Geplatzte Ankündigung & Fehlende Unabhängigkeit

Wochenstart mit reichlich Kritik an Spotify

19. April 2022
Bild: podcast.de
Wochenstart mit reichlich Kritik an Spotify

Für den Spotify beginnt die Nach-Osterwoche nicht allzu frühlingshaft. Aus verschiedenen Richtungen hagelt es Kritik an dem Unternehmen. Es geht dabei um geplatzte Ankündigungen, Shadow Bans und Spotifys Weg zum Monopolisten.

Das Branchen-Magazin Podnews beobachtet Spotifys Schachzüge aufmerksam, man könnte es fast akribisch nennen. Im Dezember 2021 fiel einem der Podnews-Redakteure auf, dass bei den Schweden etwas nicht stimmte. Das Unternehmen hatte zahlreiche Mega-Deals verkündet, namhafte Prominente sollten exklusive Podcasts auf seiner Plattform veröffentlichen. Auf die Ankündigungen folgten in vielen Fällen aber kaum oder sogar gar keine Podcasts. Eines der bekanntesten Beispiele dafür war der angekündigte Podcast von Prinz Harry und seiner Frau Meghan. Zu Spotifys Verteidigung ist nun zu sagen, dass Meghan mittlerweile angeblich an ihrem Podcast arbeiten soll. Bedauerlicherweise sorgte auch das bereits für Verwunderung, da ihr Team versucht haben soll, sich in diesem Zug das Wort "Archetypes" markenrechtlich zu sichern. Doch zurück zu den geplatzten Ankündigungen...

Nachdem Spotify zahlreiche Podcasts schuldig geblieben ist, fällt nun der nächste Plan ins Wasser. Per E-Mail erklärte das Streaming-Unternehmen, die Pläne für den Greenroom Creator Fund seien vom Tisch. Man wolle auf "andere Initiativen für Live Creators" zielen. Der Fond sollte Produzenten, die Spotifys Live-Audio-Funktion Greenroom nutzen, belohnen. Der Name Greenroom wurde mittlerweile zu Spotify Live geändert. Podnews stellt bei den geplatzten Ankündigungen immer wieder Parallelen zu den Aktienkursen des Unternehmens her. Die versprochenen Mega-Deals treiben trieben jeweils die Kurse in die Höhe.

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Spotify "limitiert Reichweite"

Parallel dazu gibt es weitere Entwicklungen, die aufmerksam zu beobachten sind. NiemanLab meldet, man habe Veränderungen an Spotifys Regelwerk festgestellt. Die Schweden öffnen sich eine Hintertür für sogenannte Shadow Bans, also das Verstecken unliebsamer Inhalte. Im Gegensatz zu einer Löschung, bei der die Inhalte von der Plattform verschwinden, geht es hierbei um die "Limitierung von Reichweite". Die Podcasts sind weiterhin abrufbar, werden aber in Suche und Empfehlungen versteckt. Betroffene Podcasts bemerken das womöglich nicht einmal.

Laut Bericht ist diese Funktion für "Inhalte, die sensible Bereiche streifen", also inhaltliche Grenzfälle vorgesehen. Die neuen Regeln wurden bislang nicht offiziell kommuniziert. Sie könnten eine Reaktion auf den Skandal um Spotifys Exklusiv-Podcaster Joe Rogan sein. Die neuen Mechanismen sollen im Fall von Desinformation zum Einsatz kommen, könnten im schlimmsten Fall aber auch zu einem Werkzeug der Zensur und Willkür werden.

Branche besorgt über Spotifys Marktmacht

Auch bei Marketing Brew beobachtet man Spotifys Schritte. Der Kauf der zwei Analyse-Unternehmen Chartable und Podsights verunsichert Branchenvertreter, denn er gibt Spotify einen enormen Wettbewerbsvorteil. "Eines der beiden Unternehmen zu kaufen", erklärt Bryan Barletta, "hätte den Raum verändert und mehr Wettbewerb geschaffen. Beide zu kaufen, reißt ein Loch in den Raum." In der Branche, so der Beitrag, wird die Frage laut, ob man Spotifys Metriken vertrauen könne. Schließlich besitze das Unternehmen nun die Streamingplattform, sondern auch Podcasts, gleichzeitig platziere es Werbung und kontrolliere nun auch die Analyseplattformen. Unabhängige Messungen durch Drittanbieter seien kaum so noch möglich. Cameron Hendrix von Magellan AI zeigt sich besorgt darüber, dass Spotify nun ohne eine Kontrollinstanz seine eigene Arbeit bewerte. Das sei intransparent, Werbekunden müssten so blind auf Spotifys Angaben vertrauen.


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