Höhere Beiträge, weniger Hinweise: Was Sie jetzt über ihre Krankenkasse wissen müssen

Höhere Beiträge, weniger Hinweise: Was Sie jetzt über ihre Krankenkasse wissen müssen

vor 1 Tag
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Die interessantesten Interviews aus dem Radioprogramm von SWR Aktuell finden Sie hier zum Nachhören. Die spannendsten Themen kurz auf dem Punkt gebracht im Podcast: Im Gespräch.

Beschreibung

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Auf gesetzlich Versicherte kommen in den kommenden Jahren höhere
Kosten zu. Zusatzbeiträge der Krankenkassen könnten steigen und
viele Versicherte bekommen das möglicherweise gar nicht mit. Denn
die bisherige Pflicht der Kassen, über Erhöhungen aktiv zu
informieren, fällt weg. Worauf Verbraucher achten sollten, erklärt
Saidi Sulilatu, Chefredakteur beim Geldratgeber Finanztip, im
Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerald Pinkenburg. Besonders
betroffen könnten laut Sulilatu drei Gruppen sein: Menschen mit
einem hohen Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze,
regelmäßige Medikamentennutzer und Familien, in denen ein Partner
oder eine Partnerin kostenlos mitversichert ist. Für
Besserverdienende könnte die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze
eine Mehrbelastung von rund 25 Euro im Monat bedeuten. Auch bei
Medikamenten könnten die Kosten steigen: Die gesetzlichen
Zuzahlungen sollen von derzeit 5 bis 10 Euro auf künftig 7,50 bis
15 Euro pro Medikament steigen. Mehr Eigenverantwortung beim
Krankenkassenwechsel Dass Krankenkassen Versicherte künftig nicht
mehr aktiv über steigende Zusatzbeiträge informieren müssen, sieht
Sulilatu kritisch. Er rät deshalb, selbst regelmäßig nachzuschauen,
ob die eigene Kasse teurer wird. Auf dem Gehaltszettel sei eine
Erhöhung nicht immer sofort erkennbar, etwa wenn gleichzeitig
andere Abgaben sinken. Wer feststellt, dass die eigene Krankenkasse
den Zusatzbeitrag erhöht, hat ein Sonderkündigungsrecht und kann
wechseln. Grundsätzlich empfiehlt der Finanztip-Chefredakteur
ohnehin, Krankenkassen stärker zu vergleichen: „Mehr Wettbewerb
würde dem System guttun“, sagt er. Dabei sollte nicht nur der
Beitrag entscheidend sein. Auch Zusatzleistungen könnten einen
Unterschied machen, etwa Zuschüsse zur professionellen
Zahnreinigung, Reiseimpfungen, Sportkurse, Leistungen für
Schwangere oder Zuschüsse zu osteopathischen Behandlungen. Je nach
persönlicher Situation könnten Versicherte damit mehrere hundert
Euro im Jahr sparen. Zahnersatz könnte teurer werden Auch beim
Zahnersatz müssen Versicherte mit höheren Eigenkosten rechnen. Der
Zuschuss der Krankenkassen soll sinken. Bei einer typischen Brücke
mit Kosten von etwa 1.700 Euro könnten dadurch rund 170 Euro mehr
am Patienten hängen bleiben. Eine Zahnzusatzversicherung sei
deshalb aber nicht automatisch die beste Lösung, sagt Sulilatu. Sie
koste häufig zwischen 20 und 40 Euro im Monat und lohne sich vor
allem dann, wenn in den kommenden Jahren eine sehr teure Behandlung
wahrscheinlich sei. Wer das Risiko selbst tragen könne, könne auch
überlegen, das Geld zurückzulegen. Sein Rat: Gerade rund um den
Jahreswechsel sollten Versicherte ihre Krankenkasse überprüfen,
nicht nur wegen möglicher Beitragserhöhungen, sondern auch wegen
der Leistungen, die zur eigenen Lebenssituation passen.
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