Podcaster
Episoden
30.01.2026
15 Minuten
Es ist schon etwas Besonderes, einen Film zu einer Sinfonie zu
schaffen, schließlich ist klassische Musik etwas Abstraktes und
lässt viel Raum für Assoziationen. Aber vielleicht ist gerade das
der Schlüssel. William Kentridge jedenfalls, dem die Staatlichen
Kunstsammlungen Dresden 2025 einen Schwerpunkt gewidmet haben, hat
zu Schostakowitschs Zehnter Sinfonie jede Menge Assoziationen
gehabt und sie in einem eindrücklichen Film zum visuell-akustischen
Erlebnis gestaltet. Michael Sanderling, der einen exzellenten Ruf
als Schostakowitsch-Spezialist genießt, dirigiert diese Sinfonie,
während gleichzeitig auf der großen Leinwand Kentridges Film läuft.
Knapp zwanzig Jahre war Mozart, als er sein Violinkonzert A-Dur KV
219 vollendete und damit eine Reihe von insgesamt fünf
Solokonzerten für Geige abschloss. A-Dur steht bei Mozart stets für
eine Fülle von Schönheit. Doch Mozart wäre nicht Mozart, würden
sich nicht gelegentlich auch sinistre, ja dämonische Untertöne
finden.
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30.01.2026
10 Minuten
Unter der Leitung von Michael Sanderling erklingt zum Dresdner
Gedenktag mit Dmitri Schostakowitschs Zehnter Sinfonie ein Werk,
das tief von den Erfahrungen und Traumata der Stalin-Ära geprägt
ist. Schostakowitsch verarbeitete in ihr Dunkelheit, Schmerz und
Hoffnung, die auf ganz eigene Weise miteinander ringen. Zu diesem
Werk hat der südafrikanische Künstler William Kentridge mit „Oh, To
Believe in Another World“ einen Film geschaffen, der
Schostakowitschs Sinfonie auf faszinierende Weise interpretiert.
Mit seinen charakteristischen Collagen, Animationen und Zeichnungen
wirft Kentridge einen poetischen Blick auf die Themen von Verlust
und Sehnsucht, die in der Musik anklingen. Musik und Film
verschmelzen zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das Gedenken
und Kunst miteinander verbindet und gleichzeitig einen finalen
Akzent des Kentridge-Schwerpunkts der Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden 2025 bildet (mit Ausstellungen im Albertinum,
Kupferstich-Kabinett und in der Puppentheatersammlung).
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30.01.2026
15 Minuten
Unsere Konzertsaalorgel, das „Orchester in einem Instrument“, steht
im Zentrum von Francis Poulencs Orgelkonzert – einem Werk voller
Gegensätze. Mal tief ernst, fast sakral, dann überraschend
verspielt, verbindet Poulenc Tradition und Moderne auf
faszinierende Weise. Die Solistin des Abends, Anna Lapwood, eine
der aufregendsten Organistinnen ihrer Generation, begeistert mit
ihrer Virtuosität und ihrer Fähigkeit, Menschen für klassische
Musik zu gewinnen. Die Fünfte Sinfonie des großen Dänen Carl
Nielsen gilt als Juwel der Sinfonieliteratur. 1922 uraufgeführt,
ist sie die wohl kühnste Schöpfung des ohnehin stets originellen
Komponisten. Besonders eindrucksvoll ist die „Schlacht“ zwischen
Orchester und einer rebellischen kleinen Trommel, die mitreißende
Spannung erzeugt. Im Verlauf der Sinfonie ertönen immer wieder
schöne, beruhigende Passagen, in die unvermittelt von aufrüttelnd
„bösen“ Steigerungen abgelöst werden – eine aufregende
Achterbahnfahrt der Gefühle!
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20.01.2026
14 Minuten
Ravels Klavierkonzert in G-Dur ist das wohl am aufregendsten
instrumentierte Konzert für ein Soloinstrument mit Orchester.
Heiter und brillant zugleich, ist es seit seiner Uraufführung 1932
ein Lieblingswerk des Konzertpublikums. Es beginnt furios mit einem
Peitschenknall, erzeugt durch zwei Hölzer, die mit einem Scharnier
verbunden sind und aneinandergeschlagen werden. Der zweite,
langsame Satz wird oft als eines der schönsten 'Lieder ohne Worte'
der Musikgeschichte bezeichnet. Er ist eingebettet in das surreale
Zirkusambiente des ersten Satzes mit Anklängen an die baskische
Heimat Ravels, Blues- und Jazz-Souvenirs von seinen Amerika-Reisen
und das rasante Finale in der Art eines perpetuum mobile. „La
valse“ von Ravel muss man wohl kaum beschreiben – der sinfonische
Walzer gehört zu den populärsten Werken des 20. Jahrhunderts und
versetzt das Publikum regelmäßig in Begeisterung. Begeisterung kann
auch das Konzert für Orchester des Polen Witold Lutoslawsi wecken.
1954 wurde es mit großem Erfolg in Warschau uraufgeführt und ist
das letzte Werk, in dem sich Lutosławski folkloristischer Elemente
bedient. Mit ihm hat der Komponist alles gesagt, was er in dieser
Musiksprache zu sagen hatte…
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20.01.2026
18 Minuten
Ravels Klavierkonzert in G-Dur ist das wohl am aufregendsten
instrumentierte Konzert für ein Soloinstrument mit Orchester.
Heiter und brillant zugleich, ist es seit seiner Uraufführung 1932
ein Lieblingswerk des Konzertpublikums. Es beginnt furios mit einem
Peitschenknall, erzeugt durch zwei Hölzer, die mit einem Scharnier
verbunden sind und aneinandergeschlagen werden. Der zweite,
langsame Satz wird oft als eines der schönsten 'Lieder ohne Worte'
der Musikgeschichte bezeichnet. Er ist eingebettet in das surreale
Zirkusambiente des ersten Satzes mit Anklängen an die baskische
Heimat Ravels, Blues- und Jazz-Souvenirs von seinen Amerika-Reisen
und das rasante Finale in der Art eines perpetuum mobile. „La
valse“ von Ravel muss man wohl kaum beschreiben – der sinfonische
Walzer gehört zu den populärsten Werken des 20. Jahrhunderts und
versetzt das Publikum regelmäßig in Begeisterung. Begeisterung kann
auch das Konzert für Orchester des Polen Witold Lutoslawsi wecken.
1954 wurde es mit großem Erfolg in Warschau uraufgeführt und ist
das letzte Werk, in dem sich Lutosławski folkloristischer Elemente
bedient. Mit ihm hat der Komponist alles gesagt, was er in dieser
Musiksprache zu sagen hatte…
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Über diesen Podcast
Sich auf die Werke des anstehenden Programms, ihre kompositorischen
Eigenheiten, ihre Einordnung in die Musikgeschichte und das
Schaffen der Komponisten vorzubereiten, vertieft das musikalische
Erlebnis und bringt Erkenntnisgewinn. Um noch mehr Publikum zu
erreichen und auch um die Beschäftigung mit einem Werk weiter zu
intensivieren, stellen wir Ihnen unsere Einführungen mit der Reihe
"Konzerteinführung digital" nun auch als Podcast zur Verfügung.
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