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  4. Esra 9 // Timon Hauber // YBC 26 #15
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Das neunte Kapitel des Buches Esra berichtet von einer tiefen
Krise, die Esra kurz nach seiner von Gottes Gnade und Schutz
geprägten Rückkehr nach Jerusalem trifft. Oberste des Volkes
informieren ihn darüber, dass sich das Volk Israel –
einschliesslich der Priester, Leviten und der führenden Beamten –
entgegen den ausdrücklichen Geboten Gottes mit den heidnischen
Völkern der Region vermischt hat. Diese Nachricht trifft Esra wie
ein Schlag: Angesichts der Tatsache, dass ebendiese
Götzenverehrung, die oft mit sexueller Unmoral und grausamen
Kinderopfern einherging, der Grund für das siebzigjährige Exil
war, zerreisst er in tiefer Betäubung und Trauer seine Kleider
und rauft sich die Haare. In seinem anschliessenden, zutiefst
demütigen Bußgebet erhebt er sich nicht über das Volk, sondern
macht sich mit dessen Schuld eins; er bekennt die grosse Sünde
und anerkennt, dass Gott in seiner Güte einen kleinen,
unverdienten Überrest bewahrt hat, obwohl sie durch ihren
erneuten Ungehorsam eigentlich völlige Vernichtung verdient
hätten.

Für den christlichen Alltag zeigt diese Passage eindrücklich den
radikalen Umgang mit Sünde und weltlicher Vermischung. Gott
fordert von seinen Nachfolgern auch heute noch Absonderung und
Heiligkeit, denn geistliche Kompromisse – sei es in Form von
ungleichem Joch in Beziehungen, von modernem Götzendienst (wie
die Fixierung auf materielle Dinge) oder von sexueller Unmoral –
führen unweigerlich zu geistlichem Verfall. Gleichzeitig ist
Esras demütige, sich mit der Schuld einsmachende Haltung ein
grossartiges Vorbild dafür, nicht mit erhobenem Zeigefinger auf
das Versagen anderer zu blicken, sondern im Gebet füreinander
einzustehen. Letztlich weist Esras Haltung als Fürbitter
prophetisch auf Jesus Christus hin, den grossen Hohenpriester,
der sich nicht nur mit der Schuld der Menschen einsgemacht hat,
sondern diese am Kreuz ein für alle Mal trug und die alleinige
Erlösung aus der Macht der Sünde gebracht hat.
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„Esra 9 // Timon Hauber // YBC 26 #15“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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