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19.02.2026
57 Minuten
Privileg oder Notwendigkeit: Muss die 1. Klasse in unseren Zügen
verschwinden? Das fordert der junge Verkehrs-Club der Schweiz mit
einer Petition. In der 2. Klasse drängen sich Pendlerinnen und
Pendler oft dicht an dicht. Sitzplätze sind knapp. Nur eine Glastür
weiter gibt es viel Platz, mehr Ruhe und mehr Komfort. Die 1.
Klasse kostet deutlich mehr, ist aber häufig spürbar weniger
ausgelastet. Ist das ein fairer Ausgleich beim Preis oder eine
Zweiklassengesellschaft? Der junge Verkehrs-Club der Schweiz
(jungVCS) möchte die Klassentrennung abschaffen und hat dafür mit
einer Petition 12.500 Unterschriften gesammelt. Die Unterstützung
stammt aus der jüngeren Generation: Einer repräsentativen Umfrage
des Meinungsforschungsinstituts Demoscope zufolge befürworten 60
Prozent der 15- bis 34-Jährigen das Ende der Klassentrennung. Die
Petition besagt, dass der öffentliche Verkehr für alle gleich
zugänglich sein muss, öffentliche Gelder sinnvoll eingesetzt werden
sollen und Solidarität anstelle von Abgrenzung gefördert werden
soll. Im Mittelpunkt der Kritik steht die wirtschaftliche Bilanz
der Wagenklassen. Die Petitionäre stützen sich auf interne
SBB-Unterlagen, wonach die 2. Klasse pro Nutzfläche 1,7-mal mehr
Erlös erziele als die 1. Klasse. Der Vorwurf: Die Pendler in der 2.
Klasse würden den Luxus der ersten Klasse faktisch
quersubventionieren. Die Branchenorganisation Alliance SwissPass
weist dies entschieden zurück. Zwar sei ein Erstklass-Billett rund
70 Prozent teurer, doch eine Quersubventionierung lasse sich nicht
belegen. Vielmehr sei die tiefere Auslastung genau das Produkt, für
das die Kundschaft bezahle. Eine Garantie auf Ruhe und einen freien
Sitzplatz. Die SBB teilt mit, dass sie Verkaufszahlen nicht nach 1.
und 2. Klasse getrennt veröffentlicht, weshalb derzeit keine
unabhängige Einschätzung zur Rentabilität der einzelnen Klassen
möglich ist. Bringt eine Einheitsklasse mehr Gleichheit und mehr
Platz für alle? Oder schwächt sie ein bewährtes System, das Komfort
bietet und wichtige Einnahmen generiert? Im FORUM diskutieren Gäste
mit Hörerinnen und Hörern: Loa Wild, Vizepräsidentin Junge
Grünliberale Schweiz (JGLP) ist gegen eine Abschaffung der Klassen
im ÖV Nicolas Eichenberger, Vorstandsmitglied VCS beider Basel
möchte keine Zweiklassen-Gesellschaft und ist für die Abschaffung
der 1. Klasse. Moderation: Sandra Schiess Online: Pascale Folke
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12.02.2026
57 Minuten
Am 8. März entscheidet die Schweiz über die Einführung der
Individualbesteuerung, welche die Heiratsstrafe abschaffen soll.
Befürworter sprechen von mehr Gerechtigkeit, Gegner warnen vor
neuen Ungleichheiten und zusätzlicher Bürokratie. Seit Jahrzehnten
wird in der Schweiz über die sogenannte Heiratsstrafe gestritten:
Verheiratete Doppelverdiener, zahlen bei der direkten Bundessteuer
häufig mehr als unverheiratete Paare. 1984 hielt das Bundesgericht
fest, dass Ehepaare steuerlich nicht benachteiligt werden dürfen.
Viele Kantone schafften danach mit Splittingmodellen die
Heiratsstrafe ab. Beim Vollsplitting wird das Gesamteinkommen
halbiert und zu diesem Satz (50%) besteuert. Beim Teilsplitting
gilt ein höherer Prozentsatz. Bundesgesetz über die
Individualbesteuerung 2021 lancierten die FDP-Frauen Schweiz die
«Steuergerechtigkeits-Initiative». Das Ziel: eine individuelle
Besteuerung auf allen Steuerebenen (Bund, Kanton, Gemeinde).
