Warum die meisten an Data Thinking scheitern | Thomas Handorf & Rocky Khan - #32

Warum die meisten an Data Thinking scheitern | Thomas Handorf & Rocky Khan - #32

vor 1 Woche
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Podcaster

Beschreibung

vor 1 Woche

Biophysiker. Promoviert an der Humboldt Uni Berlin. Und dann Data
Architect bei Peek & Cloppenburg, bevor er eine Datenagentur
mit dem denkbar kuriosesten Namen gründet: Friendly White Rabbit.


Thomas Handorf hat mit "9FWR" über 70 Kunden und 170 Projekte
betreut. Seine These, die auch Rocky sofort gepackt hat: Die
meisten Unternehmen scheitern nicht an Technologie — sondern
daran, dass sie nie gelernt haben, Daten wirklich zu denken.


In der aktuellen Episode von Masters of Data, BI & AI erzählt
er, wie aus einem Alice-im-Wunderland-Testprojekt ein Agenturname
wurde, warum er sein Team bewusst klein gehalten hat — und warum
er seine eigene, funktionierende Firma trotzdem aufgegeben hat.


Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:


Zum eigentlichen Data Thinking: Nicht jedes Problem ist ein
Technologieproblem. Bevor bei 9FWR überhaupt implementiert wird,
läuft der Kunde durch eine Data Thinking Canvas — inspiriert von
Lean Startup und Business Model Canvas. Erst verstehen, was das
Geschäftsmodell wirklich braucht. Dann bauen.


Zum Recruiting und Bullshit Bingo: Thomas screent Lebensläufe
gezielt gegen leere Buzzwords — sein eigener Begriff dafür:
Bullshit Bingo. Wer im Interview konkrete Knackpunkte und echte
Beispiele nennen kann, statt nur Schlagworte zu droppen,
überzeugt. Am Ende entscheidet ein praktischer Test: einen
kompletten, vereinfachten Data Stack pragmatisch aufsetzen. Nicht
ob man alles schon kennt, sondern wie schnell man das Prinzip
dahinter erfasst.


Zum Wachstum ohne Wachstumszwang: 9FWR ist bewusst nie stark
skaliert. Word of Mouth funktioniert am besten, weil zufriedene
Kunden ohne Preisdiskussion weiterempfehlen.
Freelancer-Plattformen halfen, LinkedIn Content Marketing
weniger. Das ständige Hoch und Runter zwischen kurzen
Trackingprojekten und großen Kundenprojekten wie mobile.de machte
einen klassischen skalierbaren Funnel schwierig — und am Ende war
das auch okay so.


Zur Entscheidung, die eigene Firma aufzugeben: 9FWR lief nicht
schlecht — im Gegenteil, 2025 war wirtschaftlich wieder ein gutes
Jahr. Trotzdem ist Thomas mit seinem Team in die Gateway Group
gewechselt, die Reisemarken wie kurz-mal-weg.de und kurzurlaub.de
betreibt und zu HomeToGo gehört. Der Grund: ein echtes
Greenfield-Projekt, kaum Legacy, viel Kapital, ein Team, das
komplett neue Systeme bauen will. Nicht jede Chance kommt
zweimal.


Zu KI, die tatsächlich einen Unterschied macht: Vor ein bis zwei
Jahren hieß KI: SQL-Snippets generieren lassen. Heute bauen
Thomas und sein Team bei Gateway einen internen Agenten mit
vollem Zugriff auf ein sauber modelliertes Data Warehouse —
inklusive Tests, Dokumentation und Kontext aus Confluence. Das
Ergebnis: präzise Antworten zum aktuellen Stand, statt
Rohdaten-Rätselraten. Der Unterschied zu vor zwei Jahren ist laut
Thomas nicht graduell, sondern fundamental.


Wie seht ihr das — ist die eigentliche Hürde bei KI und Daten
wirklich das Mindset, oder unterschätzen wir doch, wie viel
technisches Fundament dafür nötig ist?


LinkedIn Profile


LinkedIn Profile von Thomas Handorf:
https://www.linkedin.com/in/thomashandorf/


LinkedIn Profile von Rocky Khan:
https://www.linkedin.com/in/khanrocky/


Inspiration statt Businessbuch


Kein klassisches Buch — Thomas liest lieber Artikel, Reports und
Posts. Sein größter methodischer Einfluss bleibt Lean Startup und
Business Model Canvas, die direkt in die Data Thinking Canvas von
9FWR eingeflossen sind.




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