Selenskyj steht doppelt unter Druck (mit Denis Trubetskoy)

Selenskyj steht doppelt unter Druck (mit Denis Trubetskoy)

vor 3 Tagen
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Beschreibung

vor 3 Tagen
Die Nächte für die Menschen in der ukrainischen Hauptstadt sind
derzeit besonders zermürbend. Immer wieder greift Russland Kiew mit
ballistischen Raketen an, die die Ukraine wegen des Mangels an
entsprechenden Waffen nicht abwehren kann. Im Gespräch mit Host
Anna Engelke schildert Denis Trubetskoy, wie die Menschen in der
Hauptstadt mit der ständigen Bedrohung leben. Auf den schwersten
Kriegswinter, sagt der ukrainische Journalist, folgte der schwerste
Kriegssommer. Dem kommenden Winter schauen die Menschen mit großer
Sorge entgegen, besonders wegen der angeschlagenen Strom- und
Wasserversorgung. Doch der Präsident der Ukraine steht nicht nur
wegen des russischen Angriffskrieges unter Druck, sondern auch
innenpolitisch. Selenskyj befinde sich wegen der Entlassung des
Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov und der daraus
resultierenden Proteste in der größten innenpolitischen Krise,
meint Trubetskoy. Mit seiner Forderung nach Neuwahlen habe sich
Fedorov aber ins Abseits gestellt. Die Ukrainer blickten mit einer
großen Ambivalenz auf die Durchführung von Wahlen mitten im
Krieg.

Die Lage in verschiedenen Frontabschnitten, wo Russlands Truppen
trotz teilweise heftiger Gefechte kaum nennenswerte Geländegewinne
machen können, schildert Stefan Niemann. Nahezu wehrlos wirkt die
ukrainische Luftverteidigung dagegen bei den massiven Angriffen mit
Iskander-Raketen und Marschflugkörpern wie zuletzt auf Kiew. Der
chronische Mangel an Patriot PAC-3 Abwehrraketen kostet Tag für Tag
Menschenleben.
Die von einem rumänischen F-16 Kampfjet abgeschossene schwimmende
Sprengstoffdrohne unweit einer Gasförderplattform am Schwarzen Meer
zeigt der NATO, wie leicht ihre Verteidigungsfähigkeit zu testen
ist. Bukarest macht Moskau für den gefährlichen Zwischenfall
verantwortlich. Russlands Außenminister hatte westliche Länder
unlängst gewarnt: wer die Ukraine unterstütze, müsse mit schärferen
Maßnahmen rechnen. Zuletzt stellte der Kreml Großbritannien an den
Pranger, weil dort hergestellte Drohnen bei ukrainischen Angriffen
auf Russland zum Einsatz gekommen sein sollen. Auch im Ostseeraum
wachsen die Spannungen. Russland entsandte erneut ein Kriegsschiff
vor die Küste Fehmarns, mutmaßlich um seine Schattenflotte zu
schützen.
Ein Blick in den Nahen Osten zeigt, dass auch nach Ablauf der
60-Tage Frist die Beendigung des Iran-Krieges in weiter Ferne
liegt. Das Regime in Teheran trotzt allen Drohungen Trumps – der
US-Präsident wirkt rat- und planloser denn je.

Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de

Interview mit Denis Trubetskoy
https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3431500.html

Debatte über Neuwahlen in der Ukraine
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-debatte-wahlen-100.html


Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”
https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

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