Bundesrat und Parlament einigten sich auf einen indirekten
Gegenvorschlag. Zehn Kantone sowie SVP, Die Mitte, EVP und EDU
haben je das Referendum ergriffen, weshalb nun das Volk
entscheidet. Wer profitiert? Die Individualbesteuerung beseitigt
die Heiratsstrafe. Entlastet würden tendenziell Ehepaare mit
ähnlich hohem Einkommen sowie viele Rentnerpaare. Die Reform soll –
so die Hoffnung vom Bund - mehr Menschen zu zusätzlicher
Erwerbsarbeit motivieren und damit den Fachkräftemangel lindern.
Wer verliert? Mehr bezahlen könnten Ehepaare im traditionellen
Einverdiener-Modell oder mit stark ungleichem Einkommen, sowie
unverheiratete Paare mit Kindern und mittleren bis höheren
Einkommen. Zudem wird mit jährlich rund 600 Millionen Franken
Steuerausfällen gerechnet, der grösste Teil beim Bund. Politische
Debatte FDP, SP, Grüne und Grünliberale unterstützen die Vorlage.
Sie sie ein guter Kompromiss und schaffe die Heiratsstrafe ab. Die
meisten Haushalte würden profitieren. SVP, die Mitte, EVP und EDU
lehnen die Reform ab. Sie sprechen von einem Bürokratiemonster,
welches zu rund 1,7 Millionen zusätzlichen Steuererklärungen führe.
Mehrere Kantone kritisieren, dass ihnen ein Systemwechsel
aufgezwungen wird, welcher grossen Aufwand, Kosten und
Steuerausfälle mit sich bringt. Der Bund sollte bei der Korrektur
der Heiratsstrafe dem Vorbild der Kantone folgen. Die Mitte
lancierte 2024 ihrerseits die «Fairness-Initiative». Diese will die
gemeinsame Besteuerung behalten, aber die Heiratsstrafe über
Splitting oder Zweiverdiener-Abzüge beseitigen, so wie es viele
Kantone bereits anwenden. Sendung Bringt die Individualbesteuerung
mehr Gerechtigkeit und entlastet den Arbeitsmarkt? Oder schafft sie
neue Ungleichheiten und zusätzlichen Aufwand? Darüber diskutieren
im Forum: Pro Individualbesteuerung: Christa Markwalder,
Vorstandsmitglied FDP-Frauen Schweiz Contra Individualbesteuerung:
Marianne Binder-Keller, Ständerätin Die Mitte, Kanton Aargau
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29.01.2026
57 Minuten
Bei der Abstimmung über die SRG-Initiative am 8. März geht es
darum, wie viel Geld die SRG in Zukunft erhält. Rechts-Bürgerliche
stehen dabei Mitte-Links gegenüber. Die SRG sei zu gross und
verdränge die privaten Medienhäuser. Diese Ansicht vertritt ein
Komitee aus Vertretern von SVP, Jungfreisinn und Gewerbeverband.
Mit der SRG-Initiative soll die Radio- und Fernsehabgabe von heute
335 Franken im Jahr auf 200 Franken gesenkt werden. Ausserdem
sollen alle Firmen von der Abgabe befreit werden. Gegen die
Initiative wenden sich die Parteien des Mitte-links-Lagers und
zahlreiche Sport- und Kulturverbände. Die SRG sei wichtig für den
Service Public und dürfe nicht geschwächt werden, so die
Argumentation der Initiativ-Gegner. Auch die Konferenz der
Kantonsregierungen lehnt die SRG-Initiative ab. Die
Berichterstattung aus allen Regionen sei wichtig. Gäste im «Forum»
In der Diskussionssendung «Forum» debattieren am Donnerstag, 29.
