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Big Pool Theory - Der Podcast, der für's Schwimmen Wissen schafft Archiv

41 Episoden
1 Stunde 3 Minuten
„Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch.“ Dieses bekannte Zitat des französischen Piloten und Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry, dem Autor von Der kleine Prinz, bringt auf den Punkt, worum es in dieser Folge der BigPoolTheory geht: Wie wird aus einer Vision eines Schwimmers ein konkretes Ziel – und wie entsteht daraus schließlich ein Plan?

Gemeinsam mit unserem Gast Anna Ehlert spricht unser Host Lukas Mundelsee darüber, warum es nicht ausreicht, einfach nur große Ziele zu formulieren. Was macht eine gute Zielsetzung aus? Wie lassen sich langfristige Visionen in konkrete Etappen und Handlungsschritte übersetzen? Und welche Rolle spielen Trainer:innen dabei, einen Plan zu entwickeln, der nicht nur auf dem Papier gut aussieht, sondern auch im Trainingsalltag funktioniert?

Dabei geht es auch um die Frage, wie viel Planung im Leistungssport sinnvoll ist und wo Flexibilität gefragt bleibt. Denn der Weg zum Ziel verläuft selten genau so, wie man ihn ursprünglich geplant hat.

Eine Folge über Visionen, Ziele und Pläne - und darüber, wie aus einem Wunsch tatsächlich ein Weg werden kann.

Die Webseite von Anna erreicht ihr unter:

https://www.boostsportpsychologie.com/

Einige Tipps zur Zielsetzung bei Schwimmer:innen findet ihr in folgendem Artikel auf der Webseite von Lukas:

https://mundelsee.de/motivationstipps-fuer-schwimme/

Wissenschaftlicher Hintergrund und weiterführende Literatur

Wer sich wissenschaftlich etwas intensiver mit dem Thema Zielsetzung im Schwimmsport beschäftigen möchte, findet hier einige Studien, die wir in der Folge integriert haben:

Burton (1989): Winning Isn't Everything. Die Studie mit 30 College-Schwimmer untersuchte ein saisonbegleitendes Zielsetzungstraining. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung konkreter, persönlicher Leistungsziele gegenüber dem alleinigen Streben nach Ergebniszielen. Zum Artikel (DOI)

Theodorakis (1995): Effects of Self-Efficacy, Satisfaction, and Personal Goals on Swimming Performance. In einer Untersuchung mit 42 Teilnehmenden zeigte sich eine Verbesserung der Schwimmleistung nach der Formulierung persönlicher Ziele. Die Studie beleuchtet zudem das Zusammenspiel von Zielsetzung, Selbstwirksamkeit und bisheriger Leistung. Zum Artikel (DOI)

Simões et al. (2012): Effects of a Process-Oriented Goal Setting Model on Swimmer’s Performance. In der Studie wurden neun Leistungsschwimmer über zwei Jahre begleitet. Während einer Saison mit einem zielorientierten mentalen Trainingsprogramm verbesserten sich die Leistungen. In der anschließenden Saison ohne entsprechende Intervention gingen die Leistungen wieder zurück. Zum Artikel (DOI)

Mous & Iserbyt (2025): The Effect of Goal-Setting on University Students’ Swimming Performance. Eine Interventionsstudie mit 120 Studierenden untersuchte die Kombination aus Zielsetzung, Selbstbeobachtung und öffentlicher Dokumentation. Die Interventionsgruppe erzielte stärkere Verbesserungen bei verschiedenen Schwimmleistungsmaßen als die Vergleichsgruppe. Zum Artikel (DOI)

Simić (2023): Goal-Setting Interventions in Sports: Public Goal Monitoring Improves Swimmers’ Motivation and Performance. Bei 42 jungen Schwimmer wurde untersucht, wie sich private und öffentliche Zielüberwachung auswirken. Die öffentliche Dokumentation der Ziele ging mit einer höheren Trainingsanwesenheit und besseren Leistungen gegenüber der Kontrollgruppe einher. Zum Artikel (DOI)

