Acast kauft Podchaser

Gemeinsam für ein offenes Podcast-Ökosystem

18. Juli 2022

Acast kauft Podchaser. Für 34 Millionen US-Dollar wechselt der Analyse-Dienst den Besitzer. Der Deal soll das offene Podcast-Ökosystem - und nicht zuletzt Acast - stärken.

Bild: Acast
Gemeinsam für ein offenes Podcast-Ökosystem

Für Acast ist Podchaser die "umfangreichste Podcast-Dantenbank der Welt". Wie das Unternehmen mitteilt, dürfen Podcaster und Werbetreibende sich nun auf die "reichsten Metadaten der Industrie" freuen. Doch was steckt hinter den PR-Phrasen?

Wer sind Acast und Podchaser?

Da wären zum einen 34 Millionen US-Dollar, die die Ernsthaftigkeit des Deals unterstreichen. Das ist der Betrag, den Acast über die nächsten drei Jahre hinweg für den Kauf entrichten muss. Acast bezeichnet sich selbst als das "weltgrößte, unabhängige Podcast-Unternehmen", laut dem sozialen Medium LinkedIn sind dort 464 Menschen beschäftigt.

Das Unternehmen Podchaser entstand 2016, seine Anfänge gehen auf einen Reddit-Thread zurück. Die Grundidee war, eine Plattform-unabhängige Podcast-Datenbank zu schaffen. Nutzer finden, hören und bewerten dort Podcasts. Podchaser sammelt und verarbeitet Daten über die mehr als 4,5 Millionen erfassten Podcasts. Von diesen Analysen profitieren wiederum Podcaster und Werbetreibende, denn mit detaillierteren Daten können sie Shows besser vermarkten. Acast erhofft sich von Podchasers Daten zudem einen Fortschritt in Sachen Auffindbarkeit, die bei Podcasts nach wie vor nicht optimal ist. Beide Firmen sehen sich vereint im Bestreben, die freie Struktur des Podcastings zu erhalten.

Offenes Ökosystem, Demokratisierung und Spotify

Für die Unternehmen ist der Schulterschluss ein bedeutender Schritt. Laut ihnen geht es bei dem Kauf um Demokratisierung und den Erhalt des offenen Podcast-Ökosystems.

"Als wahre Verfechter des offenen Podcastings werden Acast und Podchaser gemeinsam die Innovation und Demokratisierung des Podcasting-Ökosystems für Podcaster, Hörer und Werbetreibende auf der ganzen Welt vorantreiben. Gemeinsam werden wir die enormen Möglichkeiten erschließen, die wir für Open Podcasting kennen, um nicht nur mit den Daten geschlossener, kostenpflichtiger Plattformen gleichzuziehen, sondern sie zu übertreffen."
Ross Adams, CEO von Acast

Das dürfte nicht zuletzt als eine Ansage an die skandinavische Konkurrenz zu verstehen sein, denn auch im Hause Spotify verkündet man gerne die Demokratisierung des Audio-Marktes. Ironischerweise sind die Ansätze dabei sehr unterschiedlich.

Während Acast und viele weitere Anbieter auf ein offenes Podcast-Ökosystem zielen, das von vielen Plattformen und freien Technologien lebt, hat Spotify andere Pläne. Das schwedische Unternehmen will den weltweiten Audio-Markt anführen, und dafür sollen Abruf, Hosting, Vermarktung, Analyse und Promotion möglichst nur noch im eigenen Universum stattfinden. Hinzu kommt, dass auch Spotify fleißig einkauft, jüngst erwarb das Unternehmen die Analyse-Dienste Chartable und Podsights.

Acasts Aktie stagniert

Acasts Aktionäre zeigen sich weitgehend unbeeindruckt von der Ankündigung, Podchaser zu kaufen. Seit ihrem Börsenstart im Juni 2021 ist der Aktienkurs kontinuierlich gefallen. Aktuell liegt er bei 1,23 Euro pro Stück. Der Kauf von Podchaser scheint diesen Trend nicht umzukehren, doch für den Moment bewegt das Chart sich zumindest seitwärts.

Auf Anfrage von podcast.de erklärt Ross Adam weiterhin:

"Aus finanzieller Sicht wird unser Geschäftsmodell gestärkt - Podchaser verschafft uns stärkere und vielfältigere Einnahmequellen und wird voraussichtlich ab 2023 einen positiven Cashflow erzielen."
Ross Adam - CEO von Acast


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