröffentlicht werden. Aus diesem Anlass taucht Hanno Hochmuth im Gespräch mit Jannes Bergmann in den Mythos von Berlin als Sündenbabel und verruchte Metropole ein. Es wird der Bogen geschlagen von der Weimarer Republik zu den multiplen Krisen der Gegenwart – von der jungen Demokratie, die dem massiven Druck von rechts nicht standhielt, zu den heutigen Herausforderungen. Wenngleich Geschichte sich nicht wiederholt und Historiker*innen vor vermeintlichen Analogien warnen, so ist doch unsere Erinnerungskultur nicht davor gefeit, Parallelen entdecken zu wollen. Die gehäufte Wiederkehr von 100. Jahrestagen wichtiger Ereignisse der Weimarer Republik begünstigt diesen Trend. Hanno Hochmuth ordnet die Geschichten um Gereon Rath und Charlotte Ritter sowohl historisch als auch medienkritisch ein. Er offenbart wissenswerte Details zur Berliner Stadtgeschichte, unter anderem rund um den heutigen Rosa-Luxemburg-Platz. Nicht zuletzt trennt er geschickt zwischen den von Volker Kutscher detailgetreu recherchierten Romanen und der dramaturgisch notwendigen Zuspitzung, wie sie in der Filmserie nötig ist.
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Über diesen Podcast
HiKoPod – der Wissenschaftspodcast der Historischen Kommission zu
Berlin – Geschichte aus erster Hand! Ausgewiesene Expert*innen
geben Ihnen historische Informationen zu Berlin, Brandenburg und
Preußen – von A wie Alexanderplatz bis Z wie Zisterzienser. Wollen
Sie zum Beispiel wissen, welche Bedeutung die historische Mitte für
die Entwicklung Berlins hat, was Sie aus dem politischen Testament
Friedrichs des Großen erfahren können oder wie sich der 9. November
als besonderes Datum in der Deutschen Geschichte in Berlin
auswirkte? Dann hören Sie rein.
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