Ferchichi et al. (2026): Effects of Personalized Time-Trial Goal Setting on Swimming Performance and Psychological Profiles in Competitive Swimmers. Eine achtwöchige Interventionsstudie mit 24 jugendlichen Schwimmer:innen zeigte, dass individuell festgelegte Zeitzielvorgaben mit größeren Leistungsverbesserungen einhergingen als die Aufforderung, einfach das Beste zu geben. Gleichzeitig wurden stärkere negative Veränderungen der emotionalen Befindlichkeit beobachtet - ein Hinweis darauf, dass ambitionierte Ziele auch psychologisch gut begleitet werden sollten. Zum Artikel (DOI)
46 Minuten
Wie sieht gelungene Führung im Schwimm-Leistungssport heute aus? In dieser Folge sprechen Ilka Staub und Lukas Mundelsee über eine aktuelle Studie der Loughborough University, in der 15 olympische Schwimmer aus vier europäischen Ländern rund um die Olympischen Spiele 2024 in Paris ausführlich über ihre Erfahrungen mit der Führung durch ihre Trainerinnen und Trainer berichten.

Wir sprechen darüber, warum sich Führungsanforderungen insbesondere bei erfahrenen Athleten verändern und welche Grenzen stark autokratische Führungsansätze haben können. Dabei geht es um die Bedeutung eines gemeinsamen Verständnisses für das „Warum“ hinter harten Trainingseinheiten, aber auch um psychologische Sicherheit, emotionale Intelligenz und die Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team.

Die Folge wird abgerundet von einigen praktischen Tipps, die nicht nur für erwachsene Athleten, sondern auch für Coaches jüngerer Schwimmerinnen und Schwimmer umsetzbar sind.

Link zur Studie:

https://doi.org/10.1177/1747954126144643

Link zu Beispiel-Feedback-Bögen:

https://mundelsee.de/gute-fuehrung-beginnt-mit-feedback-boegen-sport/
26 Minuten
Nach unserer Sommerpause starten wir mit einer neuen Folge BigPoolTheory. Dieses Mal geht es um Selbstgespräche auf Wettkämpfen. Unser Host Dr. Lukas Mundelsee spricht mit Lina Jonkmans über ihre Bachelorarbeit, die inzwischen in der Zeitschrift Sportwissenschaft (https://ls.sport-iat.de/ls/Record/4098143) publiziert wurde. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unterschiedliche Formen von Selbstgesprächen mit Motivation, emotionaler Befindlichkeit, Ergebniszufriedenheit und Wettkampfangst bei jugendlichen Schwimmerinnen und Schwimmern zusammenhängen.

Die Ergebnisse zeigen ein spannendes Muster: Positive motivationale Selbstgespräche gehen insbesondere mit einer höheren Motivation für den nächsten Start und einer besseren emotionalen Befindlichkeit einher. Negative Selbstgespräche treten zwar seltener auf, stehen aber mit geringerer Motivation und größerer Besorgnis in Zusammenhang. Instruktionale Selbstgespräche – etwa der Fokus auf Technik oder Renneinteilung – nehmen eine etwas andere Rolle ein. Die Studie basiert auf den Daten von 72 jugendlichen Schwimmerinnen und Schwimmern im Alter von 13 bis 17 Jahren.

Gemeinsam sprechen Lukas und Lina darüber, was diese Ergebnisse für die Trainings- und Wettkampfpraxis bedeuten und wie Trainerinnen und Trainer Selbstgespräche gezielt gegenüber ihren Schwimmer:innen thematisieren können.

Das im Podcast thematisierte Selbstgespräch von Tommy Haas kann man sich unter folgendem Link anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=8gQ2NhteF44
41 Minuten
Wie gelingt guter Schwimmunterricht in Gruppen, in denen dieVoraussetzungen der Kinder kaum unterschiedlicher sein könnten? Und wie können Lehrende Lernstände erfassen, ohne wertvolle Zeit zu verlieren?

In dieser Folge steht der „Eulenblick“ im Mittelpunkt – einwissenschaftlich entwickeltes Verfahren zur Erhebung des Lernstands imSchwimmenlernen. Mit seiner Hilfe können Kinder schnell und unkompliziert verschiedenen Lernphasen zugeordnet werden. Lehrkräfte erhalten dadurch eine fundierte Grundlage, um passgenaue Lernangebote auszuwählen und Schwimmunterricht gezielt zu gestalten. Unterstützt wird dieser Prozess durch die neue Schwimm-Lehr-App „Schuhuu“, die passende Spiel- und Übungsformen direkt bereitstellt.

