Grüne Wirtschaft für Morgen: Circular Economy

Grüne Wirtschaft für Morgen: Circular Economy

Thinking Circular

Episoden

Making-of „Mit Sicherheit Ahrtal“
17.02.2026
18 Minuten
In dieser besonderen Folge nehmen wir euch mit hinter die Kulissen von Evelines neuem Buch Mit Sicherheit Ahrtal, das pünktlich zum fünften Jahrestag der Ahrflut erscheinen wird. Während wir uns in den letzten Zügen der Redaktionsarbeit befinden, sprechen wir heute darüber, wie dieses Buch entstanden ist, welche Gedanken es trägt – und warum es gerade jetzt so wichtig ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Sicherheit in einer sich rasant verändernden Welt bedeutet. Was können wir tun, um uns wieder sicherer zu fühlen? Welche Perspektiven gibt es für von Krisen geprägte Regionen – und für uns alle ganz persönlich? Einen wichtigen Rahmen bildet dabei die Konferenz Fünf Jahre nach der Flut 2021 – Forschungsperspektiven im Wandel, die Anfang Juli am Campus Remagen stattfindet. Dort kommen internationale Fachleute aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um über Resilienz, Wiederaufbau und Klimaanpassung zu sprechen. Die Konferenz bietet damit den passenden Anlass, Mit Sicherheit Ahrtal erstmals öffentlich vorzustellen. Ein zentrales Fundament des Buches ist das Drawdown-Projekt, ein wissenschaftlich fundiertes Maßnahmenpaket zur Reduktion von CO2. Drawdown zeigt, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern viele wirksame Hebel: von erneuerbaren Energien und Gebäudesanierung über Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Landwirtschaft bis hin zu Bildung und sozialer Resilienz. Aber: Jede Region braucht ihren eigenen Mix. Landschaft, Infrastruktur, Wirtschaft und Kultur bestimmen, welche Maßnahmen wirklich wirken. Genau hier setzt Mit Sicherheit Ahrtal an: Das Buch stellt die Projekte vor, die im Ahrtal heute sinnvoll und wirksam sind – und zeigt, warum diese Region ganz eigene Antworten auf Klimaschutz, Resilienz und Zukunftsfähigkeit entwickelt. Von Energieprojekten über soziale Initiativen bis hin zu innovativen Ideen für Wiederaufbau und Unabhängigkeit wird deutlich, wie globale Erkenntnisse lokal umgesetzt werden können. Gleichzeitig ist Mit Sicherheit Ahrtal weit mehr als ein Sachbuch. Als emotionaler Bildband fängt es Eindrücke und Geschichten aus dem Ahrtal ein und verbindet sie mit einer Sammlung konkreter Maßnahmen und Ideen, die aufzeigen, wie Regionen widerstandsfähiger, unabhängiger und klimafreundlicher werden können. In den kommenden Wochen werden wir im Podcast tiefer in die Inhalte eintauchen, einzelne Kapitel vorstellen und Hintergründe beleuchten. Wer das Buch schon jetzt vorbestellen möchte, kann uns eine E-Mail an info@thinking-circular.com schicken. Bleibt also unbedingt dran – denn der Weg zu Mit Sicherheit Ahrtal ist genauso spannend wie das Buch selbst. Viel Spaß beim Zuhören!
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Vom Altkleidercontainer zur Kreislaufjeans – Textilrecycling neu gedacht
27.01.2026
21 Minuten
Das Textilrecycling steckt in Deutschland aktuell in der Krise. Zwar gilt seit Januar 2025 die Pflicht zur Getrenntsammlung von Textilien, doch die Realität sieht ernüchternd aus. Laut einer Studie des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) wird nur ein Bruchteil der gesammelten Kleidung tatsächlich stofflich verwertet. Der Großteil landet weiterhin in minderwertigen Verwertungswegen oder wird ins Ausland exportiert. Gründe dafür sind die fehlende Recycling-Infrastruktur, mangelnde Standards für die Sammelqualität und die Flut minderwertiger Fast-Fashion-Produkte, die sich kaum recyceln lassen. Damit bleibt Deutschland weit hinter den Zielen einer echten Kreislaufwirtschaft zurück. Die Circular Economy bietet einen Ausweg aus dieser Wegwerfspirale. Ihr Prinzip ist es, Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten – durch langlebiges Design, Reparatur, Second-Hand-Nutzung und transparente Lieferketten. Ein Unternehmen, das dieses Prinzip konsequent lebt, ist MUD Jeans aus den Niederlanden. Die Marke produziert Jeans aus recycelter Baumwolle und nimmt alte Hosen zurück, um daraus neue Produkte zu fertigen. Das Ziel besteht darin, eine Jeans aus 100 Prozent recycelter Baumwolle herzustellen – ein Meilenstein für die gesamte Branche. Jede eingesandte Jeans verhindert Abfall, spart Ressourcen und trägt dazu bei, dass Mode nicht länger Wegwerfware ist. Deutschland steht beim Textilrecycling jedoch vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig zeigen Unternehmen wie MUD Jeans, dass die Circular Economy keine ferne Vision ist, sondern bereits heute Realität sein kann. Doch auch wir können einen Beitrag leisten: durch bewussten Konsum, den Kauf langlebiger Kleidung, die Nutzung von Second-Hand-Angeboten und die Unterstützung von Marken, die Rücknahmeprogramme anbieten Viel Saß beim Zuhören! Weitere Links zum Thema: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: FAQ "Getrennte Sammlung von Textilabfällen" (2025) NABU: Textilien hochwertig recyceln (2024)
