Alkohol-Empfehlungen auf dem Prüfstand

Alkohol-Empfehlungen auf dem Prüfstand

Empfehlungen zum Alkoholkonsum sollen Orientierung geben. Aktuell steht ihre Anpassung zur Diskussion.
56 Minuten

Beschreibung

vor 1 Monat
Empfehlungen zum Alkoholkonsum sollen Orientierung geben. Aktuell
steht ihre Anpassung zur Diskussion. Auslöser für die Anpassungen
ist die neue Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie
hält fest, dass es keinen gesundheitlich unbedenklichen
Alkoholkonsum gibt und dass bereits kleine Mengen mit Risiken
verbunden sind. Der Bundesrat prüft deshalb eine Anpassung seiner
Empfehlungen. Im Parlament regt sich dagegen Widerstand. Der
Ständerat möchte verhindern, dass sich der Bund an der WHO
orientiert und verweist auf laufende Studien sowie auf
widersprüchliche Forschungsergebnisse. Kritiker befürchten eine
Bevormundung der Bevölkerung und negative Folgen für Wirtschaft und
Genusskultur. Befürworter einer Anpassung halten dagegen: Es gehe
nicht um Verbote, sondern um transparente Information auf Basis des
aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands. Nur wer über Risiken
informiert sei, könne eigenverantwortliche Entscheidungen treffen.
Besonders wichtig sei dies für Jugendliche und andere vulnerable
Gruppen. Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der viele Menschen
ihren Alkoholkonsum bewusst hinterfragen. Der sogenannte «Dry
January», bei dem im Januar freiwillig auf Alkohol verzichtet wird.
Er macht das Thema auch im Alltag sichtbar, unabhängig von
politischen Debatten. Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage:
Braucht es angepasste Alkohol-Empfehlungen des Bundes oder genügt
Eigenverantwortung? Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und
Hörern: · Philip Bruggmann, Co-Chefarzt Innere Medizin,
Suchtzentrum Arud, Zürich · Philipp Schwander, Mitinitiator Gaudium
Suisse, «Genuss mit Haltung» und Master of Wine

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