Host Sebastian Fischer (Universität Kassel) spricht gemeinsam mit den Studierenden Hannah und Maximilian aus dem Projekt „Kasseler Welle“ mit Dr. Ilka Staub (Deutschen Sporthochschule Köln), die den Eulenblick und das zugrunde liegende Modell der schwimmerischen Grundbildung maßgeblich mitentwickelt hat. Im Gespräch geht es um die Frage, warum Wasservertrautheit,Tauchen und Schweben die Grundlage erfolgreichen Schwimmenlernens bilden, wie Diagnostik Lehrkräfte entlasten kann und weshalb ein Perspektivwechsel in der Schwimmvermittlung notwendig ist.

Wie diese Ansätze in der Praxis wirken, das wird jetzt im Projekt „Kasseler Welle“ erprobt. Dort arbeiten die Stadt Kassel und die Universität Kassel zusammen, um jährlich rund 2.000 Kindern nachhaltige Wasserkompetenz zu vermitteln. Der Eulenblick unterstützt dabei, jedes Kind dort abzuholen, wo es steht, und Schwimmförderung wirksam und nachhaltig zu gestalten.

Eine Folge für alle, die Schwimmenlernen neu denken und mehr Kinder souverän ins Wasser bringen möchten.

 

Alle Infos zum Eulenblick:

http://www.dieeuleunddasschwimmen.de

Artikel: Fokken, I., & Staub, I. (2026). Jedes Kind im Blick: Wie das Vermittlungsmodell der Schwimmerischen Grundbildung und der Eulenblick den Schwimmunterricht professionalisieren. sportpädagogik, 2026(3+4), 63-67.

App-Test für’s iPad (Prototyp): https://testflight.apple.com/join/f1jS9fV2

Projekt Kasseler Welle: https://www.uni-kassel.de/fb05/fachgruppen-und-institute/sport-und-sportwissenschaft/training-und-bewegung/projekte/login/kasseler-welle-2026-wasser-erleben-lernen-leben-erhalten/werde-teil-der-kasseler-welle.html
49 Minuten
In dieser Folge haben wir Kerstin Vogel, ehemalige Spitzenschwimmerin und heutige DSV-angestellte Trainingswissenschaftlerin am Bundesstützpunkt Essen, am Mikrofon. Gemeinsam mit Host Lukas Mundelsee spricht Kerstin darüber, wie sie ihre eigenen leistungsportlichen Erfahrungen gewinnbringend an heutige Athletinnen und Athleten weitergibt, welche stilistischen Fehlerbilder ihr immer wieder unterkommen und wie sie daran in Kooperation mit den Trainerinnen und Trainern sowie den Sportlerinnen und Sportlern arbeitet.
30 Minuten
In dieser Folge haben wir zum ersten mal den mit der DSTV assoziierten Rechtsanwalt Helmut Reitz zu Gast. Host Lukas Mundelsee und Helmut sprechen über das sogenannten Herrenberg-Urteil und welche Relevanz dieses für Trainerinnen und Trainer im Schwimmen haben. Wichtiger Hinweis: Die Aufnahme fand Mitte Februar statt. Kurze Zeit später hat der DOSB folgende Zwischenmeldung zu dem Thema veröffentlicht:

"Die durch Paragraf 127 des Sozialgesetzbuchs IV zum 01.03.2025 in Kraft getretene Übergangsregelung, die es Lehrkräften ermöglicht, ihre Lehrtätigkeiten - zukunftsbezogen bis zum 31.12.2026 und rückwirkend bis zum 01.07.2023 - rechtssicher als selbständige Tätigkeit auszuüben, wird laut Medienberichten bis zum 31.12.2027 verlängert. Grund für die Verlängerung ist, dass die Regierungskoalition noch mehr Zeit benötigt, die beabsichtigte langfristige und dauerhafte gesetzliche Neuregelung zu erarbeiten. Diese soll auf Basis eines Regelungsvorschlages des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit Wirkung zum 01.01.2028 von einer Arbeitsgruppe umgesetzt werden. Über neue Entwicklungen hierzu werden wir Sie weiterhin auf dem Laufenden halten."

