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Radiologie: KLARTEXT
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Beschreibung
vor 2 Tagen
Zehntausende Befunde. Und bei den allermeisten weiß ich bis heute
nicht, ob sie überhaupt jemand gelesen hat.
Ob mein Befund die klinische Entscheidung beeinflusst hat. Oder
ob die Therapie längst feststand, als er ankam.
Wir Radiologinnen und Radiologen senden Befunde ins Nichts. Und
das fängt nicht erst nach zehn Jahren an, sondern oft schon im
ersten Weiterbildungsjahr, mit einem Satz, den fast jeder kennt:
Meine Befunde liest doch sowieso keiner.
Die naheliegende Erzählung dazu lautet, dass wir nicht ernst
genommen werden. Und die stimmt sogar. Sie ist nur die bequemere
Hälfte, weil sie ausschließlich davon handelt, was andere mit uns
machen.
In dieser Folge geht es um die andere Hälfte. Um das, was wir
selbst dazu beitragen.
Darum, dass Einfluss im Krankenhaus nicht über Kompetenz verteilt
wird, sondern über Anwesenheit. Darum, warum ein Arbeitstag ohne
ein einziges Gespräch in unserem Fach völlig normal ist und in
manchen Häusern sogar als guter Tag gilt. Und darum, warum die
interventionelle Radiologie mit derselben Ausbildung und
denselben Bildern einen völlig anderen Stand im Haus hat.
Es geht außerdem um den Graben zwischen Klinik und Niederlassung,
über den wir selten laut sprechen. Und um den ehrlichsten Einwand
gegen mehr Präsenz, nämlich die Frage, wann man das alles
eigentlich machen soll.
Ich habe darauf keine bequeme Antwort. Aber ich glaube, es fängt
nicht damit an, dass andere uns mehr respektieren.
Schreib mir gern in die Kommentare: Wann bist du in deinem Haus
zuletzt gefragt worden, bevor entschieden wurde?
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