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Ahrtal – welche Fragen sind noch offen?
20.01.2026
26 Minuten
Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 hat nicht nur sichtbare Schäden hinterlassen, sondern wirft auch viele Fragen im Umgang mit Katastrophenhilfe und Transparenz bei der Berichterstattung auf. Fragebögen zum Umgang mit Betroffenen blieben weitgehend unbeantwortet, Transparenz fehlte und die Berichterstattung war oft zu direkt und persönlich. Im Zuge dieser Betrachtung gehen wir auch auf die Untersuchung Spontanhilfe im Einsatz des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein. Diese zeigt, wie vielfältig und spontan Hilfeleistungen nach der Flut organisiert wurden. Die Untersuchung macht deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen offiziellen Stellen und freiwilligen Helfer:innen zwar eine große Wirkung entfalten konnte, aber auch strukturelle Probleme sichtbar wurden, beispielsweise fehlende Koordination, mangelnde Dokumentation und offene Fragen zur langfristigen Einbindung von Spontanhelfern. In unserem Podcast greifen wir diese Punkte auf und stellen die Frage: Welche Fragen sind bei euch bis heute unbeantwortet geblieben? Wo besteht weiterhin Klärungsbedarf? Schickt uns diese offenen Punkte gerne zu, wir sind gespannt! Viel Spaß beim Zuhören!
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Helfen mit Herz und Verstand
14.01.2026
29 Minuten
Wie sieht echte Hilfe zur Selbsthilfe aus und warum wird sie oft noch als Almosen missverstanden? In dieser Episode sprechen wir über die Fluthilfe im Ahrtal und die Arbeit der Caritas Rhein-Mosel-Ahr. Wir beleuchten, warum psychosoziale Angebote ebenso wichtig sind wie materielle Unterstützung, was sich hinter dem Begriff „Klimakatastrophen-Trauer” verbirgt und mit welchen besonderen Herausforderungen ältere Menschen, Familien und Alleinerziehende konfrontiert sind. Anhand konkreter Beispiele – von Kleiderspenden bis zu Waschcontainern – zeigen wir, wie aus spontaner Nothilfe langfristige soziale Angebote entstehen können. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Forderung nach einer neuen Anerkennung der Katastrophen-Sozialarbeit und auf die Frage, wie die ökologische Gerechtigkeitslücke geschlossen werden kann. Eine Episode über Missverständnisse, Mut und die Kraft, aus Krisen nachhaltige Hilfsstrukturen zu entwickeln. Viel Spaß beim Zuhören! Weiterführende Links: Magdalena Mai: Soziale Arbeit als ökologisch-soziale Katastrophenhilfe (2023) Pablo Servinge, Raphaël Stevens: Wie alles zusammenbrechen kann, Mandelbaum Verlag kritik & utopie (2022), ISBN: 978385476-920-0
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Das Ahrtal im Boom?
06.01.2026
20 Minuten
Wie steht es heute, gut viereinhalb Jahre nach der Flut, wirklich um das Ahrtal? Wir werfen einen Blick auf eine Region, die sich neu erfindet und dabei Entwicklungen zeigt, die viele überraschen dürften. Dazu betrachten wir beeindruckende wirtschaftliche Zahlen: Die Zahl der Betriebe steigt seit Jahren kontinuierlich, die Arbeitslosenquote liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und die Ausbildungszahlen erreichen einen Höchststand seit zehn Jahren. Gleichzeitig gibt es einen Mangel an Fachkräften. Allein im Landkreis Ahrweiler sind über 900 Stellen unbesetzt , weshalb ein neues Fachkräftezentrum Unternehmen aktiv unterstützt. Auch der Tourismus meldet sich kraftvoll zurück: 85 % der Betriebe sind wiederaufgebaut, die Übernachtungszahlen steigen deutlich und mit 6.200 verfügbaren Betten nähert sich das Tal wieder dem Vorkrisenniveau. Besonders gefragt sind Baustellentouren, die Besucherinnen und Besuchern einen authentischen Blick auf den Wiederaufbau ermöglichen. Doch das Ahrtal zieht nicht nur Urlauber an. Internationale Expertinnen und Experten reisen vermehrt in die Region – nicht zuletzt wegen der Nähe zu Bonn, einem globalen Zentrum für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bei Fachveranstaltungen, Konferenzen und Workshops stehen Themen wie Energie, Wasser, Kreislaufwirtschaft und Beteiligungsprozesse im Fokus. Mit dem geplanten International Resilience Research Center@ Ahr-Valley soll zudem ein Ort entstehen, an dem Forschung, Lehre und ein Besucherzentrum zusammenkommen – ein Zukunftsprojekt, das die Region langfristig stärken könnte. Dennoch bleiben Traditionen wie Weinwanderungen, Nachtwächterführungen oder Weihnachtsmärkte feste Bestandteile des Ahrtals. Hier verbinden sich Wissen, Tourismus und regionale Identität auf besondere Weise. Viel Spaß beim Zuhören!
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Über diesen Podcast