Das heißt - entgegen dem, was wir im Podcast sagen - wird die Frist laut Medienberichten noch um ein weiteres Jahr bis 31.12.2027 verlängert.
1 Stunde
In dieser Folge sprechen Lukas Mundelsee und Dennis-Peter Born (Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen) über die Balance zwischen Spezialisierung und Vielfältigkeit im Schwimmsport. Ein zentrales Thema ist der Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Praxis zur Optimierung von Trainingsplänen sowohl von anderen Sportarten als auch innerhalb des Schwimmsports.

Aus groß angelegten Analysen geht hervor, dass bis zum Erreichen eines Top-Niveaus im Schwimmsport meist 10-12 Trainingsjahre vergehen, was die häufig genannte 10.000 Stunden-Regel zur Entwicklung von Expertise stützt. Da Schwimmen eine Sportart ist, in der Athletinnen und Athleten früh mit hohen Trainingsumfängen trainieren, wird die technische Ausbildung im Kindesalter als besonders bedeutsam hervorgehoben. Gleichzeitig sind die athletischen Anforderungen im Schwimmsport in den letzten Jahren stark gestiegen, weshalb ergänzendes Training in anderen Sportarten zur Entwicklung transferierbarer Fähigkeiten und zur Motivationsförderung empfohlen wird, etwa durch leichtathletisches Sprinttraining.

Zudem wird diskutiert, ab wann Talentprognosen möglich sind, wie verschiedene Talententwicklungen verlaufen können und warum Talente möglichst lange im Talentpool gehalten werden sollten, um nicht frühzeitig potenzielle Spitzenathleten zu verlieren. Darüber hinaus sprechen Dennis und Lukas über Altersbereiche, ab denen eine zunehmende Spezialisierung auf Schwimmlagen und -strecken angesichts der großen Vielfältigkeit im Schwimmsport sinnvoll erscheint.

Besprochene Studien:

Thinking outside the box: comparing age at performance milestones of swimmers to cross-country skiers and biathletes: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41651736/

Specialize Early and Select Late: Performance Trajectories of World-Class Finalists and International- and National-Class Swimmers: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38061353/

Predicting future stars: Probability and performance corridors for elite swimmers: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37968181/

Competition age: does it matter for swimmers? https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35197115/

Quantity of within-sport distance variety - what can pool swimmers and track runners learn from each other? https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39698053/

Weitere Studien von Dennis findet ihr unter folgendem Link: https://sciprofiles.com/profile/1153076
1 Stunde 22 Minuten
Was haben Säbelzahntiger, kalte Duschen und gesprunge Schallplatten mit dauerhaftem Stress von Schwimmtrainer:innen zu tun? Wie ihr in dieser Podcast-Folge erfahren werdet: Eine ganze Menge!

In dieser Spezialfolge interviewen sich die beiden Gäste dieses Mal gegenseitig: Yannick Romswinckel und Moritz Hirmke - beide Sportpsychologen der DSTV - sprechen erneut über die mentale Gesundheit von Schwimmtrainerinnen und -trainer. Ihr erfahrt unter anderem:

Warum wir zwischen chronischem und akuten Stress unterscheiden müssen

Praktisch anwendbare Modelle für euer Stresserleben im Alltag

Konkrete Perspektiven und Strategien zum Umgang mit Stress

Warum Neugier ein wirksames Gegengift für Stress sein kann

Ihr erreicht Yannick und Moritz sowie die anderen DSTV Sportpsychologen unter: ⁠⁠https://dstv-schwimmtrainer.de/mitgliedschaft/mitgliederbereich.html⁠⁠ (für Mitglieder ist das Erstgespräch kostenfrei).
1 Stunde 2 Minuten
Mit dieser 33. Folge starten wir in unsere 4. Staffel und gehen damit ins 5. Jahr unseres Bestehens. Auch dieses Mal versuchen wir wieder spannende Gäste vors Mikrofon zu bekommen und euch so jeden Monat mit Wissenschaft fürs Wasser und den Beckenrand zu versorgen.

Wir starten mit dem zweiten Teil des Interviews mit Bernd Berkhahn. Darin sprechen unser Host Lukas Mundelsee und Bernd über einige Inhalte und die Belastungssteuerung im Training von Bernds' Spitzengruppe, Bernd gibt Einblicke in sein Gefühlsleben während internationaler Meisterschaften, was er über Talent im Schwimmsport denkt und wie er die Zukunft des Schwimmsports in Deutschland, aber auch international einschätzt.