Januar 2026 über die SRG-Initiative: - Jonas Lüthy, Co-Präsident
des Initiativkomitees «200 Franken sind genug!» - Amélie Galladé,
Vorstandsmitglied des Komitees «Nein zur Halbierungsinitiative»
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22.01.2026
57 Minuten
Die Schweiz stimmt am 8. März 2026 über die «Klimafonds-Initiative»
ab. Braucht es mehr Geld für den Klimaschutz? Oder tut die Schweiz
bereits genug? Am 8. März 2026 stimmt die Schweiz über die
«Klimafonds-Initiative» ab. Bei einem Ja müsste der Bund bis 2050
jährlich 0.5 bis 1 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung in
einen neu geschaffenen Klimafonds einzahlen. Im Jahr 2024 wären das
vier bis acht Milliarden Franken gewesen. Ohne diese zusätzlichen
Mittel werde die Schweiz ihre Klimaziele – das gesetzlich
verankerte Netto-Null-Ziel zum Ausstoss von Treibhausgasen bis 2050
– deutlich verfehlen, sagen SP und Grüne, welche die Initiative
lanciert haben. Der Klimafonds diene der Umsetzung des
Volkswillens, so die Initianten. Mit diesem Fonds sollen mehr
Gebäude isoliert, alte Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt und mehr
Solarpanels auf Dächer gebaut werden. Gleichzeitig sollen mehr
Fachkräfte in diesen Bereichen ausgebildet werden. Aber auch der
öffentliche Verkehr und die Biodiversität sollen von diesem Geld
profitieren. Die bürgerlichen Parteien Mitte, FDP und SVP sind
gegen die Initiative. Auch der Bundesrat lehnt sie ab.
Klimaminister Albert Rösti sagte in der Pressekonferenz vom 20.
Januar, dass bereits viel für den Klimaschutz getan werde. Rund
zweieinhalb Milliarden Franken jährlich gebe der Bund aktuell für
Klima und Schutz der Biodiversität aus. Ein Klimafonds würde den
angespannten Bundeshaushalt mit Mehrausgaben in Milliardenhöhe
belasten, argumentiert der Bundesrat. Die Gegnerinnen und Gegner
der Initiative kritisieren zudem, dass der Fonds nicht der
Schuldenbremse unterstehen würde. Unklar ist auch, woher die
Zusatzmilliarden stammen sollen. Tut die Schweiz bereits genug für
den Klimaschutz? Oder braucht es einen Klimafonds? In der Sendung
«Forum» diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern: · Beatrice
Borio, Präsidentin Mitte-Frauen Basel-Landschaft und im Präsidium
Mitte-Frauen Schweiz · Tobias Frehner, Wahlkampfleiter bei der FDP
Kanton Bern und ehemaliger Präsident Jungfreisinnige Kanton Bern
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15.01.2026
56 Minuten
Empfehlungen zum Alkoholkonsum sollen Orientierung geben. Aktuell
steht ihre Anpassung zur Diskussion. Auslöser für die Anpassungen
ist die neue Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie
hält fest, dass es keinen gesundheitlich unbedenklichen
Alkoholkonsum gibt und dass bereits kleine Mengen mit Risiken
verbunden sind. Der Bundesrat prüft deshalb eine Anpassung seiner
Empfehlungen. Im Parlament regt sich dagegen Widerstand. Der
Ständerat möchte verhindern, dass sich der Bund an der WHO
orientiert und verweist auf laufende Studien sowie auf
widersprüchliche Forschungsergebnisse. Kritiker befürchten eine
Bevormundung der Bevölkerung und negative Folgen für Wirtschaft und
Genusskultur. Befürworter einer Anpassung halten dagegen: Es gehe
nicht um Verbote, sondern um transparente Information auf Basis des
aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands. Nur wer über Risiken
informiert sei, könne eigenverantwortliche Entscheidungen treffen.
Besonders wichtig sei dies für Jugendliche und andere vulnerable
Gruppen. Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der viele Menschen
ihren Alkoholkonsum bewusst hinterfragen. Der sogenannte «Dry
January», bei dem im Januar freiwillig auf Alkohol verzichtet wird.
Er macht das Thema auch im Alltag sichtbar, unabhängig von
politischen Debatten. Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage:
Braucht es angepasste Alkohol-Empfehlungen des Bundes oder genügt
Eigenverantwortung? Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und
Hörern: · Philip Bruggmann, Co-Chefarzt Innere Medizin,
Suchtzentrum Arud, Zürich · Philipp Schwander, Mitinitiator Gaudium
Suisse, «Genuss mit Haltung» und Master of Wine
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Über diesen Podcast
Im «Forum» diskutieren Fachleute mit Hörerinnen und Hörern
brennende aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft,
Kultur oder Sport. Das «Forum» ist live. Der Hörer- und
Usereinbezug ist das Markenzeichen der Sendung «Forum». Die
Hörerinnen und Hörer sind entweder live im Studio oder aber sie
beteiligen sich per Telefon oder an der Online-Diskussion auf
srf1.ch.
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