Hier ist Eveline von Thinking Circular, dem Multiversum für grünen Fortschritt! Circular Economy ist unser zukunftsfähiger Lösungsansatz zur Gestaltung einer nachhaltigen Wirtschaft. Und darum geht es in diesem Podcast. Unser Verständnis von Circular Economy: Das mitteleuropäische kulturelle Gesellschaftsverständnis von Kreislaufwirtschaft wird oft auf die Abfallwirtschaft reduziert. Doch die Natur kennt keinen Abfall, wie wir ihn in unseren Gesellschaften definieren und ihn in unserer Gesellschaft praktizieren. Je bewusster Menschen in Wechselwirkung mit der Natur leben, desto weniger Abfall gibt es. Abfall als Produkt von Überfluss und ungerechter Verteilung ist ein Resultat der Fehlsteuerung unserer Wirtschaftssysteme. Solange wir nicht so produzieren und konsumieren, dass unsere Güter für Menschen und die Umwelt verträglich sind und uns nicht gefährden, werden wir die Mängel unseres Systems durch grüne Umwelttechnologien ausgleichen müssen. Luft-, Wasser- und Bodenreinigung oder -sanierung werden so lange notwendig sein, bis die Transformation gelungen ist. So lange gilt „Close the loop“ als Modell, Material und Produkte so in Kreisläufe zu bringen, dass eine möglichst vollständige Wiedernutzung möglich wird. Es gibt also noch sehr viel zu tun auf diesem Weg, und wir lernen mit jedem Schritt dazu.

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