Ihr habt Fragen an Bernd für einen etwaigen dritten Teil? Dann schickt uns diese an bigpooltheory@dstv-schwimmtrainer.de

Hier noch die angekündigten Links aus der Folge:

Liste der Erfolge von Bernd Berkhahn:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Erfolge_von_Bernd_Berkhahn_als_Trainer

Die Delphi-Studie zum Spitzensport in Deutschland:

https://www.whu.edu/fileadmin/CONTENT/whu.edu/2_Faculty___Research/2.5_Entrepreneurship___Innovation_Group/2.5.10_Center_for_Sports_and_Management/027_Schmidt_and_Buechling__2025__Die_Zukunft_des_deutschen_Spitzensports__1.pdf

Das Interview mit Jens Weinreich:

https://www.sportandpolitics.de/podcast-sportfoerderung-wo-bleibt-die-kohle-berkhahn-thieme-maennig-paris-2024/
1 Stunde 1 Minute
Passend zu seiner Ernennung in die Trainer-Hall-of-Fame des DOSB am vergangenen Mittwoch kommt heute der erste Teil unseres Interviews mit Bernd Berkhahn. Gemeinsam mit unserem Host Lukas Mundelsee schauen wir mit Bernd auf seine Anfänge als Nachwuchstrainer in Schleswig, erfahren u.a., wie er bereits an seinem zweiten Standort, Elmshorn, einen Olympiateilnehmer entwickelte und was ihn trotzdem irgendwann nach Magdeburg gezogen hat. Bernd verrät uns seine damaligen und heutigen Lieblingsbücher und was ihn vielleicht von anderen Trainern unterscheidet. Wir lernen einige wichtige Mentoren von ihm kennen und sprechen schließlich über Hürden und Stolpersteine auf seinem Weg bis hin zu einem der besten Trainer der Welt.

Mit dieser Folge verabschieden wir uns von der BigPoolTheory in die Weihnachtspause, können aber schon mal verraten, dass Teil 2 des Interviews mit Bernd dann pünktlich zum Start des neuen Jahres erscheint, in dem wir dann Bernds Training beleuchten. Bleibt also neugierig :-)
1 Stunde 3 Minuten
In dieser Folge der BigPoolTheory spricht unser Host Lukas Mundelsee mit Benjamin Lück über seine Hausarbeit, die er zur Erlangung der A-Lizenz Leistungssport Schwimmen verfasst hat. Darin hat Benni einen empirisch gestützten Leitfaden entwickelt, wie Trainer:innen Debriefings nach Wettkämpfen strukturieren können – und wie sich diese optimal mit der Zielsetzung der Sportler:innen verbinden lassen. Wir diskutieren, warum Nachbesprechungen mehr sein sollten als ein kurzes Feedback am Beckenrand, wie Athlet:innen durch klare Prozess-, Leistungs- und Ergebnisziele sowie die Selbstreflexion darüber profitieren können und welche praktischen Werkzeuge Benni dafür entworfen hat. Eine spannende Mischung aus Wissenschaft und Praxis für alle, die Training und Wettkampf im Schwimmen ganzheitlich denken wollen.

Link zum Goal-Sheet:

https://dstv-schwimmtrainer.de/big-pool-theory.html

Drei zentrale Publikationen, über die wir sprechen:

Draxl, P. B. (2019). Wettkampfdebriefing im olympischen Spitzensport: eine qualitative Analyse. Karl-Franzenz-Universität, Graz.

Hogg, J. M. (2024). Debriefing sport performance: A strategy to enhance mental and emotional recovery and plan for future competition. In M. Kellmann & J. Beckmann (Hrsg.), Fostering Recovery and Well-being in a Healthy Lifestyle: Psychological, Somatic, and Organizational Prevention Approaches (S. 73–91). Routledge.

Macquet, A.‑C., Ferrand, C. & Stanton, N. A. (2015). Divide and rule: A qualitative analysis of the de-briefing process in elite team sports. Applied ergonomics, 51, 30–38. https://doi.org/10.1016/j.apergo.2015.04.005
1 Stunde 2 Minuten
In dieser Folge sprechen Dr. Ilka Staub und Dr. Lukas Mundelsee über die Ergebnisse einer eigenen Studie, die sich mit prägenden Ereignissen und Wendepunkten in den Karrieren von Nachwuchsathleten und -athletinnen im Schwimmsport befasst. Ziel der Studie war es, individuelle Ereignisse zu identifizieren und einzuordnen, um Erkenntnisse für die Entwicklung des Schwimmsports in Deutschland zu gewinnen. Die Datenerhebung und -auswertung erfolgte mittels 14 retrospektiver Interviews mit Athleten und Athletinnen, die nach erfolgreicher Qualifikation für internationale Jugend- und Juniorenmeisterschaften nicht den Sprung in die Offene Klasse geschafft haben. Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für junge Schwimmsporttalente und bieten damit wertvolle Impulse für die Förderung und Betreuung von Nachwuchsathleten und -athletinnen.

Die Studie ist in der Blauen Reihe (Schwimmen - Lernen & Optimieren) der DSTV veröffentlicht:

https://www.bisp-surf.de/Record/PU202505003735/HierarchyTree?recordID=PU202505003735#tree-PU202505003735

Die 7 extrahierten Kategorien, um diese z.B. zur Saison-Reflexion mit den Sportlerinnen und Sportlern zu nutzen, sind:

Finanzierung: Diese Kategorie sammelt kritischeEreignisse, die sich im Themenfeld der monetären Unterstützungen der Proband*innen ereignet haben und welche sie reflektieren.

Krankheit & Verletzung: In der Kategorie Krankheit und Verletzung finden sich kritische Ereignisse, diedie Proband*innen hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Situation als positive oder negativ reflektieren.

Verband: Die Kategorie Verband fasst reflektiertekritische Lebensereignisse zusammen, welche sich im Themenfeld Verbandsarbeit verorten lassen. Hierzu zählen sowohl Landes- als auch Bundesverbandsarbeit, Verbandsentscheidungen und vom Verband organisierte Maßnahmen.

Bildungsweg: In der Kategorie Bildungsweg werdenreflektierte kritische Ereignisse zusammengetragen, welche im Themenfeld schulischer und universitärer Bildung der Proband*innen zu verorten sind. Dazuzählen z.B. Ereignisse auf verschiedenen Schularten oder in der dualen Karriere als Athlet*in, Student*in oder Auszubildende*r.

Soziales Umfeld: In der Kategorie Soziales Umfeld wurden reflektierte Ereignisse und Beziehungen im inner- und außersportlichen Kontext gesammelt. Hierzu zählen Ereignisse mit Bezugspersonen und Unterstützungsleistungen des sozialen Umfelds.

Trainingsbedingungen: Die Kategorie Trainingsbedingungen fasst kritische Ereignisse zusammen, welche primäre Berührungspunkte mit demalltäglichen Training der Proband*innen hatten. Dies beinhaltet bspw. Trainingsregime, Trainingsintensität und Trainingsumfang.

Erfolg und Niederlage: Diese Kategorie beinhaltet kritische Ereignisse und Erfahrungen, welche die Proband*innen als Erfolge oder Niederlagen reflektieren. Dazu zählen Wettkampfergebnisse, Leistungssteigerungen und persönliche Ziele.
42 Minuten
Anknüpfend an Folge 25, ist in dieser Folge erneut Prof. Dr. Lutz Thieme zu Gast und spricht mit Dr. Lukas Mundelsee über Fragen, die sich aus der Folge 25 ergaben. Im Mittelpunkt stehen Themen aus dem Bereich der psycho-sozialen Einflüsse von Leistungssport wie beispielsweise die potenzielle Bereitschaft „Lebenseinsatz“ zu bringen, umErfolge zu erzielen oder mögliche Besonderheiten, die sich durch das Betreiben von Teamsportarten ergeben. Des Weiteren sprechen Lutz Thieme und Lukas Mundelsee über Befunde, inwieweit sich sportliche Belastungen positiv odernegativ auf die Sterblichkeit auswirken können. Für zuverlässigere Aussagen zu diesen Einflussfaktoren werden spannende Erkenntnisse aus Zwillingsstudien vorgestellt, da mit diesem Studiendesign zwischen genetischen Effekten und Lebensumständen differenziert werden kann.

Besprochene Studien dieser Folge:

Goldman-Dilemma:https://link.springer.com/article/10.1007/s40279-018-0881-9

https://www.researchgate.net/profile/David-Savage-2/publication/225652472_Auswirkungen_von_Macht_auf_das_Uberleben_in_Extremsituationen_Ein_Vergleich_der_Titanic_und_Lusitania_Schiffskatastrophen/links/571dee5008aead26e71a63d5/Auswirkungen-von-Macht-auf-das-Ueberleben-in-Extremsituationen-Ein-Vergleich-der-Titanic-und-Lusitania-Schiffskatastrophen.pdf

https://doi.org/10.1007/s10654-024-01200-x

https://bjsm.bmj.com/content/54/20/1195

https://doi.org/10.1136/bmj.e8308
27 Minuten
Nachdem Christoph Zinner und Sebastian Fischer vor einigen Wochen bereits über das sogenannte Post-Activation-Potentation (auf Deutsch: Post-Aktivierungs-Potenzierung, oder kurz: PAP) gesprochen haben, vertiefen beide in dieser Folge das Thema. Dieses Mal geht es um die konkrete Umsetzung von PAP sowie um PAPE, dem sogenannten Post Activation Performance Enhancement.

Die schriftliche Zusammenfassung der im Podcast genannten Studien finden sich hier:

⁠ https://www.scienceforsport.com/post-activation-potentiation/
1 Stunde 6 Minuten
Hier ist sie: Die erste Cross-Over-Folge vom swimcast und der BigPoolTheory. Die beiden Hosts André Engel und Lukas Mundelsee haben die Sportpsychologin Anna Ehlert zu Gast. Gemeinsam mit der DSVjugend bietet Anna vor und während der diesjährigen DJM ein umfangreiches Angebot rund ums Thema Mentaltraining an. Deshalb geht es in dieser Folge auch passenderweise um das Thema Vorstellungstraining. Wir beantworten die Fragen, welche Effekte die Wissenschaft bislang nachweisen konnte, warum es funktioniert und ganz konkret, wie es sich als Sportler, aber auch Trainer umsetzen lässt.

Weitere Infos zum gemeinsamen Angebot von Anna und der DSVjugend gibt es hier:

https://boostsportpsychologie.notion.site/Herzlich-Willkommen-beim-Projekt-Mental-stark-im-Wasser-1c536371255b80b68b9fd9c8f5ca64c4

Die angesprochenen Buchtipps findet ihr hier:

Engbert et al. (2011). Mentales Training im Leistungssport. Ein Übungsbuch für den Schüler- und Jugendbereich. Neuer Sportverlag. 

Engbert et al. (2021). Mentales Training im Leistungssport - Teil 2. Ein Praxisbuch für SportlerInnen, TrainerInnen & Eltern. Neuer Sportverlag.

 

Und schließlich kommt hier noch eine Auswahl an Studien und Überblicksarbeiten zum Thema Vorstellungstraining:

Guillot, A., & Collet, C. (2008). Construction of the motor imagery integrative model in sport: A review and theoretical investigation of motor imagery use. International Review of Sport and Exercise Psychology, 1(1), 31-44.

Lindsay, R. S., Larkin, P., Kittel, A. & Spittle, M. (2023). Mental imagery training programs for developing sport-specific motor skills: A systematic review and meta-analysis. Physical Education and Sport Pedagogy, 28(4), 444–465.

Morone, G., Ghanbari Ghooshchy, S., Pulcini, C., Spangu, E.,Zoccolotti, P., Martelli, M., Spitoni, G. F., Russo, V., Ciancarelli, I., Paolucci, S. & Iosa, M. (2022). Motor imagery and sport performance: A systematic review on the PETTLEPModel. Applied Sciences, 12(19), 9753.

Parnabas, V., Parnabas, J., Parnabas, A. M. & am Parnabas (2015). Internal and external imagery on sports performance among swimmers. European Academic Research, 2(11), 14735‐14731.

Post, P., Muncie, S. & Simpson, D. (2012). The effects of imagery training on swimming performance: An applied investigation. Journal of Applied Sport Psychology, 24(3), 323–337.

Selian, S., Humaid, H., Sukur, A., Dlis, F., Simatupang, N.,Rusdi, R., Dermawan, D. F. & Setiawan, E. (2023). Effects of imagery training to improve the quality of athletes' swimming skills: A mixed research method. Health,Sport, Rehabilitation, 9(4), 20–32.

Simonsmeier, B. A., Andronie, M., Buecker, S. & Frank, C. (2021). The effects of imagery interventions in sports: A meta-analysis. International Review of Sport and ExercisePsychology, 14(1), 186–207.